Von Südamerika aus hat die Ananas ihren Siegeszug in die ganze Welt angetreten. Ihr einzigartiger, exotischer Geschmack und ihre besonderen Inhaltsstoffe machen sie zur Königin im Obstkorb.


Geschichte: Von der Luxusfrucht zum Massenprodukt

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Ananas seit Beginn der Sesshaftigkeit indigener Völker im Amazonasgebiet vor 400 Jahren als Nahrungsmittel, Heil- und Nutzpflanze angebaut wurde. Dabei nutzen sie nicht nur das Fruchtfleisch, sondern die gesamte Pflanze. Aufgrund des hohen Zuckergehalts und der ganzjährigen Verfügbarkeit eignete sie sich besonders zur Saft- und Weinherstellung. Die Fasern der Blätter wurden zu Kleidung, Bogensehnen und anderen Nutzgegenständen weiterverarbeitet.

Einer der ersten Europäer, die den erfrischend süßen Geschmack der unbekannten Frucht kosten durften, war Christoph Kolumbus. Auf Guadalupe überreichten ihm Einheimische eine Ananas als Willkommensgeschenk. Sofort erkannte Kolumbus das Potential des für westliche Gaumen so außergewöhnlich süß schmeckenden Obstes. Und so trug er maßgeblich zur weltweiten Verbreitung bei. Bereits im 16. Jahrhundert baute man die Ananas in beinahe allen tropischen Gebieten – von Westafrika über Indien bis China – an.

Das einzige Problem zu dieser Zeit: Die geringe Haltbarkeit der Früchte machte einen Export nach Europa mit den langsamen Segelschiffen fast unmöglich. Die vermutlich erste Ananas, die es unverdorben nach Großbritannien schaffte, wird auf 1661 datiert. Dort angekommen überreichte sie eine Handelsdelegation feierlich dem britischen Königshaus. Von da an entwickelte sich die Ananas zum Statussymbol, deren exotischen Geschmack nur die Privilegiertesten genießen durften.

Im 17. Jahrhundert entstanden erstmals geeignete Glas- und Gewächshäuser, die den Anbau von Ananaspflanzen auch in Europa zu ermöglichen sollten. Diese Techniken wurden schnell vom britischen Adel übernommen. Eigene Gewächshäuser mit möglichst außergewöhnlichen und seltenen Pflanzen zu besitzen, wurde zur Mode. Und die Ananas galt als die Königin unter den exotischen Pflanzen! Eine einzelne, reife Ananas kostete zu dieser Zeit um die 80 Pfund - dafür konnte man sich auch eine ganze Kutsche kaufen.

Um den Reichtum, den es erforderte, Ananas zu züchten und zu essen, nach außen zu zeigen dekorierte man seine Silberobstplatten mit ihr und konzipierte sogar Gebäudedächer nach Ananasform. Karikaturisten benutzen sie als Symbol für die Verschwendungssucht und Dekadenz des Adels.

Erst im 19. Jahrhundert sank der Preis der exotischen Früchte langsam – dank der besseren und günstigeren Gewächshäuser und den schnelleren Dampfschiffen.

Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die haltbaren Dosen-Ananas Einzug in Europa hielten, war die Ananas schließlich für jeden erschwinglich. Produziert wurden die Dosen übrigens vorwiegend auf Hawaii. Die Insel konnte sich zu jener Zeit als führendes Anbaugebiet durchsetzen und wird nach wie vor mit Gerichten wie Toast Hawaii oder Pizza Hawaii assoziiert.

Heute ist die Ananas ganzjährig frisch erhältlich. In den Monaten von Mai bis August steigen die Preise leicht, da das Angebot nicht so groß ist.


Eigenschaften und gesunde Inhaltsstoffe: So gesund ist die Ananas

Die heute meist im Handel erhältliche Kulturananas zeichnet sich durch eine lange Haltbarkeit und ein relativ hohes Gewicht aus (bis zu 4 kg). Ihr hellgelbes Fruchtfleisch ist aromatisch süß mit wenig Säure.

Ananas sind besonders reich an Vitaminen, Ballaststoffen und Mineralstoffen. Außerdem enthalten sie spezielle Enzyme wie das Bromelain, denen ein positiver Effekt auf die Gesundheit und die Fettverbrennung nachgesagt wird. Mit fast 50 mg Vitamin C pro 100 g Frucht, viel Vitamin E, sowie Beta-Carotin ist sie eine richtige Vitaminbombe. Der Kaloriengehalt ist mit ungefähr 55 Kalorien pro 100 g niedrig.

Und auch der Gute-Laune-Effekt lässt sich wissenschaftlich erklären. Hierfür sorgt das natürlich Vanillin sowie Serotonin der Ananas.


Für den perfekten Genuss: Die richtige Reife erkennen und das Obst optimal lagern

Ananas reifen nach der Ernte nicht nach. Im Optimalfall ist sie also bereits beim Kauf voll ausgereift. Sie erkennen die Reife daran, wie leicht sich das innerste Blatt der Krone herausziehen lässt. Der untere Teil des Fruchtkörpers sollte schon seinen charakteristisch süßen Duft versprühen. Gibt die Schale leichtem Druck etwas nach, ist das ein gutes Zeichen für eine reife Ananas.

Lagern Sie die Ananas bei Zimmertemperatur, auf keinen Fall aber unter 5 Grad, und verzehren Sie sie möglichst bald. Herausgelöste Stück neigen dazu, sehr schnell braun zu werden, und sollten höchstens 2 Tage im Kühlschrank verwahrt werden.

Beim Schneiden und Schälen der Frucht gilt es mit Bedacht vorzugehen. Die meisten gesunden Inhaltsstoffe befinden sich direkt unter der Schale, weswegen Sie so wenig wie möglich wegschneiden sollten. Der oft holzige Mittelstrunk eignet sich nicht zum direkten Vernaschen. Ihn sollten Sie herausschneiden. Sie müssen ihn aber keinesfalls wegwerfen. Mit einem leistungsstarken Mixer können Sie daraus einen aromatischen Smoothie oder ein exotisches Mus bereiten.


Dem gesunden Ananaserlebnis sind kaum Grenzen gesetzt

Wer das fruchtig tropische Aroma einer Ananas in all seinen Facetten auskosten will, sollte frische Ananas jenen in Konserven auf jeden Fall vorziehen. Nur im frischen Obst bleiben alle gesunden Inhaltsstoffe wie Vitamine und Enzyme weitgehend erhalten. Außerdem enthalten Konserven oft unnötig viel zugesetzten Zucker.

Rezepte gibt es aufgrund der frühen Verbreitung und hohen Kompatibilität mit anderen Lebensmitteln unzählige. Ob frisch und knackig, als Schaum, Püree oder selbstgemachte Eiscreme, die Möglichkeiten sind fast grenzenlos. Auf welche Sie zurückgreifen, bleibt Geschmackssache – genau wie die Pizza Hawaii.


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