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Essen für unsere Erde – Tipps für eine klimafreundliche Ernährung

Selber ernten: So macht klimafreundliche Ernährung Spaß.

Wie wir uns fortbewegen, was wir in unserer Freizeit unternehmen und was wir kaufen: Alles hat in irgendeiner Form Einfluss auf Klima und Umwelt unserer Erde. Dazu gehört zwangsläufig auch unsere Ernährung. Denn mit der Wahl unserer Lebensmittel treffen wir auch eine Entscheidung für oder gegen unseren Planeten. Daher ist es wichtig zu wissen: Wie sieht eine klimafreundliche Ernährung aus und welche Nahrungsmittel betreiben Raubbau an unserer Erde?

Unsere Nahrungskette ist ein komplexes Netz aus verschiedenen Stationen, die den Weg eines Lebensmittels von der Entstehung bis zum eigentlichen Verzehr – beschreiben. Je nachdem, was wir essen, wirken sich diese Stationen unterschiedlich auf die Umwelt aus: Wieviel CO² gelangt bei der Produktion in die Atmosphäre? Wie viele Liter Wasser wird bis zur Ernte oder dem Schlachten verwendet? Wie viele Ressourcen verschlingt ein Lebensmittel, bis wir es essen können? Das alles sind Fragen, die man sich stellen sollte, wenn man sich mit dem Thema einer umweltfreundlichen Ernährung befasst.

Klimakiller CO²

Kohlenstoffdioxid – kurz CO² – gilt erwiesenermaßen als Klimakiller Nummer Eins. Obwohl das Gas nur 0,03 Prozent unserer Atmosphäre ausmacht, sorgen seine chemischen Eigenschaften dafür, dass es – anders als Wasserdampf oder Sauerstoff, die in deutlich höheren Konzentrationen vorhanden sind – eine tragende Rolle in der menschgemachten Klimaerwärmung spielt. (Einen guten, kurzen Überblick zum Thema “Ist CO2 wirklich ein Klimakiller” finden Sie u.a. auf der Seite des Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation http://www.ds.mpg.de/139645/08).

Einerseits sind es natürliche Quellen, die CO² an die Atmosphäre abgeben: Pflanzen, der Boden oder Vulkane. Ihnen steht die Kohlenstoffdioxid-Emission durch den Menschen gegenüber, die sich in den letzten hundert Jahren dramatisch gesteigert hat. Bei Verbrennungsvorgängen, bei der Erzeugung von Strom, der Fortbewegung mit dem Auto oder der Produktion von Nahrungsmitteln gelangt immer mehr CO² in die Atmosphäre.

Die Schweizer Firma Eaternity (www.eaternity.org) errechnete vor Kurzem, dass 31 Prozent der von uns Menschen verursachten Treibhausgasemissionen durch die Wahl unserer Nahrungsmittel verursacht werden. Durch kluge und nachsichtige Entscheidungen könnten wir diese Masse an CO² um mindestens 50 Prozent verringern, prophezeit Eaternity.

Klimafreundliche Ernährung – am besten ohne tierische Produkte

Fleisch und tierische Produkte sind von all unseren Lebensmitteln die ressourcen- und energieintensivsten Lebensmittel, die es gibt. Die weltweite Fleischproduktion verursacht mehr Treibhausgase, als der gesamte Transportverkehr der Erde (Autos, Eisenbahnen, Schiffe, Flugzeuge)! Dafür sind zahlreiche Faktoren verantwortlich: Das Methan, das von Nutztieren ausgestoßen wird, erwärmt die Atmosphäre 20 Mal stärker als CO² .

Ein Viertel aller eisfreien Flächen der Erde wird mittlerweile für die Fleischproduktion verwendet – Platz, der für Wälder o.ä. fehlt. In jedem Kilo Rindfleisch stecken zudem 6,5 Kilogramm Getreide, 36 Kilogramm Rauhfutter und 155 Liter Wasser sowie weitere 15.300 Liter Wasser, die für die Produktion der Futtermittel verbraucht werden. Gigantische Zahlen, für ein einziges Kilo Rindfleisch. Noch nicht eingerechnet sind dabei die Faktoren Artensterben (durch die Rodung von Wäldern, um noch mehr Fleischfarmen zu errichten), der Transport sowie die Kühlung des Fleisches.

Es geht also nicht nur um den Ausstoß beziehungsweise die Reduzierung von CO² , wenn man sich den Einfluss unserer Ernährung auf unsere Umwelt ansieht. Wasserverbrauch, Artenvielfalt, Tierwohl etc. sind alles Faktoren, die berücksichtigt werden können.

Mehr Fleisch als empfohlen

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Fleischproduktion von 78 auf 308 Millionen Tonnen nahezu vervierfacht. Für das Jahr 2050 wird mit einem Anstieg auf jährlich 455 Millionen Tonnen gerechnet. Es lässt sich also nicht beschönigen: Wir essen alle zusammen mehr Fleisch, als unsere Erde verträgt. In Deutschland sind es im Durchschnitt jährlich über 60 Kilogramm Fleisch, die pro Person verzehrt werden. Das ist nahezu die doppelte Menge, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene empfohlen wird.

Mehr Gemüse und Obst – regional und saisonal

Die Empfehlungen für eine klimafreundliche Ernährung sind daher klar: Kochen Sie mehr pflanzliche Kost und essen Sie weniger tierische Zutaten. Da Gewächshäuser ebenfalls viel Energie und Ressourcen verbrauchen, sollte beim Einkauf und Verzehr darauf geachtet werden, dass vor allem saisonales und regionales Obst und Gemüse auf den Teller kommt. Die Regionalität von Lebensmitteln sorgt zudem dafür, dass lange Transportwege entfallen.

Wer auf Lebensmittel in Bio-Qualität setzt, leistet einen weiteren wertvollen Beitrag für den Umweltschutz, die Artenvielfalt und seine Gesundheit, denn sie weisen in puncto Schadstoffen, Pestizidrückständen und Inhaltsstoffen deutlich bessere Werte auf, als die konventionell produzierten Lebensmittel. Mehr dazu, wieso Bio meistens die bessere Wahl ist, lesen Sie hier.

 


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Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

3 Kommentare
  1. Heike Arama sagt

    Hallo, das ist erschreckend das sich der Fleischkonsum so erhöht hatt und noch mehr wird!!!!!!! Bin Vegetarierin und es muessen noch mehr werden!!!!!!!! Danke fuer den interessanten Artikel!!! L.g.Heike Arama aus Langenargen am Bodensee

  2. Heike Arama sagt

    Und nehme Lavita seid ca.3 Monaten!Bin 59Jahre jung, es geht mir super!! Und allen die ich davon überzeugt habe auch!!! Danke! l.g.Heike Arama aus Langenargen am Bodensee

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