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7 Dinge, die Sie über Ihre Schilddrüse wissen sollten

Die Ernährung spielt für unsere Schilddrüse eine große Rolle

Sie ist klein, unscheinbar und hat enorme Auswirkungen auf unser Leben: die Schilddrüse. Ob Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Schweißausbrüche – nicht selten ist die Schilddrüse an diesen und vielen anderen Befindlichkeitsstörungen beteiligt. Grund genug, das oft vernachlässigte Organ genauer zu betrachten.

1. So steuert die Schilddrüse Stoffwechsel, Kreislauf und Psyche

Kleine Drüse, große Wirkung: Die Schilddrüse sitzt im Hals knapp unterhalb des Kehlkopfes. Sie ist zwar nur wenige Zentimeter groß, nichtsdestotrotz hat sie großen Einfluss auf unser Leben. Denn sie produziert die wichtigen Stoffwechsel-Hormone T3 und T4. Sie steuern unsere Energie, den Kreislauf und auch unsere psychische Verfassung. Ihr Einfluss sollte nicht unterschätzt werden.

2. Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Nehmen Sie plötzlich stark an Gewicht zu, ohne Ihre Ernährungsweise geändert zu haben, könnte eine Schilddrüsenunterfunktion daran schuld sein. Weitere Hinweise hierfür wären Müdigkeit und Lustlosigkeit oder häufiges Frieren, sogar an warmen Orten. Der Grund dafür sind zu wenig freigesetzte Schilddrüsenhormone, der Stoffwechsel läuft dann im Prinzip auf Sparflamme.

3. Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Es gibt auch das andere Extrem: Eine Schilddrüsenüberfunktion. Hier setzt die Schilddrüse zu viele Hormone frei. Menschen, die darunter leiden, verlieren oft – ohne eine Diät zu machen oder kleinere Mengen zu essen – ungewollt an Gewicht. Sie werden nervös, aufbrausend und unruhig. Schlafstörungen, Hitzewallungen und Herzrasen können hinzu kommen.

4. Kropfbildung – auch heute keine Seltenheit

Das eindeutigste Zeichen, dass etwas mit der Schilddrüse nicht stimmt, ist das sogenannte Struma – im Volksmund „Kropf“ genannt. Noch heute weisen rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland eine vergrößerte Schilddrüse auf. Meist deutet diese Verdickung am Hals auf zu wenig Jod hin, ist also das sichtbare Zeichen von Jodmangel.

Jod ist ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Steht der Schilddrüse nicht genug Jod zur Verfügung, vergrößert sie sich, um mehr Jod aus dem Blut filtern zu können. Jod aus natürlichen Quellen kann hier ebenso wie jodiertes Speisesalz vorbeugen. Stellen Sie eine Verdickung im Halsbereich fest, sollten Sie das bei Ihrem Arzt abklären lassen.

5. Natürliche Jodquellen 

Deutschland ist ein Jodmangelland. Grund dafür sind die jodarmen Böden Mitteleuropas, auf denen unsere Lebensmittel und die Futtermittel unserer Nutztiere wachsen.

Doch Jod ist ein wichtiges Schilddrüsen-Spurenelement. Nur mit seiner Hilfe kann die Schilddrüse ihre normale Funktion erfüllen. Darum wird auch seit fast 30 Jahren der Einsatz von jodiertem Speisesalz empfohlen. Durch diverse Maßnahmen konnte die Jodversorgung in Deutschland zwar verbessert werden, aber noch immer nehmen weite Bevölkerungsgruppen zu wenig Jod über die tägliche Ernährung auf. Damit die Schilddrüse normal funktionieren kann, ist sie daher besonders auf eine richtige Ernährung angewiesen. Natürliche Quellen, um den Bedarf von täglich 200 μg Jod zu decken, sind zum Beispiel Seefisch (z. B. Seelachs), Meeresfrüchte wie Muscheln oder auch Algen (Vorsicht: Können je nach Sorte auch sehr hohe Jodgehalte haben!).

Auch Gemüse enthält kleine Mengen an Jod, z. B. Champignons (18 μg/100g), Erdnüsse (13 μg/100g), Brokkoli (12 μg/100g), Spinat (12 μg/100g) oder Ananas (10 μg/100g) .

