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Nussmus, Nussmehl oder einfach direkt knabbern – so gesund sind Nüsse!

Nüsse wie Walnüsse sind sehr gesund.

Haselnüsse, Esskastanien und Walnüsse gehören zu den wichtigsten Nussarten in unseren Gärten. Und das ist auch gut so, denn sie sind eine Wohltat für Nerven, Blutgefäße und die gesunde Alternative für die abendliche Knabberlust. Was Sie jetzt mit der reichen Ernte anfangen können, lesen Sie hier.

Obwohl Nüsse offiziell als Früchte gelten und zum Schalenobst gehören, bestehen sie im Gegensatz zum „normalen“ Obst weniger aus Wasser als mehr aus essentiellen Fettsäuren. Und man kann sie viel länger lagern – wenn man es richtigmacht. Wir haben alle nötigen Tipps für Sie, wie sie die Nüsse richtig vom Baum auf den Teller bekommen und was Sie alles mit den Herbstfrüchten machen können.

Walnüsse: Wohltat für Herz und Blutgefäße

Ernten: Mitte September bis Ende Oktober. Nur die abgefallenen Nüsse sind reif, diese sollten dann rasch aufgesammelt werden, damit sie beim feuchten Wetter nicht faulen können.

Lagern: Trocken, luftig und vor allem warm. Dazu die Reste der grünen Außenhülle abbürsten und säubern. Bitte nicht abwaschen, sonst kann die nasse Schale anfangen zu schimmeln. Nussschimmel ist sehr giftig und um diesen zu vermeiden, sollte auch die Temperatur im Lagerraum stimmen. Etwa 25 Grad sind ideal zum Trocknen. Die Nüsse brauchen mehrere Wochen, um komplett auszutrocknen. Anschließend kann man sie in Netzen kühl lagern z. B. im Keller. Dort sind sie dann über Monate haltbar. Die geschälten Walnusskerne kann man auch einfrieren, so hat man das ganze Jahr etwas von der gesunden Nuss.

Genießen: Walnüsse sind wahre Alleskönner. Ob in Backwaren oder im Salat, sie geben pikantem wie auch süßen Gerichten eine nussige Note.

Nährwert: Walnüsse sind die besten Omega-3-Lieferanten unter den Nüssen und damit cholesterinsenkend, blutverdünnend und entzündungshemmend. Damit pflegen Walnüsse Herz und Blutgefäße. Außerdem haben sie ein hervorragendes Omega-3-zu-Omega-6-Verhältnis. Das ist wichtig für eine gesunde Blutdruckregulierung und die Reaktion des Körpers bei Entzündungen. Aber Vorsicht: Walnüsse sind zwar gesund, aber auch sehr kalorienreich. Sie haben über 600 kcal und 60g Fett pro 100g.

Tipp: Beim Walnussbaum lohnt es sich auch die Blätter zu trocknen. Die Blätter haben einen hohen Anteil an Gerbstoffen, wirken entzündungshemmend, können bei Akne helfen und zu Tee verarbeitet werden.

Haselnüsse: Die kleinen Calciumbomben

Ernten: Je nach Witterung zwischen September und Oktober. Reife Nüsse erkennt man daran, dass die Schale völlig braun ist und keine grünen Stellen mehr aufweist. Nüsse mit gerissenen Schalen sollten Sie aussortieren, hier könnten Keime eingedrungen sein.

Lagern: Auch bei der Haselnuss gilt: Trocken, warm und luftig trocknen lassen. Dazu können Sie ein Tablett nehmen, einen Leinenbeutel oder einen Korb – Hauptsache luftdurchlässig, damit sich kein Schimmel bilden kann. Nach 4-6 Wochen sind die Nüsse getrocknet und man kann sie zum Verzehr knacken.

Genießen: Haselnüsse entfalten beim Rösten erst ihr ganzes Aroma, dann kann man sie bestens über Suppen, Salate oder Kuchen streuen. Zu einem feinen Mehl verarbeitet, kann Haselnussmehl beim Backen das herkömmliche Mehl sogar ganz ersetzen.

Nussmus aus Haselnüssen selber machen

Geballte Kraft in einer kleinen Nuss: Haselnüsse sind besonders reich an Calcium, Vitamin E und gesunden Fettsäuren.

Nährwert: Haselnüsse sind reich an hochwertigem Eiweiß, gesunden Fetten und vielen Mineralien. Gerade das Calcium gilt es hier hervorzuheben. 50g Haselnüsse enthalten stolze 110mg Calcium. Außerdem hilft der hohe Vitamin-E-Gehalt dabei, den Körper mit Antioxidantien zu versorgen.

Doch ebenso wie Walnüsse kommen die kleinen Haselnüsse auf 65 Prozent Fettanteil. Das ist in Bezug auf die Kalorienmenge trotz der gesunden Fettsäuren nicht zu unterschätzen. Haselnüsse gelten als Nervennahrung – aber in Maßen genießen, sonst braucht man gute Nerven, um die Kalorien wieder loszuwerden.

