Herzschwäche: Mit diesen Tipps stärken Sie Ihr Herz

Herzschwäche: So können Sie Ihr Herz stärken

Die Deutschen fürchten sich vor vielen Erkrankungen. Ein schwaches Herz gehört nicht dazu, obwohl es eine der häufigsten Diagnosen ist. Die gute Nachricht: Gegen Herzschwäche helfen nicht nur Medikamente, Sie können Ihr Herz mit angepasster Bewegung und der Ernährung bestmöglich unterstützen.

von Dunja Rieber

Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – auf einen Blick:

  • Bei einer Herzschwäche bringt unser Herz nicht mehr die volle Leistung und verliert immer mehr an Kraft.
  • Die Herzschwäche ist vielen unbekannt, zählt jedoch zu den Todesursachen Nr. 1.
  • Unser gesamter Körper wird in Mitleidenschaft gezogen: Gehirn, Muskeln, Leber, Nieren – sie alle werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
  • Als medikamentöse Therapie gilt die Behandlung mit ACE-Hemmern oder Betablockern – dennoch geht es nicht ohne angepasste Bewegung und eine gesunde Ernährung.

Herzinsuffizienz: Das können Sie selber tun

Wenn das Herz geschwächt ist und nicht mehr die volle Leistung bringt, geschieht das nicht von heute auf morgen. Es verliert still und langsam, über Jahre hinweg, immer mehr an Kraft. Das Fatale: Immer mehr Menschen sind betroffen, doch die Erkrankung ist vielen gänzlich unbekannt. Eine medikamentöse Therapie kann helfen und den Prozess verlangsamen. Doch es gibt einen weiteren Faktor, der bei Herzschwäche ebenso wichtig ist: Und das ist Ihr Lebensstil – eine gesunde Ernährung und angepasste Bewegung – mit dem Sie den Verlauf der Erkrankung mitbestimmen können.

Herzschwäche – was bedeutet das? Bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist unser Herz nicht mehr dazu in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Es kommt zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel in unseren Organen, dem Gehirn und den Muskeln, wodurch sich die typischen Symptome wie Atemnot und schnelle Ermüdung erklären lassen. Weitere Symptome sind Wassereinlagerungen und häufiges nächtliches Wasserlassen. In der Regel ist die Herzschwäche eine Folge von bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder koronarer Herzkrankheit. Seltener tritt eine Herzschwäche plötzlich auf, z. B. nach einem Herzinfarkt. Die Zahl der Patienten steigt seit Jahren und gehört zu den häufigsten Todesursachen, denn je älter unsere Gesellschaft, umso mehr Menschen haben Probleme mit dem Herzen.

