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5 Superfood-Alternativen oder „worüber meine Oma nur gelacht hätte“

5 Superfood-Alternativen, die bei uns heimisch sind.

Sie kommen von weit her, tragen exotische Namen und sollen wahre Wunder vollbringen: Superfoods. Doch die Vermarktung als neue oder wiederentdeckte Heilmittel treibt den Preis in die Höhe. Unnötig, denn es gibt genug Superfood-Alternativen.

Früher war alles besser? Das stimmt so mit Sicherheit nicht. Aber unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern waren uns in Einem weit voraus: Sie wussten oft noch um die Kraft der Natur. Und diese fanden sie nicht etwa auf der anderen Seite der Welt, sondern direkt vor ihrer Haustür.

Wir zeigen Ihnen, auf welche Alternativen zu exotischen Superfoods sie zurückgegriffen hätten.

Açai

Superfoods-Alternativen: Statt Açai Heidelbeeren verwenden
Açai-Beeren stammen aus dem Amazonas-Gebiet und werden von dort nach Europa exportiert. Meist werden sie bei uns als Pulver oder in Kapseln gepresst angeboten. Sie sollen wahre Antioxidantien-Bomben sein. Allerdings zeigt ihr Spitzname „Amazonas Heidelbeere“ schon die beste Alternative auf: heimische Heidel- bzw. Blaubeeren. Sie sind mindestens genauso reich an z. B. Anthocyanen, also wertvollen sekundären Pflanzenstoffen, und an Vitaminen.

Chia

Superfood-Alternativen: Statt Chia Leinsamen verwenden
Chiasamen sind besonders ballaststoffreich und haben ein gutes Fettsäureverhältnis. Sie quellen in Wasser eingelegt stark auf und bilden dann einen geleeartigen Brei, der lange satt hält. Da Chia in Europa allerdings noch zu den neuartigen Lebensmitteln (Novel Food) gehört empfehlen Experten eine Tageshöchstdosis von 15 Gramm – bis es mehr Daten zur Langzeitwirkung gibt.

Samen, die garantiert kein Novel Food sind, wären die guten alten Leinsamen. Leinsamen enthalten ebenfalls viele Ballaststoffe und sind extrem reich an Omega-3-Fettsäuren. Geschrotet können sie wie Chiasamen verwendet werden – sie quellen allerdings nicht ganz so stark auf.

Goji-Beeren

Superfood-Alternativen: Statt Goji-Beeren Schwarze Johannisbeeren verwenden
Die Goji-Beere – auch Wolfsbeere genannt – wird seit Jahrhunderten in der chinesischen Medizin verwendet. Wunder konnte sie dort allerdings auch nicht vollbringen. Wissenschaftler an der Universität Granada haben belegen können, dass Goji-Beeren im Vergleich zu anderen Beeren keine zusätzlichen Vorteile haben.

Besonders bei Goji-Beeren ist übrigens auch Vorsicht geboten, denn nicht selten sind die aus China importierten, getrockneten Beeren stark mit Pestiziden belastet.

Unser Alternativ-Tipp: Schwarze Johannisbeeren!

Quinoa

Superfood-Alternativen: Statt zu Quinoa auch mal zu Linsenmehl greifen
Das südamerikanische Pseudogetreide Quinoa wird besonders von Menschen mit Glutenunverträglichkeit geschätzt. Es enthält viel pflanzliches Eiweiß und Spurenelemente. Noch vor kurzem war Quinoa ein Arme-Leute-Essen in den Anden. Doch seit einiger Zeit wächst der Hype um die exotischen Samen – und damit auch ihr Preis.

Als Eiweiß-Alternative zum exotischen Quinoa bieten sich übrigens gewöhnliche Linsen an. Auch aus Linsen gibt es Mehlsorten, die sich zum Backen eignen.

Camu-Camu

Superfood-Alternativen: Hagebutten sind die bessere Wahl statt Camu-Camu
Camu-Camu ist eine der Vitamin-C-reichsten Früchte überhaupt. Die Beeren der Camu-Camu wachsen an Sträuchern im Amazonasgebiet, werden aber bei uns fast nur als Pulver oder Kapseln angeboten. Die große Nachfrage nach den Früchten können die wenigen Plantagen, die es bisher gibt, leider nicht decken. So wurden und werden immer noch Wildpflanzen bis auf die letzte Beere abgeerntet, was den empfindlichen Kreislauf dieses Ökosystems gefährdet.

Aber wofür eigentlich? Direkt vor unserer Nase wächst eine Beere, die zwar „nur“ halb so viel Vitamin C enthält, dafür aber nach kurzem Suchen kostenlos zu haben ist: die Hagebutten.

Fazit: Das Gute liegt doch so nah

Ich möchte den exotischen Superfoods bestimmt nicht ihre gesunden Inhaltsstoffe in Abrede stellen. Ohne Zweifel können alle in dieser Liste aufgeführten Lebensmittel Teil einer gesunden Ernährung sein, aber eben auch nur ein Teil. Und ob sie dafür rund um den Globus reisen müssen, ist doch zumindest zweifelhaft – meine Oma hätte darüber nur gelacht!

Mehr Informationen zu heimischen Superfoods finden Sie hier.

Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler und Anthropologe interessiert den jungen Familienvater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren, Zeit mit seinen beiden Söhnen zu verbringen und gesundes Essen. Wenn er nicht für seine Familie und Freunde kocht, macht sich Christian Gedanken, wie er sein Häuschen ausbauen kann.

2 Kommentare
  1. Elke Borgmann sagt

    Hallo LaVita Redaktion, ich arbeite seit Kurzem mit Übergewichtigen Menschen und versuche sie per Hypnose auf einen gesunden Weg zur Ernährung zu bringen.
    Abnehmen beginnt im Kopf und Ihre Beiträge dazu finde ich total super.
    Ihre Ratschläge geb ich gerne weiter.
    Einfach toll!!!
    Ihre Elke Borgmann

    • Christian John
      Christian John sagt

      Liebe Frau Borgmann, vielen Dank für das tolle Lob! Soetwas freut und motiviert uns immer sehr! 🙂
      Viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und herzliche Grüße, Christian John

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