Einst als Arme-Leute-Essen verschrien, heute als Wunderknolle angepriesen: Die Rote Bete. Zu Recht, denn das Gemüse hat in punkto Gesundheit Einiges zu bieten. Grund genug, Rote Bete ab jetzt häufiger auf den Speiseplan zu setzen.


Eigenschaften und Allgemeines

Die Rote Bete (lat. Beta vulgaris) wird auch als Rote Rübe bezeichnet. Besonders in traditionellen und altüberlieferten Gerichten darf die Rote Bete nicht fehlen.

In weiten Teilen Osteuropas und Russlands ist Borschtsch, eine Rote Bete-Suppe, äußerst beliebt. Auch bei den Norddeutschen und Skandinaviern ist die Rote Bete im klassischen Labskaus eine Hauptzutat.

Die Rüben kommen in unterschiedlichen Formen und Größen vor und können bis zu 600 g schwer werden. Meist sind sie rundlich, es gibt aber auch längliche oder birnenförmige Exemplare. Die klassische Rübe hat eine braun-rötliche Schale, das Fruchtfleisch ist leuchtend rot. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Varianten von der gelben bis zur schwarzen Bete, die man auf Wochenmärkten oder beim Bio-Bauern kaufen kann. Der Geschmack von Rote Bete ist erdig-süßlich. Weiße und gelbe Sorten schmecken etwas süßer und milder.

Rote Bete wird in Deutschland schon seit vielen hundert Jahren gegessen. Aus Berichten aus dem 13. Jahrhundert geht hervor, dass die Rote Bete zu dieser Zeit bereits ein wichtiges und bekanntes Nahrungsmittel war. Allerdings unterschied sich der Geschmack gravierend von den Sorten, die wir heute kennen. Damals war die Knolle eher holzig und zäh und wurde daher vermehrt von armen Bevölkerungsgruppen verspeist. Die heutige Rote Bete mit ihrem ausgeprägten Aroma und zartem, schmackhaften Fruchtfleisch entstand erst im 19. Jahrhundert aus einer ganzen Reihe verschiedener Züchtungen und Veredelungen.


Einkauf und Lagerung

Beim Einkauf am besten besonders auf die Oberfläche der Knolle achten. Sie sollte keine weichen Stellen aufweisen und unbeschädigt sein. Außerdem sollten Sie lieber kleine Knollen wählen, die besonders zart sind und intensiver schmecken. Exemplare von mehr als 500 g sind häufig holzig und arm an Aromen.

Die gesunden Knollen bleiben in einer kühlen und dunklen Umgebung wie im Kühlschrank oder im Keller am längsten frisch. Wer Rote Bete im Keller lagern möchte, kann sie auch in eine mit Sand gefüllte Kiste geben. Diese alte Technik stammt noch aus Zeiten ohne Kühlschrank und hält die Knollen monatelang frisch. Wichtig: Vor der Lagerung im Sand müssen alle Blätter und Stängel entfernt werden und die Knollen müssen vollständig mit Sand bedeckt werden.

Für den Vorrat lassen sich bereits gegarte Rüben prima einfrieren. Wenn es schnell gehen muss, ist auch gegarte, vakuumverpackte Rote Bete praktisch. Auch wenn bei der Verarbeitung hitzelabile Vitamine teilweise verloren gehen, stecken darin noch reichlich Nährstoffe. Als Alternative können Sie auch zu Rote-Bete-Saft greifen oder diesen selber pressen.


Die richtige Zubereitung

Am besten tragen Sie bei der Verarbeitung von Roter Bete Küchenkleidung und Handschuhe, da der enthaltene Farbstoff stark abfärbt. Verwenden Sie keine Sägemesser zum Schneiden, dadurch geht nur zusätzlicher Saft verloren. Schneideunterlagen und Kochutensilien sollten Sie mit Bedacht auswählen, denn Bretter und Kochlöffel aus Holz können dauerhaft verfärben.

Am unkompliziertesten ist das Garen im Kochtopf. Dazu die ungeschälte Bete für etwa eine halbe Stunde in kochendem Salzwasser kochen. Wichtig ist dabei die Unversehrtheit der äußeren Schale. Die rote Bete verliert sonst ihre Farbe und ihr Aroma. Tipp: Blattstiele besser herausdrehen anstatt sie wegzuschneiden, um die Schale nicht unnötig zu verletzen.

Nach dem Kochen lässt sich die Schale einfach mit einem Messer entfernen. Falls Sie möchten, können Sie die Schale auch mitessen. Besonders schonend für Vitamine und Mineralstoffe ist auch die Zubereitung im Ofen. Dazu die Knollen schälen, vierteln, würzen und nach Belieben auf ein Blech geben oder in Backpapier wickeln und im Ofen garen.

Um Rote Bete einzukochen sollten Sie sie vorher in Wasser weich garen. Danach das Gemüse klein schneiden und in leere Gläser füllen. Kochen Sie dann einen Sud aus zwei Dritteln Wasser und einem Drittel Essig sowie fein geschnittenem Knoblauch und Zwiebeln, dazu noch etwas Zucker und Salz. Je nach Geschmack können Sie auch etwas Kümmel hinzugeben. Den heißen Sud mit in die vorbereiteten Gläser füllen.

Roh kann man rote Bete auch essen. Ungekocht behält Sie alle ihre gesunden Inhaltsstoffe und ist schnell zubereitet. Für eine gesunde Vorspeise die Knolle einfach in feine Scheiben schneiden und als Carpaccio anrichten oder zusammen mit Apfel geraspelt als Salat anrichten.


Gesunde Inhaltsstoffe und Potential

Die durchschnittliche Rote Rübe besteht zu etwa 87 Prozent aus Wasser. 100 g haben 40 kcal, 1,5 g Protein, 8,4 g Kohlenhydrate und 2,5 g Ballaststoffe.

Die Rübe ist ausgesprochen gesund. Besonders Eisen und Folsäure enthält sie in großen Mengen. Die enthaltenen Vitamine B1 und B2 unterstützen die Bildung der roten und weißen Blutkörperchen. Daneben ist die Rote Bete reich an Kalium, Beta-Carotin, Kalzium, Magnesium und Phosphor.

Die intensive rote Farbe der Roten Bete stammt von ihrem natürlichen Farbstoff, dem Betanin. Dieser wird auch als Färbemittel für andere, verarbeitete Lebensmittel genutzt. In der Zutatenliste wird er als E162 angegeben. Das Betanin zählt zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, deren vielfältige gesundheitliche Wirkungen derzeit Gegenstand der Forschung sind.

Als besonders gesund gilt der Saft der Roten Bete. In der Volksmedizin wird er mit Zitronensaft und Honig verfeinert bevorzugt bei Erkältungen und Hautunreinheiten empfohlen.


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