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Gift im Topf? Diese Zutaten brauchen besondere Behandlung

Obst und Gemüse besonders behandeln

Obst und Gemüse sollten auf unseren Speiseplänen ganz oben stehen. Die enthaltenen Vitamine, sekundären Pflanzenstoffe, Mineralien und Spurenelemente sind essentiell für unsere Gesundheit. Doch einige Obst- und Gemüsesorten benötigen eine spezielle Behandlung, denn sie sind sonst giftig oder schädlich für uns. Wir zeigen, wo Sie aufpassen sollten.

Bohnen & Kichererbsen
Hülsenfrüchte wie grüne Brech- und Stangenbohnen oder Kichererbsen sollten niemals roh gegessen werden. Im rohen Zustand enthalten sie den Giftstoff Phasin, der Brechdurchfall und im Extremfall tödlich verlaufende, blutige Entzündungen des Dünndarms hervorrufen kann. Hierfür genügen bereits ein paar wenige roh gegessene Bohnen.
Werden Hülsenfrüchte eine Viertelstunde gegart oder gekocht, wird der Giftstoff unschädlich gemacht. Getrocknete Kichererbsen oder Erbsen sollten Sie 12 Stunden vor dem Verzehr in Wasser einweichen und danach circa zwei Stunden kochen. Wichtig: Das Einweichwasser ein bis zwei Mal wechseln und die Erbsen danach in frischem Wasser kochen.

Sellerie
Schon Homer erwähnte vor 3.000 Jahren in seiner Odyssee den Sellerie, das Lieblingsgemüse der Zauberin Kalypso. Was er nicht gewusst haben dürfte: Sellerie enthält u.a. die problematischen Furocumarine. Diese Stoffe sind hitzestabil und können unter Sonneneinstrahlung toxische Effekte auslösen (hier finden Sie dazu eine Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung BfR). Bereits mit etwa 500 Gramm Sellerie in einer Mahlzeit, können Sie so viele giftige Furocumarine aufnehmen, dass ihre Haut mit sonnenbrandähnlichen Symptomen reagieren kann.

Kartoffel
Sogar vermeintlich harmlose Lebensmittel können in größeren Mengen giftig sein. Kartoffeln beispielsweise enthalten vor allem im Schalenbereich und in den grünen Anteilen Solanin, ein Alkaloid, das ein Brennen im Hals, Übelkeit sowie Schweißausbrüche und Atemnot verursachen kann. Der Giftstoff wird bei falscher Lagerung verstärkt gebildet, beispielweise wenn die Kartoffeln zu lange dem Licht ausgesetzt sind. Daher: Kartoffeln immer kühl und dunkel lagern. Gegrünte oder gekeimte Kartoffeln am besten gar nicht essen.
Um nicht auf die Vitamine und Mineralstoffe von Kartoffeln verzichten zu müssen, kochen Sie ihre Kartoffeln am besten mit Schale und pellen die Haut erst vor dem Essen ab. Das Kochwasser sollte nicht weiter verwendet werden, da das Solanin sich nach dem Kochen genau dort befindet.

Tomate
Wie auch bei Kartoffeln lagert sich in den grünen Bereichen der Tomate – beispielsweise um den Stiel herum – das schädliche Solanin ab (es heißt bei Tomaten Tomatin). Daher empfiehlt es sich, den Strunk der Tomate beim Schneiden gründlich zu entfernen. Bei reifen Tomaten können Sie bedenkenlos zugreifen, denn die enthalten kaum Tomatin.

Rhabarber
Obwohl Rhabarber im Sommer gerne wie Obst zubereitet wird, ist er ein Gemüse. Wir schätzen Rhabarber, weil er kalorienarm ist und uns neben Mineralstoffen (Kalium, Eisen, Phosphor) auch Ballaststoffe und Vitamin C liefert. Leider enthält er auch Oxalsäure (460 Milligramm pro 100 Gramm), die in größeren Mengen Vergiftungserscheinungen auslösen kann. Die Oxalsäure verbindet sich mit den enthaltenen Mineralstoffen, die vom Körper dann schlecht abgebaut werden und im schlimmsten Fall zu Nieren- und Blasensteinen führen können. Die Säure ist vor allem in den Blättern enthalten, weshalb man diese nicht essen sollte. Das pelzige Gefühl, dass Sie beim Essen von Rhabarber auf Zähnen oder Zunge spüren, stammt genau von dieser Oxalsäure.
Die effektivste Maßnahme, um die Oxalsäure im Rhabarber zu eliminieren ist Kochen. Verwenden Sie Rhabarber nur geschält und bereiten Sie ihn mit Milchprodukten zu. Das in den Milchprodukten enthaltene Kalzium bindet die Oxalsäure. Auf diese Weise wird verhindert, dass über den Darm große Mengen Oxalsäure in den Körper gelangen.

