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Kräuteröl selbst herstellen – So wird´s gemacht

Ob mit Rosmarin, Basilikum oder Knoblauch - Öle lassen sich ganz einfach aromatisieren.

Aromatische Öle selbst herzustellen wird immer beliebter. Ob mit Chili, Rosmarin, Knoblauch oder Zimt, der (Geschmacks-)Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Doch sollten Sie einige Dinge beachten. Denn ein giftiges Bakterium kann bei falscher Herstellung das Kräuteröl befallen und gesundheitliche Schäden auslösen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Bakterium aussperren und Ihre Sommersalate oder Grill- und Nudelgerichte mit leckerem Öl gesund verfeinern.

Kaltgepresstes Öl und frische Kräuter bilden eine leckere und gesunde Kombination. Die Kräuter enthalten ätherische Öle und fettlösliche Aromastoffe, Speiseöle können diese Aromastoffe aufnehmen und auf Ihre Speisen transportieren. Die in den Ölen enthaltenen Antioxidantien erhöhen gleichzeitig die Haltbarkeit.

Als Grundöle eignen sich Sonnenblumen-, Maiskeim-, Distel-, Raps- oder Sojaöl. Sie schmecken relativ neutral und können mit allen Kräutern gut aromatisiert werden. Sehr aromatische Kräuter und Zutaten wie Basilikum, Minze, Rosmarin, Oregano, Thymian, Chilischoten, Lorbeerblätter oder Knoblauch harmonieren am besten mit kalt gepressten Olivenöl.

Hochwertige Zutaten

Wenn Sie Gartenkräuter in Ihren Ölen verwenden wollen, sollten diese am besten erntefrisch verarbeitet werden. Auch Gewürze wie Pfefferkörner, Nelken und Zimt sollten Sie möglichst frisch verarbeiten. Die Kräuter müssen sorgfältig gewaschen und sehr akribisch trocken getupft werden, denn es sollte keine Restfeuchtigkeit in das angesetzte Öl gelangen. Um bei holzigen Kräutern wie Thymian, Rosmarin und Salbei die Aromaabgabe in das Öl zu steigern, hilft es, sie ein wenig Anzuquetschen, um die Aroma-Poren zu öffnen.

Die gewaschenen Kräuter und Gewürze kommen in eine saubere, trockene und gut verschließbare Flasche und werden vollständig mit Öl übergossen. Die Flaschen müssen dann kühl und am besten dunkel gelagert werden. Nach zwei bis drei Wochen ist das Kräuteröl aromatisiert. Jetzt sollte das Öl kurz aufgekocht und danach gefiltert werden. Hierzu eignet sich ein Kaffeefilter, durch den Sie das Öl in eine frische Flasche laufen lassen. Das Kräuteröl in der Flasche abkühlen lassen (dabei die Flaschenöffnung mit einem sauberen Küchentuch abdecken) und das Öl dann verschlossen kühl und dunkel lagern.

Vorsicht vor Bakterien

Das Aufkochen des Kräuteröls mutet auf den ersten Blick seltsam an, doch es hat einen wichtigen Hintergrund: Denn ein spezielles Bakterium kann der Freude über das selbst hergestellte Öl schnell den Garaus machen. Sein Name ist Clostridium botulinum. Es ist sehr widerstandsfähig und unter Luftabschluss, beispielsweise auf der Oberfläche von Öl (oder in eingelegtem Gemüse), vermehrt sich das Bakterium und bildet ein starkes Nervengift. “Vermehrung, Sporenbildung und die Bildung des Giftes hängen von vielen Faktoren ab, wie Wärmebehandlung, Lagerungsdauer und -temperatur, sowie Säure- und Wassergehalt des Lebensmittels”, sagt Luise Hoffmann, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Thüringen e.V.

Zwar ist das Bakterium robust, der Giftstoff selbst ist aber nicht hitzebeständig. Bei Temperaturen von 100 Grad reichen wenige Sekunden aus, um es zu vernichten, bei 80 Grad sind es einige Minuten. Deshalb macht es Sinn, das aromatisierte Öl kurz aufzukochen. Und ganz wichtig: Stellen Sie nur so viel Öl her, wie Sie in 3-4 Wochen verzehren können. Dann steht Ihrem selbst angesetzten Kräuteröl nichts mehr im Weg.

 

Provenzalisches Kräuteröl

1 Zweig Rosmarin, 1 Zweig Thymian, 1 Zweig Oregano, 100 ml Olivenöl

Basilikum-Öl

2 Zweige Basilikum, 100 ml Sonnenblumenöl

Die Basilikumblätter klein schneiden. Dieses Öl passt zu Tomaten mit Mozzarella oder zu Pastagerichten. Es eignet sich auch hervorragend zum Anrichten von Sommersalaten und für traditionellen Pesto.

Knoblauch-Öl

Mehrere halbierte Knoblauchzehen, Olivenöl

Der Knoblauch verleiht dem Öl nur eine leichte Nuance. Das Öl bleibt klar und verändert auch seine Farbe kaum. Es passt hervorragend zu italienischen Antipasti oder schmeckt auch pur auf gerösteten Weißbrotscheiben. Variieren kann man das Öl mit einem Stück klein geschnittenem Ingwer.

Zimt-Öl

1 Zimtstange, 1 Vanilleschote, Sonnenblumenöl

Das Zimt-Öl hat ein leicht scharfes Aroma und eignet sich für exotische Salate.


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Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

9 Kommentare
  1. Manuela Hofer sagt

    Danke für die interessanten Beiträge. Freu mich immer über den Newsletter. Manuela

    • Christian John
      Christian John sagt

      Liebe Manuela, vielen Dank für das Lob! Das freut uns! Liebe Grüße!

  2. Margaretha Geyer sagt

    Alle Informationen und Tipps sind sehr interessant und professionell verfasst.
    Das Surfen und Studieren ist reiner Genuss. Danke!
    Margaretha

  3. Jens sagt

    Ich bin etwas verwirrt bezüglich des Aufkochens. Wenn man Öl zum Kochen bringen will, fängt es an zu brennen?

    • tiny sagt

      Öl soll nur aufgekocht werden bis c.a 100 grad. Das Öl selbst hat meistens einen brennpunkt der weit über 100 Grad liegt – das variiert aber von Öl zu Öl. Wasser kocht bei 100 Grad

  4. Helmut Lembke sagt

    Danke für die Tipps, wir machen gern unser Kräuteröl selbst, aber das Bakterium war mir bisher nicht bekannt, wir werden daher ab sofort unser Öl kurz aufkochen.
    Grüße Helephoto

  5. Tanja sagt

    Wenn ich das Öl aufkochen lasse und dann heiß absiebe und abfülle, muss dann die Flasche sofort, also mit dem heißen Öl, verschlossen werden, oder lässt man das Öl erst abkühlen und verschließt die Flasche dann erst?

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber sagt

      Hallo Tanja,

      am besten verschließen Sie die Flasche sofort, also solange das Öl noch heiß ist.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

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