Ingwer ist nicht nur ein würziger Scharfmacher, sondern besitzt auch viele gesunde Inhaltsstoffe. In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Knolle schon seit Tausenden von Jahren geschätzt. Mit ihren über 160 Wirkstoffen, ätherischen Ölen und Scharfstoffen gilt sie als Superfood und wurde sogar zur Heilpflanze des Jahres 2018 gewählt.


Ingwer, die würzig scharfe Knolle

Die Ingwer-Pflanze (lat. Zingiber officinale) wird bis zu 150 cm hoch und wächst in tropischem Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Die Ingwerknolle wie wir Sie kennen, ist die unterirdisch wachsende Wurzel der Pflanze, das so genannte Ingwer-Rhizom. Aus dem Rhizom wächst oberirdisch die eigentliche Pflanze mit ihren schilfartigen, grünen Blättern und großen rot-gelben Blüten.

Frischer Ingwer hat meist einen charakteristisch fruchtig-scharfen und für westliche Geschmacksgewohnheiten exotischen Geschmack. Je nach Herkunftsland können sich die Aromen stark unterscheiden. Ingwer aus China gilt als milder und tendiert dazu etwas holziger zu sein. Ingwer aus Indien ist sehr scharf und aufgrund seines Zitronen-Aromas besonders erfrischend. Japanischer und westafrikanischer Ingwer ist der würzigste und schärfste aller Sorten. Eine besondere Delikatesse ist Ingwer von den Fidschi-Inseln. Wegen seiner blumigen, facettenreichen Geschmacksnoten wird er am teuersten gehandelt. Als ebenfalls sehr aromatisch gilt der Jamacia-Ingwer. Dieser wird jedoch selten frisch angeboten, sondern meist zur Herstellung von Bitterlikören verwendet. Getrockneter Ingwer verliert viele seiner Aromen und schmeckt meist hauptsächlich beißend und scharf.

Verantwortlich für den unverwechselbaren Geschmack des Ingwers sind seine gesunden ätherischen Öle und verschiedene Harzsäuren wie das Gingerol, welches einen großen Teil der Schärfe liefert.


Von China und Indien in die ganze Welt

Der Ursprung des Ingwers ist aufgrund seiner tausendjährigen Geschichte nicht eindeutig geklärt. Er gilt als einer der ältesten und wichtigsten Heil- und Gewürzpflanzen und wird in China und Indien seit mehr als 4000 Jahren verwendet. Schon 2700 v. Chr. erklärte der Kaiser von China den Ingwer zur königlichen Pflanze. Auch in der indischen Naturheilkunde, dem Ayurveda, gilt Ingwer seit jeher als Universalheilmittel und beliebtes Gewürz für viele landestypische Currys.

Der venezianische Weltreisende Marco Polo war einer der ersten Europäer, der von der Ingwerwurzel begeistert war. Er bekam um das Jahr 1300 während einer Chinareise die Gelegenheit die Wurzel zu probieren und brachte begeisterte Berichte davon mit in den Westen. Im Spätmittelalter nutzten die Wohlhabenden und Adeligen die Knolle als Tischgewürz vergleichbar zum heutigen Salzstreuer. Im 17. Jahrhundert boomte die Ingwerknolle regelrecht, besonders in Großbritannien. Daraufhin entstanden typisch britische Rezepte wie Ginger Ale (Ingwerlimonade), Gingerbread (Ingwergebäck) und Ginger Cookies (Ingwerkekse).

Seit den 90er Jahren findet sich die Knolle hierzulande in jedem Supermarkt und Discounter. Das beeindruckende gesundheitliche Potential der scharfen Wurzel rückte seitdem immer mehr ins Bewusstsein der Menschen.

Ingwer wird in den meisten tropischen Ländern kultiviert. Hauptanbaugebiete sind Afrika, Australien, Brasilien, China und Indonesien. Die Hälfte des weltweit angebauten Ingwers wird aber in Indien produziert. Hier ist auch der Eigenbedarf am höchsten.


Ingwer richtig lagern

Frischer Ingwer hält sich an einem kühlen Ort wie im Gemüsefach des Kühlschranks zwei bis drei Wochen. Wer ihn länger aufbewahren möchte, wickelt ihn am besten in ein leicht feuchtes Tuch. Dann trocknet er weniger aus und wird nicht so schnell holzig. Danach verliert er rasch sein Aroma. Getrockneten Ingwer oder Ingwer-Pulver sollten Sie nur in kleinen Mengen lagern. Denn auch in luftdichten Behältern und unter optimalen Lagerbedingungen verschwinden Würze und Geschmack rasant.

