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Halsbonbons selber machen – mit diesen Tricks gelingen sie wirklich

Die ersten Erkältungswellen haben uns erreicht und jeder Betroffene versucht nun etwas gegen den lästigen Husten zu tun. In Apotheken und Supermärkten wächst das Angebot an Hustentees, Säften und natürlich auch an Halsbonbons . Doch Augen auf: Instant-Tees, Sirup-ähnliche Säfte und Bonbons gegen Husten und Heiserkeit strotzen nur so vor Zucker. Wirksame Substanzen sind oft nur in Spuren vorhanden.

An ihre Stelle treten Aromen und Farbstoffe. Und wer sich mit „zuckerfreien“ Produkten in Sicherheit wiegt: Hier ist meist Zuckerersatz im Spiel und das ist oft nicht viel gesünder. Lesen Sie dazu auch den vierten Teil unserer E-Nummern Serie „Die Zuckeraustauschstoffe“.

Hier erfahren Sie, wie sie gesunde Halsbonbons selber machen können. Ich habe es ausprobiert! Gerne lasse ich sie an meinen Erfahrungen teilhaben – sodass Sie gleich das richtige Rezept parat haben.

Zucker in Hustenbonbons – muss das wirklich sein?

Meine Antwort darauf lautet (leider) eindeutig JA! Ich habe verschiedenste Rezepte ausprobiert und verfeinert, habe es mit und ohne Zucker probiert und mein Fazit ist: Ohne Zucker werden die Bonbons eine klebrige, unförmige Angelegenheit. Zum Beispiel habe ich ein tolles Clean-Eating-Rezept ohne Zucker gefunden. Einfach zu gleichen Teilen (z. B. 150ml) Honig mit Tee (Salbei und Spitzwegerich habe ich gemischt) aufkochen lassen und nach 30 Minuten Köcheln die dickflüssige Masse in Pralinenförmchen gießen, auskühlen lassen und anschließend in Stevia-Pulver wenden, damit sie nicht aneinanderkleben.

Das Ergebnis: Sehr leckere, weiche Bonbons, die an Karamell erinnern. Geschmacklich eine Sensation, doch eine Stunde später, nachdem ich sie in ein schönes Glas gefüllt hatte, war nur noch eine große klebrige Masse übrig.

Hustenbonbons selber machen ist gar nicht so leicht, wie es aussieht.

Hustenbonbons selber machen, ist gar nicht so einfach wie es aussieht. Hier das Ergebnis meines etwas missglückten ersten Versuchs ohne Zuckerbeigabe.

 

Mein Tipp: Nichtsdestotrotz ist es ein tolles Rezept für Hustentee. Dazu von der Masse je ein Löffel pro Tasse mit heißem Wasser aufgießen, ergibt einen tollen Hustentee und hält sich mind. 2 Wochen. Nehmen Sie also das Rezept und machen Sie sich ihren eigenen Hustensaft-Tee. Sie sollten sich nur den Schritt mit den Förmchen sparen und die dickflüssige Masse direkt in einen Behälter füllen, aus dem Sie sich nach Bedarf bedienen.

Zucker ist nicht gleich Zucker – auch nicht bei Hustenbonbons

Honig ist durch die entzündungshemmende Wirkung eine wichtige Komponente bei den Bonbons und macht sie geschmacklich schön süß. Zucker ist die Zutat, auf die man gesundheitstechnisch verzichten könnte, doch ohne ihm härten die Bonbons nicht aus. Deshalb lege ich Ihnen nahe, zumindest keinen raffinierten Zucker zu verwenden, sondern einen Rohrohrzucker. Vollrohrzucker wäre zwar noch gesünder, doch auch hier kann ich keine positiven Testergebnisse vermelden. Die Bonbons hatten einen sehr intensiven Zuckergeschmack und er brennt beim Karamellisieren schnell an.

Welche Kräuter machen sich am besten?

Zum Hustenbonbons selber machen eignen sich Thymian, Salbei und Spitzwegerich besonders

Zu den typischen Heilkräutern gegen Erkältungssymptome gehören Thymian, Salbei, Spitzwegerich und Pfefferminze. Welches Kraut Sie nehmen, ist reine Geschmackssache. Zumindest fast, denn man sollte beachten, dass Thymian und Salbei entgegengesetzte Wirkungen haben. Beide in einem Bonbon machen also keinen Sinn:

Thymian wird zur Schleimlösung benutzt und hilft dadurch bei produktivem Husten, wenn das Abhusten erleichtert werden soll. Außerdem hemmt Thymian die Vermehrung von Bakterien und desinfiziert den Mundraum. Schwangere sollten auf Thymian verzichten, er hat eine stimulierende Wirkung auf die Gebärmutter.

