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Hilfe bei Heuschnupfen: 7 Tipps gegen tränende Augen und Erschöpfung

Diese 7 Heuschnupfen Tipps zeigen Ihnen, was Sie gegen tränende Augen und Erschöpfung tun können.

Seit Jahren nimmt die Pollenkonzentration in der Luft zu. So zeigen die Daten zur Messung der Pollen deutlich: Die kritische Zeit für Heuschnupfen wird länger und der Pollenflug intensiver. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Körper jetzt wappnen können.

Haben Sie auch das Gefühl, dass um Sie herum immer mehr Menschen niesen und schnupfen, wenn die Pollen fliegen? Oder spüren Sie die Symptome vielleicht selbst jedes Jahr mehr? Das ist keine Einbildung! Sowohl die Zeit, in der die Pollen fliegen, als auch die Menge und Aggressivität der Pollen nimmt zu. Allergien sind heute leider zu einer richtigen Volkskrankheit geworden.

Pollen werden aggressiver

Schuld daran ist einerseits der Klimawandel: Es wird wärmer, die Vegetationszeit der Pflanzen länger. Damit haben die Pflanzen mehr Zeit, in der sie sich fortpflanzen können – schön für die Pflanzen immerhin!

Leider sorgt die Umweltverschmutzung mit Abgasen, Feinstaub und Ozonbelastung zusätzlich dafür, dass die Pollen aggressiver werden. Gereizt durch die Konzentration an verschmutzter Luft produzieren Bäume und Gräser Pollen mit veränderten Proteinen. Dadurch möchten sie sich schützen, sorgen aber gleichzeitig für eine heftigere Reaktion unseres Immunsystems.

Schmutz der Umgebungsluft heftet sich auch an die herumfliegenden Pollen und wir atmen sie zusammen ein. Mediziner und Forscher schätzen, dass das ein Grund für die Zunahme der Allergien insgesamt sein könnte.

Wie entsteht Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist keine Erbkrankheit – niemand kommt mit Heuschnupfen auf die Welt. Eine gewisse Neigung zu Allergien ist allerdings vererbbar. Übermäßige Hygiene, Stress, Umweltgifte und ungesunde Ernährung können die Entstehung von Heuschnupfen begünstigen.

So entwickelt bis zum Teenageralter beinahe jedes dritte Kind die typischen Symptome. Doch das größte Risiko, neu zu erkranken, haben Erwachsene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Und die Zahl der Betroffenen steigt – Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2050 jeder zweite Deutsche an Heuschnupfen leiden könnte.

So reagiert der Körper bei Heuschnupfen

Im Frühling atmen wir ständig Pollen ein. Bereits eine Konzentration von sechs Pollen pro Kubikmeter kann bei Allergikern eine Reaktion auslösen. An intensiven Tagen können es allerdings über 100 Pollen pro Kubikmeter sein!

Die Blüten- und Baumpollen sind darauf programmiert, auf feuchtem Untergrund Proteine freizusetzen – die Pflanze möchte sich schließlich fortpflanzen. Geschieht das allerdings im Körper eines Pollen-Allergikers, z. B. auf seiner Nasenschleimhaut, schlägt das Immunsystem Alarm. Der Botenstoff Histamin wird freigesetzt. Die typische Reaktion einer Allergie nimmt ihren Lauf.

Neben den klassischen Heuschnupfen-Symptomen wie juckende und tränende Augen, Schnupfen und gereizte Schleimhäute machen besonders Abgeschlagenheit und Müdigkeit vielen Betroffenen zu schaffen. Niederländische Wissenschaftler stellten sogar fest, dass Autofahrer mit unbehandeltem Heuschnupfen genauso eingeschränkt sind, als hätten 0,5 Promille im Blut.

Medikamente, die gegen Heuschnupfen-Symptome eingenommen werden, können sogar zusätzlich schlapp und müde machen.

Das können Sie bei Heuschnupfen tun

Eine Möglichkeit, gegen die Allergie vorzugehen, ist die spezifische Immuntherapie (SIT): Mit der sogenannten Hyposensibilisierung wird der Körper schrittweise an das Allergen (hier die Pollen) gewöhnt.