Esskastanien und Maronen: Die gesunden Knabbereien

Erkennen: Bitte unterscheiden Sie die essbaren Kastanien von den giftigen Rosskastanien, letztere eignen sich eher zum Basteln. Das leichteste Erkennungsmerkmal der Esskastanie ist der kleine beharrte Zipfel an der flachen Nuss. Rosskastanien sind im Gegensatz dazu kugelrund, glänzen und haben keine Behaarung. Maronen sind eine Weiterzüchtung der Esskastanie, herzförmig und kleiner als die Esskastanien.

Ernten: Ab Anfang Oktober bis Dezember. Wenn die grüne Hülle aufplatzt, sind die Esskastanien und Maronen reif.

Lagern: Trocken, kühl und luftig muss es ein, so kann sich kein Pilz bilden. Passt der Ort, können sie bis zu 3 Monate gelagert werden. Ist man sich unsicher, ob die Kastanien noch genießbar sind, hilft der Wassertest: Sinken sie auf den Boden, ist alles in Ordnung; schwimmen sie an der Oberfläche, sollten sie entsorgt werden.

Genießen: Die bekannteste Art ist wohl das Rösten bei 200 Grad im Ofen. Dazu bitte nicht vergessen, die Schale anzuritzen und eine Schale Wasser mit in den Ofen zu geben – so trocknen die Früchte nicht aus. Außerdem kann man leckere Suppen aus den Kastanien zaubern, mit etwas mehr Aufwand Kastanienmehl (glutenfrei). Gekocht sind sie eine gute Alternative zu Kartoffeln und Reis.

Nährwert: Esskastanien sind basisch, glutenfrei und gesunde Energielieferanten. Komplexe Kohlenhydrate halten lange satt. Hochwertiges Eiweiß, Ballaststoffe, jede Menge Mineralien und Spurenelemente machen sie außerdem gesund und sie haben weniger Fett (ca. 2g Fett auf 100g Kastanien) als andere Nüsse.
Heiße Maroni im Vergleich zu gebrannten Mandeln die definitiv gesündere Variante auf dem Weihnachtsmarkt.

Nussmus selber machen: Am Ende wird es lecker!

Der Trend in den Biomärkten ist ganz klar das Nussmus – sehr lecker und sehr teuer! Dabei kann man sich ein Mus aus Nüssen ganz leicht selbst herstellen, ohne Zusatzstoffe und ohne großen Aufwand!

Dazu benötigen Sie z. B. 250g Haselnüsse oder Walnüsse sowie ½ Teelöffel Zimt.
Die Nüsse im Ofen bei 200 Grad rösten, bis sie gut duften, aber noch nicht schwarz werden. Abkühlen lassen und die Schale abreiben. Dann zusammen mit dem Zimt ab in den Mixer. Solange mixen, bis ein cremiges Muss entsteht, dazwischen immer wieder Ausschalten, um den Mixer vorm Überhitzen zu schützen. Fertig!

Luftdicht verschlossen hält das Muss mehrere Wochen. Verfeinert mit Trockenfrüchten oder Ahornsirup kann man es je nach Geschmack süßen, die Haltbarkeit verkürzt sich dadurch allerdings. Guten Appetit!

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Sara Zeitlmann

Sara Zeitlmann

arbeitet seit 2002 als Redakteurin und liebt es die Geschichte hinter einer Geschichte zu sehen. Zu ihren Lieblingsthemen gehört dabei schon immer alles, was sich mit Gesundheit und Natur beschäftigt. Bis zur Babypause 2014 war sie weltweit fürs Fernsehen unterwegs, jetzt bleibt sie lieber in der Nähe der Familie, ihrem Kräutergarten und schreibt u. a. als Gast-Autorin für den LaVita Blog.

4 Kommentare
  1. Brüske, Hildegard sagt

    Die Info ist sehr gut und hilfreich. Gestört hat mich nur, daß sogar Fachleute noch immer nicht zu wissen scheinen, dass es Kohlenhydrate heisst, nicht Kohlehydrate, das tut meinem Ohr weh. Ansonsten freue ich mich schon auf die nächste Sendung La Vita liqu.
    Schönes Wochenende Hildegard Brüske

  2. Heike Buschke sagt

    Ich hätte gern gewusst, ob man die Esskastanien oder Maroni auch roh essen kann und sollte. Gibt es hierzu Empfehlungen?

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Hallo Heike,
      man kann Esskastanien und Maronen tatsächlich roh essen, aber das ist Geschmackssache. Sie haben eine adstringierende – zusammenziehende – Wirkung auf der Zunge. Außerdem verdauen wir sie besser, wenn die enthaltende Stärke durch Erhitzen aufgeschlossen wird.
      Herzliche Grüße, Sara Zeitlmann

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