Ältere Beiträge, Ernährung
Kommentare 14

Heißhunger? Nein, danke!

Heißhunger muss nicht sein

Süße Schokolade, salzige Chips, fettiger Käse oder deftiges Fleisch – wenn sich unser Körper mit Heißhunger meldet, sind wir oft machtlos und gehorchen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Phänomen Heißhunger? Wir zeigen Ihnen, wann es richtig ist, ihm nachzugeben und was Ihnen Ihr Körper mit seinem Heißhunger sagen möchte.

Heißhunger – das schier unbändige Verlangen nach einem bestimmten Lebensmittel. Wenn der Körper derart stark nach Schokolade, Chips oder Käse giert, kann das dann falsch sein? Sagt er uns nicht vielmehr, dass er genau DAS jetzt braucht? Jein!

Heißhunger, was steckt dahinter?

Vor allem Frauen kennen das Phänomen Heißhunger. Rund 30 Prozent gaben in einer Umfrage an, mindestens einmal pro Woche darunter zu leiden. Bei Männern waren es gerade einmal 13 Prozent. Woran liegt das? Ernährungspsychologen sind sich sicher, dass hinter den Heißhunger-Attacken ein Hilferuf des Körpers steckt. Er verlangt nach ganz bestimmten Nährstoffen. Und das so vehement, weil er sonst nicht gehört wird.

Heißhunger auf Süßes

Am häufigsten bezieht sich Heißhunger auf Süßigkeiten. Egal ob Kuchen, Schokolade oder Gummibärchen – fast immer ist der verlockende Zucker das eigentliche Ziel der Begierde. Oft gerade dann, wenn man eigentlich gesünder leben möchte, sich Süßigkeiten verbietet, vielleicht sogar der Gesundheit zuliebe abnehmen möchte.

Auch ein Mangel am Glückshormon Serotonin kann Heißhunger auf Süßes auslösen. Und tatsächlich macht uns Zucker kurze Zeit glücklich. Er kann sogar wie eine Droge wirken. Doch mit der Zeit brauchen wir immer mehr davon und das hat ungesunde Folgen für unseren Körper und unsere Gesundheit. Wie Sie Ihre Stimmung gesund heben können lesen Sie hier.

Süßigkeiten als Snack zwischendurch

Wer zu einer bestimmten Zeit – am Nachmittag oder vor dem Mittagessen – Lust auf etwas Süßes verspürt, hat oft einen niedrigen Blutzuckerspiegel. Gibt man dem Verlangen nach und verspeist das Tortenstück oder die halbe Tafel Schokolade, ist die Welt scheinbar wieder in Ordnung. Jedoch: Die zuckerhaltigen Lebensmittel sorgen zwar für einen raschen Anstieg des Blutzuckerspiegels, nach kurzer Zeit fällt er aber umso tiefer wieder ab.

Diese Achterbahnfahrt des Blutzuckerspiegels ist ein Teufelskreis aus Heißhunger und ungesunden Snacks. Wer ihn durchbrechen möchte, sollte sich ein paar einfache Regeln und Tipps beachten:

  • Regelmäßig essen: Gar nicht erst bis zum Heißhunger warten, lieber gesunde Snacks wie Nüsse oder Obst und Gemüse zwischendurch einplanen.
  • Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte: Sie machen länger satt und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer an- und absteigen.
  • Eiweißreiche Lebensmittel zu den Hauptmahlzeiten: Hochwertiges Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte sorgen für langanhaltende Sättigung.
  • Viel Obst und Gemüse: Die darin enthaltenen Ballaststoffe halten den Blutzuckerspiegel in der Bahn, der Zucker im Obst reicht für einen neuen Energieschub aus.

Süßigkeiten am Abend

Wer unter Heißhunger auf Süßes am Abend leidet, hat oft einen langen Tag voller anstrengender Enthaltsamkeit hinter sich. Wer sich tagsüber viel verbietet, kann abends oft nicht mehr widerstehen. Niemand sieht es, wenn abends doch die Tafel Schokolade verputzt wird. Tagsüber gesteht man sich die Schwäche vor Kollegen oder der Familie nicht ein.

Die einfachste Möglichkeit, den Heißhunger am Abend zu bekämpfen, ist Essen – und zwar regelmäßig und ausreichend. Nur so kommt der Körper abends nicht in eine derartige Nährstoffnot, dass er den Heißhunger als letztes Mittel einsetzt.