Salbei dagegen kann schon den ersten Reizhusten lindern und hilft vor allem bei trockenem Husten. Wegen des hohen Thujongehaltes in Salbei bitte nicht übermäßig viel verzehren. Schwangere und stillende Frauen sollten ganz auf Salbei verzichten.

Spitzwegerich ist die perfekte Ergänzung bei Husten. Die Schleimstoffe sorgen für Reizlinderung und helfen dem Immunsystem sich wieder zu regenerieren.

Pfefferminze oder japanische Minze mit hohem Mentholgehalt wirkt ebenfalls keimwidrig und schleimlösend. Doch auch hier nicht zu viel konsumieren, sonst kann Durchfall die Folge sein.

Kamille dagegen eignet sich wegen seiner austrocknenden Wirkung gar nicht bei Husten und kommt deshalb in diesen Rezepten nicht vor.

 

Nach vielen Versuchen also nun mein Tipp für die perfekten Hustenbonbons:

1/3 Tasse Kräutersud (Salbei und Spitzwegerich sind meine Favoriten)
1 Tasse Rohrohrzucker
2 EL frisch gepresste Zitrone
1 EL Honig
1 EL gemahlener Ingwer oder Ingwersaft
Ein Schälchen mit natürlichem Steviapulver zum Bestäuben

Hustenbonbons selber machen – So geht’s:

Zuerst den Kräutersud herstellen: Pro Tasse 3 Teebeutel oder 3 Esslöffel getrocknete Teeblätter ansetzen und 20min ziehen lassen. Anschließend 1/3 davon mit den restlichen Zutaten in einem Topf mischen und aufkochen. Anschließend mind. 30min köcheln lassen und dabei umrühren bis eine dickflüssige Masse entsteht.

Etwas auskühlen lassen und dann in Förmchen gießen oder die Flüssigkeit tröpfchenweise auf Backpapier träufeln und sie restlos aushärten lassen. Vorsicht, kühlt die Flüssigkeit im Topf schon zu sehr aus, wird sie sehr hart und es ist kein Abgießen mehr möglich. Nach 1-2 Stunden in Steviapulver wenden, so kleben die Bonbons weniger aneinander.

Mein Tipp: Bei Förmchen eignen sich am besten die aus Silikon. Diese gibt es für Pralinen oder Gummibärchen. Papier eignet sich nicht – ich habe stundenlang die Papierfetzen von der klebrigen Masse gefieselt.

Viel Spaß beim Ausprobieren und ich freue mich sehr auf Ihre Anregungen oder Erfahrungsberichte.

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Sara Zeitlmann

Sara Zeitlmann

arbeitet seit 2002 als Redakteurin und liebt es die Geschichte hinter einer Geschichte zu sehen. Zu ihren Lieblingsthemen gehört dabei schon immer alles, was sich mit Gesundheit und Natur beschäftigt. Bis zur Babypause 2014 war sie weltweit fürs Fernsehen unterwegs, jetzt bleibt sie lieber in der Nähe der Familie, ihrem Kräutergarten und schreibt u. a. als Gast-Autorin für den LaVita Blog.

5 Kommentare
  1. Elisabeth Schnizer sagt

    In meinem Garten wächst jede Menge Spitzwegerich. Die Blätter verwende ich regelmäßig in meiner Küche. Der Spitzwegerich hat aber auch eine kräftige Wurzel. Kann man diese auch verwenden?

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Hallo Frau Schnitzer, soweit ich weiß, werden nur die Blätter vom Spitzwegerich verarbeitet. Viele Grüße, Sara Zeitlmann

  2. Kerstin Kelch sagt

    Versuchen Sie dieses Rezept bitte mal mit Birkenzucker. (Xucker) ich stelle damit meine gebrannten Mandeln her. Alles soweit sehr gut. In der Pfanne sowie auch im Backofen, es wird eine harte, knusprige Masse und der Xucker soll sehr gesund für die Zähne sein.

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo, prinzipiell ja. Das Bestäuben soll allerdings in erster Linie dafür sorgen, dass die Bonbons nicht aneinanderkleben. Da Puderzucker wasserlöslich ist (und klebrig ;)) erfüllt er diesen Zweck leider nicht. Wenn Sie aber darauf achten und die Bonbons zum Beispiel durch Backpapier von einander trennen, können Sie natürlich auch Puderzucker verwenden.

      Viele Grüße, Cora Högl

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