Ältere Beiträge, Ernährung, Lifestyle, Nachhaltigkeit
Kommentare 6

Sommer im Glas – Marmelade kochen leicht gemacht

Erdbeer-Marmelade selber kochen

Eine uralte Form der Nahrungskonservierung ist aktuell wieder voll im Trend: Das Einmachen und Einkochen. Schon unsere Ur-Großmütter wussten, wie man die Erzeugnisse des eigenen Gartens für längere Zeit haltbar machen konnte. Das Beste daran ist: Man entscheidet selbst, was hineinkommt und kann schon im Sommer einen kleinen Vorrat für die trüben Herbst- und Wintertage herstellen. Wie Sie den Sommer in ein Marmeladenglas bekommen, zeigen wir Ihnen hier.

Einkochen oder Einmachen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Obst und Gemüse dauerhaft zu konservieren. Die beiden geläufigsten sind dabei das Einkochen und das Einmachen der Zutaten. Beide Vorgehensweisen führen zu einem ähnlichen Ergebnis, unterscheiden sich jedoch grundlegend in der Umsetzung.

Beim Einkochen werden die Zutaten in saubere Gläser mit Schraubdeckeln gefüllt und geschlossen in einen Topf mit köchelndem Wasser gestellt. Je nach Zutaten bleiben sie dort zwischen 10 Minuten und 2 Stunden. Sie werden dadurch sterilisiert und durch das Abkühlen nach dem Kochen bildet sich ein Vakuum, das die Gläser versiegelt.

Das Einmachen ist die geläufigere Art der Konservierung. Hierbei werden die Zutaten in einem Topf (zusammen mit Gelierzucker) gekocht. Der Sud wird danach in Schraubgläser gefüllt, die auf dem Deckel stehend auskühlen. Auf diese Weise lassen sich sehr einfach leckere Marmeladen oder Chutneys herstellen.

Schritt für Schritt zur eigenen Erdbeermarmelade

Damit die selbsthergestellten Marmeladen auch gelingen, gilt es, ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine sommerliche Erdbeer-Marmelade, garniert mit ein paar kleinen Tipps:

Für die Erdbeermarmelade benötigen Sie:

500 g   frische Erdbeeren
250 g   Gelierzucker 2:1

Außerdem einen hohen Kochtopf, ausreichend Schraubverschluss-Gläser, Löffel, Schöpfkelle, einen Küchentrichter und einen kleinen Teller.

Tipp 1 – Das Gelierzucker-Wirrwarr: Im Supermarkt erhalten Sie unterschiedliche Arten von Gelierzucker. Die wichtigste Information auf den Packungen besteht in der Angabe des Verhältnisses Gelierzucker-Fruchtmenge. Bei einem 1:1-Gelierzucker müssen Sie genauso viel Gelierzucker wie Fruchtmasse einkochen, d. h. 300 g Erdbeermasse vermengen Sie mit 300 g Gelierzucker. Bei einem 2:1-Gelierzucker benötigen Sie für 300 g Fruchtmasse nur noch 150 g Gelierzucker. Am wenigsten Zucker benötigen Sie bei einem 3:1-Zucker. Wenn Sie gerne auf Gelierzucker verzichten möchten, kann Ihnen das natürliche Geliermittel Pektin helfen, ein sekundärer Pflanzenstoff, der z. B. in Äpfeln enthalten ist.

Schritt 1: Die Früchtchen vorbereiten

Achten Sie beim Sammeln oder Kaufen der Erdbeeren darauf, dass Sie etwas mehr mitnehmen. Denn durch das Entfernen des grünen Strunkes und matschigen Stellen, kann sich das tatsächliche Gewicht der Fruchtmasse im Topf etwas verringern.

Zuhause sollten Sie die Erdbeeren gut waschen, trockentupfen, den Strunk entfernen, klein schneiden und genau 500 g davon abwiegen.

Legen Sie nun einen kleinen Teller in den Kühlschrank oder das Gefrierfach. Warum? Das erfahren Sie gleich.