Süßigkeiten nach dem Mittagessen

Heißhunger auf Süßes - meist wegen zu niedrigem Blutdruck

Süße Teilchen mit ungesunden Folgen: Zucker lässt den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen – um danach eben so tief wieder zu fallen. Dann verlangt der Körper Nachschub: Ein ungesunder Teufelskreis.

Wer das Gefühl hat, nach Hauptmahlzeiten unbedingt noch etwas Süßes nachzulegen, leidet meist nicht an Heißhunger. Vielmehr ist es eine über Jahre gelernte Angewohnheit, nicht selten seit Kindertagen. „Iss deinen Teller leer, dann bekommst du deinen Nachtisch.“, ein Satz, den Kinder häufig hören und der gleich drei problematische Bedeutungen hat: 1. Brav ist nur der, der seinen Teller leer ist. Damit landen unnötig viele Kalorien im Magen, selbst wenn dieser schon vermeldet, er wäre satt. 2. Nachtisch gehört zu jedem Essen. 3. Süßes wird als Belohnung gelernt.

Der Körper benötigt keine süße Nachspeise, im Gegenteil. Sind die Hauptmahlzeiten ausgewogen und sättigend, dann sind die süßen Kalorienbomben unnötiger Ballast. Und der macht müde und dick.

Heißhunger auf Salziges und Deftiges

Wer unter häufigem Heißhunger auf Salziges leidet, steht möglicherweise unter starkem Stress. Bei Stress verbraucht der Körper u. a. mehr Mineralstoffe, die er sich dann über eine salzige Mahlzeit zurückholen möchte. Auch zu lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, Sport oder Schmerzen können Heißhunger auf Salziges auslösen. Oft geht der Salzhunger mit einem niedrigen Blutdruck einher.

Prinzipiell sollten Sie den Hunger auf Salziges ernstnehmen und dem Körper geben, wonach er verlangt. Entscheidend ist nur, in welcher Form Sie die Mineralstoffe zu sich nehmen. Allzu oft greifen wir bei Heißhunger nämlich zu fettigen, ungesunden Snacks wie Chips, Pommes frites oder anderem Fast Food. Gesündere Alternativen stillen den Hunger auf Salz aber genauso gut, zum Beispiel eingelegte Oliven. Gleichzeitig bleiben Völlegefühl, schlechtes Gewissen und unnötig Pfunde fern.

Prinzipiell sollten Sie darauf achten, alle Vitalstoffe – also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente –  täglich in ausgewogener Dosierung zu sich zu nehmen. Gleichzeitig kann Stress abzubauen die Auslöser des Heißhungers bekämpfen.

Heißhunger auf Käse

Heißhunger auf Käse ist eine spezielle Form von Heißhunger auf Salziges. Auch diese Gelüste kommen häufig bei Stress vor. Möglicherweise besteht auch ein erhöhter Bedarf an Calcium und oder bestimmten Fettsäuren. Wer auf seinen Körper hören, dabei aber gerne Kalorien einsparen möchte, kann auf ein kleines Stück Seefisch mit Brokkoli ausweichen. Der Seefisch liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren, Brokkoli ist reich an Mineralstoffen wie Phosphor und Calcium.

Heißhunger auf Obst

Heißhunger auf Obst kann auf Wassermangel hinweisen

Endlich nach Herzenslust zugreifen: Heißhunger nach Obst deutet oft auf Wassermangel hin. Trotzdem ist Obst ein gesunder Nachtisch oder Snack zwischendurch.

Ja, es gibt ihn auch, den gesunden Heißhunger. Wer einen großen Drang nach Obst verspürt, hat oft einfach zu wenig getrunken. Häufig tritt Heißhunger auf Obst nach dem Sport oder nach der Sauna auf. Natürlich spricht nichts gegen einige Portionen Obst am Tag – ganz im Gegenteil. Gerne können Sie aber zusätzlich ein Glas Wasser trinken. So kann Ihr Körper noch schneller sein Defizit ausgleichen.

„Heißhunger“ auf Lieblingsgerichte?

Wer an stressigen Tagen, bei schlechter Laune, Einsamkeit oder Traurigkeit Gelüste auf bestimmte Lieblingsgerichte bekommt, leidet eher psychisch als an einem körperlichen Mangel. Das Essen wird als Seelentröster missbraucht. Wer regelmäßig Trost im Essen sucht, kann schnell die Kontrolle über Kalorien und Nährwertgehalt verlieren. In diesem Fall sollten Sie sich alternative Stressbewältigungsmethoden suchen.

