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Genuss erhalten, Vitamine schonen: Mit diesen Tricks lagern Sie Obst und Gemüse richtig

Tipps, damit Sie Gemüse richtig lagern

Wie halten sich Obst und Gemüse möglichst lange frisch? Und wie kann man den Vitaminverlust am besten eindämmen? Der Kühlschrank ist nicht immer die beste Lösung. Viele Sorten brauchen eine besondere Behandlung um gesund und lecker zu bleiben.

Obst richtig lagern

Bei der richtigen Lagerung von Obst gibt es eine Faustregel: Heimisches Obst mag es gerne kühl, Exoten bevorzugen dagegen Zimmertemperatur. Und Ausnahmen bestätigen die Regel – Kiwi und Feige dürfen trotzdem in den Kühlschrank.

Beeren verderben besonders schnell und wollen daher bald nach dem Einkauf genossen werden. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich gerade einmal 2-4 Tage.

Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche und andere Steinfrüchte können zwar im Kühlschrank mehrere Tage gelagert werden, büßen dort aber einiges an Aroma ein. Besser liegen sie an einem kühlen, dunklen Ort locker nebeneinander und werden innerhalb von drei Tagen verspeist.

Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen, Limetten oder Mandarinen dürfen ihrer Herkunft entsprechend im Warmen bleiben. Im Kühlschrank würden sie zu viel Aroma verlieren, da sich dort viele ätherische Öle verflüchtigen. In der Obstschale in Küche oder Esszimmer sind die Früchte bis zu einer Woche frisch und saftig.

Heimisches Kernobst, also Äpfel, Birnen oder Quitten, gehören zu den lagerfähigsten Früchten. Sie liegen gerne im Kühlschrank, oder, wenn dort wenig Platz ist, im kühlen Keller oder Lagerraum. Trotzdem sollten Sie beachten, dass nicht jeder Apfel für lange Lagerungen geeignet ist. Mehr dazu erfahren Sie hier: Apfel ist nicht gleich Apfel

Ethylen – beschleunigt Reifung aber auch Verderb

Viele Obstsorten sondern ein bestimmtes Phytohormon ab, während sie lagern. Das sogenannte Ethylen sorgt dafür, dass Früchte in unmittelbarer Nähe schneller reifen bzw. überreifen. Besonders eifrige Ethylen-Produzenten sind Äpfel, Pflaumen und Aprikosen. Sie sollten daher nicht direkt neben anderen Früchten und Gemüse liegen – außer Sie wollen die Reifung von zum Beispiel Avocados gezielt beschleunigen.

Gemüse richtig lagern

Im Gemüsefach des Kühlschrankes herrschen optimalerweise Temperaturen zwischen 8-10°C. Im Gegensatz zu Obst, fühlen sich hier fast alle Gemüsesorten wohl.

Aber auch hier gibt es Ausnahmen, nämlich einige Nachtschattengewächse wie Kartoffeln, Auberginen und Tomaten, oder auch Kürbisse. So hat eine Studie untersucht, wie sich die Lagerung von Tomaten auf deren Aroma und Geschmackserlebnis auswirkt. Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium lagerte frische, vollreife Tomaten vier Tage lang entweder bei Zimmertemperatur oder im Kühlschrank. Bei der anschließenden Analyse stellten die Wissenschaftler fest, dass sich bei den Kühlschrank-Tomaten 68 Prozent der aromagebenden sekundären Pflanzenstoffe verflüchtigt hatten.

Optimal ist es, Tomaten dunkel bei Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad zu lagern. So bleiben sie bis zu einer Woche aromatisch frisch und erhalten noch viele ihrer gesunden Inhaltsstoffe.

Salat, Blattsalate und Kräuter bleiben länger frisch, wenn Sie sie in ein feuchtes Küchentuch wickeln und in luftdichten Behältern bzw. Tüten aufbewahren. Sonst verlieren sie schnell ihre Knackigkeit und auch viele Vitamine.

Wurzelgemüse wie Karotten, Rote Beete und Sellerie gehören ebenfalls in den Kühlschrank. Dort sind sie bis zu zwei Wochen haltbar, bevor sie weich und schrumpelig werden. Wurzelgemüse lässt sich aber auch hervorragend in Sandkisten aufbewahren – besonders bei größeren Mengen. Dazu füllt man in eine Kiste Sand, legt eine Schicht Rüben hinein, bedeckt sie mit Sand und so weiter. Die Kiste steht am besten im kühlen Keller und hält auf diese Weise das Gemüse bis zu mehreren Monaten frisch.

Zwiebeln und Knoblauch müssen dunkel und kühl lagern. Frische Knollen halten sich im Kühlschrank am besten, getrocknete dagegen besser im trocknen Lagerraum.

Haben Sie Pilze gekauft, nehmen Sie dies zuhause am besten sofort aus der Plastikverpackung. Dort bildet sich sonst schnell Kondenswasser, welches die Pilze schnell faulen lässt. Eingewickelt in Küchenpapier sind die Pilze im Kühlschrank besser aufgehoben.

Reste im Kühlschrank aufbewahren

Nicht selten bleiben nach einer Mahlzeit eine oder mehrere Portionen übrig. Vielleicht kochen Sie auch gerne für den nächsten Tag vor. Leider gehen gerade beim Warmhalten, Abkühlen und wieder aufwärmen besonders viele Vitamine und andere gesunde Inhaltsstoffe verloren. Um diesen Verlust zumindest etwas einzudämmen und damit das Essen auch noch am nächsten Tag schmeckt, können Sie ein paar Dinge beachten.

Füllen Sie das Essen zum Abkühlen in einen großen, flachen Behälter, z.B. eine Auflaufform oder auf einen großen Teller. So kühlt die Speise gleichmäßiger und schneller ab. Noch warme Speisen haben im Kühlschrank nichts zu suchen, denn dann bildet sich unnötig viel Kondenswasser. Nach spätestens ein bis zwei Stunden sollten Sie das Essen aber in den Kühlschrank bzw. den Gefrierschrank stellen.

Tipp für platzsparendes Einfrieren: Reste wie Suppen, Soßen oder Eintöpfe lassen sich platzsparend als „Blöcke“ einfrieren. Einfach die Speisen in eine Gefriertüte füllen und diese verschließen. Anschließend die Gefriertüte in eine Dose oder Schachtel legen und darin einfrieren. Nach einigen Stunden können sie die Tüte herausnehmen und ohne den äußeren Behälter lagern.

Bei aller Mühe: Frisch ist immer am besten

Egal wie streng wir uns an die Regeln zur richtigen Aufbewahrung halten: Besser als das Ausgangsprodukt können Obst und Gemüse bei uns zuhause nicht werden. Achten Sie daher vor allem auf Frische beim Einkauf, auf die Saison, kurze Transportwege und möglichst biologischen Anbau. Auch der große Wocheneinkauf empfiehlt sich nicht immer. Mehrere kleine Einkäufe und damit kürzere Lagerzeiten von frischen Produkten sind fast immer möglich und immer die bessere Wahl.

 

Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

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