Schritt 2: Die Gläser

Bevor Sie nun mit dem Einkochen beginnen, sollten Sie sich den Gläsern widmen. Spülen Sie Gläser und Deckel mit kochendem Wasser gründlich aus und stellen Sie diese auf ein frisch gewaschenes Geschirrtuch in die Nähe des Kochtopfes. Sie sollten hier sehr sauber arbeiten, denn Keim- oder Bakterienreste können ihre leckere Marmelade im Glas schnell mit Schimmel überziehen.

Schritt 3: Jetzt geht’s ans Eingemache

Füllen Sie die 500 g Erdbeeren und 250 g Gelierzucker (2:1) in den Topf. Der Topf sollte so groß sein, dass er nur halb gefüllt ist, denn die Fruchtmasse wird aufschäumen. Wenn Sie Ihre Marmelade gerne glatt und ohne Stückchen auf dem Brot haben, können Sie die Fruchtmasse pürieren. Anschließend die Masse umrühren und aufkochen.

Beim Marmelade kochen einen großen Topf verwenden

Wichtig: Bleiben Sie beim Topf! Denn der Zeitpunkt, wenn die Masse zum ersten Mal aufkocht und zu sprudeln beginnt, bestimmt die Kochzeit. Sobald die Masse erste Sprudelbläschen wirft, sollte sie 4 Minuten unter langsamen Rühren vor sich hin köcheln. Nach 4 Minuten können Sie den Topf vom Herd nehmen und testen, ob die Marmelade geliert.

Tipp 2 – Die Gelierprobe: Um sicher zu gehen, dass der Fruchtsud später im Glas auch geliert und nicht flüssig bleibt, können Sie die Gelierprobe machen. Jetzt kommt der bereits erwähnte Teller im Gefrierfach ins Spiel. Kurz bevor Sie die Fruchtmasse in die Gläser füllen, tropfen Sie mit einem Löffel ein kleines Häuflein Fruchtmasse auf den kalten Teller. Nach 30-60 Sekunden Wartezeit können Sie sehen, ob die Probemasse geliert ist: Wenn Sie den Teller quer halten und die Marmeladenmasse nicht über den Teller läuft, ist sie geliert. Geliert sie nicht, muss sie noch ein wenig köcheln.

Schritt 4: Jetzt wird abgefüllt

Die Gelierprobe ist gelungen? Dann füllen Sie jetzt die Marmelade in die Gläser, am besten nicht randvoll. Auch hier sollten Sie noch mal sauber arbeiten: Wenn Sie einen Trichter für das Einfüllen benutzen, vermeiden Sie, dass Marmelade auf die Gläserränder tropft. Dies kann dazu führen, dass die Deckel nicht dicht bleiben. Sobald ein Glas befüllt ist, Deckel fest aufschrauben, umgestürzt auf den Deckel stellen und auskühlen lassen.

Schritt 5: Beschriftung und Lagerung

Sind die Gläser ausgekühlt, sollten Sie Ihre Sommermarmelade beschriften. Es ist einfach schöner, ein Glas aus dem Regal zu nehmen, auf dem steht „Hansis Erdbeermarmelade 2016“ als zu rätseln, was in den Gläsern drin ist und wie alt es schon ist. Ob Sie dafür Etiketten entwerfen oder die Gläser direkt mit einem Stift beschriften, ist natürlich Geschmackssache. Die fertigen Marmeladengläser kühl und dunkel lagern.

Tipp 3 – Werden Sie kreativ! Probieren Sie ungewöhnliche Geschmacks-Kombinationen aus. Eine Erdbeermarmelade können Sie beispielsweise hervorragend mit Basilikum, Pfefferminze oder einer Prise Chili veredeln. Lust auf Bananen-Pflaumen-Marmelade? Nur zu! Ihrer Kreativität steht nichts im Wege. Bei ausgefallenen Kombinationen lohnt es sich, mit einer kleineren Menge (250 g Fruchtmasse) zu beginnen.

