Mehr als 200 Kopfschmerz-Arten unterscheiden Experten.

Das hilft gegen Kopfschmerzen – 7 natürliche Maßnahmen und bewährte Hausmittel

Wenn es im Kopf pocht und hämmert, sind Tabletten nicht immer die beste Wahl. Erfahren Sie, welche einfachen Mittel manchmal genauso schnell gegen die Schmerzen helfen - und welche Rolle die Ernährung dabei spielen kann.
von Dunja Rieber

Ob bei Stress, nach langer Konzentration oder durch Wetterwechsel – fast jeder hat mal Kopfschmerzen. Wenn der Kopf brummt, greifen viele wie selbstverständlich zu Schmerzmitteln. Doch nicht in jedem Fall muss der Schmerz gleich mit Tabletten bekämpft werden. Leichteres Kopfweh lässt sich oft mit bewährten Hausmitteln lindern. Und auch wenn es bei schlimmen Migräne-Attacken nicht ohne Tabletten geht: Es gibt hilfreiche Maßnahmen, die zumindest die Chance verbessern, dass die Schmerzen gar nicht erst aufkommen.

Kopfschmerzen geben Ärzten viele Rätsel auf. Denn Fachleute unterscheiden mehr als 300 verschiedene Arten und die Ursachen sind längst noch nicht geklärt. Dennoch steht fest: Beim Thema Kopfschmerzen ist ein ganzheitlicher Ansatz gefragt, der Stress-Abbau, einen gesunden Lebensstil und Bewegung umfasst. Wichtig: Bei den ganzen Tag bzw. mehrere Tage anhaltenden oder sehr starken Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Ursachen abzuklären.

Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps bei Kopfschmerzen zusammengestellt. Nicht jede Maßnahme hilft immer und bei jedem. Aber es lohnt sich auszuprobieren, was Ihnen persönlich guttut.

Diese sieben Tipps können bei Kopfschmerzen helfen:

1. Pfefferminzöl ist einen Versuch wert

Die Pfefferminze hat als Heilpflanze schon länger einen festen Platz bei der Behandlung von Kopfschmerzen. Spezialisten des Kopfschmerzzentrums in Kiel fanden sogar heraus: Trägt man das Pfefferminzöl auf der Stirn auf, ist die Wirkung vergleichbar mit dem gängigen Schmerzmittel Paracetamol. Das Pfefferminzöl regt Kälterezeptoren in der Haut an und scheint die Wirkung bestimmter Schmerz-Botenstoffe zu lindern. Außerdem kühlt das Öl, was zusätzlich zur Entspannung beiträgt.

2. Essen Sie basisch – und regelmäßig

Insbesondere bei Migräne lautet eine der wichtigsten Regeln: Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesrhythmus und regelmäßige Essenszeiten! Routinen sorgen dafür, dass unser Gehirn möglichst stressfrei arbeiten kann – und je entspannter es arbeitet, umso weniger häufig kommt es zu „Fehlfunktionen“, die letztlich Migräne begünstigen.

Achten Sie daher unbedingt auf regelmäßige Essenszeiten. Wiederkehrende Zeiten beim Essen verhindern auch Blutzuckerschwankungen, die nachweislich Attacken provozieren können. Ideal: Essen Sie sich zu den drei Hauptmahlzeiten so satt, dass zwischendurch kein Hunger aufkommt und vermeiden Sie süße Snacks zwischendurch. In den Esspausen kann der Körper dann Entzündungen bekämpfen, die als eine Ursache für Migräne diskutiert werden.

Unser Ernährungs-Tipp:

Achten Sie auf eine überwiegend basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst, frischen Kräutern, Vollkorn, Nüssen und gesunden Ölen, die nicht nur den Blutzuckerspiegel stabilisieren, sondern Sie mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Vor allem Gemüse liefert auch basische Mineralstoffe, wie Magnesium und Kalium, die eine Übersäuerung bekämpfen.

