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Paprika, Chili, Peperoni – Eine scharfe Familie

capsaicin

Sie sind grün, gelb, rot, können mild, süß oder feuerscharf sein und sind vor allem eines: gesund. Die Familie der Paprika ist groß, denn zu ihr gehören auch die Peperoni, Peperoncini oder Chili. Was sie unterscheidet, was man bei der Verarbeitung beachten sollte und warum manche Sorten so scharf sind, erfahren Sie hier.

Paprika – Eine wahre Vitamin-C-Bombe

Die klassische Gemüsepaprika ist in unseren Küchen am häufigsten vertreten. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika und wird bei uns in den unterschiedlichsten Farben angeboten: grün, gelb, orange oder rot. Dabei spiegelt die Farbe den Reifegrad der Frucht wider. Denn erst im Laufe des Reifeprozesses reichern sich die farbgebenden Carotine (Carotin, Curcumin, Anthocyane) in der Paprika an. Eine rote Paprika ist demnach reifer als eine grüne.

Mit dem Vitamin-C-Gehalt einer Paprika kann es kaum ein anderes Lebensmittel aufnehmen. In 100 Gramm roter Paprika stecken durchschnittlich 150 mg Vitamin C. Grüne Paprika kommen auf immerhin 139 mg Vitamin C. Bei den ebenfalls enthaltenen Vitaminen A, B1 und E schneiden die roten Schoten jedoch besser ab als ihre unreiferen grünen Geschwister.

Außerdem sind in den Paprikaschoten Flavonoide, Carotine, viel Kalium, Magnesium, Zink und Kalzium enthalten. Gewichtsbewusste Menschen schätzen die Paprika, da sie kaum Kalorien hat.

Gemüsepaprikas sind – im Gegensatz zu den verwandten Peperoni oder Chili – nicht scharf, sondern schmecken eher süß. Das liegt daran, dass die ab den 50er Jahren in Ungarn gezüchteten Paprikas fast kein Capsaicin mehr enthalten.

Chili, Paprika, Peperoni

Peperoni – Vorsicht! Verwechslungsgefahr!

Jetzt wird es pikant! Denn Peperoni können leicht mit Chilis verwechselt werden. Peperoni, auch Gewürzpaprika genannt, sind mit den scharfen Chilis eng verwandt und können selbst auch eine gehörige Schärfe entwickeln. Aber im Gegensatz zu Chilis können sie auch mild und weniger scharf schmecken. Wenn im Laden nichts über ihre Schärfe angegeben ist, gilt die Faustregel: Je kleiner desto schärfer.

Auch Peperoni haben – wie die verwandten Gemüsepaprikas – kaum Kalorien, dafür aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Chili – Manche mögen´s scharf

Die Schärfe von Chilis wird durch die sogenannten Capsaicinoide, vor allem durch das Capsaicin, verursacht. Capsaicin wirkt aber nicht wie andere Geschmacksstoffe, die unsere Geschmacksnerven auf der Zunge stimulieren und dafür sorgen, dass wir etwas als süß, sauer, salzig, bitter und umami schmecken („umami“ gilt als fünfte Qualität des Geschmacksinns und bezeichnet herzhaft intensiven Geschmack). Capsaicin verursacht einen Hitze- bzw. Schmerzreiz. Durch den Hitzereiz entsteht im Körper eine gesteigerte Wärmeproduktion (Thermogenese). Um diese auszugleichen, verbraucht der Körper jede Menge Kalorien, was die Chili zu einem natürlichen Fettkiller macht.

Je mehr Capsaicin ein Chili enthält, desto schärfer ist er. Während Peperoni etwa bis 0,01 Prozent Capsaicin enthalten, kommen Thai Chilis auf ungefähr 0,3 Prozent. Die richtig scharfen Sorten wie Habanero oder Tepin bringen es auf bis zu 0,85 Prozent Capsaicin. In allen Sorten ist das Capsaicin am Stielansatz in deutlich höherer Dosis eingelagert als in der Spitze der Frucht.

Achten Sie beim Schneiden von scharfen Chilis darauf, dass Sie sich weder die Augen reiben noch mit ihren Fingern eine Schleimhaut (bspw. in der Nase) berühren, denn es kann zu starkem Brennen und sogar Schwellungen führen. Tipp: Bei der Zubereitung am besten feine Kunststoff-Handschuhe tragen.

Was tun, wenn es brennt?

Wer es scharf mag, kann bei Peperoni und Chilis die Kerne mitverwenden. Sie sorgen für eine Extraportion Schärfe. Was aber tun, wenn Sie sich in der Schärfe der Chili verschätzt haben und ihr Gericht zu scharf geworden ist? Dann hilft meistens nur noch verdünnen – je nach Gericht mit Tomatenpüree, Milch, Creme fraiche oder Kokosmilch. Außerdem mildert Joghurt, der zu dem Gericht serviert wird, die Schärfe ab.

Sollte es in Ihrem Mund bereits brennen, weil Sie zu viel Chili oder Peperoni verwendet haben, dann trinken Sie auf keinen Fall Wasser, Bier oder Säfte! Capsaicin ist nicht wasser- sondern fettlöslich. Daher löschen Milch oder Trinkjoghurt die Flammen im Mund effektiver als Wasser.


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Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

5 Kommentare
  1. Rietschel sagt

    Sehr geehrter Herr John, ich wage mich hiermit zwar etwas weit aus dem Fenster und müßte eigentlich zusätzlich recherchieren, aber die Zeit habe ich leider nicht. Was Sie hier über den Reifegrad anhand der unterschirdlichen Farben (grün, gelb, orange u. rot) von sich geben, würde ich stark anzweifeln, denn wenn es in der Tat so wäre, müßten die nicht roten Paprika beim Lagern noch nachreifen, tun sie aber nicht! Ich würde eher annehmen, daß die unterschieflichen Farben auf Züchtungen zurück zu führen sind. Falls Sie es anders gemeint haben, müssten Ihre Ausführungen allerdings anders lauten
    MfG
    G Rie.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo, Sie wagen sich gar nicht weit aus dem Fenster, denn die Frage ist durchaus berechtigt.
      Dennoch ist es so, dass grüne Paprika unreif sind. Denn im Gegensatz zu anderen Obst- und Gemüsesorten produzieren Paprikas kein Ethylen für den Reifeprozess sondern reifen ausschliesslich an der Pflanze. Werden sie grün geerntet, endet auch der Reifeprozess, ein Nachreifen setzt wie bei anderen Obst- und Gemüsesorten nicht ein.
      Man kann sich aber mit einem Trick behelfen: Lagert man eine grüne Paprika zusammen mit bspw. einem Apfel – der ja Ethylen selbst produziert – reift die Paprika nach.
      Informationen dazu finden Sie hier, hier und auch hier.
      Herzliche Grüße!

  2. Martin sagt

    Wo genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Paprika, Chili und Pepperoni?
    Den einzigsten Unterschied sehe ich in den Blättern wie man z.B: auf diesen Vergleichs-Fotos hier gut sehen kann: https://www.gartenbista.de/gemuese/paprika-anbau-304
    Danke auch an John für den dennoch sehr aufschlussreichen Beitrag zu einer meiner Lieblingsspeisen!

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo Martin, Paprika, Peperoni und Chili gehören alle zur gleichen botanischen Familie der Nachtschattengewächse. Sie unterscheiden sich vor allem – wie du schon erwähnt hast – in den Blattformen, der Größe ihrer Fruchtkörper, der geschmacklichen Ausprägung und dem Gehalt an Capsaicin, das für die Schärfe verantwortlich ist. Liebe Grüße, Christian John

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