Im besten Fall reagiert der Körper am Ende kaum noch darauf. Die Symptome werden deutlich abgeschwächt. Das Allergen, das vorher als solches identifiziert wurde, wird dem Patienten in immer höherer Dosis unter die Haut gespritzt oder über Tabletten zugeführt. Die Therapie ist ziemlich langwierig, aber meist lohnt sie sich. Was Sie außerdem zur Linderung und auch zur Vorbeugung tun können, zeigen wir Ihnen hier:

1. Immunsystem stärken

Hauptaugenmerk sollten Heuschnupfen-Betroffene auf ihr Immunsystem legen, schließlich ist die falsche bzw. überschießende Immunreaktion der Ursprung allen Übels bei einer Allergie. Eine gesunde Ernährung mit besonders viel Obst und Gemüse ist das beste Hausmittel und die beste Grundlage für gute Abwehrkräfte. Auch Sport und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sind elementar. Bewegung baut gleichzeitig Stress ab, welcher als einer der größten Feinde des Immunsystems gilt.

2. Darmflora pflegen

Dass auch der Darm eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Allergien spielt, ist wissenschaftlich längst nachgewiesen. Mehr als 7o Prozent unserer Abwehrzellen befinden sich hier. Ungesunde Ernährung, Zusatzstoffe und Medikamente wie Antibiotika können die empfindliche Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen und so eine falsche Immunreaktion auslösen. Es ist daher wichtig, die Darmflora zu pflegen.

Empfehlenswert sind zum Beispiel Milchsäurebakterien. Sie zählen zu den sogenannten Probiotika und sorgen für eine gesunde Besiedelung der Darmschleimhaut. Milchsauer vergorene Gemüsesäfte sind eine gute Quelle dafür, aber auch Naturjoghurt. Was Sie sonst noch für Ihren Darm tun können, erfahren Sie hier.

3. Entzündungsfördernde Lebensmittel meiden

Bestimmte Lebensmittel stehen unter Verdacht, die Entzündung der Schleimhäute bei Heuschnupfen noch zusätzlich zu verstärken. Sie haben entweder selbst eine hohe Histamin-Konzentration oder können die Freisetzung des Botenstoffs fördern. Zu diesen Lebensmitteln gehören beispielsweise Milchprodukte (vor allem Käse), Fleisch und Wurst, Sojasauce, Alkoholika, Energydrinks, Fischkonserven und Schokolade. Inwieweit ein Verzicht dieser Lebensmittel Erleichterung verschafft, sollte jeder Pollenallergiker für sich selbst herausfinden.

4. Pflanzliche Lebensmittel bevorzugen

Die gute Nachricht: Es gibt auch einige Lebensmittel, die für Heuschnupfen-Betroffene besonders zu empfehlen sind. So sollte vitalstoffreiches Obst und Gemüse reichlich auf dem täglichen Speiseplan stehen. Zwiebeln, Äpfel und Brokkoli enthalten zusätzlich Quercetin, einen sekundären Pflanzenstoff, der wie ein natürliches Antihistaminikum und damit gegen die Allergie wirkt.

Brokkoli ist gesund und enhält wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe, die gegen Heuschnupfen wirken.Brokkoli enthält viele gesunde Inhaltsstoffe. Neben Vitaminen und Mineralstoffen liefert er auch sekundäre Pflanzenstoffe wie Quercetin und Senföl-Glykoside.

5. Frische Kräuter verwenden

Auch frische Kräuter wie Thymian oder Petersilie tragen zu einer guten Versorgung mit wichtigen Vitalstoffen bei und sind bei vielen Gelegenheiten ein geeignetes Hausmittel. Die ätherischen Öle wirken gleichzeitig pflegend für die gereizten Schleimhäute. Darum eignen sich hochwertige ätherische Öle auch für ein entspannendes Bad oder zum Inhalieren.

6. Viel klares Wasser trinken

Kaum zu glauben, aber eines der wirksamsten Hausmittel, um die Symptome des Heuschnupfens zu mildern, ist reines Wasser! Täglich mindestens 2 Liter sollten wir davon trinken. Das Wasser befeuchtet die strapazierten Schleimhäute, sodass die Pollen nicht so leicht eindringen können.

