WIr können einiges dafür tun, um dem Schnupfen ein Schnippchen zu schlagen.

Immunsystem: Gesund durch den Winter!

Kaum ist der Winter da, lauern wieder fiese Viren auf eine Lücke in unserem Immunsystem. Doch mit Schnupfen, Husten & Fieber wird es nichts, wenn unsere Abwehr fit bleibt. Hier kommen unsere Experten-Tipps.
von Cora Högl

Die Temperaturen fallen und fast gleichzeitig beginnen sich U-Bahn, Büro und Kindergarten in ein einziges Schnief-, Hust- und Keuchkonzert zu verwandeln. Und das aus gutem Grund: Bei Kälte haben es Viren leichter, sich zu verbreiten. Es sei denn, wir bereiten uns gut vor. Wir haben für Sie einige gute Tipps, um dem Schnupfen ein Schnippchen zu schlagen:

1. Unterschätzter Helfer: Unser Lymphsystem

Unsere Lymphe beachten wir selten, doch die rund 600 Lymphknoten unseres Körpers sind ein wichtiger Teil unseres Immunsystems. Die Lymphknoten produzieren Abwehrzellen und eliminieren Erreger sowie schädliche Fremdstoffe. Alle Lymphknoten sind untereinader verbunden – stundenlanges Sitzen stört unseren Lymphfluss und damit die Funktion des Lymphsystems. Auch enge Kleidung wie schnürende Strümpfe, Hosen oder BHs wirken sich ungünstig aus. Mehr über unser Lymphsystem können Sie in diesem Artikel erfahren.

2. Wichtiger als gedacht – unsere Schleimhäute

Unsere Schleimhäute sind die erste Hürde, die Viren, Bakterien & Co. nehmen müssen. Sind sie geschwächt, haben es Erreger leicht, in unseren Körper zu gelangen. Vitamin A (bzw. pflanzliches Beta-Carotin, das zu Vitamin A umgewandelt wird), unterstützt die Erhaltung unserer normalen Schleimhäute und damit auch ihrer natürlichen Abwehrfunktionen. Das ist übrigens auch der Grund, warum die trockene Luft in überheizten Räumen das Ansteckungsrisiko steigen lässt – nur dauerhaft feuchte Schleimhäute können Erreger abwehren. Viel Beta-Carotin steckt z. B. in grünem Gemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli.

Wissenschaftlich belegt – wichtige Vitamine und Spurenelemente für unser Immunsystem:
Zink
beeinflusst die Bildung verschiedenster Abwehrzellen und trägt damit zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Gute pflanzliche Zink-Quellen sind Vollkornbrot, Haferflocken und Spinat.
Vitamin C tut doppelt gut. Zum einen ist Vitamin C ein wichtiger Nährstoff für unsere Infektabwehr, denn es unterstützt die normale Funktion unseres Immunsystems. Zum anderen hilft uns Vitamin C dabei, weitere Folgen von Erkältungen einzudämmen: Bei Infekten und anderen Entzündungsreaktionen entstehen in unserem Körper nämlich vermehrt freie Radikale. Vitamin C schützt uns vor den Angriffen dieser aggressiven Radikale und trägt dazu bei, unsere Zellen vor diesem so genannten oxidativem Stress zu schützen. Viel Vitamin C liefern Brokkoli, Zitrusfrüchte, Hagebutten und Sanddorn.
Eisen Sind unsere Eisenspeicher leer, reduziert sich die Anzahl bestimmter Abwehrzellen in unserem Blut. Auch Vegetarier und Veganer sind gut mit Eisen versorgt, wenn sie häufig zu Fenchel, Topinambur, Pfifferlingen, Haferflocken und anderen Vollkornprodukten greifen. Spinat enthält zwar nicht so viel Eisen wie gedacht, ist aber immer noch eine sehr gute Quelle für Eisen.
Selen unterstützt unser Immunsystem, indem es die Bildung neuer Abwehrzellen anregt. Viel Selen steckt in Paranüssen, Paprika und Weißkohl.
Vitamin D spielt eine Rolle für unsere Infektabwehr, denn es regt die Bildung von Cathelicidin an, ein antibakteriell wirkender Abwehrstoff. Hier können Sie nachlesen, welche Lebensmittel uns in den sonnenarmen Wintermonaten mit Vitamin D versorgen.