Was Sie für Ihr Herz tun können – 5 Tipps

  • Viel Salz, schwaches Herz
    Salz bindet Wasser und kann die Symptome der Herzschwäche verschlechtern (Eur Heart J. 2011). Gehen Sie daher möglichst sparsam mit dem Salzstreuer um und würzen Sie lieber mit frischen Kräutern. Um nicht in die Salzfalle zu tappen, haben wir für Sie hier einige gesunde Salzalternativen zusammengestellt. Vermeiden Sie auch Fertigkost sowie Wurst und Schinken, die ebenfalls reichlich Salz liefern.
    Unser Tipp: Experten empfehlen eine Menge von 5 g/Tag nicht zu überschreiten, wobei unser Bedarf bei lediglich 1 Gramm am Tag liegt. Zum Vergleich: Im Schnitt nehmen wir etwa 10 bis 12 Gramm am Tag zu uns, auch 30 Gramm sind aber keine Seltenheit.
  • Viel Gemüse, wenig Fleisch
    Laut Deutscher Herzstiftung profitiert ein schwaches Herz am meisten von einer traditionellen mediterranen Ernährung, d. h.: Mehr Gemüse, Salat und Hülsenfrüchte, dazu etwas frisches Obst. Greifen Sie weniger oft zu Fleisch, dafür öfter zu Fisch und verwenden Sie vor allem pflanzliche Fette anstatt Butter und Sahne.
  • Wasser: Halten Sie sich an die Empfehlung
    Fachärzte empfehlen Patienten eine Trinkmenge von 2 Litern am Tag nicht zu überschreiten. Auch sehr wasserreiche Lebensmittel wie Suppen sollten miteingerechnet werden. Wichtig: Bei Hitze oder Krankheiten wie Durchfall kann diese Menge natürlich nach oben hin angepasst werden.
  • Richtig dosierte Belastung stärkt das Herz
    Früher rieten Mediziner dazu, körperliche Belastungen zu meiden und sich zu schonen. Aber unser Pumporgan verkümmert dadurch nur schneller und das verstärkt die Herzprobleme nur. Heute weiß man, dass individuell angepasste Bewegung das Herz fit hält. Durch die verbesserte Durchblutung der Muskulatur wird das Herz entlastet. Sie fragen sich, wie viel Sport Sie sich zumuten können? Im Vorfeld sollten Sie von Ihrem Arzt prüfen lassen, welche Belastung für Sie angemessen und förderlich ist. Vor allem Ausdauersport wie Radfahren oder Wandern eignet sich, z. B. in speziellen Herz-Sportgruppen. Als Fausregel gilt: Sie sollten sich bei allen körperlichen Aktivitäten noch gut unterhalten können. 
  • Rauchen und Alkohol – machen unser Herz noch müder
    Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren – nicht nur für das Entstehen, sondern auch für das Fortschreiten von Herz-Kreislauferkrankungen, die letztlich Ursache der Herzinsufiizienz sind. Darüber hinaus vermindert Rauchen die Sauerstoffaufnahme – die bei geschwächtem Herz ohnehin reduziert ist – zusätzlich. Was den Alkohol angeht: Die Deutsche Herzstiftung rät zu maximal einem halben Liter Bier bzw. einem kleinen Glas Wein am Tag.
Unser Tipp: Fühlen Sie sich häufig müde oder schlapp, bekommen schlechter Luft und/oder bemerken verstärkt Wassereinlagerungen? Sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf Ihren Verdacht an! Je eher die Herzinsuffizeinz erkannt wird, umso früher können Sie mit einer gesunden Lebensweise gegensteuern.

Frauen trifft es anders

Die Herzinsuffiezienz betrifft Männer und Frauen gleich häufig – doch bei Frauen wird die Erkrankung oft übersehen. Die Symptome sind bei ihnen weniger stark ausgeprägt. Denn Frauen leiden eher an der so genannten diastolischen Herzinsuffizienz, die die linke Herzkammer betrifft. Bei Männern ist häufiger die gesamte Pumpleistung des Herzens angegriffen (systlische Herzinsuffizienz), daher sind sie von den Symptomen Atemnot und Müdigkeit noch deutlicher betroffen.

Die vier Schweregrade der Herzschwäche

Ihr Arzt hat die Diagnose Herzschwäche gestellt und Sie nach NYHA-Stadien eingeteilt? Die Deutsche Herzstiftung teilt die Herzschwäche je nach Ausprägung in vier Schweregrade ein: Von ersten Hinweisen auf eine Herzerkrankung (NYHA-Stadium 1) bis zu schwerster chronischer Herzschwäche mit Bettlägerigkeit (NYHA-Stadium 4).


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

3 Kommentare

  • Nicole Stuhr

    Danke für die Informationen, die so allgemein wohl jeder kennt.
    Die Herzleistung wird u.a. durch das Q10 beeinflusst. Es wird ab ca.40 Jahren immer weniger davon produziert. Deshalb macht es Sinn ab 35 Jahren Q10 als Nahrungsergänzung zu nehmen.

  • S. Gössel

    Kurz, einprägsam und informativ –
    so merkt Esssucht jeder! DANKE!

  • Friedrich W. Seelig

    Ich versuche gesund zu essen und mich viel zu bewegen und komme so ganz gut mit meinem Vorhofflimmern zurecht

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