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Kräuter trocknen: So bewahren Sie sich die Aromen des Sommers

Kräuter trocknen: So erhalten Sie das volle Aroma

Haben Sie Ihr Kräuterbeet auch gut gepflegt? Dann freuen Sie sich sicherlich jeden Tag über die frischen Aromen für Salate, Soßen und Gerichte. Wäre doch schade, wenn die so heiß geliebten Kräuter einfach dem ersten Frost zum Opfer fallen würden. Darum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Pflanzen in Ihrem Garten zu ernten und die sommerlichen Aromen für den Winter zu konservieren. Diese Regeln sollten Sie beim Kräuter trocknen und verarbeiten beachten.

1. Ernten Sie zum richtigen Zeitpunkt

Wollen Sie die Kräuter in Ihrem Garten ernten, um sie zu trocknen, sollten Sie einen geeigneten Zeitpunkt dafür auswählen. Es sollte an diesem Tag nicht regnen, optimalerweise waren auch die beiden vorhergehenden Tage trocken. Dann dauert der Trocknungsvorgang nicht so lang, was sich wiederum positiv auf das Aroma der Pflanzen auswirkt.

Auch die Tageszeit entscheidet mit darüber, wie aromatisch Ihre getrockneten Kräuter werden. Am besten ernten Sie Ihre Kräuter am späteren Vormittag, der Morgentau sollte dann schon verdunstet sein. Jetzt ist die Konzentration an gesunden und aromatischen Inhaltsstoffen am höchsten.

2. Ganze Zweige abschneiden

Schneiden Sie Ihre Kräuter einige Zentimeter über dem Boden ab, sodass die Pflanze erneut austreiben kann. Die Blätter lassen Sie zum Trocknen am besten noch an den Stängeln. So können Sie handliche Bündel binden. Außerdem vergrößert jede Zerkleinerung die Oberfläche der Kräuter. Damit verflüchtigen sich mehr Inhaltsstoffe beim Trocknen, die Kräuter schmecken weniger intensiv.

3. Binden Sie Kräutersträußchen

Fassen Sie einige Zweige der gleichen Sorte zu einem kleinen Strauß zusammen und binden Sie mit einem Bindfaden oder auch einem Küchengummi aneinander. Auf ein Waschen der Kräuter sollten Sie übrigens besser verzichten, da sich sonst die Trocknungszeit unnötig verlängert. Und je länger die Kräuter trocknen müssen, desto mehr Aroma geht verloren.

4. Der perfekte Trockenraum

Die älteste und nach wie vor beste Methode, Kräuter zu trocknen ist das Lufttrocknen. Hier bleiben die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe erhalten, gleichzeitig wird keine Energie verbraucht. Getrocknet werden die Kräuter in einem möglichst dunklen, warmen (20-30° C) und gut durchlüftetem Raum. Sehr gut eignet sich zum Beispiel ein Dachboden oder ein Gartenhaus. Hier werden die Kräuterbüschel kopfüber z. B. an einer Wäscheleine aufgehängt. Das Trocknen selbst sollte maximal 48 Stunden dauern, vermeiden Sie aber unbedingt direkte Sonneneinstrahlung. Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn sie beim Anfassen deutlich rascheln.

Sollten Sie sich doch entscheiden, die Kräuter im Ofen trocknen zu wollen, sollten Sie darauf achten, eine Temperatur von 40° C nicht zu überschreiten. Wird es wärmer verflüchtigen sich die begehrten ätherischen Öle, die für das Aroma der Kräuter sorgen. Auch andere wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine oder Flavonoide reagieren empfindlich auf höhere Temperaturen.

5. Kräuter trocknen und zügig weiterverarbeiten

Sind Ihre Kräuterbündel durchgetrocknet, sollten Sie sie bald weiterverarbeiten. Jeder Tag kostet Sie sonst Aroma. Lösen Sie dazu die Sträuße und zerkleinern Sie die Kräuter soweit Sie mögen. Anschließend füllen Sie sie in luftdichte Behälter, am besten aus Glas. Dunkel gelagert sind Ihre selbst getrockneten Kräuter nun mehrere Monate haltbar.

6. Welche Kräuter eignen sich zum Trocknen, welche nicht?

Manche Kräuter aus Ihrem Garten eignen sich besonders fürs Trocknen, andere dagegen gar nicht. Getrocknet sind z. B. Oregano, Thymian, Rosmarin, Lavendel, Beifuss, Majoran und Zitronenverbene meist genauso aromatisch, wie die frischen Kräuter. Dagegen büßen Basilikum, Dill, Petersilie oder Schnittlauch beim Trocknen schon deutlich an Geschmack ein. Für sie eignen sich im Zweifelsfall andere Arten der Haltbarmachung besser.

7. Pesto, einfrieren, einlegen: Auch so machen Sie Kräuter haltbar

Wer keine Möglichkeit hat, Kräuter zu trocknen oder wasserreiche Kräuter wie Basilikum oder Dill verarbeiten möchte, hat mehrere Alternativen. So können Sie Ihre Kräuter z. B. zu einem Pesto verarbeiten. Sowohl Pesto, als auch zerkleinerte Kräuter lassen sich gut einfrieren. Mit etwas Wasser vermischt eignen sich dafür Eiswürfelbehälter sehr gut. Eingefroren sind die Kräuter sehr lange haltbar und sehr aromatisch. Die Kräuterwürfel können Sie bei Bedarf direkt in den Topf geben. Ein vorheriges Auftauen ist in der Regel nicht notwendig.

Daneben bietet sich noch das Ansetzen eines Kräuteröls an, um die Aromen des Sommers auch im Winter genießen zu können. Rezepte und Anleitungen dafür finden Sie hier: Kräuteröle selbst herstellen

8. Kreieren Sie Ihre eigenen Kräutermischungen!

Haben Sie sehr viele verschiedene Kräuter zuhause, können Sie eigene Kräutermischungen kreieren. Der Klassiker „Kräuter der Provence“ besteht z. B. meist aus Oregano, Bohnenkraut, Rosmarin, Majoran, Thymian. Hinzu kommen noch Basilikum Salbei, Lorbeer, Kerbel oder Estragon. Wieviel Sie von jeder Zutat verwenden, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Lassen Sie bei den Kräutermischungen Ihrer Fantasie freien Lauf, vielleicht orientieren Sie sich an Gerichten, die Sie häufig kochen. Natürlich können Sie Zutaten wie Chili oder Koriander, die Sie nicht im eigenen Garten anbauen auch zukaufen. Hier sollten Sie lediglich auf gute Qualität achten – dann sind Ihre selbstgetrockneten Kräuter in bester Gesellschaft!

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

1 Kommentare
  1. Christiane Balser sagt

    Danke ,das werde ich ausprobieren!!Habe bisher nur Minze und Melisse als Bündel getrocknet.Chilischoten machen mir auch immer Spass!Ich mag’s gerne feurig.LG

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