Sie können Ingwer auch ganz leicht selber züchten Lassen Sie dazu eine Wurzelknolle über Nacht in lauwarmem Wasser ankeimen. Dann legen Sie diese flach in einen zu zwei Dritteln mit nährstoffreicher Erde gefüllten Topf. Das Rhizom mit etwas Erde bedecken und den Topf an einen sonnigen Platz stellen. Damit die Wurzel austreibt, die Erde feucht halten. So vermehrt sich der Ingwer wie von selbst. Verfärben sich nach einigen Monaten die Blätter gelblich, können Sie die neu gewachsenen Knollen ernten.


Gesunde Inhaltsstoffe des Ingwers

Die mannigfaltigen Wirkungen auf die Gesundheit haben die Asiaten schon vor langer Zeit erkannt. In Schriften der frühen chinesischen Medizin wird von einer vorbeugenden Wirkung gegen Erkältungen berichtet. Und besonders rohem Ingwer wurden schleimlösende und magenberuhigende Eigenschaften zugeschrieben. Auch im Orient gilt die gelbe Wurzel seit hunderten von Jahren als effektives Mittel gegen Verdauungsprobleme und sogar als Aphrodisiakum.

Immer mehr wissenschaftliche Studien bestätigen die alten Weisheiten und sprechen dem Ingwer positive Wirkungen auf den ganzen Körper zu. In neuen Studien werden die schmerzlindernden Eigenschaften der Knolle untersucht, z. B. bei Gelenkschmerzen.

Die gesunde Kraft des Ingwers beruht auf der speziellen Zusammensetzung seiner Inhaltsstoffe. Die Ingwerwurzel steckt voller ätherischer Öle und Scharfstoffe, den Gingerolen und Shogaolen. Diesen wird eine antioxidative sowie entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Ihr Gehalt liegt in der frischen Wurzel bei 0,6 bis 3 Prozent.

Daneben sind über 160 weitere Inhaltsstoffe bekannt. Ingwer ist reich an Eisen, Vitamin C und Vitamin B6, enthält Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor.

Tipp: Wie bei vielen gesunden Naturprodukten ist die Konzentration der Inhaltsstoffe direkt unter der Schale am höchsten. Schälen Sie also nicht zu großzügig. Am besten, Sie greifen auf Bio-Ingwer zurück und waschen ihn vor Verwendung nur.


Vielfältig nutzbar – Tee, Marinade oder Gewürz

Besonders beliebt bei Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden ist Ingwertee. Er soll wärmend und wohltuend auf die Verdauung wirken und Übelkeit, Völlegefühl und Erbrechen mildern. Um den Tee zuzubereiten schneiden Sie ein etwa 2 cm großes Ingwerstück in dünne Scheiben. Mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.

Ingwer sollten Sie am besten nicht zu lange mitkochen und erst kurz vor dem Verzehr hinzufügen. So bleiben mehr gesunde ätherische Öle erhalten. Praktisch: Anstatt den Ingwer mit einem Messer zu hacken, kann er auch gut in einer Knoblauchpresse zerkleinert werden.

In der asiatischen Küche ist Ingwer allgegenwärtig. Er wird zum Würzen von Salaten, Fleisch oder Suppen verwendet und darf in kaum einem Curry fehlen. Sogar zu Limonade und anderen ingwerhaltigen Getränken wird die Wurzel verarbeitet. Mittlerweile hat das Gewürz auch in viele westliche Rezepte Einzug gehalten. Ist Ihnen die Schärfe zu intensiv? Dann hilft vielleicht dieser Trick: Erst den Ingwer kurz im heißen Öl anbraten, dann herausnehmen und die übrigen Zutaten in die Pfanne geben. Das verleiht dem Essen lediglich eine feine Ingwer-Note ohne viel Schärfe.

Als Marinade kann Ingwer zähes Fleisch zarter machen. Hierfür geraspelten Ingwer mit etwas Sojasoße vermengen und das Fleisch vor der Zubereitung für mindestens eine halbe Stunde darin einlegen.


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