Sie möchten eine basische Ernährung praktizieren? Mehr darüber erfahren Sie in diesem Artikel.

3. Besser ohne Milch, Histamin und Glutamat? Testen Sie es aus!

Es gibt keine Migräne-Diät bzw. Lebensmittel, die generell Schmerzen verursachen. Jeder Körper reagiert jedoch unterschiedlich und es gibt durchaus individuelle Auslöser. Als mögliche Verursacher stehen vor allem vier Dinge in der Diskussion:

      • Glutamat: Bei empfindlichen Personen kann Glutamat Kopfweh begünstigen. Der Geschmacksverstärker steckt häufig in TK-Ware, Asia-Gerichten, Soßen und Gewürzmischungen.
      • Histamin: Lange gereifte Lebensmittel wie Hartkäse, geräucherte Wurstwaren, aber auch Alkohol, wie Rotwein und Bier, enthalten besonders viel Histamin, auf das empfindliche Personen manchmal mit Kopfweh reagieren. Welche Lebensmittel noch Histamin enthalten, erfahren Sie hier.
      • Zucker: Essen Sie so wenig Zucker wie möglich. Zucker verursacht starke Blutzuckerschwankungen, die Migräne-Attacken auslösen können.
      • Kuhmilch: Sie enthält den Zuckerbaustein Galaktose, der in unserem Körper Entzündungen und oxidativen Stress fördert – beides Faktoren, die bei Kopfschmerzen eine Rolle spielen. Tipp: Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt und Käse enthalten deutlich weniger Galaktose als Milch und können verträglicher sein.

4. Beugen Sie vor und bleiben Sie aktiv

Unterschätzen Sie nicht die Wirkung eines kleinen Spaziergangs! Schon eine Viertelstunde Bewegung lockert nicht nur Verspannungen von Kopf und Nacken, die frische Luft versorgt den Körper auch mit Sauerstoff, was die Beschwerden häufig lindert.

Bei Migräne kann Bewegung präventiv wirksam sein. Die schwedische Forscherin Emma Varkey hat hierfür die Daten von 68.000 Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis: Wer sich wenig bis gar nicht bewegte, litt häufiger unter Kopfschmerzen als Personen, die sportlich aktiv waren. Außerdem beobachtete die Forscherin, dass Migräne-Patienten häufig aus Angst neue Attacken zu provozieren, auf Sport verzichten. Die Betroffenen sollten daraufhin ein spezielles moderates Sportprogramm absolvieren – wodurch sich in der Mehrzahl der Fälle die Symptome reduzierten (Varkey et al, 2008).

5. Natürliches Hausmittel bei Kopfweh: Ingwer

In der Naturheilkunde gilt Ingwer als schmerzlindernd. Probieren Sie am besten aus, ob die scharfe Wurzel bei Ihnen Wirkung zeigt: Für eine Tasse Tee benötigen Sie ein Stück Bio-Ingwer. Reiben Sie etwa 1 cm der Wurzel und kochen Sie die Ingwerstücke mit einer Tasse Wasser auf. Einige Minuten ziehen lassen – und in kleinen Schlucken trinken und genießen! Wenn Sie möchten, können Sie den Ingwer alternativ in Joghurt oder Fruchtsaft reiben. Durch das Reiben werden mehr der wertvollen ätherischen Öle freigesetzt.

6. Gut hydriert? Trinken Sie Wasser

Es hilft nicht jedem, aber bei einigen können aufgefüllte Flüssigkeitsreserven Kopfschmerzen mildern. Etwa 2 bis 2,5 Liter Wasser am Tag sind optimal. Achten Sie gerade bei Stress oder sehr heißen Temperaturen darauf, ob Sie diese Menge erreichen – oder Ihnen ein oder zwei Gläser Wasser mehr guttun würden.