Basilikum

Tomaten mit Basilikum – ein sommerlicher Klassiker. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät jedoch, nicht zu viel Basilikum zu verzehren. Basilikum enthält den giftigen Aromastoff Methyleugenol. Zwar wurde in Tierexperimenten nachgewiesen, dass dieses Methyleugenol durch den Stoffwechsel krebserregende Stoffe produzieren kann, aber ob dies auch auf den Menschen übertragbar ist, ist bisher noch unklar. Auch ist ungeklärt, ob das Methyleugenol in Verbindung mit anderen im Basilikum enthaltenen Stoffen nicht sogar neutralisiert oder geschwächt wird. Immerhin enthält das „Königskraut“ neben ätherischen Ölen auch wertvolle Flavonoide, Gerbstoffe und Phenolsäure. Sie müssen daher Tomaten mit Basilikum nicht von ihrem Speiseplan streichen. Essen Sie nur einfach nicht zu viel davon.

Muskatnuss
Der Samen des Muskatnussbaums wird gerieben als Gewürz benutzt und ist in küchenüblichen Mengen für den Menschen unbedenklich. Die Muskatnuss besteht zu zehn Prozent aus ätherischen Ölen, zu etwa 30 Prozent aus fetten Ölen, Harzen, Lignanen , dem Farbstoff Lycopen und Myristicin. Das Verspeisen einer ganzen Muskatnuss kann – ausgelöst durch das Myristicin – zu Halluzinationen, starkem Brechreiz und Vergiftungserscheinungen führen. Bewahren Sie deshalb ihre Muskatnüsse in der Küche so auf, dass keine Kinder in Versuchung kommen, die Gewürznüsse zu schlucken.

Keine Panik! Das Gute überwiegt
Fürchten Sie sich nun aber nicht davor, die oben beschriebenen Zutaten auch weiterhin für Mahlzeiten zu benutzen. Denn viel wichtiger als die vereinzelten problematischen Substanzen, die sie enthalten und die man mit der richtigen Handhabe reduzieren kann, ist die Vielzahl an gesunden Vitalstoffen, die sie uns liefern. Sie brauchen daher nicht auf die Vitamine, sekundären Pflanzenstoffe, Spurenelemente etc. verzichten, wenn Sie wissen, auf was Sie achten müssen.

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Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler und Anthropologe interessiert den jungen Familienvater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren, Zeit mit seinen beiden Söhnen zu verbringen und gesundes Essen. Wenn er nicht für seine Familie und Freunde kocht, macht sich Christian Gedanken, wie er sein Häuschen ausbauen kann.

26 Kommentare
  1. Gerhard Große sagt

    Bin glücklich, Euch gefunden zu haben….Lavita ist Bestandteil meiner täglichen Ernährung und gibt mir nach einem notwendigen Leidensweg wieder Lebensenergie und Lebensfreude… DANKE !

    • Karin Laubmeister sagt

      Karin Laubmeister

      Sehr interressant
      Das mit dem Sellerie und dem Basilikum wusste ich nicht

      Danke für die Information
      Grüsse aus Schöllkrippen
      Karin

  2. Helena Müller sagt

    Das finde ich einfach hochgradig dankenswert, so wichtige Informationen zu erhalten. Und das in einer Weise, die sachlich informiert – ohne „Panikmache“ – sondern nach dem Motto
    „gewusst wie“…:-) !