Fazit: Nachgeben oder aushalten?

Unser Körper ist ein extrem komplexes System. Psyche und Organismus greifen ineinander und sind untrennbar miteinander verbunden. Mit zuckerreichen, stark verarbeiteten Lebensmitteln tun Sie Ihrem Körper leider nie etwas Gutes. Doch wer genau hinhört und versteht, was uns unser Körper sagen möchte, der kann zu richtigen Zeit gesund und angemessen auf seine Signale reagieren.

Welche Gelüste kennen Sie? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen oder Tipps in den Kommentaren mit!

 

Merken

Merken

Merken

Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

14 Kommentare
  1. Monika sagt

    Gestern erst erlebt: Am Abend Heißhunger auf Süßes. Ich bin gerade beim Abnehmen. Ich habe eine Handvoll Erdnüsse (geröstet, in der Schale, ungesalzen) zu mir genommen und der Appetit auf Zuckerware war weg. Und die Waage blieb auch freundlich. Nüsse sind für mich immer eine gute Alternative.

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Monika, danke für Ihren Kommentar! Das mache ich genauso 🙂

      Viele Grüße, Cora

  2. Heidrun Miehle sagt

    Ich mag Ihre Beiträge sehr. Sie sind nützlich, für jedermann verständlich und gut umsetzbar. Vielen Dank.

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Vielen Dank für das liebe Kompliment, das motiviert sehr!
      Herzliche Grüße, Cora Högl

  3. Maik Reeh sagt

    Hallo,
    morgens esse ich den Frischkornbrei (mit Obst), mittags Salat und Gemüse (natürlich frisch und roh, so schmeckt und bekommt es mir am Besten). Abends nach der Arbeit koche ich mir was warmes. Aber einige Zeit später habe ich hunger auf Süßes. Spätestens 2 bis 4 Std. nach dem Abendessen brauch ich immer entweder was Süßes oder was an Wurst. Sonst kann ich auch nicht schlafen (ohne das Satt-Gefühl).
    Was läuft da schief?
    VG Maik

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Maik, danke für Ihren Kommentar. So wie es sich anhört, achten Sie sehr auf gesunde Ernährung. Da ist es natürlich besonders ärgerlich, dass Ihnen der Heißhunger abends dazwischen kommt. Nehmen Sie denn über den Tag verteilt genug Kalorien also Energie zu sich? Als gesunde Alternative zu Süßem und Wurst könnte ich Ihnen Nüsse, sehr dunkle Schokolade oder auch Bananen empfehlen. Bananen können z. B. auch bei Einschlafproblemen nützlich sein. Mehr dazu erfahren Sie hier http://www.lavita.de/blog/richtig-essen-besser-schlafen.

      Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung dazu!
      Herzliche Grüße, Cora Högl

  4. Daniela Schneider sagt

    Seit ich LaVita regelmäßig trinke hat sich diese Problematik so gut wie ganz bei mir eingestellt. Allerdings habe ich im Abschnitt „Heißhunger auf Obst“ voll den A-Ha-Moment gehabt. Danke dafür! Ich habe tatsächlich Schwierigkeiten ausreichend Wasser zu trinken und weiß nun besser damit umzugehen.
    Ich mag Eure Blogs sehr, weiter so
    LG
    Daniela

  5. Peter Simon sagt

    Wer Heißhungerattacken verspürt und viel zu tun hat – ob sportlich oder auf der Arbeit, sprich körperlich oder geistlich – hat zudem in der Regel einen erhöhten Bedarf an Magnesium. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade Kakao an Nummer 1 in der Süßigkeitenkette steht. Kakao ist ein sehr magnesiumreiches Lebensmittel.
    Unser Körper, von dem allein unser Gehirn 20% der Energie benötigt, greift dann instinktiv zur ihm bekannten Quelle, dem Kakao und auch Zucker.

