Was sind sekundäre Pflanzenstoffe

Noch vor kurzem dachte man, Obst und Gemüse sind allein aufgrund ihrer Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe so gesund. Doch immer mehr Studien widerlegen diese These – auch die sekundären Pflanzenstoffe scheinen ihren Teil dazu beizutragen.

Fast jeder weiß heute um die Bedeutung von Vitaminen und Spurenelementen. Auch dass sie wichtig für unsere Gesundheit sind, ist den meisten geläufig. In pflanzlichen Lebensmitteln treten sie jedoch immer zusammen mit einer weiteren Stoffgruppe auf: den sekundären Pflanzenstoffen. Obwohl ihr Name sperrig und nachrangig klingt, sind sie dennoch unverzichtbar. Trotzdem wurden sie lange Zeit für unwichtig gehalten – man aß sie eben mit, wenn man gesundes, vitaminreiches Obst und Gemüse verspeiste. Dass die sekundären Pflanzenstoffe selbst ein großer Schatz sind, entdeckten Wissenschaftler erst sehr viel später.


Viel hilft viel? Bei Gemüse und Obst, ja!

Heute wissen wir, dass pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter, Samen, Nüsse und Hülsenfrüchte nicht trotz, sondern gerade wegen den vielen sekundären Pflanzenstoffen so gesund sind. Dabei gilt sogar ausnahmsweise die Regel „viel hilft viel“, denn je mehr Obst, Kräuter, Salat und vor allem Gemüse wir täglich über unsere Ernährung zu uns nehmen, desto gesünder und länger leben wir.

So konnte eine Studie des University College London klar den Zusammenhang zwischen dem Obst- und Gemüsekonsum pro Tag und dem Sterberisiko darlegen. Über 65.000 Menschen nahmen daran teil. Manche aßen eine Portion Gemüse pro Tag, andere drei bis fünf und ein Teil sogar sieben Portionen und mehr. Das Ergebnis: Das Risiko in der beobachteten Zeit von sieben Jahren zu sterben, lag für die Pflanzenverächter rund 42 Prozent höher, als bei denjenigen, die sieben und mehr Portionen täglich aßen:

  • 1 Portion oder weniger am Tag: höchstes Risiko

  • 1 bis 3 Portionen am Tag: um 14 Prozent geringeres Risiko

  • 3 bis 5 Portionen am Tag: um 29 Prozent geringeres Risiko

  • 5 bis 7 Portionen am Tag: um 36 Prozent geringeres Risiko

  • 7 plus Portionen am Tag: um 42 Prozent geringeres Risiko

Quelle: Fruit and vegetable consumption and all-cause, cancer and CVD mortality: analysis of Health Survey for England data; J Epidemiol Community Health 2014;68:856-862


Sekundäre Pflanzenstoffe: Die Geheimwaffen der Pflanzen

Rund 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, so schätzen Wissenschaftler, gibt es in der Natur. Bekannt und untersucht sind derzeit aber nur ungefähr 10.000. Alle Pflanzen, jede Frucht und jedes Kraut trägt dabei eine ganz spezifische Kombination von mehreren hundert Stoffen in sich. Und jeder Stoff erfüllt einen bestimmten Zweck: Flavonoide färben Früchte bunt und lassen sie damit verführerisch wirken, Senfölglycoside machen Rettich und Senf scharf und schützen sie damit vor Fressfeinden und Carotinoide schützen die Pflanzen vor UV-Strahlen.

Dass viele dieser Stoffe auch für uns wertvoll sind, haben wir unserer biologischen Anpassung an die natürliche Ernährung zu verdanken. So bestand in früheren Zeit der weitaus größte Teil der menschlichen Ernährung aus Pflanzen. Unsere Vorfahren aßen, was gerade verfügbar war – und das waren vor allem Früchte, Wurzeln, Blätter, Knollen und viele weitere pflanzliche Leckereien. Vor allem aber war die Ernährung abwechslungsreich, bunt und an die Jahreszeiten angepasst.

Im Laufe der Zeit hat sich unser Organismus an die reichlich enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe angepasst und sie sogar zu nutzen gelernt. So gelten viele sekundäre Pflanzenstoffe als antibakteriell oder antiviral. Andere trainieren unser Immunsystem oder unterstützen Vitamine in ihrer Wirkung oder wirken gar selbst wie sie. Ein Beispiel dafür ist das Beta-Carotin, das in großen Mengen in gelbem oder orangenen Gemüse vorkommt und im Körper zu Vitamin A umgewandelt werden kann.


Nur im natürlichen Verbund stark

Doch die Erforschung der sekundären Pflanzenstoffe steckt noch in den Kinderschuhen. Versuche, einzelne sekundäre Pflanzenstoffe zu isolieren und ihre Wirkung damit zu verstärken, scheiterten fast immer. Stand heute ist darum: Nicht ein einzelner sekundärer Pflanzenstoff ist die Lösung, sondern das natürliche Zusammenspiel zwischen ihnen untereinander sowie den Vitaminen und Spurenelementen, die ebenso natürlicherweise in Obst, Gemüse, Kräutern, Samen und Knollen vorkommen.


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