Die Bewohner der kalten, osteuropäischen Gegenden schätzen die Aronia seit jeher als facettenreiche Heilpflanze. Sie besticht mit einer Vielzahl an gesunden Inhaltsstoffen. Hoch ist auch ihr Anteil an sekundären Pflanzenstoffen wie den Anthocyanen. Mittlerweile sieht man die Aronia auch zunehmend in Deutschlands Gärten. Was diese Frucht so besonders macht und warum Sie sie so oft wie möglich als Saft oder frisch genießen sollten, erfahren Sie hier.


Aussehen und Geschmack der Aroniabeeren

Die Aroniabeere wird auch als Apfelbeere bezeichnet und ist eine Pflanzengattung innerhalb der Rosengewächse. Wenn man es genau nimmt, ist sie gar keine richtige Beere, sondern gehört den Kernobstgewächsen an. Dies lässt sich erkennen, indem man eine Aroniabeere aufschneidet und das winzige Kerngehäuse begutachtet: Dort liegen die kleinen Kerne symmetrisch um das Zentrum angeordnet – fast wie bei einem winzigen Apfel.

Die drei ursprünglichen Arten der Apfelbeere stammen aus dem Osten Nordamerikas. An der Grenze zwischen den USA und Kanada wachsen sie dort wild auf niedrigen Sträuchern von einem bis drei Meter Höhe. Aufgrund ihrer zahlreichen Fruchtbildungen werden hauptsächlich die Arten Filzige Apfelbeere (Aronia arbutifolia) und die Schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa) kultiviert und kommerziell angebaut. Auf Letztere – die Schwarze Apfelbeere – konzentrieren sich die folgenden Beschreibungen und Bestimmungen.

Die reifen Früchte der Aronia sind beerenähnliche, kugelige Früchte mit einer rötlichen bis tiefblauen oder dunkel-violetten Färbung. Ihr Fruchtfleisch ist stark rot gefärbt und wird mit zunehmender Reife immer dunkler. Die Färbung ist daher ein guter Indikator für die Reife der Aroniabeere. Aber achten Sie auf Ihre Kleidung – die Aronia wird nämlich auch als natürliches Färbemittel verwendet. Der meiste Farbstoff findet sich in der Schale und eignet sich gut als Lebensmittelfarbe.

Der Geschmack von frischen Aroniabeeren und Aroniasaft ist herb-säuerlich und wirkt adstringierend. Das bedeutet, die Früchte hinterlassen ein charakteristisches, pelziges Mundgefühl nach dem Verzehr. Der Geschmack lässt sich mit nicht ganz reifen Heidelbeeren oder Jostabeeren vergleichen. Manche Sorten haben zusätzlich ein Bittermandelaroma, welches an Marzipan oder eingelegte Steinfrüchte erinnert.

Die Pflanze der Aronia gilt als besonders robust und widerstandsfähig. Sie kann aufgrund ihrer Genügsamkeit und Toleranz gegenüber Umwelteinflüssen in bergigen Felsenlandschaften, Wäldern sowie sumpfigen Gegenden gedeihen. Im Winter übersteht der Aronia-Strauch Temperaturen bis zu 35 Grad unter dem Gefrierpunk unbeschadet.

Die Lagerung von Aroniabeeren ist simpel, denn die Beeren sind ähnlich robust wie ihre Mutterpflanze. Bei Zimmertemperatur von 15 bis 25 Grad halten sie sich ungefähr für 2 Wochen. Im Kühlschrank oder bei ähnlich tiefen Temperatur von 2-5 Grad bleiben sie 2 Monate essbar. Eingefroren im Gefrierschrank bleiben sie jahrelang haltbar und verlieren nicht an Farbe und Form. Nur der Geschmack wird etwas weniger herb-säuerlich. Nach der Ernte sollten Sie die frischen Beeren dennoch zeitnah verzehren oder weiterverarbeiten, um möglichst viele Inhaltsstoffe zu erhalten.


