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Pillen, Pflaster, Calendula – Was gehört wirklich in Ihre Hausapotheke?

Die gut ausgestattete Hausapotheke

Ein verstauchter Fuß, eine verstopfte Nase oder die erste Herbstgrippe: Die kleinen Wehwehchen des Alltags kommen meist unverhofft. Eine gut ausgestattete Hausapotheke ist in diesen Fällen die erste Anlaufstelle. Wir zeigen Ihnen, was unbedingt in eine Hausapotheke gehört und was Sie beachten sollten.

Wofür benötigt man überhaupt eine Hausapotheke? Eine Hausapotheke soll in erster Linie kleinere Befindlichkeitsstörungen und alltägliche Wehwehchen behandeln oder abschwächen können: Sei es für einen Schnupfen, verstauchte Knöchel, aufgeschürfte Knie oder Zecken – all diese Probleme sollten mit der Hausapotheke behandelbar sein.

Bevor es jedoch darum geht, die Hausapotheke sinnvoll zu befüllen, hier noch ein paar grundlegende Dinge, auf die Sie achten sollten:

1. Passen Sie die Hausapotheke an Ihre Familiensituation an

Zuallererst sollten Sie sich Gedanken über Ihre Familienkonstellation machen. Haben Sie Kinder? Wenn ja in welchem Alter? Sind sie schon mobil und klettern auf Bäumen herum, dann brauchen Sie sicherlich einen größeren Vorrat an lustigen Pflastern. Für Senioren im Haushalt sind vielleicht die regelmäßigen Medikamente essentiell, ein Hobbysportler wird öfter zu Muskelcremes etc. greifen.

Wappnen Sie sich gegen alles Mögliche, dass in Ihrer Familie vorkommen kann: Leidet ein Familienmitglied an einer Insektenstichallergie, Asthma, oder ähnlichem sollten Gegenmittel dafür in der Hausapotheke gelagert werden. Das Gleiche gilt für vierbeinige Familienmitglieder. Wer sein Zuhause mit Hund und/oder Katze teilt, sollte z. B. immer eine Zeckenzange oder Desinfektionsmittel für kleinere Wunden griffbereit haben.

2. Der richtige Platz für die Hausapotheke

Am besten eignet sich als Hausapotheke ein Kästchen, dass sich an der Wand anbringen lässt. Wählen Sie für den Standort Ihrer Hausapotheke einen möglichst trockenen und dunklen Ort. Außerdem sollte die Hausapotheke nicht für Kinder zugänglich sein – am besten auf Augenhöhe eines Erwachsenen montiert. Eine abschließbare Hausapotheke bringt noch einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt.

3. Regelmäßig ausmisten

Medikamente und pflanzliche Mittel sind nur eine bestimmte Zeit haltbar. Überprüfen Sie deshalb mindestens einmal pro Jahr Ihre Hausapotheke und misten Sie die abgelaufenen Produkte aus. Tipp: Sobald Sie etwas anbrechen oder öffnen (Nasentropfen z. B.), schreiben Sie das Datum auf die Flasche. So wissen Sie genau, ob Sie die angebrochenen Nasentropfen noch verwenden können. So sollten z. B. Nasentropfen 6 Wochen nach dem Öffnen entsorgt werden.

Die Hausapotheke gegen äußerliche Wunden

Für offene Wunden, ob groß oder klein, sollten Sie eine Bandbreite an Pflastern, sterilen Kompressen und Mullbinden in Ihrer Hausapotheke vorrätig haben, genauso wie Wunddesinfektionssprays. Ihre Hausapotheke sollte auch verschiedene Wundheilcremes und Salben beinhalten: Beispielsweise bei leichten Verbrennungen (Brandwundenpäckchen), Sonnenbrand, Mückenstichen aber auch Zerrungen oder Prellungen.

