Spazierengehen: Eine gute Methode unsere Lymphe in Schwung zu bringen.

So bringen Sie Ihren Lymphfluss in Schwung

Das Lymphsystem durchzieht uns wie ein Netzwerk von Kopf bis Fuß. Die Lymphe fungiert dabei als Müllabfuhr für unseren Körper. Ist der Lymphfluss gestört, können Schwellungen und Lymphödeme entstehen. Wir haben für Sie 7 Tipps, die die Lymphe wieder in Fluss bringen.

von Dunja Rieber

Neben unserem Blut durchzieht unseren Körper noch eine andere Flüssigkeit: die Lymphe. Etwa zwei Liter Lymphflüssigkeit fließen täglich in einem eigenen Gefäßsystem durch unseren Körper. Hunderte von Lymphknoten verbinden dabei die Lymphbahnen untereinander.

Aufgabe: Der Transport von Abfallstoffen und die Immunabwehr

Hauptaufgabe unseres Lymphsystems ist der Transport von Abfallstoffen und die Entwässerung unseres Gewebes. Ohne die Lymphe würden sich die Abfallstoffe in unseren Zellen ansammeln und diese in kürzester Zeit zum Platzen bringen. Erst über das Lymphsystem kann der Abfall aus unseren Zellen in unsere Leber und die Nieren abtransportiert werden, die diese dann endgültig ausscheiden. Zudem befinden sich in der Lymphe auch unsere weißen Blutkörperchen, die für unsere Immunabwehr wichtig sind. Werden wir krank, schleust das lymphatische System die Erreger in die Lymphknoten – und sie vergrößern sich.

Schwellungen durch Lymphstau

Wenn das Lymphsystem Probleme bereitet, tritt der Lymphstau anfangs meist nur tagsüber auf und die Schwellungen bleiben weich. Erst im späteren Verlauf lassen die Schwellungen auch im Liegen nicht nach und fühlen sich mit der Zeit härter an. Der Grund: Die Abfallstoffe in der Lymphe lösen teilweise Entzündungen im Gewebe aus. Je länger die Flüssigkeit sich staut, desto schlimmer wird es.
Im Gegensatz zum Blut kann unser Lymphfluss nicht unser Herz als Pumpe nutzen. Das Lymphsystem ist daher anfällig für Störungen und der Fluss kommt schnell ins Stocken. Ursache sind manchmal auch OP-Narben oder Verletzungen im Gewebe, die unsere Lymphbahnen unterbrechen. Fließt die Lymphflüssigkeit nicht mehr richtig ab, staut sie sich im Gewebe. Lymphödeme können die Folge sein.

Zu viel Sitzen mag unser Lymphsystem nicht

Auch unser Lebensstil kann den Lymphfluss beeinträchtigen. Bewegen wir uns zu wenig, kann das ebenfalls zu einem Lymphstau führen. Besonders betroffen sind in der Regel die Beine. Aber auch Finger, Arme und Augen können anschwellen.
Das Gute: Wir können selber viel dafür tun, um unser Lymphsystem gesund zu halten.

Diese 7 Tipps helfen, das Lymphsystem anzuregen:

1. Sanfte Bewegung

Bewegen wir uns zu wenig, staut sich die Lymphe bevorzugt im Bereich der Beine. Bewegung bringt das gesamte Lymphsystem in Schwung. Denn der Wechsel von An- und Entspannung der Muskulatur regt auch die Lymphbahnen an. Schwimmen ist besonders empfehlenswert. Der umgebende Wasserdruck wirkt zusätzlich positiv auf die Lymphe. Achten Sie aber darauf, dass das Wasser nicht zu warm ist. Ebenfalls gut: Radfahren, Yoga oder Walking. Sport mit abrupten Bewegungen wie z. B. beim Squash ist weniger förderlich. Auch Kneippsches Wassertreten regt den Abtransport angesammelter Lymphe an.

2. Genug Wasser trinken

Die Rechnung „wenig Trinken, wenig Wasseransammlungen“ geht nicht auf. Trinken wir zu wenig, werden die Lymphbahnen noch weniger durchspült. Auch Leber und Niere werden durchs Trinken angeregt den Körper von Giftstoffen zu reinigen.

3. Lymphdrainage

Chronische Lymphödeme sind eine Krankheit. Wer dauerhaft damit zu tun hat, dem kann eine regelmäßige manuelle Lymphdrainage helfen: Mit kreisförmigem, leichtem Druck schiebt der Masseur die Flüssigkeit in den Lymphgefäßen Richtung Herz an. Der Masseur arbeitet dabei den gesamten Körper durch.

4. Brennnessel und Löwenzahn entwässern

Heilkräuter können den Abtransport von angestauter Lymphe unterstützen. In der Naturheilkunde gelten Löwenzahn und Brennnessel als besonders wassertreibend. Bei immer wieder auftretenden Beschwerden empfiehlt sich statt einer Selbstmedikation vorher den Rat Ihres Arztes einzuholen.

5. Nachts die Beine hochlegen

Um Stauungen nach dem Aufstehen zu vermeiden, können Sie versuchen die Beine nachts etwas höher zu lagern. Hierfür eignen sich spezielle Venenkissen, die im Fachhandel erhältlich sind.

6. Die richtige Ernährung: Salz zieht Wasser an

Auch mit einer gesunden Ernährung mit viel Gemüse und Obst als Basis können Sie zu einem funktionierenden Lymphsystem beitragen. Vermeiden Sie dagegen zu viel Salz. Im Übermaß kann es Wasseransammlungen fördern. Achten Sie vor allem auf verstecktes Salz in Fertiggerichten, Wurst, Schinken oder Lakritz.

7. Schatten statt Sonne

Bei heißem Wetter weiten sich ohnehin unsere Gefäße. Lymphe und Blut stauen sich dann eher im Gewebe. Direkte Sonneneinstrahlung kann diesen „Stau“ zusätzlich fördern. Längeres Sonnenbaden sollten Sie daher besser vermeiden.

 


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

7 Kommentare

  • Brigitte Marks

    Der Artikel hat mir aufgefallen.
    Würde gern weitere Artikel lesen wollen.

  • LymPhysio Denise Corban-Koyka

    Grundsätzlich gut recherchiert u. geschrieben, nur bei der Bezeichnung “Masseur” für die Lymphdrainage rollen sich mir die Zeh-Nägel auf, weil es a.) nur noch die wenigsten Masseure gibt, viel mehr sind es die wenigen Masseurinnen, die sich für diese Arbeit nicht zu schade sind u. b.) haben wir durch uns Physiotherapeuten, die wir auch ohne Lymphdrainage operierte Patienten nicht adäquat behandeln können, eine Lymph-Abdeckung von >90%.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo,
      Vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren wertvollen Hinweis!
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  • Veronika Schiller

    Liebe la Vita,
    Mit großer Neugier und viel Freude lese ich jeden Artikel. Es ist spannend und sehr informativ was mich hilfreich durch mein Leben bringt. Recht herzlichen Dank für so viel Achtsamkeit.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo Frau Schiller,

      Das freut uns – alles Gute für Sie!
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  • Hallo Frau Rieber,
    ein wirklich interessanter und gut geschriebener Artikel.
    Habe seit mehreren Jahren Multiple Sklerose und unterstütze meinen Körper mit sanfter Bewegung und gesunder Ernährung.
    Alles gute für Sie und weiter so.

    Viele Grüße Anna

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo Anna,
      Vielen Dank für das Lob. Alles Gute für Sie!
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

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