Leckere Wunderbeere: Die kleinen, blauen Früchte stecken voller Antioxidantien und gelten als heimisches Superfood. Auch tiefgekühlte Heidelbeeren sind eine gute Wahl, da die Kälte ihren gesunden Pflanzenfarbstoffen (Anthocyanen) nichts ausmacht.


Wild oder gezüchtet

Ob Heidelbeere (lat. Vaccinium), Blaubeere oder Schwarzbeere – es handelt sich immer um dieselbe Frucht.

In Deutschland ist eine wilde Heidelbeersorte (lat. Vaccinium myrtillus) heimisch, doch sie ist mittlerweile sehr selten geworden. Viel verbreiteter ist die Kulturheidelbeere, die wir aus dem Supermarkt kennen. Dabei handelt es sich um eine Zuchtform, die nicht von der heimischen Waldheidelbeere, sondern der amerikanischen Heidelbeere abstammt.

Die heimische Waldblaubeere ist kleiner als die gezüchtete Heidelbeere. Dafür ist sie deutlich stärker gefärbt. Die blauen Pflanzenfarbstoffe, die Anthocyane, trägt sie in Schale und Fruchtfleisch. Bei der Kulturheidelbeere sitzen sie dagegen nur in der Schale, während das Fruchtfleisch hell weißlich bleibt. Heimische Beeren färben daher deutlich stärker und intensiver, auch gerne die Zunge und Finger. Sie schmecken aromatischer, intensiver und etwas saurer als ihre amerikanischen Verwandten.

Wilde Heidelbeersträucher wachsen bevorzugt im Halbschatten, im Wald oder auf feuchten Moorwiesen. Der Heidelbeerstrauch wächst gerne weit verzweigt und „kriecht“ vereinzelt sogar am Boden oder zieht sich an Anderem hoch. Heidelbeer-Saison ist hierzulande von Ende Juni bis Anfang September. Der Strauch trägt schöne, grün-weiße oder rosafarbige, glockenförmige Blüten. Das Ziehen von Heidelbeersträuchern im eigenen Garten kann aufwändig werden. Es dauert einige Jahre bis der Strauch kräftig und groß genug ist, bis er reichlich Beeren trägt.

Die blauen Früchte sind je nach Sorte zwischen erbsen- bis haselnussgroß. In den Früchten befinden sich zwischen 30 und 80 winzige Samen, aus denen man neue Pflanzen ziehen kann.

Der Geschmack von Heidelbeeren ist süß mit einzelnen sauren Noten. Sie wirken leicht adstringierend, lösen also ein Gefühl des "Zusammenziehens" im Mund aus.


Früher Naturheilmittel, heute Superfood

Überall wo Heidelbeeren wild wuchsen, waren sie seit jeher eine wichtige Nahrungs- und Nährstoffquelle und begehrtes Naturheilmittel. Bei den amerikanischen Ureinwohnern galten die blauen Beeren als Geschenk des "Großen Geistes", der die Kinder und Schwachen vor Hunger und Krankheit schützt.

Auch in Deutschland spielt die Beere in einigen Sagen und Mythen eine Rolle. So gibt es die Sage des Heiligen Gandolfs, der während einer schlimmen Hungersnot um die Hilfe der Jungfrau Maria flehte.  Daraufhin stieg diese vom Altar und verstreute die Perlen ihres Rosenkranzes im Wald. Aus diesen Perlen wuchsen die ersten Heidelbeersträucher mit reichem Ertrag. Die Menschen waren vor dem Hungertod gerettet.

Tatsächlich wuchsen in manchen Regionen Deutschlands riesige Mengen wilder Heidelbeersträucher. Einem dieser Orte, Heidelberg, verdankt die Stadt ihren Namen. Auch heute noch werden in Heidelberg regelmäßig die "Heidelbeertage" veranstaltet.

Ende des 19. Jahrhunderts begann die Kultivierung und Zucht von Heidelbeeren in Nordamerika. Nach anfänglichen Misserfolgen gelang es durch geschickte Kreuzungen und Weiterentwicklungen der wilden Sorten, ertragreiche und kultivierbare Sorten zu entwickeln. Die Anbauflächen auf der Nordhalbkugel vergrößerten sich von da an rasant.

