Grüner Tee ist fester Bestandteil vieler asiatischer Kulturen. Er ist gleichsam Genussmittel und naturheilkundliche Arznei mit jahrtausendealter Tradition. Mittlerweile sind sich auch Ernährungsexperten sicher: Wer Grünen Tee trinkt, kann seiner Gesundheit viel Gutes tun. Welche Inhaltsstoffe das grüne Heißgetränk so wirksam machen und wie Sie Ihren Grüntee am besten aufbrühen, damit er seine Wirkung optimal entfalten kann, erfahren Sie hier.


Woher kommt der Grüne Tee und was zeichnet seinen Geschmack aus?

Grüner Tee entstammt wie Weißer Tee und Schwarzer Tee den jungen Blättern und Knospen der Teepflanze Camellia sinensis. Im Gegensatz zu Schwarzem Tee wird er jedoch nicht fermentiert. Grüntee wird stattdessen kurz erhitzt oder gedämpft, damit er seine Farbe behält, und anschließend getrocknet. Danach wird er vorsichtig gerollt.

Ursprünglich gab es zwei Unterarten der Teepflanze. Die klassische Camellia sinensis var. sinensis (China-Tee) wird hauptsächlich in China und der Region um Darjeeling angebaut und ist eine strauchartige, immergrüne, kleinblättrige Pflanze. China-Teeblätter zeichnen sich durch ihr feines, zartes Aroma aus – ideal für Grünen Tee. Daneben gibt es die Unterart Camellia sinensis var. assamica (Assam-Tee), die fast baumgroß wird, größere Blätter hat und hauptsächlich in Indien und Sri Lanka wächst. Assam-Teeblätter haben ein kräftiges Aroma und sind daher für Schwarztee optimal geeignet. Heute angebaute Teesorten sind Kreuzungen dieser beiden Unterarten.

Auch wenn Grüner Tee von derselben Pflanze stammt wie Schwarztee: Durch seine schonende Verarbeitung behält Grüner Tee nahezu alle seine gesunden und wertvollen Inhaltsstoffe und ist daher für den Körper wertvoller als sein schwarzes Pendant. Auch der Blattfarbstoff Chlorophyll bleibt erhalten und gibt den Teeblättern seine namensgebende Farbe.


Japanischer oder Chinesischer Grüntee?

China, das Ursprungsland des Tees, blickt auf eine mehr als 4000 Jahre andauernde Teekultur zurück. Aus dieser gingen mannigfaltige Sorten, Zubereitungsmethoden, Rituale und eine immens vielfältige Teeauswahl hervor. Dennoch ist Grüner Tee der in China am meisten produzierte und getrunkene Tee.

Chinesischer Grüntee erhält seinen geschmacklichen Charakter durch das direkte Rösten über Feuer. Sein Aufguss bekommt hierdurch ein leicht rauchiges und herbes Aroma. Daneben beschreiben ihn Tee-Kenner auch als blumig und facettenreich. Die jeweiligen Namen der Teesorten geben oft Hinweise auf die Anbauregion oder verweisen auf Aussehen, Geschmack oder Herstellung. So erinnern die gerollten Teeblätter der bekannten Gunpowder-Sorte an Gewehrpatronen und haben ein besonders herb-bitteres Aroma. Ein anderes Beispiel ist die Chun Mee-Sorte, übersetzt in etwa "wertvolle Augenbraue", was sich auf die leicht gekrümmte Form des gerollten Endprodukts bezieht. Dieser Tee gilt als kräftig und rauchig. Auch bekannte und verbreitete Grüntee-Varianten wie Sencha oder Matcha, das feine Grüntee-Pulver, kommen oftmals aus China, werden jedoch auch in Japan hergestellt. Wer wissen will, wo genau sein Tee herkommt, sollte daher am besten einen Blick auf die Verpackung werfen.

