Als Unkraut ist er in Verruf geraten, dabei wissen die Wenigsten: Löwenzahn strotzt geradezu vor gesunden Inhaltsstoffen. Die weitverbreitete Pflanze ist als Heilkraut altbewährt und schmeckt sogar als Salat. Erfahren Sie hier alles Wichtige rund um das gesunde Kraut.


Löwenzahn ist essbar!

Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) zählt zur Familie der Korbblütler, der auch andere bekannte Heilkräuter wie die Ringelblume, der Wermut und die echte Kamille angehören.

Die Blätter schmecken etwas bitter und sind mit Rucola vergleichbar. Ein eigener Geruch ist kaum wahrzunehmen. Mit steigendem Alter wird der Löwenzahn immer herber, da sich mehr und mehr Bitterstoffe entwickeln. Gerade diese haben sehr positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Junger Löwenzahn macht sich dagegen wegen seiner geringeren Geschmacksintensität hervorragend als Salat.

Wichtig für alle, die selber sammeln wollen: Es besteht Verwechslungsgefahr zu einer anderen Löwenzahnart (Leontodon). Diese ist dem gewöhnlichen Löwenzahn äußerlich ähnlich, enthält aber nicht die bedeutsamen Inhaltsstoffe. Der gesunde Arznei-Löwenzahn blüht im Frühling ab April, während die Leontodon-Art später, etwa von Juni bis Oktober blüht.

Stängel wie Blätter enthalten den typischen Milchsaft, dessen Konzentration mit dem Alter des Gewächses zunimmt. Der Milchsaft schützt durch die enthaltenen Bitterstoffe den Löwenzahn. Er verhindert den Befall von Parasiten und Insekten, hindert Wildtiere am Verzehr und hat eine präventive Wirkung gegen Infektionen und Pflanzenkrankheiten. Wird die Pflanze verletzt, tritt der Saft aus. Bei Kontakt mit Kleidung oder der Haut verfärbt er sich rasch braun.

Aus den Blüten entwickeln sich während ihrer Fruchtreife die typischen kleinen, länglichen Samen mit dem so genannten Pappus, dem haarigen Flugschirm. Durch diese verbreitet sich der Löwenzahn mit dem Wind als Schirmflieger - oder durch die pustenden Münder freudiger Kinder, die der Pusteblume ihren Namen gaben.

Der Löwenzahn wird auch als Kuhblume bezeichnet und ist ein in Mitteleuropa sehr weit verbreitetes Wildkraut. Seine gezähnten Blätter geben der Pflanze ihren Namen. Er fühlt sich in Gärten, Wiesen und an Wegesrändern wohl und ist eine Ruderalpflanze. Das bedeutet, der Löwenzahn findet sich in von menschlichen Einflüssen stark veränderter Umgebung, wie zum Beispiel Mauerwerk, Schutthalden oder Brachflächen gut zurecht. Er wird daher oft fälschlicherweise als Unkraut bezeichnet, obwohl er nur selten eine unerwünschte Pflanze auf Anbauflächen ist.


Von der Pflanze zum Heilkraut

Der Löwenzahn ist eine seit der Antike bekannte und häufig genutzte Heilpflanze.

Pietro Mattioli war ein italienischer Leibarzt des Herzogs und leidenschaftlicher Botaniker, der in seinen Schriften aus dem 16. Jahrhundert den Löwenzahn als Pfaffenröhrle bezeichnete und ihn zur inneren und äußerlichen Anwendung bei einer Vielzahl an Beschwerden empfahl. Das Kraut sollte bei bakteriellen Darmerkrankungen wie der Ruhr helfen, schmerzende Gliedmaßen und Geschlechtsorgane beruhigen und verschwommene Sicht kurieren.