3. Ein Fußbad bei beginnender Erkältung

Sie haben das Gefühl eine Erkältung ist im Anmarsch? Ein ansteigendes Fußbad ist ein einfaches, aber wirksames Mittel aus der Naturheilkunde. So geht’s: Tauchen Sie beide Füße (bis ca. eine Handbreit über dem Knöchel) in eine Fußwanne mit ca. 33 Grad heißem Wasser. Geben Sie nach und nach heißeres Wasser dazu, so dass die Temperatur auf maximal 39 Grad ansteigt. Genießen Sie die aufsteigende Wärme für etwa 5 bis 15 Minuten.

4. Einfach, aber wirkungsvoll

Man kann es nicht oft genug sagen: Gründliches Händewaschen ist die beste Methode, um sich vor Ansteckung zu schützen. Antiseptische Seifen sind nicht nötig. Ein Seifenstück reinigt unsere Hände ausreichend und ohne unsere Haut stark auszutrocknen.

5. “Dünnes” Blut bringt Abwehrzellen zum Einsatzort

Gerade im Winter haben wir nicht viel Durst. Aber nur wenn wir genügend trinken, bleibt unser Blut “dünn” und fließfähig, damit unsere Abwehrzellen möglichst schnell dorthin gelangen , wo sie gebraucht werden. Rund zwei Liter am Tag sollten es sein – am besten regelmäßig und über den Tag verteilt, wer möchte kann natürlich auch gerne mehr trinken. Positiver Nebeneffekt: Regelmäßiges Trinken hält unsere Schleimhäute dauerhaft feucht.

Drei Dinge, die unser Immunsystem schwächen:

  • Frieren: Es ist nicht die Kälte an sich, die uns schneller krank werden lässt. Sind wir warm eingepackt, tut uns die frische Luft gut. Doch fangen wir an zu frieren, verringert das auch die Durchblutung in unseren Schleimhäuten von Nase und Hals. Krankheitserreger haben dann ein leichtes Spiel.
  • Schmerztabletten: Die Gabe von Schmerzmitteln gilt als gängige Erkältungstherapie, doch neuen Studien zufolge, haben sie kaum einen klinischen Nutzen, in bestimmten Fällen verlängerte sich durch die Einnahme sogar die Dauer der Erkältung. Prof. Paul Little, Leiter der Studie (Universität Southampton, England) vermutet, dass Schmerzmittel wie Ibuprofen bzw. eine Kombination aus Iboprofen und Paracetamol bestimmte Enzyme hemmen, die die Arbeit unseres Immunsystems unterdrücken. Besser: Den Körper von innen heraus stärken, damit er optimal einsatzbereit gegen Viren und Bakterien ist.
  • Rauchen & Alkohol: Sowohl Nikotin als auch Alkohol wirken sich ungünstig auf die Aktivität unserer Abwehrzellen aus. Wenn wir rauchen leidet zudem unsere schützende Schleimhaut in Mund und Rachen.

Unser Immunsystem – so funktioniert es:

Das Immunsystem – einfach erklärt:

Das Immunsystem ist die Schutztruppe unseres Körpers. Aber auch unsere Milz, das Lymphsystem, die Schleimhäute und der Darm sind mit unserem Abwehrsystem vernetzt.
Unsere spezifische Immunabwehr reagiert innerhalb weniger Minuten auf Angreifer. Die erste Barriere dieser “Sofort-Abwehr” sind unsere Haut und unsere Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen. Erst wenn Krankheitserreger es geschafft haben, sie zu überwinden, tritt die nächste Abwehrtruppe in Aktion.

Nun schalten sich die so genannten Riesenfresszellen, die Bestandteil der weißen Blutkörperchen sind, ein. Sie kommen überall im Körper vor und stürzen sich auf alle Eindringlinge, umschließen und verdauen sie anschließend. Zu ihrem Beutespektrum gehören Bakterien, Viren, Pilzsporen aber auch degenerierte körpereigene Zellen.

Die spezifische Immunabwehr ergänzt die Sofort-Abwehr und bildet zielgerichtet Antikörper aus. So können wiederkehrende Eindringlinge schneller erkannt und sofort unschädlich gemacht werden. Wir sind dann „immun“ gegen die entsprechende Krankheit.

20151026_Immunsystem

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Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita und aktuell in ihrer ersten Babypause. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

3 Kommentare

  • Kathrin Haupt

    Dieser Artikel sehr schön und verständlich geschrieben. – Danke –

  • Nathrath Yvonne

    Schöner Artikel, vieles Wissen ist bekannt, weil man es in der Schule gelernt oder später gelesen hat, nicht desto trotz ist es immer wieder schön daran erinnert zu werden wie unser Immunsystem funktioniert, vor allem wenn es auf so verständliche Weise erfolgt. Mir hat der Artikel sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Artikel. Weiter so!

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