6. Kohl, Rettich oder Zwiebeln bei Schilddrüsenunterfunktion?

Auch andere Lebensmittel können Auswirkungen auf die Schilddrüse haben – zumindest, wenn sie in sehr großen Mengen verzehrt werden. In diese Gruppe gehören die Kreuzblütler, zu denen Kohl, Senf und Zwiebeln zählen.

Obwohl diese Gemüsesorten sehr viele positive Eigenschaften haben und auch als sehr gesund gelten, enthalten sie die sogenannten „Brassica-Faktoren“ (Brassicaceae = Gattung der Kreuzblütler). Es wird vermutet, dass Brassica-Faktoren die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse hemmen und damit eine Kropfbildung begünstigen können.

Normale Portionsgrößen (1-2 Handvoll pro Tag) sind allerdings unbedenklich, sehr gesund und liefern wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Nur durch sehr einseitige Ernährung (etwa bei Kohldiäten) kann dieser Effekt auftreten.

7. Essen Sie Nüsse

Nüsse sind hervorragende Nahrung für unsere Schilddrüse. Neben gesunden Fettsäuren liefern die kleinen Nährstoffbomben auch die Spurenelemente Jod (z. B. Erdnüsse) und Selen (v. a. Paranüsse), die für eine normale Funktion der Schilddrüse sorgen. Hier erfahren Sie mehr über die gesunden Knabbereien.


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Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita und geht in Kürze in die Babypause. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

4 Kommentare
  1. Lisa Rosenbaum sagt

    Mein Großvater hat Probleme mit seiner Schilddrüse. Der Arzt hat ihm bereits viele Medikamente verschrieben und mein Großvater versucht sich so gut es geht von den hier erwähnten Lebensmitteln zu ernähren. Glücklicherweise geht er regelmäßig zu einer Schilddrüsenkontrolle.

  2. Viktoria Maisner sagt

    Hallo zusammen,
    vielen herzlichen Dank für den spannenden und informativen Artikel. Durch eine Blutuntersuchung wurde bei mir auch eine Schildrüsenunterfunktion festgestellt. Um diese in den Griff zu bekommen, habe ich mich viel im Internet zum Thema erkundigt und an einem Schilddrüsenworkshop teilgenomen. (Link von der Red. entfernt, bitte beachten Sie unsere Netiquette)

  3. Elisabeth Eberhard sagt

    Guten Tag!
    Ich würde gerne wissen, wenn man nach einer Total Op der Schilddrüse täglich Ersatz hormone einnehmen muß, den Körper gesundheitlich unterstützen kann. Ich habe nämlich unter verschiedenen Mängeln zu leiden, die ich vor der Operation nicht hatte. Ich wäre für eine Antwort sehr dankbar.

  4. Cornelia Ringel sagt

    liebe Frau Högl,
    ich habe seit 8 Jahren eine Schilddrüsenunterfunktion in Form einer Hashimoto.
    Um mit dieser Krankheit gut leben zu können, brauchen mann viel Wissen.
    Leider bringen auch Sie die alte Geschichte, Deutschland sei ein Jodmangelgebiet und daher
    solle man Jod zufsätzlch zu sich nehmen.
    Seit das Tierfutter jodiert wird, steigen die Zahlen der Schilddrüsenerkrankungen; viele
    Menschen nehmen heute eher zuviel Jod durch Fertignahrung auf als zu wenig.
    Z. B. können Sie mit 1 l Milch, wenn Sie Pech haben, den Wochenbedarf an Jod decken.
    Da ich eine Jodunvertäglichkeit habe, die es lt. Schulmedizin nicht gibt, muß ich sehr aufpassen, was ich esse.
    Seit 2 Jahren nehme ich la Vita – auch hier muß ich genau schauen, wieviel an Jod ich schon
    aufgenommen habe und wann ich laVita (mit Jod) trinken kann.
    Das mag für Außenstehende lächerlich klengen, ist es aber für Betroffene nicht. Und es gibt
    mehr Betroffene als man glaubt.
    Herzliche Grüße
    Cornelia Ringel

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