Um das Jahr 1000 verbreitete sich auch in Japan der Grüntee. Buddhistische Mönche brachten ihn aus China mit. Dem Mythos zufolge wuchsen schon bald darauf die ersten Teepflanzen um Kyoto. Die Japaner adaptierten die Teekultur und entwickelten diese weiter. Im 15. Jahrhundert ritualisierten japanische Zen-Mönche das Teetrinken zu bedeutsamen Zeremonien. Sie tranken den Tee vor ihrer Meditation und glaubten, so besser zu Erkenntnis, Harmonie und Eintracht zwischen Mensch und Natur finden zu können. Die Teekunst und ihre dazugehörigen Teemeister waren geboren. Diese legen bis heute bis ins Detail durchdachte, ästhetisch und handwerklich höchst anspruchsvolle Teegärten an. Sie suchen nach den perfekten aromatischen Blättern und pflegen die traditionelle Teekultur. Auch in der japanischen Gesellschaft gehörte Tee schon bald zum Kulturgut.

Japanische Grüntees zeichnen sich heute durch ihre süßen, grasigen Aromen aus, die dem Aufguss eine unvergleichliche Frische geben. Auch die grüne Farbe ist bei den japanischen Sorten häufig besonders intensiv. Grüner Tee ist in Japan so beliebt, dass trotz großflächiger eigener Produktion immer noch Tee importiert werden muss, um den Durst der Japaner zu stillen.

Eine beliebte Sorte ist der Jasmintee – eigentlich auch ein Grüner Tee, welcher mit Jasminblättern vermischt wird und so neue Aromen entwickelt. Ein weiteres Beispiel sind die japanische Varianten Gyokuru und Gabusecha, sogenannte Schattentee-Sorten. Durch gezieltes Beschatten der Teepflanzen mit speziellen Netzen entwickelt sich in den Blättern ein vordergründiges Gras-Aroma. Außerdem steckt darin deutlich mehr Koffein als in seinen direkt besonnten Verwandten. 


Qualitätsmerkmale und richtige Lagerung

Den richtigen Grüntee für seine persönlichen Vorlieben zu finden, ist aufgrund der gigantischen Auswahl und Geschmacksvielfalt gar nicht so einfach. In Teefachgeschäften können Sie sich beraten lassen. Oft ist es klug erst einmal kleine Mengen zu erwerben, um die eigenen Präferenzen kennenzulernen und einschätzen zu können.

Eine besonders veredelte und deswegen auch häufig teurere Grüntee-Variante ist Matcha. Matcha wird nach ausgiebiger Vorbereitung (Aussortieren, Trocknen und Dämpfen) in traditionellen Steinmühlen zu feinem Pulver gemahlen. Besonders Matcha tendiert dazu, bei Kontakt mit Sauerstoff schnell zu oxidieren, weswegen das Pulver luftdicht und kühl gelagert werden sollte. Matcha wird heutzutage nicht nur als Tee getrunken, sondern verleiht auch z. B. Süßspeisen und Smoothies ein besonders Aroma sowie eine frische, grüne Farbe.

Beim Einkauf lohnt es sich, Bio-Produkte zu wählen. Denn leider sind viele industriell angebaute Tee-Sorten mit Schadstoffen und Pestiziden belastet. Da bei Matcha-Tee das gemahlene Blatt mitgetrunken wird, ist es gerade bei dieser Sorte ratsam, ab und zu die Sorte zu wechseln. So kann man eine einseitige Schadstoffbelastung vermeiden.

Obwohl Tee getrocknet ist, sollten Sie stets auf seine Frische achten. Lagern Sie ihn immer luftdicht, dunkel und kühl. Bei zu viel Luftkontakt altert er und verliert an Geschmack und Inhaltsstoffen.


So gesund ist Grüner Tee

Grüner Tee gilt als eines der wirksamsten natürlich vorkommenden Naturheilmittel überhaupt. Seine positive Wirkung auf die Gesundheit gilt mittlerweile auch unter Forschern als unumstritten. Durch seine schonende Verarbeitung stecken darin besonders viele wertvolle Inhaltstoffe. Wer regelmäßig Grünen Tee trinkt, tut sich etwas Gutes. Und immer mehr wissenschaftliche Studien belegen das gesundheitliche Potential der Inhaltsstoffe.

Für Aroma und Würze sorgen Aminosäuren im Tee, die bis zu 6 Prozent der Gesamtmasse ausmachen. Allen voran das Theanin. Dieser nur in Teeblättern vorkommende Inhaltsstoff ist derzeit Gegenstand vieler Studien und scheint verschiedene positive Wirkungen auf das Zentralnervensystem entfalten zu können.