    Freundliche Grüße von ihrer Kundin

    Helena Müller

  3. Karla Demirci sagt

    Das ist eine gute Idee! Manches habe ich nicht gewusst, z.B. über die Sellerie oder über Basilikum. Vielen Dank für die Information.
    Liebe Grüsse aus Berlin
    Karla Demirci

    • Christoph sagt

      Bei Zimt sollte man auf die Verwendung des „Ceylon Canehl“, der „echte“ Zimt achten, am besten als Stangenzimt, den man sich selbst mahlt. (Ich selbst verwende eine Kornmühle dafür, klappt sehr gut). Der billigere Cassia Zimt (vor allem aus China) wird meistens für das Zimtpulver verwendet, dass man üblicherweise so kaufen kann und enthält zu viel Cumarin. Der echte Ceylon Zimt enthält nur wenig von dieser Substanz, der höhere Preis lohnt sich auf jeden Fall und der Geschmack ist deutlich feiner.

  4. Nestler sagt

    Wie sieht es mit rohen Kartoffeln aus? Kann man die essen? Auch wenn sie nicht gekeimt haben und nicht grün sind?

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo Nestler,
      rohe Kartoffeln solltest Du nicht essen. Ungekocht enthalten Kartoffeln schwer verdauliche Stärke (die erst durch das Kochen für uns leichter verdaulich wird) und das giftige Solanin.
      Herzliche Grüße
      Christian John

  5. Silvia sagt

    „Die Menge macht das Gift“ trifft zu der alte Spruch.
    Danke für die Info. Bin immer froh für neues Wissen.

    Liebe Grüße aus Leimersheim

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo Silvia,
      Du hast recht, der alte Spruch stimmt.
      Herzliche Grüße,
      Christian

  6. Was halten Sie von der neumodischen Ansicht Kartoffeln mit Schale zu verzehren?
    Ich habe gelernt, dass man die Schale abschält.
    Viele Grüße aus Bayern

  7. Sonja sagt

    Super infos. Und was ist mit frischem basilikumpesto. Das essen wir für unser Leben gern…

    Lg aus Hamburg

    • Christian John
      Christian John sagt

      Wie schon in den Kommentaren und auch im Artikel erwähnt: Die Menge macht´s. Gegen frisches Basilikumpesto ist natürlich nichts einzuwenden, solange Du nicht den ganzen Sommer lang, jeden Tag Nudeln mit Pesto ist. 🙂
      Liebe Grüße!

  8. Bogusława Reale-Rohde sagt

    Hallo,
    ich habe es auch so gelernt (stamme aus Polen), die Schale der Pellkartoffeln zu entfernen.
    Bogusława

  9. Gerlinde Braun sagt

    Bezüglich Kartoffel
    Habe schon von meinen Großeltern gehört, dass man bei Magenbeschwerden(Entzündung?) eine kleine rohe Kartoffel fein gerieben oder auch nur den Saft nüchtern isst/trinkt.
    Soll recht heilsam sein auch bei Zuckerkranke. Eine begrenzte Zeit eine Kur damit machen. Sie und auch meine Eltern haben damit experimentiert. Von Nebenwirkungen haben sie nichts berichtet.
    Ob es wissenschaftlich erforscht wurde?
    Danke für die Infos über bedenkliche Narhrungsmittel, dürfte besonders für
    Rohköstler interessant sein.
    Liebe Grüße
    Gerlinde

  10. Norbert Kuhl sagt

    Leider finde ich keine Antwort zu der Frage nach dem Mitessen der Schale bei Kartoffeln. Ist das nun schädlich?
    Ich esse schon seit Jahren die Schale mit.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Große Teile der Mineral- und sekundären Pflanzenstoffe kommen in der Kartoffelschale bzw. in der Schicht darunter vor, leider auch das giftige Solanin. Gerade bei lange und falsch gelagerten Kartoffeln kann der Solanin-Gehalt in der Schale sehr ansteigen, gut zu erkennen an den grünen Stellen.
      Junge Kartoffeln können also problemlos gekocht mit Schale gegessen werden, ältere und lange gelagerte Kartoffeln sollte man pellen. So empfiehlt es auch die Bundesanstalt für Getreide-, Kartoffel- und Fettforschung. Herzliche Grüße!

  11. Rose Reiche sagt

    Ja das ist sehr nett ein Freund aus deutschland hat mir das alles geschickt und ich lebe immer gesund. ich mache mir Gemauesesaft frisch jeden Tag und ich habe keinerlei schmerzen in meinem Koerper. Vilen dank fuer die neuigkeiten Rose aus Boynton beach Florida

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