7. Entspannen Sie Ihr Gehirn

Dass Stress zu Kopfschmerzen führen kann, ist keine neue Erkenntnis. Stress führt nicht nur zur Bildung von Stresshormonen, sondern auch zu einer erhöhten Muskelspannung, was Schmerzen begünstigen kann. Daher gehört zur langfristigen Behandlung von Schmerzen auch immer der Abbau von Stress. Autogenes Training, Meditation, Entspannungstechniken, aber auch Akupunktur können dazu beitragen, dass wir uns wohler fühlen und unsere Anspannung – auch im Gehirn – sinkt. Bei chronischen Kopfschmerzen sind viele Übungen auch im Alltag schnell und einfach durchführbar.

Auch ausreichend Schlaf ist immens wichtig zur Regeneration des Gehirns. Hier finden Sie viele Tipps zum gesunden Schlaf.

 

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

5 Kommentare

  • Aloha_Dude

    Kopfschmerzen können auch ein Alarmzeichen von zu hohem oder zu niedrigem Blutdruck sein. Bei mir war der Blutdruck zu hoch und ich hatte deswegen alle zwei Tage leichte Kopfschmerzen. Ich schob dies auf Spannungskopfschmerzen. Mein Kardiologe hat mich dann richtig durchgecheckt und fand heraus, dass im Ganzheitlichen mein Blutdruck zu hoch ist, speziell unter Belastung. Ich bekam die nötigen Blutdruckmedikamente, nachdem Sport und Ernährung etc. über längere Zeit nicht den gewünschten Effekt gebracht haben – leider. Bei mir half nur die Chemiekeule. Aber seitdem habe ich keine Kopfschmerzen mehr.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Hallo,
      Vielen Dank für Ihren Hinweis. Ich freue mich, dass es Ihnen besser geht! Vielleicht interessiert Sie auch unser Artikel: 10 Schritte zum gesunden Blutdruck.
      Herlzliche Grüße und alles Gute für Sie,
      Dunja Rieber

      • Aloha_Dude

        Hallo Frau Rieber,
        vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel „10 Schritte zum gesunden Blutdruck“. Das habe ich alles soweit schon gemacht. Rauchen tue ich nicht, Alkohol habe ich annähernd schon 2 Jahre nicht mehr getrunken und Stress habe ich gelernt von mir abprallen zu lassen. Ich mache 4 bis 6x die Woche Kardiotraining, und das schon seit vielen Jahren. Dazu noch 1 bis 2x die Woche Krafttraining. Mein Vitamin D Level ist bei 80 ng/ml und sonst bin ich mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt. Meine Ernährung ist, soweit es mein Alltag zulässt, auch so wie sie eigentlich sein soll. Allerdings scheint dies nicht zu reichen, dass der Blutdruck auf natürliche Weise damit gesenkt werden kann. Es ist wohl genetisch bei mir verankert und werde damit leben müssen. Sehr schade….

  • Meixner

    Sehr geehrte Frau Rieber,

    herzlichen Dank für Ihren tollen Artikel! Darf man ihn weiterleiten an Menschen, die an Migräne leiden? Ich selbst habe nie Kopfschmerzen, außer ich vergesse zu trinken, was an manchen Tagen seltsamer Weise passiert. Da bekomme ich kaum einen Schluck Wasser herunter und weiß nicht warum…und dann fällt es mir am Abend ein, zu spät für eine gute Nachtruhe…Auch ein regelmäßiger Tagesablauf wäre schön, für Freischaffende wie mich leider keine einfach zu verwirklichende Sache, aber den Versuch ist es immer wieder wert 😉

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Sehr geehrte Frau Meixner,
      Vielen Dank! Sehr gerne können Sie den Artikel weiterleiten. Tatsächlich können wir manche Dinge wenig beeinflussen. Oft gibt es auch nicht nur die eine Ursache – und gerade deshalb sollten wir die Dinge, die wir beeinflussen können, so optimal wie möglich gestalten.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

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