Nützliche Hilfsmittel immer griffbereit halten

Zahlreiche Werkzeuge und Hilfsmittel können bei kleinen Wehwehchen sehr hilfreich sein: Eine stabile Pinzette für Splitter, ein Fieberthermometer, eine Zeckenzange, eine kleine Schere für Pflaster und Verbände, Einmalhandschuhe, Sicherheitsnadeln etc. Eigentlich sind diese Dinge in fast jedem Haushalt vorhanden. Wenn sie im Notfall aber gebraucht werden, sucht man ewig. Lagern Sie sie daher in der Hausapotheke und vermeiden Sie so langes Suchen.

Die natürliche Hausapotheke

Sie können zahlreiche Substanzen aus der Naturheilkunde mit in Ihre Hausapotheke aufnehmen. Wichtig ist hier, dass Sie sich die Tees, Blüten, Salben etc. in Arzneimittelqualität besorgen. Denn nur dann ist deren Wirkung auch durch Tests gesichert. Reformhäuser, Apotheken und teilweise auch Drogerien bieten diese an.

Das könnte zum Beispiel mit in Ihre Hausapotheke:

  • Ätherische Öle: Ätherische Öle können zum Beispiel desinfizierend, entzündungshemmend und entkrampfend wirken. Pfefferminzöl kann bei Kopfschmerzen helfen, Kümmel- oder Fenchelöl beruhigen den Magen. Die ätherischen Öle in Baldrian, Anis oder Lavendel erleichtern das Einschlafen.
  • Calendula-Salbe als Wundheilsalbe: Die Flavonoide und Saponine der Ringelblume wirken entzündungshemmend und fördern die Wundheilung
  • Fenchel-Tee, Hagebutten-Mus, Kamillen- und Lindenblüten bei Erkältungen: Fenchel-Tee wirkt krampflösend und hilft beim Abhusten. Hagebutten stärken durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt die Abwehrkräfte und ein Kamillen- oder Lindenblütenbad wirkt entzündungshemmend und fiebersenkend.
  • Flohsamen bei Verstopfungen: Der Schleim der Flohsamenschalen quillt mit Wasser recht schnell auf, regt dadurch den Dehnungsreiz der Darmbewegung an und wirkt mild abführend.

Checkliste – So könnte Ihre Hausapotheke aussehen

  • Pinzette
  • Fieberthermometer
  • Zeckenzange
  • kleine Schere für Pflaster und Verbände
  • Einmalhandschuhe
  • Sicherheitsnadeln
  • Pflaster
  • sterile Kompressen und Mullbinden
  • Wunddesinfektionssprays
  • Wundheilcremes und Salben (Calendula)
  • Brandwundenpäckchen
  • Ätherische Öle (Pfefferminz, Lavendel, etc.)
  • Fenchel-Tee (in Arzneimittelqualität)
  • Hagebutten-Mus
  • Kamillenblüten (in Arzneimittel-Qualität)
  • Lindenblüten (in Arzneimittel-Qualität)
  • Flohsamen

Extra-Tipp am Ende: Kleben Sie wichtige Telefonnummern in die Hausapotheke
Mit diesem Merkzettel haben Sie die wichtigsten Notrufnummern im Überblick. Einfach ausdrucken und in die Hausapotheke kleben:

Eine sorgfältig zusammengestellte Hausapotheke kann dafür sorgen, dass man nicht bei jeder kleinen Wunde oder Verletzung in Panik verfällt oder den Arzt aufsuchen muss. Sie sollte aber stets gut gepflegt werden und natürlich sollte man wissen, welche Hilfsmittel bei welchen Problemen helfen. Die „eine richtige Hausapotheke“ gibt es nicht, aber jeder kann sie genau auf seine Bedürfnisse zuschneiden.

Wie sieht Ihre Hausapotheke aus? Auf was möchten Sie nicht mehr verzichten?

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Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

2 Kommentare
  1. Marlen A. sagt

    In meine Hausapotheke gehört, besonders seit es keine Spolera Tropfen mehr gibt, die Traumeel Salbe. Seitdem habe ich keine Angst mehr vor Insektenstichen, blaue Flecken lösen sich schneller auf, und selbst schmerzende Wunden heilen schneller.

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