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Pestizide in Obst und Gemüse – ist Bio die bessere Wahl?

Pestizide in Obst und Gemüse - Bio ist meist die bessere Wahl

In rund 80 Prozent konventionell produziertem Obst und Gemüse sind Pestizide nachweisbar. Bei Bio-Produkten ist es genau umgekehrt: Fast 90 Prozent der Proben enthielten keine Pestizide. Wir klären, was es mit Pestiziden in unseren Lebensmitteln auf sich hat und warum der Griff zur Bio-Kiwi eindeutig die bessere Wahl ist.

Warum werden Pestizide eingesetzt?

„Pestizide“ ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe chemischer Mittel, die in der konventionellen Landwirtschaft zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden. Um Insekten und Schädlinge abzutöten werden Insektizide benutzt, Herbizide vernichten Unkräuter und gegen Pilzbefall wirken Fungizide.

Derartige chemisch-synthetischen Präparate sind im biologischen Anbau tabu. Das entlastet sowohl Verbraucher als auch die Umwelt. Statt mit Pestiziden bekämpfen Ökobauern „Unkraut“ auf ihren Feldern mechanisch, bedienen sich der Hilfe von Nützlingen und achten z. B. auf die optimale Fruchtfolge um die Bodengesundheit und -Fruchtbarkeit zu erhöhen. So werden natürliche Schädlinge auf natürliche Weise in Zaum gehalten.

Sind Pestizide schädlich?

Dass Pestizide giftig sind, ist nicht verwunderlich, denn genau das ist ihre Aufgabe. Leider sind sie nicht nur für „Schädlinge“ giftig, sondern auch für Natur und Mensch. Immer wieder werden erhöhte Pestizid-Rückstände und Grenzwertüberschreitungen vor allem in Obst und Gemüse festgestellt. Auch über den Umweg des Tierfutters können Pestizide in unsere Nahrung gelangen und in unseren Gewässern sind sie ebenfalls längst angekommen.

Pestizide sind fast ohne Ausnahme auch für Menschen gesundheitsschädlich. Das bestreitet heute niemand mehr. Schon lange ist es etwa üblich, Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich abzuwaschen, da es ja „gespritzt“ sein könnte. Unter dem funktionsbezogenen Oberbegriff „Pestizid“ versteckt sich eine Vielzahl von Stoffen. So können auch die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ganz unterschiedlich sein. Neben Blei, Arsen, Quecksilber, Chrom und Radionukleiden gehören Pestizide laut EU-Koordination des Deutschen Naturschutzrings zu den sechs gefährlichsten Umweltgiften der Welt.

Dass Pestizide giftig sind, bestreitet heute niemand mehr. Ihr weit verbreiteter Einsatz beim konventionellen Anbau ist daher stark umstritten.

Dass Pestizide giftig sind, bestreitet heute niemand mehr. Ihr weit verbreiteter Einsatz beim konventionellen Anbau ist daher stark umstritten.

Mit Bio auf der sicheren Seite?

Eine Studie der Universität Stanford hat belegt, dass im Urin von Kindern, die sich ökologisch ernähren, weniger Pestizidrückstände zu finden sind, als bei Kindern, die konventionelle Lebensmittel verzehren. Der Grund liegt auf der Hand: Bis auf wenige Ausnahmen sind Bio-Obst und Gemüse in aller Regel unbelastet, da im biologischen Anbau keine chemisch-synthetischen Pestizide zugelassen sind.

Der Pestizidexperte Lars Neumeister kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und hat dazu auch noch konkrete Zahlen parat: Seine Auswertung von 58.000 Proben, die von der Lebensmittelaufsicht zwischen 2011 und 2013 gesammelt wurden, ergab, dass die Bio-Ware bei jeder Probe weniger belastet war als konventionelles Obst und Gemüse.

Dabei kamen auch einige krasse Fälle ans Licht: Bio-Zitronen hatten eine 130-fach geringere Pestizidbelastung als konventionelle Zitronen. Kiwis aus konventionellem Anbau waren sogar 3000 Mal höher mit Pestiziden belastet als Kiwis aus Bio-Anbau! Interessant dabei ist die Beobachtung, dass bei Bio-Obst die Auswirkungen deutlicher messbar sind, als bei Bio-Gemüse – im Schnitt war konventionelles Obst 350 Mal stärker belastet, konventionelles Gemüse 30 Mal mehr.

Abwaschen gegen Schmutz – Bio gegen Pestizide

Von dem Tipp, Obst und Gemüse einfach vor der Zubereitung gründlich zu waschen und zu bürsten, hält Pestizidexperte Neumeister – zumindest in Bezug auf Pestizide – nichts. Viele Pestizide können auch durch die Schale dringen, weiß Neumeister. Waschen und bürsten löst demnach zwar den Dreck, ändert aber so gut wie nichts an der Pestizidbelastung.