Herkunft und Geschichte: Indianer-Proviant, Färbemittel und russische Heilpflanze

Schon die Indianer in Nordamerika nutzten die Aronia, insbesondere als Proviant für die kalten Wintermonate und als haltbare Notration. Zusammen mit getrockneten Kräutern und Dörrfleisch stellten die Ureinwohner aus den getrockneten Beeren eine ursprüngliche Form des Energie-Riegels her, welcher sie auf anstrengenden Wanderungen mit den nötigen Nährstoffen versorgte.

Großes Interesse weckten die Aroniabeeren Ende des 19. Jahrhunderts beim russischen Botaniker Iwan Mitschurin. Wegen ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Kälte und Krankheiten erkannte er in der Pflanze vielversprechendes Potential für einen großflächigen Anbau im klimatisch rauen Russland. Mit großem Erfolg setzte er seine Vision um: In Russland gilt die Aronia bis heute als vielseitiges Volksheilmittel.

Von der Sowjetunion gelangte die Aronia in die DDR, wo sie anfangs hauptsächlich als Färbemittel genutzt wurde. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands gerieten die robusten Aroniabeeren etwas in Vergessenheit und die Anbauflächen gingen zurück. Seit den 00er Jahren geht es jedoch wieder bergauf, da die gesunden Inhaltsstoffe der Beeren mehr und mehr in den Fokus von Gesundheitsinteressierten rücken. Heute werden Aroniabeeren deutschlandweit auf etwa 200 Hektar angebaut, oft auch in Bio-Qualität.


Inhaltsstoffe

Aroniabeeren enthalten eine Fülle an wertvollen Inhaltsstoffen. Neben den hohen Anteilen an Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin und Folsäure enthalten Aroniabeeren einen überdurchschnittlich hohen Teil sekundäre Pflanzenstoffe und Fruchtsäuren. Auch wichtige Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Zink finden sich in den kleinen Beeren. Besonders das enthaltene Zink und Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Die Aronia besteht zu 85 Prozent aus Wasser, zu 1,3 Prozent aus Fruchtsäuren und zu circa 15 Prozent aus Kohlenhydraten. Der Zuckeranteil ist vergleichsweise gering: Ungefähr 7 g Frucht- und Traubenzucker kommen auf 100 g Frucht. Die Süße der Aronia stammt größtenteils vom Sorbit. Das ist ein Austauschzucker, welcher den Zähnen weniger schadet als herkömmlicher Zucker und kein Insulin zur Verstoffwechselung benötigt.

Ein weiterer gesunder Bonus sind die enthaltenen pflanzlichen Farbstoffe, die Flavonoide, wie Anthocyane. Die Aronia enthält enorme Mengen davon, etwa 10-mal so viel wie rote Weintrauben oder Rotwein, sowie 20-mal so viel wie Erdbeeren oder Himbeeren. Diesen pflanzlichen Inhaltsstoffen wird eine antioxidative Wirkung, ein natürlicher Schutz vor freien Radikalen, zugeschrieben.


Weiterverarbeitung und Verwendungsmöglichkeiten

Frische Aroniabeeren werden selten direkt vermarktet, sondern meist weiterverarbeitet. Dafür gibt es eine Vielzahl an Rezepten und Möglichkeiten. Unbehandelt und roh schmecken sie lecker in Müsli oder Joghurt. Frisch lassen sich die Beeren leicht zu gesundem Saft pressen oder zu Aronia Marmelade, Konfitüre oder Gelee weiterverarbeiten. Auch als Sirup, Likör oder Fruchtsoße für Dessert machen sie sich hervorragend.

Besonders in Kombination mit lieblichen und süßen Früchten harmonieren Aroniabeeren ausgezeichnet und entfalten ein tiefes Aroma. Auch getrocknet lohnt sich die Aronia: als Snack für Zwischendurch, Backzutat oder zerkleinert als Verfeinerung in Getränken wie Tee oder Kakao. Aronia-Pulver ist ebenfalls erhältlich und wird gerne von Tierhaltern dem Futter ihrer Schützlinge beigemischt um diese optimal zu versorgen.


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