Auch als mythisch rituelles Kraut war der Löwenzahn mit Bedeutung aufgeladen. Legenden zufolge rieben Hexen ihre Körper mit seinem Saft ein um Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Die Ureinwohner Amerikas rauchten ihn zu schamanischen Ritualen und Weissagungen. Und Mönche stellten aus ausgegrabenen Wurzeln Schutzamulette her, die sie vor Augenleiden bewahren sollten. In der traditionellen chinesischen Heilkunst wird Löwenzahn eingesetzt, um Entzündungen oder den Magen zu beruhigen oder den Milchfluss stillender Frauen anzuregen.


Gesunde Bitterstoffe

Löwenzahn ist reich an essentiellen Vitaminen und Nährstoffen. Er besitzt einen hohen Gehalt an Kalium, auf den sich die leicht harntreibende und abführende Wirkung zurückführen lässt. 50 g Löwenzahnblätter liefern etwa 240 mg Kalium. Ebenfalls enthalten ist der Mineralstoff Kalzium.

Der Vitaminreichtum übertrifft herkömmlichen Blattsalat um ein Vielfaches. Ausgesprochen reich ist er an Beta-Carotin, Vitamin E und Vitamin C. Schon 100 g Löwenzahn können die Hälfte des Vitamin-C-Bedarfs decken.

Besonders gesund sind die enthaltenen Bitterstoffe, welche sich selten in anderen Pflanzen finden. Sie werden unter der Bezeichnung Taraxin zusammengefasst. Diese haben einen positiven Effekt auf die Regulierung der Galle und die Magensaftproduktion.

Weitere Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Schleim- und Gerbstoffe sowie Carotinoide. Gerade das Zusammenspiel von Bitterstoffen und Flavonoiden soll entgiftende und appetitanregende Eigenschaften haben.

Die Wurzel des Löwenzahns besteht zu einem 5- bis 40-prozentigen Anteil aus Inulin. Diese Zuckerverbindung wird anders als normaler Zucker oder Stärke nicht im Magen oder Dünndarm aufgespalten, sondern kommt unversehrt im Dickdarm an. Hier dient er den „guten“ Darmbakterien als Nahrung und fördert sie dadurch. Gleichzeitig wirkt Inulin als Ballaststoff regulierend auf den Blutzuckerspiegel.

Der milchige Saft des Löwenzahns kann auf die Haut aufgetragen werden und soll so Warzen und Hautunreinheiten verschwinden lassen.


Löwenzahn richtig zubereiten

Die ganze Löwenzahnpflanze kann als Heilkraut genutzt werden, sowohl die Wurzel als auch die verzahnten Löwenzahnblätter. Kraut und Wurzel können auch schon vor der Blüte geerntet werden. Achten Sie beim Sammeln darauf, dass der Löwenzahn möglichst unbelastet ist. Es sollten keine vielbefahrenen Straßen in direkter Nähe sein. Auch Hundewiesen eignen sich nicht besonders zum Sammeln.

Roh verwendet ist Löwenzahn am gesündesten und nährstoffreichsten. Durch Zubereitungsverfahren wie Garen, Blanchieren oder Dämpfen verliert er leider rasch viele seiner gesunden Stoffe. Vor dem Verzehr sollten Sie ihn mit kalten Wasser waschen.

Um Löwenzahn zu trocknen und haltbar zu machen, hängen Sie Kraut und Wurzeln bei heißem und trockenen Wetter einige Zeit nach draußen. Alternativ können Sie ihn bei 40° C im Backofen trocknen. Hierbei gehen jedoch einige Nährstoffe verloren.

Viele mögen Löwenzahn im Salat oder im Smoothie. Aber auch in anderen Rezepten macht er sich vorzüglich. Probieren Sie doch mal eine Löwenzahn-Suppe oder einen Löwenzahn-Tee! Lassen Sie dazu fein geschnittene Löwenzahnblätter etwa 15 Minuten in vorher kurz aufgekochtem Wasser ziehen. Abseihen und schon ist der gesunde Tee trinkbereit.


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