Die Mariendistel ist eine Heilpflanze mit einem besonderen Inhaltsstoff, dem Silymarin. Sie soll insbesondere auf die Leber wirken. Mariendistel wird unter anderem als Extrakt, Tee oder anderen Präparaten eingesetzt und hat eine lang zurückreichende Geschichte als pflanzliche Arznei.


Vorkommen und Aussehen der Mariendistel

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist eine ein- bis zweijährige Heilpflanze. Bekannt ist sie auch unter anderen Namen wie Christi Krone, Weiß- oder Fieberdistel. Sie wächst hauptsächlich in Südeuropa und wird zwischen 20 und 150 cm hoch. Zwischen Juli und August bilden sich die Blütenstände mit der purpurfarbenen bis violetten Krone an ihrer Spitze. Die kahlen Stängel sind meist weit verzweigt und haben eine flaumige Oberfläche. Die länglichen Blätter fallen durch ihren grünlichen Glanz, sowie weiße Färbungen an den Blattnerven auf. Besonders charakteristisch ist die spitze Verzahnung der Blätter und der dornige Lappen an den Blattspitzen.

Zwischen August und September bilden sich aus der Blüte die Früchte bzw. Samen. Anfangs befindet sich an den Früchten noch eine seidige Haarkrone, der Pappus, dieser wird aber abgeworfen und – im Gegensatz zu den Früchten – nicht weiterverwendet. Die Früchte selbst glänzen stark und haben eine schwarze Farbe mit gräulichen Flecken. Diese Früchte enthalten den wichtigen Wirkstoff Silymarin und sind daher für therapeutische Anwendungen am bedeutendsten.  


Aus dem Klostergarten in den Fokus der Wissenschaft

Die Mariendistel war ursprünglich in den Steppengebieten Nordafrikas sowie weitflächig in Südeuropa beheimatet. Im Mittelalter fand die Pflanze ihren Weg nach Europa. Hier bekam sie auch ihren Namen. Der Legende zufolge stammen die weißen Flecken und Färbungen auf den Blättern von der Muttermilch der Jungfrau Maria. Sie gelangten dorthin, während sie das Christuskind stillte.

Im Mittelalter wurden der Pflanze heilende Wirkung bei Gelbsucht oder schmerzhaftem Seitenstechen zugeschrieben. Die Mariendistel wurde damals häufig in Klostergärten kultiviert. Dies geht auf den Einfluss der Äbtissin und Universalgelehrten Hildegard von Bingen zurück, welche sich schon im 12. Jahrhundert intensiv mit Naturheilkunde beschäftigte und viele Schriften dazu verfasste. Diese Studien nahm der Arzt und Schöpfer eines eigenen Heilkundesystems, Johann G. Rademacher, im 19. Jahrhundert wieder auf. Er konnte die positive Wirkung der Mariendistel auf die Leber bestätigen.

In den 1960er Jahren war die Pflanze dann Gegenstand intensiver wissenschaftlicher Forschung, bei der die enthaltenen Substanzen chemisch aufgeschlüsselt wurden.

Für den medizinischen Gebrauch baut man die Mariendistel heute unter anderem in Österreich und Deutschland an.


Gesunde Inhaltsstoffe der Mariendistel

Der in den Mariendistelfrüchten enthaltene Wirkstoff Silymarin ist ein Substanzgemisch aus verschiedenen Flavonolignanen wie Silibinin, Silychristin, Silydianin und Isosilibinin. Eine Frucht besteht zu 1,5 bis 3 Prozent aus Silymarin.

Neben dem Silymarin sind die Früchte mit einem Anteil von circa 25 Prozent reich an Eiweiß sowie fettem Öl, welches wiederum aus Fettsäuren wie Linol- und Ölsäure besteht. Zusätzlich sind Bitterstoffe, Farbstoffe und Gerbstoffe sowie vereinzelte Harze enthalten.

Silymarin soll – in hohen Dosen angewendet – eine gesunde Wirkung auf die Leber und die Regeneration derselben haben. Da es die Aufnahme von Giften unterbinden und blockieren soll, kann die Leber schneller regenerieren und wird weniger geschädigt. Man nimmt an, dass dies auf einem dualen Wirkmechanismus beruht: Einerseits soll das Silymarin die Membran der Leberzellen schützen sowie stabilisieren und so die Aufnahme von Giftstoffen verhindern, andererseits soll Silymarin antioxidativ wirken, also freie Radikale abfangen und die Protein-Synthese der Leber fördern.


Anwendung und Darreichungsformen

Der Anwendungsbereich von Mariendisteln bezieht sich beinahe immer auf die Leber und deren Funktionen. So kann sie als unterstützende Behandlung von chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen oder toxischen Leberschäden eingesetzt werden. Außerdem soll Silymarin bei akuten Vergiftungen, wie beispielsweise durch Knollenblätterpilze, helfen. 100-prozentig bewiesen sind all diese Effekte trotz vieler Studien aber noch nicht.

In Apotheken und Drogeriemärkten stehen allerlei Kapseln, Tropfen und Extrakte zum Verkauf. Inwieweit eine Einnahme sinnvoll ist, sollten Sie mit Ihrem Arzt abklären. Niedriger dosiert sind in aller Regel die Tees aus der Heilpflanze.

Um selbst einen wohltuenden Tee aus Mariendistel herzustellen, nehmen Sie circa zwei Teelöffel der verkleinerten Mariendistelfrüchte und übergießen diese mit kochendem Wasser. Nach 10 bis 15 Minuten ist der Mariendistel-Tee fertig und kann abgeseiht werden. Falls der eigenwillige Geschmack Ihnen nicht zusagt, können Sie Fenchelfrüchte oder Honig hinzugeben, um den Tee schmackhafter zu machten. Gerade die Synergieeffekte der verschiedenen Inhaltsstoffe im Zusammenspiel mit anderen Heilpflanzen können die positive Effekte auf den Körper noch verstärken.


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