5 Kilo in 7 Tagen, Schnell schlank ohne Stress, Blitzdiät – jedes Jahr, vor allem nach Weihnachten und zum Sommerbeginn, werben Frauenzeitschriften, Webmagazine und Diätprodukte mit teils abenteuerlichen Versprechen rund um die Gewichtsabnahme. Doch damit nehmen Sie nur kurzfristig ab und schnell wieder zu. Außerdem schaden Sie Ihrer Gesundheit.


Warum kurzfristige Diäten immer scheitern

Die Schwerpunkte der jeweiligen Diäten unterscheiden sich: Kurzzeitdiäten versprechen innerhalb weniger Tage den Verlust mehrerer Kilos – egal ob mit Kohlsuppen-, Avocado- oder Sauerkraut-Diät.

Dass es sich dabei nicht um den Verlust von Fett handeln kann, lässt sich leicht ausrechnen: Ein Kilo Fett enthält ca. 7000 Kilokalorien, ein Mensch hat einen Grundumsatz von etwa 2000 Kilokalorien. In einer Woche wäre also theoretisch eine Gewichtsabnahme von zwei Kilogramm möglich. Praktisch verbrauchen wir jedoch einen Großteil der Energie in Form von Glucose bzw. Kohlenhydraten, außerdem wird sehr schnell Eiweiß und damit Muskelmasse abgebaut. Zusätzlich scheidet der Körper Wasser aus.

Eine kurzfristige Gewichtsabnahme hat daher weniger mit dem Abbau von Fett als mit dem Verlust von Wasser, Muskelmasse und Glykogen, der gespeicherten Glukose, zu tun.


Es droht der Jo-Jo-Effekt

Nach einer erfolgreichen Gewichtsabnahme geht es darum, dass erreichte Gewicht dauerhaft zu halten. Nach Blitzdiäten ist eine Gewichtszunahme fast unvermeidlich. Schließlich wurde in wenigen Tagen nur sehr wenig Fett abgebaut und die leeren Glykogen- und Wasserspeicher füllen sich schnell wieder.

Doch auch nach einer echten Reduzierung des Körperfetts droht der sogenannte Jo-Jo-Effekt. Verfallen wir nach der Abnahmephase wieder zurück in die alten Essgewohnheiten, nehmen wir schneller wieder Gewicht zu. Dies hat mehrere Ursachen: Zum einen wird häufig die Menge der aufgenommenen Kalorien unterschätzt, zum anderen wurde bei der Diät meist Muskelmasse abgebaut, damit sinkt der Kalorienverbrauch. Zu viel gegessene Kalorien schlagen also doppelt zu Buche. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch der Hungerstoffwechsel.


Hungerstoffwechsel

In der Biologie unterscheidet man zwischen anabolen und katabolen Stoffwechsel. Der anabole Stoffwechsel ist der normale Stoffwechsel, hier geht es um Aufbau, Erneuerung und Erhalt. Der katabole Stoffwechsel, auch Hungerstoffwechsel genannt, hingegen ist für den Körper ein Notprogramm, wenn nicht genug Energie zugeführt wird.

Der Körper schützt sich, indem er versucht, so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen, um lange zu überleben. So wird allgemein der Stoffwechsel gedrosselt und in der Folge sinkt der Grundumsatz und der Blutzuckerspiegel. Der Körper kann seinen Energieumsatz im Extremfall um bis zu 50 Prozent reduzieren! Bleibt der Körper zu lange in diesem Modus, drohen ernste Folgen: Zunächst machen sich Müdigkeit und Konzentrationsstörungen bemerkbar, da das Gehirn schlechter versorgt wird. Im Extremfall drohen Koma und Tod.


Dauerhafte Ernährungsumstellung

Ist eine Gewichtsabnahme also immer mit einem Risiko verbunden und ohnehin zum Scheitern verurteilt? Nein, die Lösung lautet dauerhafte Ernährungsumstellung!

Nur bewusstes Essen und eine dauerhafte Änderung der Gewohnheiten kann zwar langsam, aber dafür langfristig Erfolg bringen. Dafür ist es wichtig ausgewogen und gesund zu essen und sich nichts zu verbieten. Auch Süßigkeiten und Naschereien sind erlaubt, aber eben nur in Maßen. Das dauerhafte Verbot ist meist nicht durchzuhalten.

Auf dem täglichen Speiseplan sollte also eine nährstoffreiche, gesunde Kost stehen. Wer sich zudem ausreichend bewegt, wird langfristig Erfolg haben ohne sich zu quälen.

Zu einem tatsächlichen Fettverlust können verschiedene Konzepte beitragen, die langfristig angelegt sind.

  • Kohlenhydratarme Diäten setzen auf wenig Brot, Nudeln und andere Kohlenhydrate, dafür wird mehr Gemüse und Eiweiß verzehrt. Bekannt sind diese Diäten unter dem Schlagwort „Low Carb“. Aktuelle Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass dies, moderat durchgeführt, eine sehr gesunde Art der Ernährung ist.

  • Fettarme Diäten streichen Öle, vollfette Milchprodukte und ähnliches vom Speiseplan und erreichen so eine Reduzierung der aufgenommenen Energie. Dauerhaft ist eine derartige Ernährung jedoch nicht zu empfehlen. Neben gesundheitlichen Nachteilen treten hier besonders oft Heißhunger und Gelüste auf.

  • Allgemein auf eine geringere Aufnahme von Energie setzen energiereduzierte Ernährungsweisen wie beispielsweise die mediterrane Ernährung oder die Vollwerternährung. Hier wird nicht ein spezieller Nährstoff reduziert, sondern allgemein weniger Energie aufgenommen, bei einer breiten Auswahl an Lebensmitteln.


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