Seit der Antike ist der Granatapfel sagenumwoben. Er ist eine Kulturfrucht, die die Menschen seit jeher begleitet. Manche Bäume aus dem 16. Jahrhundert tragen heute noch Früchte und geben uns so die Möglichkeit, die gleichen gesunden Früchte wie vor hunderten Jahren zu genießen.


Eigenschaften und Allgemeines zu Frucht und Pflanze

Der lateinische Name des Granatapfels ist Punica granatum. Dies gibt schon einen Hinweis auf die Herkunft und Geschichte des Obsts. Die Römer leiteten den Begriff von dem Volk ab, welches ihnen den Granatapfel nahebrachte: den nordafrikanischen Puniern. Granatum bedeutet Samen oder Kern und weist auf die vielen verzehrbaren Samen der Frucht hin.

Granatäpfel wachsen auf sommergrünen, kleinen Bäumen, die besonders in ihren ersten Jahrzehnten an Sträucher erinnern. Der Baum kann mehrere hundert Jahre alt werden und erreicht über diesen Zeitraum eine Höhe von fünf Metern oder höher. Der Stamm kann über drei Meter dick werden, ist aber meist deutlich dünner. Der Granatapfelbaum blüht zwischen Frühling und Sommer und treibt dann orange-rote Blüten, welche farblich den Früchten schon ähnlich sehen. Die anfangs grünliche Farbe der Früchte weicht im Reifungsprozess einem immer dunkler werdenden Rot. Wegen seiner ansehnlichen Blüten und dem gesunden Ertrag wird der Granatapfelbaum in vielen Regionen auch als Zier- und Gartenpflanze genutzt.

Granatäpfel dürfen erst vollausgereift geerntet werden, da sie nach der Ernte nicht nachreifen und unreife Früchte für den Verzehr nicht geeignet sind. Ein unreifer Granatapfel wird Baluster oder roter Balus genannt. Die perfekte Reife erkennt man neben der Farbe auch daran, dass die Fruchtkammern schon bei leichtem Druck aufplatzen. Ein hoher Flüssigkeitsanteil der Kerne, das typische süß-säuerliche Aroma sowie eine gespannt wirkende, leicht eingerissene Schale weisen ebenfalls auf eine vollständige Reife hin. Überreife Granatäpfel dagegen schmecken sehr bitter und sind nicht mehr genießbar.

Der Granatapfel ist im Normalfall von satter bis blasser, roter Färbung. In manchen Anbauregionen kommt er in anderen Farbvarianten vor, die von grünlich bis gelb reichen. Er ist etwa so groß wie eine Orange und von runder Form, die von einem Kragen herausgestülpter, verhärteter Blätter gekrönt ist. Sein Inneres enthält mehrere Fruchtkammern aus weißen Trennhäuten. In diesen befinden sich hunderte kleine, rosa bis dunkelrote Kerne. Geschützt wird sein Inneres durch eine bis zu 5 mm dicke Lederhaut, welche die Frucht luftdicht verschließt.

Das Fruchtfleisch sowie die wässrigen Granatapfelkerne können verzehrt werden und haben einen süß-herben bis säuerlichen Geschmack. Sie erinnern in Form und Größe an Mais und bestechen mit hübschem, rubinrotem Glanz. Deswegen werden sie auch häufig als Dekoration von Süßspeisen oder Salaten verwendet.

Mythen zufolge entstand der Granatapfelbaum direkt aus dem Blut des griechischen Gottes Dionysos. Aphrodite, mit einem Apfel als die Schönste im Olymp beschenkt, kultivierte die Frucht höchstpersönlich auf Zypern.

Auch im Christentum ist der Granatapfel ein positiv besetztes Symbol für das ewige Leben und das fruchtbare Potential des Geistes. Im Buddhismus zählt er neben dem Pfirsich und der Zitrone zu den drei gesegneten Früchten. Im Orient wird der Granatapfel auch sinngemäß als "Frucht des Paradieses" bezeichnet. Bei den antiken Ägyptern, Griechen und Juden gilt er seit frühsten Zeiten als Symbol für Fruchtbarkeit und Liebe. Den Ursprung der Pflanze vermuten Wissenschaftler aber im Iran und dem Nahen Osten.

Heute finden sich die größten Anbaugebiete über den ganzen Globus verteilt. In Nordafrika, den Mittelmeerländern und arabischen Ländern, sowie in Kalifornien und Brasilien. Der Name der spanischen Stadt Granada, deren Umgebung heute noch ein wichtiges Anbaugebiet ist, geht vermutlich auf den Granatapfel zurück. Im spanischen Landeswappen findet sich am unteren Ende ein Granatapfelbaum.