Systematisch angebaut wurden Heidelbeeren in Deutschland ab 1930, größere Anbauflächen gab es ab 1950. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage als besonders nährstoffreiches Superfood verdoppelte sich in den drei Jahren von 2003 bis 2006 die Anbaufläche noch einmal fast von 2300 auf 4500 ha.


Qualitätsmerkmal: der blaugraue „Hauch“

Beim Einkauf sollten Sie vor allem auf die Oberfläche und Farbe der Heidelbeeren achten. Das Äußere sollte prall und unbeschädigt sein, da leicht eingedrückte Beeren schnell verderben. Früchte mit Beschädigungen sollten Sie schnell aussortieren um zu verhindern, dass sich Schimmel ausbreitet. Die optimale Reife haben frische Heidelbeeren, wenn sie den sogenannten „Hauch“ tragen. Dieser zeichnet sich durch eine blaugraue Färbung sowie die typische knackige und pralle Schale aus. Auch wenn die Früchte äußerlich noch unversehrt sind: Eine beginnende Fäulnis erkennen Sie daran, dass die Beeren beginnen bitter zu schmecken.

Heidelbeeren halten sich im Kühlschrank nur wenige Tage, höchstens zwei Wochen. Tipp: Die frischen Beeren z. B. auf einem Teller flach ausgebreitet lagern, dann kann Schimmel nicht so schnell auf andere Beeren übergehen. Im Vergleich zu anderen Beeren gilt die Heidelbeere dennoch als relativ lange haltbar und wenig druckempfindlich.

Heidelbeeren lassen sich problemlos einfrieren und bei Bedarf auftauen. So können Sie auch größere Mengen der Frucht haltbar machen und zu jedem gewünschten Zeitpunkt genießen. Tiefgefroren sind sie mehrere Monate haltbar, büßen in punkto Nährstoffe und Aroma kaum an Qualität ein und sind auch schnell wieder aufgetaut. Außerhalb der Saison sind sie daher ein guter Ersatz für frische Beeren.


So gesund sind Blaubeeren

Blaubeeren sind besonders reich an Vitamin C. Außerdem stecken sie voller weiterer wichtiger Nährstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe: Beta-Carotin, Vitamin B1, B2, Niacin, B5, B6, Folsäure, Vitamin E und Vitamin K. An Mineralstoffen enthalten Heidelbeeren Mangan und kleinere Mengen an Eisen und Zink.

Bedeutendster Inhaltsstoff der Heidelbeeren sind die Anthocyane, die wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe, die ihnen die blaue Farbe verleihen. Anthocyane gehören zu den Flavonoiden, die wiederum zu den sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden. Sie sind äußerst wirksame Antioxidantien und schützen die Zellen vor schädlichen freien Radikalen. Außerdem sollen Sie entzündungshemmende Eigenschaften haben. Wildheidelbeeren sind besonders reich an Anthocyanen. Aber auch in Kulturheidelbeeren stecken noch hohe Mengen.

Heidelbeeren wird eine beruhigende Wirkung bei vielen Verdauungsproblemen nachgesagt. Das liegt an den enthaltenen Gerbstoffen, den Catechinen sowie den Pektinen und zahlreichen Ballaststoffen. Insbesondere getrocknete Heidelbeeren sollen gegen Durchfall helfen, während frische eine eher abführende Wirkung haben.

Blaubeeren zählen zu den zuckerarmen Obstsorten, die den Blutzuckerspiegel nur kaum ansteigen lassen.

Schlagzeilen machte die Heidelbeere in jüngster Zeit auch mit angeblichen Gedächtnis verbessernden und erhaltenden Eigenschaften. Besonders ältere Menschen sollen von diesen Eigenschaften profitieren. Begründet wird die Wirkung mit dem außergewöhnlich hohen antioxidativem Potential der Beere, die das Gehirn vor Sauerstoffschäden schützen sollen.


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