    Mein Tip: Neben LaVita zusätzlich, je nach Bedarf !, transdermale Fußbäder mit Magnesiumchlorid-Hexahydrat (1-2x/Woche). Dies ist leicht in der Apotheke/Internet zu beziehen und kostet kaum Geld. Hier ist es erstaunlich, dass die direkte Aufnahme (100%) über die Haut erfolgt, wobei im Gegenzug nur etwa ein Drittel der Magnesiumbestandteile über den Magen-Darm-Trakt, sprich orale Zufuhr, im Körper aufgenommen werden. Was es nicht alles gibt…aber es ist wirklich so. Sagt einem nur keiner 🙂
    Wer sich selbst fordert und fördert, muss seinen Waagenanteil auf der anderen Seite ebenso aufstocken. Sonst kommt man früher oder später ins Ungleichgewicht.
    Ein schönes Wochenende zusammen und nehmen Sie`s den Menschen, die Sie nicht anständig behandeln, nicht übel. Meist wissen Sie nicht, dass Sie im Ungleichgewicht sind. 😉

    @ Fr. Högl: wieder ein sehr lesenswerter und toller Beitrag! Ich lese gerne Ihre Berichte.
    Vielleicht bringen Sie eines Tages ja noch etwas über Herrn Dr. Klinghardt (Empfehlung!)

  6. Chris sagt

    Hallo,
    dem Beitrag kann ich nur beipflichten. Das komplette letzte Jahr habe ich Süßigkeiten etc. zur Streßkompensation und als Seelentröster „mißbraucht“. Man kommt dann in einen Kreislauf, der schwer zu unterbrechen ist. Auch abends, was früher überhaupt nicht meine Art war, konnte ich der Schokolade nicht widerstehen. Nach Büroschluss und einem oft 10 Stunden-Tag hatte ich oft keine Lust mehr für den nächsten Tag (Mittagspause) zu kochen und bin dann mit meinen Kollegen mittags entweder in die Kantine gegangen oder habe mich wiederum den Kollegen angeschlossen, die sich auf der nahegelegenen Geschäftsstraße ein „Schnellgericht“ geholt haben. Auf diese Art und Weise haben sich so etliche Kilos bei mir angesammelt. Da ich mich inzwischen im Vorruhestand befinde, ist essenstechnisch alles einfacher und ich kann mittags gesund kochen.
    Anfänglich ( d.h. ab Anfang Januar) fiel es schwer auf Süßigkeiten und Kuchen zu verzichten, aber der Umstellungsprozess dauerte nicht lange. Geholfen hat mir regelmäßiges Essen und beim Mittag bzw. Abendessen der Verzicht auf solche Kohlehydrathe, welche Stärke enthalten. Dadurch wurde der Heißhunger auf Süßes gebremst. Auch ich hatte früher nach dem Mittagessen immer das Bedürfnis nach einem süßen Snack zum Abschluss. Zu Beginn der Umstellungsphase habe ich dann tiefgefrorene Himbeeren aufgewärmt und ein bisschen Sahne dazu aufgeschlagen. Das ist eine echte Alternative zu Kuchen oder Schokoriegel und ohne Kohlehydrathe hat der Körper nicht Bedürfnis nach mehr.
    LG Chris

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Chris, danke für Ihren Bericht und Respekt, dass Sie die Umstellung geschafft haben! Der Tipp mit der „Umstellungsphase“ ist sehr gut – die wenigsten schaffen es, Gewohnheiten von jetzt auf gleich komplett abzulegen. In kleinen Schritten funktioniert das oft besser und nachhaltiger. Ihnen weiterhin alles Gute!

  7. Katinka sagt

    Verlangen nach Milchprodukten wegen Kalziummangel ist eher unwahrscheinlich, da Milchprodukte den Koerper ubersaeuern, und Calzium vom Koerper zur Neutralisierung verwendet wird. D.h. Nach den Verzehr von Milchprodukten haben weniger Kalzium als davor. Ich glaube, dass Gewohnheiten und falsche Konditionierungen aus fruehster Kindheit dafuer verantwortlich sind… Uebrigens braucht man kein Fisch essen umd auf seine wertvollen Omega 3 und 6 Fettsaeuren zu kommen. 3 Walnuesse am Tag decken den ganzen Tagesbedarf von Omega 3 und 6. Um den Koerper nicht zu uebersaeuern, muss man wirklich auf Qualitaet bei Fisch und Fleisch achten. D.h. Die Tiere duerfen nicht mit Medikamenten vollgepumpt sein, nicht mit genmanipuliertem Mais und Soja gefuttert sein, und ausreichend Freilauf gehabt haben, und das ist sehr teuer. Leichter ist es einfach darauf zu verzichten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.