Der Apfel ist wohl die symbolträchtigste Frucht überhaupt. Sie dient nicht nur schon seit Jahrtausenden als Vitaminlieferant, sondern besetzt auch in verschiedensten Kulturen und Geschichten einen festen Platz: vom mythologischen Zankapfel über Newtons Entdeckung der Schwerkraft, bis zum Logo des gewinnbringendsten Konzerns der Welt: Der Apfel ist die Frucht schlechthin. Doch Apfel ist nicht gleich Apfel.


Geschichte: Von den wilden Apfelfeldern der Römer bis zu den modernen Apfelsorten im Supermarkt

Sprechen wir heutzutage vom Apfel, meinen wir meist die bekannteste und wirtschaftlich bedeutendste Art, den Kulturapfel (Malus domestica). Während die Apfelurform vermutlich so alt ist wie die Menschheit selbst, lässt sich diese Zuchtform auf die systematische Kultivierung der Römer im 6. Jahrhundert v. Chr. zurückführen. Sie ist eine komplexe Kreuzung zwischen wilden einheimischen Apfelsorten und über antike Handelswege aus Asien eingeführten anderen Arten. Aus diesen ging dann die übergeordnete Gattung Malus domestica, der Kulturapfel, hervor.

Seither ist viel geschehen. Heute gehen manche Schätzungen von weltweit bis zu 30.000 Apfelsorten aus. In Deutschland gibt es rund 2.000. Der kommerzielle Handel bietet aber nur sechs bis acht Sorten standardmäßig an. Überhaupt werden nur 30 bis 40 Arten, wie die verbreiteten Boskoop, Cox Orange und Elstar, im kommerziellen Erwerbsobstbau kultiviert und vertrieben – schlechte Nachrichten für die Artenvielfalt.

Mittlerweile teilt man Äpfel in neue und alte Sorten ein. Von einer alten Apfelsorte spricht man, wenn diese vor 1940 gezüchtet wurde. Zu den alten Sorten zählen zum Beispiel der Boskoop oder der Cox Orange. Leider sind diese Sorten kaum noch in den Supermarktregalen zu finden. Sie wurden von den neuen Sorten wie Granny Smith oder Golden Delicious verdrängt.

Die neuen Sorten enthalten deutlich weniger sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe und andere Nährstoffe. Den Fokus legten die Züchter vielmehr auf Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge, schnellen Wuchs und süßen Geschmack. Wer dagegen an möglichst nährstoffreichen und verträglichen Äpfel interessiert ist, sollte sich nach alten Apfelsorten umschauen – auch wenn diese manchmal etwas saurer schmecken und schneller braun werden. Doch ganz frisch aufgeschnitten schmecken sie sowieso am besten.

Obst als Industrieprodukt: genormte Äpfel oder Bio-Vitaminbomben?

Die Entwicklung vom Apfel zum vereinheitlichten Industrieprodukt, rührt von Standardisierungsmaßnahmen in den 70er Jahren zur ertragreicheren Apfelproduktion. Gleichzeitig sorgten EU-Richtlinien dafür, dass sowohl bei Geschmack, als auch beim Aussehen einheitliche Normen eingehalten werden mussten. Zu wenig reguliert ist dagegen der Einsatz von Pestiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln. Der Pestizidreport des Landes NRW berichtet sogar von einer Belastung von bis zu 75 Prozent der konventionellen Äpfel mit Pflanzenschutzmitteln.

Bio-Äpfel hingegen sind von dieser Schadstoffbelastung und den strengen Normierungen nicht betroffen. Gut nachvollziehbar daher, dass der Trend vom kommerzialisierten Apfel weggeht und sich mehr und mehr Menschen den geschmacklich spannenderen und gesünderen Apfelsorten aus ihrer Kindheit zuwenden.