Verwendung, Lagerung und kleckerfreies Öffnen

Bei gleichbleibenden Temperaturen um die 5° C lassen sich Granatäpfel sehr lange lagern (bis zu 6 Monate). Selbst zu lange aufbewahrte Früchte lassen sich noch zu Saft pressen. Die gute Haltbarkeit rührt von der ledrigen Schale und Haut des Granatapfels, welche das Innere gut abschirmen und schützen.

Um einen Granatapfel problemlos und kleckerfrei zu öffnen, empfiehlt es sich, diesen auf eine stabile Schneideunterlage zu legen und mit einem scharfen Messer zu halbieren. Achten Sie aber auf Ihre Kleidung, da der Saft stark abfärbt und beim Schneiden gerne etwas spritzt. Leichter geht es, wenn Sie ihn vorher einige Mal fest auf der Unterlage hin und her rollen. Anschließend lassen sich die schmackhaften Kerne leicht mit einem Löffel herausnehmen.

Eine andere Möglichkeit ist, die Frucht in einer Schale mit Wasser aufzubrechen. Die Kerne lösen sich und setzten sich am Boden ab, während die Schale an der Oberfläche schwimmt. Die Reste der Fruchthaut sollten Sie vor dem Essen aussortieren und entfernen.

Um frischen und gesunden Saft zu pressen, geben Sie die Granatapfelkerne einfach in ein Sieb, decken Sie dieses mit einem Tuch ab und drücken vorsichtig. So bleiben Samenmantel und Häute zurück und Sie können den Granatapfelsaft genießen.

Leider sind viele Granatäpfel, die nicht aus biologischem Anbau stammen, mit Schädlingsbekämpfungsmitteln und Pestiziden belastet. Damit diese schädlichen Stoffe nicht in ihre Speise oder Saft gelangen, sollten Sie Granatäpfel vor dem Auspressen oder Schälen mit heißem Wasser abwaschen und anschließend mit einem saugfähigen Küchentuch trockenreiben. Besonders bei Granatäpfeln aus dem Iran und USA besteht der Verdacht einer erhöhten Schadstoffbelastung sowie der Einsatz von Gentechnik. Als unbedenklicher gelten die Früchte aus Indien. Wenn Sie eine Belastung mit Pestiziden ausschließen wollen, greifen Sie auf Bio-Früchte zurück.


So gesund ist der Granatapfel

In der Vergangenheit setzte man Granatäpfel zur Behandlung verschiedenster Beschwerden ein. Im Mittelalter kochte man die gesunde Schale beispielsweise um gegen Wurminfektionen vorzugehen. Im Unani, dem arabisch-indischen Pendant zum bekannteren Ayurveda, gilt der Granatapfel als vielseitiges Wundermittel und wird im Speziellen bei Stoffwechselproblemen eingesetzt. In der altchinesischen Heilkunde und Alchemie galt Granatapfelsaft als "konzentrierte Seele" und versprach eine Rundum-Wirkung auf die Gesundheit. Auch moderne wissenschaftliche Studien bestätigen eine positive Wirkung des Superfoods Granatapfel.

100 g der kalorienarmen Frucht bestehen durchschnittlich aus 79 g Wasser und 16 g Kohlenhydrate sowie 2,2 g Ballaststoffe und etwas Eiweiß und Fett. Der enthaltene Zucker teilt sich in 7,9 g Fructose und 7,2 g Glucose. Der Energiewert liegt relativ niedrig bei circa 74 kcal.

Granatäpfel sind reich an Antioxidantien, Flavonoiden, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffen sowie Vitaminen. Zusätzlich enthalten sie fast alle Vitamine des B-Komplexes (Vitamin B1, Vitamin B6 und Folsäure). Die B-Vitamine tragen zur reibungslosen Funktion des Nervensystems bei und haben Einfluss auf eine gesunde Psyche. Besonders Vitamin B6 ist für die Regulierung der Hormone unverzichtbar. Vitamin B2, auch als Riboflavin bezeichnet, schützt die Zellen vor oxidativem Stress.

Die Konzentration an Mineralstoffen ist im Granatapfel ebenfalls hoch. Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink sind in nennenswerten Mengen vorhanden. Zink und Magnesium erhalten die Knochen, während Eisen die Bildung von roten Blutkörperchen und Hämoglobin fördert.

In Hinsicht auf die sekundären Pflanzenstoffe ist der Granatapfel besonders reich an Flavonoiden und Polyphenolen. Diesen Stoffen wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben. Das bedeutet, sie schützen die Zellen vor freien Radikalen. Den Polyphenolen werden vielseitige Wirkungen zugeschrieben. Sie sind es auch, denen grüner Tee, Heidelbeeren und auch Rotwein ihre positiven Effekte auf die Gesundheit verdanken.


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