Haben Sie nun Lust auf Ihre eigene Marmeladenproduktion bekommen? Hier noch ein paar Rezeptideen:

Himbeer-Johannisbeer-Marmelade mit Vanille

250 g Himbeeren
250 g Johannisbeeren
250 g Gelierzucker (2:1)
Das Mark einer Vanilleschote

Erdbeer-Rhabarber-Basilikum-Konfitüre

350 g Erdbeeren
150 g Rhabarber
250 g Gelierzucker (2:1)
Die Blätter von 4 Basilikumstielen
2 EL Zitronensaft

Bevor Sie die klein geschnittenen Fruchtstücke aufkochen, sollten Sie die Fruchtmasse mit dem Gelierzucker etwa 2 Stunden ziehen lassen. Danach Basilikumblätter in Streifen schneiden, zusammen mit dem Zitronensaft in die Fruchtmasse geben und 3 Minuten aufkochen lassen.

Holunder-Pflaumen-Konfitüre

600 g Zwetschgen oder Pflaumen
150 g Holunderbeeren
250 g Gelierzucker (2:1)
1 Zitrone

Wenn Sie die Zwetschgen oder Pflaumen entkernt haben, sollten 350 g Fruchtfleisch übrigbleiben. Den Saft der Zitrone in die Fruchtmasse geben und nach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung vorgehen. Kochzeit: 4 Minuten.

Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler und Anthropologe interessiert den jungen Familienvater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren, Zeit mit seinen beiden Söhnen zu verbringen und gesundes Essen. Wenn er nicht für seine Familie und Freunde kocht, macht sich Christian Gedanken, wie er sein Häuschen ausbauen kann.

6 Kommentare
  1. Lothar sagt

    Warum in der Marmelade nicht Stevia zum Süßen und Apfelpectin + Citrat zum Gelieren?

  2. Rolf Kaiser sagt

    Gelierzucker ist im EH nur in 500gr. Packungen zu erhalten
    und man nimmt immer dazu 1,0 kg Früchte, das egibt ca. 3-4 Gläser
    Konfitüre, sonst ergibt es keine Relation zum Strompreis und der Arbeitszeit.
    Meine Erfahrungen beruhen auf 16 Jahre mit ca. 500-550 Gläser, wobei kein
    einziges Glas nicht 100% von Erfolg war.

  3. Gundula sagt

    Ich liebe selbstgemachte Konfitüre. Selbst habe ich schon sehr viele Variationen ausprobiert und verwende immer Gelierzucker 3:1. Dabei kommt es mir nicht auf die Relation der Kosten an sondern auf den Geschmack und ich weiß, was sich in meinen Gläsern befindet. (Erdbeere, Johannisbeere, Sauerkirschen) (Stachelbeere, Johannisbeere, Pfefferminze) (Holunderblüten, Erdbeere) u.s.w. Viel Spaß beim Herstellen!

  4. Karin sagt

    Ich habe meinen Mann jetzt wieder zum Umtauschen geschickt, als er mit 2:1 und 3:1 Geliermittel ankam. Dieses enthält als Konservierungsstoff Sorbinsäure. Auch wenn diese unschädlich sein soll, verzichte ich dennoch gerne darauf. Ich nehme einfach weniger Zucker und mehr Pektin – das klappt meistens und hält auch 2 Jahre. (Sauerkirschgelee neigt allerdings dazu, nicht richtig fest zu werden.)
    Was spricht eigentlich gegen die zusätzliche Verwendung von Kartoffelstärke? Angeblich soll Marmelade dann schneller verderben. Ich kenne allerdings keine sachlich schlüssige Begründung. Es gab auch mal ein Geliermittel(Konfigel?) im Bioladen, das einen Anteil Stärkemehr enthielt.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo Karin,
      gegen Kartoffelstärke als Geliermittel spricht erstmal nichts. Ich persönlich habe damit noch keine Erfahrung gemacht, kann daher auch nichts über Haltbarkeit o.ä. berichten. Aber die Haltbarkeit läßt sich ja mit einer kleinen Charge überprüfen. Aktuell kochen wir unsere Kirschen ein, da kann ich Kartoffelstärke mal testen. Mal sehen, ob die Gläser bis nächstes Jahr halten. Liebe Grüße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.