Durch optimale Reifung und richtigen Anbau zu Äpfel mit bestem Nährwert

Neben der Schadstofffreiheit spielt auch die volle Ausreifung der Äpfel eine wichtige Rolle für ihren Gesundheitswert. Denn gerade während der letzten Phase der Reifung vervielfachen sich die begehrten Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe im Fruchtfleisch und in der Schale.

Die Äpfel, die im Supermarkt liegen, werden im Normalfall vorher geerntet. Nur so überstehen sie ihre langen Transportwege. Viele Früchte, auch der Apfel, reifen zwar nach dem Ernten nach, gewinnen dabei aber keine weiteren Vitamine mehr dazu.

Zur Nachhaltigkeit können Sie ebenfalls beitragen, indem Sie Äpfel von regionalen Streuobstwiesen statt von der Monokultur-Plantage zu beziehen. In diesen Biotopen wachsen verschiedene Obstbäume und andere Gewächse neben den Apfelbäumen, die verschiedene Sorten mit unterschiedlichen Pflückzeiten tragen. Der Boden profitiert besonders von dieser Vielfalt. Zwar wachsen die in ihm verwurzelten Bäume etwas langsamer, werden dabei aber umso widerstandsfähiger. Durch versetzten Erntezeiten können Sie sich jeden Monat auf neue Apfelsorten, neue Geschmäcker und passende Rezepte freuen.


Lagerung: Beachten Sie diese einfachen Grundregeln

Bei der Lagerung sollten Sie besonders darauf achten, die Äpfel nicht zu nah zu anderen Obst- und Gemüsesorten zu legen. Äpfel setzen ein Reifungsgas frei, das sogenannte Ethylen. Dieses Pflanzenhormon trägt zur eigenen Reifung bei, wirkt aber auch auf umliegende Früchte. Damit können sie schneller verderben. Sie können den Effekt aber auch zu Ihrem Vorteil machen: Wenn Sie unreife Früchte gekauft haben, legen Sie Äpfel daneben! So können Sie Ihr Obst schneller genießbar machen.

Allgemein halten sich Äpfel am längsten kühl und feucht. Die optimale Lagertemperatur liegt etwas über den Gefrierpunkt zwischen 1 und 3 Grad. Frisch geerntete und möglicherweise noch warme Äpfel sollten Sie aber nicht sofort einlagern, sondern vorher abkühlen lassen.


Inhaltsstoffe: „A apple a day keeps the doctor away."

Das bekannte englische Sprichwort stammt aus dem Jahr 1886 und erschien in einer walisischen Zeitschrift. Ein Merkspruch, genau in der Zeit, in der sich langsam ein Bewusstsein für das Thema gesunde Ernährung entwickelte.

Als Heilpflanze taucht der Apfel schon in frühen babylonischen Schriften auf. In mittelalterlichen Texten wird ihm eine wohltuende Wirkung auf Magen und Verdauung nachgesagt. Und im Zeitalter moderner Wissenschaften bezeugen hunderte Studien die wohltuende Wirkung auf beinahe alle Bereiche des Körpers.

Ein Apfel besteht aus mehr als 85 Prozent Wasser und hat um die 55 Kalorien. Die Nährwerte können sich je nach Form und Art erheblich unterscheiden.

Äpfel sind ausgezeichnete Vitamin-C-Lieferanten. Sie enthalten viel Folsäure und viele Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium und Magnesium, sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.

Etwa 70 Prozent dieser Inhaltsstoffe finden sich direkt in oder unter der Schale. Darum sollten Sie den Apfel vor dem Verzehr nicht schälen, sondern nur kurz abwaschen. Wer will schon die reichhaltige Schale einfach wegwerfen?

Wer den Apfel nicht jeden Tag frisch verspeisen möchte, kann auf eine riesige Vielfalt an Rezepten zurückgreifen. Von klassischem Mus oder Most über haltbares Kompott bis hin zu raffinierten Kuchenrezepten und Desserts: Leckere Zubereitungsvarianten gibt es mindestens so viele, wie Apfelsorten.


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