Wer sich gesund ernähren möchte, sollte also auf Lebensmittel aus Bio-Anbau setzen. Einen Überblick über die zahlreichen unterschiedlichen Biosiegel finden Sie hier.

Pestizide sind aber nur ein Puzzleteil. Bei der Frage ob Bio oder nicht geht es auch um Themen wie Nachhaltigkeit, Nährstoffgehalt und Regionalität. Hierzu erfahren Sie in Kürze mehr auf unserem Blog.

LaVita ist frei von Pestiziden
Die Qualität unserer Zutaten und damit auch die Qualität unseres Vitalstoffkonzentrats sind für uns von zentraler Bedeutung. LaVita ist ein Naturprodukt, frei von Pestiziden, Schwermetallen und Zusatzstoffen sowie ohne Gentechnik. Es wird – durchgeführt durch die FoodCert Alliance und von TÜV Rheinland überwacht – regelmäßig auf unerwünschte Stoffe wie Schwermetalle, Mikroorganismen, Gentechnik und auch auf ein Spektrum von insgesamt 450 Pestiziden untersucht. Wir halten uns dabei an die Orientierungswerte des BNN (Bundesverband Naturkost Naturwaren), also an die Werte, die auch bei Bio-Lebensmittel angestrebt werden und die um ein Vielfaches unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Das entsprechende TÜV-Siegel finden Sie hier: http://www.certipedia.com/quality_marks/0000039227

Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler und Anthropologe interessiert den jungen Familienvater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren, Zeit mit seinen beiden Söhnen zu verbringen und gesundes Essen. Wenn er nicht für seine Familie und Freunde kocht, macht sich Christian Gedanken, wie er sein Häuschen ausbauen kann.

4 Kommentare
  1. Sabine Kramer sagt

    Hallo! Ich frage mich schon seit langem, ob die ganzen Giftstoffe nicht nur AUF der Schale, sondern auch darunter stecken. Schade, dass mein Verdacht nun bestätigt wurde. Aber vielen Dank an Euch, dass Ihr es mal so klar und deutlich ausgesprochen habt. Dann werde ich wohl demnächst ganz auf Bio umsteigen.
    Eine Frage noch: Stimmt es, dass es Gemüsesorten gibt (z.B. Zwiebeln oder Knoblauch), die von Natur aus jegliche Pestizide, etc abwehren und somit auch in Nicht-Bio-Qualität nicht belastet sind? Habe ich mal in einer Zeitschrift gelesen.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Liebe Sabine, tatsächlich wurden bei Knoblauch und Zwiebeln – laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit – in über 70 Prozent der Proben keine Pestizidrückstände gefunden. Anders sieht es aber bspw. bei Knoblauch aus China aus. Hier wurde sogar bei sogenanntem „Bio-Knoblauch“ eine hohe Pestizidbelastung nachgewiesen. Daher kann man nicht davon ausgehen, dass Knoblauch oder Zwiebeln eine generelle Pestizid-Resistenz besitzen. Aber nicht verunsichern lassen. Bio-Knoblauch aus der EU ist tatsächlich nahezu frei von Pestiziden. Liebe Grüße!

  2. Hans Hannes sagt

    Wäre schön, wenn es so einfach wäre! Zunächst einmal gibt es sehr viele unterschiedliche Bio-Siegel und somit sehr viele untersschiedliche Definitionen, was Bio überhaupt sein soll. Dann kommt ein extrem großer Anteil des Bio-Gemüses und Obst aus dem Ausland. Das hat dann mit Bio nicht mehr viel zu tun, wenn durch die langen Transportwege der ganze Dreck auf die Strasse gepustet wird – frei nach dem Motto „für mich bitte weniger Dreck auf der Ware, aber was unterwegs passiert, ist mir egal“ . Bio ist also leider nicht ganz so einfach wie wir es gerne hätten. Da ist mir Ware aus der Region von kleineren Anbauern viel lieber und vor allem auch viel frischer. Kurze Wege, frisch gepflügt und immer noch weit gesünder als bei all denen, die fast ohne Obst und Gemüse leben. Hinzu kommt leider auch die ganz eindeutige Beobachtung, dass kaum jemand bereit ist, die Mehrkosten für Bioware zu zahlen.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Lieber Herr Hannes, danke für Ihre Anmerkungen. Ich gebe Ihnen recht: Wie ich es in dem Artikel gegen Ende auch geschrieben habe, sind Pestizide nur eine Facette, wenn es um biologisch erzeugte Lebensmittel geht. Die Herkunft der Produkte, ihre CO²-Bilanz, Regionalität, Nachhaltigkeit und damit verbunden auch das jeweilige Biosiegel mit seinen spezifischen Auflagen spielen natürlich auch eine Rolle. Auch die Saisonalität von Lebensmitteln sollte ein Kriterium bei der Entscheidung für oder gegen ein Lebensmittel sein. Denn wer im Winter Erdbeeren kauft, braucht sich nicht über lange Transportwege und eine schlechte Klima-Bilanz wundern.

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