7. Erholungsurlaub in der Pollenzeit planen

Als wirksame Strategie gegen Allergien gilt immer auch die Meidung des Allergens. Gerade bei Heuschnupfen ist das aber kaum möglich und geht, wenn, dann mit großen Einschränkungen der Lebensqualität einher. Pollenschutzgitter am Fenster, Filter in Staubsauger und Auto und penible Trennung von Außenwelt und Zuhause frustrieren auf Dauer viele.

Darum: Wenn es gar nicht mehr geht, räumen Sie das Feld für ein, zwei Wochen. Verreisen Sie in eine andere Klimazone, ins Hochgebirge oder ans Meer. Erfahrene Heuschnupfen-Geplagte planen schon ihren Jahresurlaub nach dem Pollenkalender, um zumindest der Hochzeit ihrer Allergene zu entgehen.

Natürlich ist die „Flucht vor den Pollen“ eine radikale Lösung und nicht jeder hat die Möglichkeit spontan zu verreisen. Umso wichtiger ist es, sich persönliche Strategien für die aktuelle und kommende Saison bereit zu legen und die Pollensaison als das zu nehmen, was sie ist – eine Naturgewalt.

 

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

9 Kommentare
  1. Thomas Schulze sagt

    Hallo Frau Högl,
    danke für den Artikel. Gut recherchiert. Vor allem der Klimawechsel an die See oder ins Gebirge ist immer wieder sehr entlastend. Ich bin selber Allergiker und Neurodermitiker. Die Symptome werden sofort besser. Als Heilpraktiker teste ich in Ergänzung die Lebensmittel. Die Darmsanierung gehört zur Pflicht. Mit besten Grüßen von Thomas Schulze.

  2. Simone Schwoerer sagt

    Hallo,
    bin auch seit vielen Jahren Heuschnupfen Allergiker und das größte Problem bei mir sind die Kreuzallergien!von April bis Oktober kann ich zum Beispiel keine Äpfel essen und wenn die Garten Saison beginnt ist sämtliches Gemüse tabu!soviel zum Thema gesunde Ernährung! Viele grüße Simone Schwoerer

    • Elena sagt

      Aepfel aus Deutschland gibt es sowieso erst im Herbst! Inzwischen gibt es such Sorten die für Allergiker geeignet sind. Einfach mal im Bioladen nachfragen.

  3. Franz Stonjek sagt

    Seit gut drei Jahren muß ich mich selbst um mein Wohlbefinden kümmern,da
    meine Frau leider verstorben ist.
    Es ist gar nicht so schwer,die Ernährung auf die Gesunderhaltung auszurichten,
    auch wenn man bereits zweimal die Acht für das Alter angeben muß.
    Ein großer Garten,Bewegung an der frischen Luft,Abarbeiteung des täglichen
    gesteckten Arbeitspensums läßt einem keine Zeit für die Pollenbewältigung.
    Wichtig sind auch der Erhalt und die Pflege der sozialen Kontakte.

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Vielen herzlichen Dank für Ihren Beitrag, Herr Stonjek!
      Alles Gute für Sie!

      Herzliche Grüße,
      Cora Högl

  4. Helbok Angela sagt

    Hallo, bei Brokkoli müssen Herzpatieten z.B. Bluthochdruck auch aufpassen wegen dem Vitamin K 1 die dürfen oder sollten den Brokkoli gar nicht essen oder ?
    schöne Grüße Angela Helbok

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Frau Helbock,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Auch bei Bluthochdruck und entsprechender Medikamenteneinnahme sind gesunde und Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie Brokkoli oder Spinat zu empfehlen. Wichtig ist nur, dass die Aufnahme von Vitamin K von Tag zu Tag nicht zu stark schwankt. Statt also hin und wieder eine große Portion Brokkoli zu essen, sollten Sie jeden Tag etwas Vitamin-K-haltiges Gemüse zu sich nehmen. Nicht zuletzt liefern diese leckeren Lebensmittel ja auch eine Vielzahl von anderen gesunden Inhaltsstoffen – es wäre also sehr schade, sie vollkommen vom Speiseplan zu streichen.

      Viele Grüße,
      Cora Högl

  5. Gertraud Hasler sagt

    Hallo, der Artikel ist interessant
    Eine Frage aber,wer kann es sich leisten für 14 Tage das Land zu verlassen, ich nicht
    L.G.
    Hasler

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