Möglichst unverarbeitet, frisch und natürlich, lautet die Devise der Clean Eating-Bewegung – mit ihr wurde gesundes Essen zum Lifestyle-Faktor.


Woher kommt das Konzept „Clean Eating“?

Clean Eating kommt aus den USA zu uns, doch der Ursprung des Konzepts ist bereits 20 Jahre alt. Der Siegeszug des Ernährungskonzepts geht auf den Blog der Amerikanerin Tosca Reno zurück, die ihr Leben radikal umstellte und im Zuge dessen das Ernährungskonzept sehr erfolgreich anpries. Über zahlreiche Bücher und ihren Blog verbreitete sich das Konzept im Internet und eroberte die sozialen Medien.

Der aktuelle Trend kommt zwar über das Internet aus den USA zu uns, doch hinter dem Ernährungstrend steckt ein altbekanntes Konzept: die Vollwerternährung. Dieses Konzept war aber nie jung und hip. Genau diesen Marketingerfolg kann nun jedoch die Clean Eating-Bewegung für sich verbuchen.


Was versteht man unter Clean Eating?

Das „saubere Essen“ setzt auf ökologische und natürliche Lebensmittel. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und gesunde Fette stehen im Mittelpunkt der täglichen Ernährung. Auf Fertigprodukte, Zusatzstoffe, Fastfood und Süßigkeiten wird hingegen verzichtet.

Grundlage sind folgende Regeln – die von vielen Anhängern des Clean Eatings individuell an ihre Bedürfnisse (mit oder ohne Gluten, Fleisch, Fisch etc.) angepasst werden:

  • Alle Lebensmittel werden frisch eingekauft und verarbeitet

  • Obst und Gemüse bildet die Grundlage der täglichen Ernährung

  • Getreide wird nur als Vollkorngetreide gegessen

  • Künstlich veränderte und verarbeitete Produkte werden vom Speiseplan gestrichen

  • Fleisch darf nicht aus Massentierhaltung kommen

  • Gesunde Fette mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren werden bevorzugt

  • Die Lebensmittel sollten Bio-Qualität haben

  • Zusatzstoffe und Fertigprodukte sind ebenso tabu wie Zucker Neben der Betonung der natürlichen Nahrungsmittel gehören auch einige Verhaltensweisen zu diesem Ernährungskonzept:

  • Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages

  • Essen sollte in Ruhe zubereitet und eingenommen werden

  • Über den Tag verteilt sollten sechs kleinere Mahlzeiten gegessen werden

  • Komplexe Kohlenhydrate werden mit Eiweiß kombiniert

Damit bietet das Clean Eating alles, was zu einer gesunden Ernährung gehört und ist auch auf Dauer eine empfehlenswerte Ernährungsform. Auch wenn die Umstellung auf Clean Eating beim einen oder anderen sicher mit einer deutlichen Reduktion des Körperfetts einhergeht, will das Konzept bewusst keine Diät sein. Vielmehr plädiert die Erfinderin für eine dauerhafte Ernährungsumstellung.

Ein weiterer Vorteil des Clean Eatings, der häufig übersehen wird: der Ernährungsstil ist sehr nachhaltig. Durch die Betonung der regionalen und saisonalen Nahrungsmittel, möglichst aus Bio-Anbau, und der Ablehnung von Fleisch aus Massentierhaltung ergeben sich vielfältige Vorteile für unsere Umwelt.


Gibt es auch Nachteile von Clean Eating?

Viel Obst und Gemüse, frische und unbehandelte Produkte sind in jedem Fall eine gute Grundlage für eine gesunde Ernährung. Je nach Ausprägung des Clean Eatings (mit oder ohne Gluten, Milchprodukte, Fleisch) verlangt auch diese Ernährungsform ein profundes Wissen über den Nährstoffbedarf des Organismus, um langfristigen Mangelerscheinungen vorzubeugen und seinen Körper optimal zu versorgen.

Je nach Lebensstil kann die Umsetzung des Clean Eatings ein zeitliches Problem werden. Wer bisher auf Fast Food setzte, muss deutlich mehr Zeit für die Planung und Zubereitung der Mahlzeiten einplanen.

Anfängliche Gelüste auf bisher gern konsumierte, aber ungesunde Lebensmittel verschwinden erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit, wenn die Auswirkungen des neuen, gesunden Ernährungsstils spürbar werden. Am Anfang ist jedoch sicher etwas Durchhaltewillen gefragt.


Gibt es wissenschaftliche Studien zum Clean Eating?

Wissenschaftlich untersucht ist das Clean Eating-Prinzip im Ganzen bisher nicht, die wenigen Studien, die dazu gemacht wurden, beziehen sich auf den Zusammenhang zwischen Clean Eating und Essstörungen1. Besser untersucht und belegt sind einzelne Elemente dieser Ernährungsform, wie die Empfehlung gesunde Fette zu sich zu nehmen, viel Obst und Gemüse zu essen2 oder auf künstliche Zusatzstoffe3 zu verzichten. Gut untersucht und belegt sind die positiven Auswirkungen der klassischen Vollwerternährung4, hier können sicherlich Rückschlüsse auf die Effekte des Clean Eatings geschlossen werden.


1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27456087
2 https://www.dge.de/presse/pm/ein-hoher-gemuese-und-obstverzehr-foerdert-die-gesundheit/
3  https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/lebensmittelzusatzstoffe.php
4 http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/phosphat-in-lebensmitteln-koennte-giftig-sein-a-839049.html

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