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Hohe Ozonwerte: So gefährlich ist der Sommersmog

Sommersmog-und-Ozon

Sobald im Sommer die Temperaturen in die Höhe schnellen, steigt auch die Ozonbelastung: Sommersmog! Besonders stark ist das vor allem in städtischen Gebieten mit viel Verkehr und Industrie zu spüren. Viele Menschen bemerken den Ozonanstieg gar nicht, andere leiden umso stärker darunter.

Aber auch unbemerkt kann der Sommersmog gesundheitliche Schäden anrichten. Die Freude am schönen Wetter sollten Sie sich trotzdem nicht nehmen lassen, denn Sie können sich schützen.

Ozon ist ein Gas, das in unserer Atmosphäre vorkommt. 20 Kilometer und weiter über der Erde schützt es uns vor den UV-Strahlen der Sonne. Unten am Boden (bodennahes Ozon) ist es aber gefürchtet. Besonders dann, wenn es die kritischen Grenzwerte übersteigt. Dies geschieht vor allem bei starker Sonneneinstrahlung in Verbindung mit Luftschadstoffen, vor allem Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen aus den Abgasen von Autos, Industrieanlagen und Haushalten.

Wo und wann tritt Ozon auf?
Dort wo Stickoxide und Kohlenwasserstoffe freigesetzt werden, entsteht an sonnenreichen Tagen verstärkt bodennahes Ozon. Durch die dichte Infrastruktur in Deutschland und weil der Wind die Luft natürlich verteilt, tritt das Ozon bundesweit auf – also sowohl in den Städten als auch auf dem Land und in selbst in Waldgebieten. Dabei gilt die Faustregel: Ab drei Tagen Sonnenschein ist in der Zeit von Mai bis Oktober mit erhöhten Werten zu rechnen. Der Ozon-Tagesverlauf: Morgens ist die Ozonkonzentration am niedrigsten, von Mittag bis Nachmittag am stärksten, ab ca. 18 Uhr baut es sich langsam wieder ab.

Was bewirkt Ozon beim Menschen?
Ozon ist ein Reizgas, das bis in die tiefsten Lungenregionen eindringen kann. Dort reagiert es mit den feinen Lungenbläschen und dem tief gelegenen Lungengewebe. Die Fachwelt geht davon aus, dass bei niedrigen Konzentrationen unter 100 µg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) das Ozon für niemanden eine nennenswerte Belastung darstellt. Steigen die Ozonwerte jedoch an, beginnen empfindliche Menschen, das Ozon zu spüren, während unempfindliche auch weit höhere Werte vertragen. Einigkeit in der Fachwelt herrscht auch darüber, dass Ozon die Belastungen durch andere Luftverschmutzungen (z. B. Feinstaub oder Zigarettenrauch) und ebenso die Aggressivität von Blütenpollen verstärken kann.

Welche Symptome zeigen sich?
Rund 10-15 % der Menschen sind besonders Ozon-empfindlich. Ganz entscheidend ist dabei neben dem Ozonwert auch die Dauer der Belastung. Ozon kann das Lungengewebe angreifen, weshalb es zu einer eingeschränkten Lungenfunktion kommen kann. Betroffene berichten von Beklemmungsgefühlen, erschwerter Atmung, Reizung von Nase, Hals, Atemwegen und der Augen. Auch Entzündungen der Atemwege können auftreten, Asthma oder allergische Reaktionen wie Heuschnupfen verstärkt werden.

Wer ist besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind gesundheitlich angeschlagene und immungeschwächte Menschen. Insbesondere Asthmatiker scheinen bei stärkerer Ozonbelastung in vielen Fällen unter einer Verschlechterung der Symptome sowie einer stärkeren Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und anderen Belastungen zu leiden. Gefährdet sind außerdem Personen, die an heißen Tagen schwere körperliche Tätigkeiten im Freien verrichten, z. B. Sportler oder Bauarbeiter. Am wenigsten leiden Senioren unter dem Ozongas, sofern sie gesund und immunstark sind. Denn mit steigendem Alter scheint die Ozonanfälligkeit zu sinken.

Antioxidantien wirken schützend
Eine Studie, die in einer amerikanischen Atemwegs-Fachzeitschrift veröffentlicht wurde, zeigte, dass sich die antioxidativ wirkenden Vitalstoffe aus Obst, Gemüse und pflanzlichen Ölen schützend bei hohen Ozonbelastungen und generell bei Luftverschmutzung auswirken.
Achten Sie deshalb darauf, täglich mindestens fünf Portionen hochwertiges Obst und Gemüse zu essen. Experten der Vitalstofflehre raten sogar zu neun Portionen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Vitalstoffe Kupfer, Mangan, Riboflavin, Selen, Vitamin C, Vitamin E, Zink dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Einfache Gegenmaßnahmen
Bei hohen Ozonwerten sollten Sie Anstrengungen im Freien vermeiden. Schulsport sollte an ozonreichen Tagen (empfohlener Grenzwert 180 µg/m³) in der Halle stattfinden. Ausdauersportler sollten ihren Lauf optimalerweise auf die Morgenstunden legen. Hier ist die Ozonbelastung am geringsten. Wenn das nicht geht, am besten abends laufen, möglichst kurz vor der Dämmerung.

Die Ozonkonzentration ist in Innenräumen viel geringer, weshalb sich besonders empfindliche Menschen mittags bis abends vorwiegend drinnen aufhalten sollten. Aber Vorsicht: Laserdrucker setzen ebenfalls Ozon frei. Diese sollten möglichst in einem eigenen Raum mit offenem Fenster stehen.

Hier finden Sie die aktuellen Werte
Die Ozongrenzwerte sind auf den ersten Blick verwirrend. Wichtig sind der „1-Stunden-Mittelwert“ und der „8-Stunden-Mittelwert“. Die WHO empfiehlt: Höchstens 160 µg/m³ (Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) für den 1-Stunden-Wert und 100 µg/m³ für den 8-Stunden-Wert.

Für die EU gelten leicht höhere Grenzwerte: Steigt der 1-Stunden-Wert auf über 180 µg/m³, muss die Bevölkerung gewarnt werden. Man kennt das z. B. aus dem Radio: „Bei Ozonwerten ab 180 µg/m³ wird gesundheitlich empfindlichen Personen empfohlen, auf anstrengende Tätigkeiten im Freien zu verzichten. Sportliche Ausdauerleistungen sollten ebenfalls vermieden werden.“

Zum Schutz der menschlichen Gesundheit hat die EU für den 8-Stunden-Mittelwert 120 µg/m³ festgelegt. Ziel: Dieser Wert darf an nicht mehr als 25 Tagen im Jahr überschritten werden. Allerdings kann dieses Ziel an vielen Messstellen noch nicht eingehalten werden. Die aktuellen Messdaten stellt das Bundesumweltamt hier zur Verfügung.

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Christian Rieder

Christian Rieder

ist seit 2006 für LaVita aktiv. Für den Ernährungswissenschaftler und 2-fachen Familienvater ist eine gesunde und nachhaltige Lebensweise keine Doktrin, sondern eine Sache, die Freude macht und auch schmeckt. Und das fängt bei ihm schon im Kühlschrank an. Darin ist fast alles in Bioqualität, vom eigenen Hochbeet oder von persönlich bekannten Erzeugern.

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