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Viren lieben den Winter!

Imunsystem

Warum? Weil sie bei niedrigen Temperaturen besser überleben und wir ihnen weniger entgegenzusetzen haben. Es sei denn, wir bereiten uns gut vor.

Die Temperaturen fallen und fast gleichzeitig beginnen sich die U-Bahn, das Büro und der Kindergarten in ein einziges Schnief-, Hust- und Keuchkonzert zu verwandeln. Und das aus gutem Grund: Bei Kälte haben es Viren leichter, sich zu verbreiten.

Denn sie überleben dann länger auch außerhalb des Körpers, zum Beispiel auf Türgriffen oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Forscher der Universität Yale haben sogar herausgefunden, dass unsere Nasenschleimhäute bei Kälte weniger abwehrstark sind. Damit bahnen sich die Viren ihren Weg in unseren Organismus. Mehr denn je ist es darum jetzt wichtig, auf sein Immunsystem zu achten und es bestmöglich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten.

Angeboren oder erlernt – aber kein Schicksal

Das Immunsystem ist die Schutztruppe unseres Körpers. Zu seinen „Mitarbeitern“ zählen Organe, Gewebe, Zellen und Antikörper. Sie sind im ganzen Körper verteilt und eng miteinander vernetzt. Die wichtigsten beteiligten Organe und Gewebe sind das Knochenmark, die Milz, das Lymphsystem, die Schleimhäute und der Darm.
Man unterscheidet beim Immunsystem zwischen der angeborenen Immunabwehr und der erworbenen Immunabwehr. Die angeborene Immunabwehr ist besonders schnell, sie findet innerhalb von wenigen Minuten statt. Wie der Name schon sagt, ist sie in unseren Genen verankert und läuft vom Prinzip her immer gleich ab.

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Die erste „Barriere“ der angeborenen Immunabwehr, der sich Eindringlinge gegenüber sehen, sind unsere Haut und unsere Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen. Werden Viren und Konsorten dagegen mit der Nahrung aufgenommen, machen sie zuerst Bekanntschaft mit unserer Magensäure. Diese „physikalischen“ Abwehrstrategien des Immunsystems bilden die Vorhut. Erst wenn Krankheitserreger es geschafft haben, sie zu überwinden, treten die nächsten Protagonisten in Aktion.

Nun schalten sich die sogenannten Riesenfresszellen, die Bestandteil der weißen Blutkörperchen sind, ein. Sie kommen überall im Körper vor und stürzen sich auf alle Eindringlinge, die sie als solche erkennen, umschließen und verdauen sie anschließend. Zu ihrem Beutespektrum gehören Bakterien, Viren, Pilzsporen aber auch degenerierte körpereigene Zellen. Darüber hinaus gehören noch unzählige weitere Komponenten und Botenstoffe zur angeborenen Immunabwehr dazu. Ihre Funktionsweisen sind unheimlich komplex und greifen wie Zahnräder ineinander.

Die erworbene Immunabwehr ergänzt die angeborene noch. Sie ist in der Lage, Antigene auszubilden. So können wiederkehrende Eindringlinge schneller erkannt und sofort unschädlich gemacht werden. Wir sind dann „immun“ für die entsprechende Krankheit.

Was ist eigentlich ein „normales“ Immunsystem?

Die Schlagkraft unserer Immunabwehr ist von vielen Faktoren abhängig. Denn wie jedes lebende System, ist auch unser Immunsystem anfällig für Störungen. So kann es passieren, dass die Reaktion auf Krankheitserreger zu langsam oder zu schwach abläuft. Auch könnten entartete Zellen unerkannt bleiben und sich unkontrolliert vermehren. Andererseits kann das Immunsystem auch „überreagieren“ oder Reize falsch deuten.

Wir benötigen also ein gesundes Gleichgewicht für unser Immunsystem. Es muss auf die ihm gestellten Herausforderungen angemessen reagieren, es muss „normal“ reagieren. Woran merkt man nun, ob das Immunsystem normal funktioniert oder schwächelt? Das offensichtlichste Zeichen für ein geschwächtes Immunsystem sind natürlich häufige Infekte. Aber auch Schlappheit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsprobleme, eingerissene Mundwinkel, Entzündungen, Hautprobleme oder ein schlechter Zustand von Haaren und Nägeln können auf geschwächte Abwehrkräfte hinweisen.

Das stärkt Ihre Abwehrkräfte

Eine gesunde Ernährung mit besonders viel Obst und Gemüse ist die beste Grundlage für gute Abwehrkräfte. 5-7 Portionen pro Tag – möglichst bunt gemischt – wären ideal. Wichtig ist auch, gerade in der kalten Jahreszeit genügend zu trinken. Denn durch die warme Heizungsluft in den Wohn- und Arbeitsräumen trocknen unsere Schleimhäute in Nase und Rachen schnell aus. Viren und Bakterien können leichter eindringen, weil die erste Barriere des Immunsystems schwächelt.

Auch Sport und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sind elementar. Durch die körperliche Aktivität verbessert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers und macht ihn reaktionsschnell. Gleichzeitig baut Bewegung Stress ab, welcher als einer der größten Feinde des Immunsystems gilt.

Und zu guter Letzt braucht unser Immunsystem Zeit und „Material“ zum Lernen. Das bedeutet, dass die Kleinsten eben nicht steril aufwachsen müssen. Ganz im Gegenteil scheint ein gewisses Maß an „Dreck“ das Immunsystem so zu schulen, dass es später weniger überreagiert.

So komplex unser Immunsystem also ist, so vielfältig sind auch unsere Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. Diese Chance sollten wir nutzen, denn eines haben wir ganz sicher nicht in der Hand: den Winter!

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

3 Kommentare
  1. Nathrath Yvonne sagt

    Schöner Artikel, vieles Wissen ist bekannt, weil man es in der Schule gelernt oder später gelesen hat, nicht desto trotz ist es immer wieder schön daran erinnert zu werden wie unser Immunsystem funktioniert, vor allem wenn es auf so verständliche Weise erfolgt. Mir hat der Artikel sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Artikel. Weiter so!

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