In den letzten Jahren haben Wissenschaftler in hunderten von Studien die gesundheitliche Wirkung des so genannten Epigallocatechingallat (EGCG) erforscht. Das EGCG gehört zur Gruppe der Catechine und damit zu den sekundären Pflanzenstoffen. Im trockenen Tee machen Sie etwa ein Drittel der Gesamtmasse aus. Studien geben Ausblick auf viele andere Therapie- und Präventionsmöglichkeiten. EGCG gibt dem Tee auch seine bitteren Geschmacksnoten. Besonders Halbschatten- und Schattentees haben einen hohen EGCG-Anteil.

Ein essentieller Inhaltsstoff für die belebende und anregende Wirkung von Grüntee ist das enthaltene Koffein. Früher ging man von einem eigenen, nur im Tee vorkommenden, Wachmacher aus, welchen man als Teein bezeichnete. Heute weiß man allerdings, dass zwischen Koffein und Teein kein chemischer Unterschied besteht.

Der Koffein-Gehalt schwankt je nach Sorte stark, ist aber insgesamt geringer als in der Kaffeebohne. In den Sorten Sencha und Gyokuru steckt besonders viel davon. Koffein aus Tee gilt als verträglicher. Dies liegt daran, dass es im Teeblatt an Gerbstoffe gebunden ist. Das verzögert die Aufnahme des Koffeins in die Blutbahn. Die Folge: Der Wachmacher-Effekt tritt langsamer ein, hält aber länger an, als nach einer Tasse Kaffee.

Viele Teetrinker schätzen auch die beruhigende Wirkung von Grüntee auf Magen und Darm. Forscher vermuten, dass die Tannine (Gerbstoffe) die Ursache für die magenberuhigende Wirkung sind. Sie verleihen dem Aufguss auch den herben Geschmack.

Neben seinen wertvollen sekundären Pflanzenstoffen enthält Grüntee auch Vitamine und Mineralstoffe. Darunter Vitamin C, Vitamin A und Vitamine des B-Komplexes sowie Calcium, Kalium, Kupfer und Zink. Deren Anteil ist allerdings nicht besonders hoch. Doch durch die Vielfalt und Komplexität der verschiedenen Inhaltsstoffe ergeben sich ein Zusammenspiel und viele Wechselwirkungen untereinander, die die Bioverfügbarkeit erhöhen und den Grünen Tee noch gesünder machen.


Die richtige Zubereitung – Ziehdauer, Temperatur und Blättermenge

Damit Grüner Tee sein Aroma und seine gesundheitliche Wirkung entfalten kann, müssen Sie auf drei Faktoren achten: die Menge der Teeblätter, die richtige Temperatur des Wassers sowie die optimale Ziehdauer.

Für das optimale Tee-Aroma brauchen Sie etwa einen Teelöffel pro Tasse. Für eine Kanne genügen zwei bis drei Teelöffel, je nach Volumen des Gefäßes und je nachdem, wie stark die Blätter gerollt sind.

Die perfekte Temperatur zum Aufbrühen der meisten Grüntee Sorten liegt bei etwa 70 bis 90 Grad. Vermeiden Sie, das kochende Wasser direkt aufzugießen. Wer keinen Wasserkocher mit Thermometer hat, kann das kochende Wasser ungefähr 10 Minuten abkühlen lassen. Dann hat es die gewünschte Temperatur und Sie können es über die Blätter gießen.

Viele überschätzen die Ziehdauer von Grünem Tee. Je nach Geschmack reichen bereits zwischen einer und drei Minuten. Die gesunden Inhaltsstoffe des Tees werden schnell gelöst. Bei zu langer Ziehzeit verliert Grüntee schnell seine feinen geschmacklichen Nuancen und er wird bitter. Leider hat sich in westliche Trinkgewohnheiten der Glaube eingeschlichen, Grüntee müsse bitter schmecken – wie wirksame Medizin eben. Probieren Sie es lieber mit kürzerem und kälterem Aufbrühen, so wird Grüntee nicht weniger gesund, dafür umso leckerer.

Dieselben Teeblätter können Sie gerne mehrfach aufgießen. Dann die Teeblätter aber möglichst nicht zu lange bis zum nächsten Einsatz liegen lassen, höchstens wenige Stunden.


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