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Gemüsebeet anlegen – 7 Tipps, wie Sie erfolgreich in Ihrem Garten ernten

Gemüsebeet anlegen und reiche Ernte einfahren: Radieschen sind schon nach kurzer Zeit erntereif.

Frisches knackiges Gemüse aus dem eigenen Anbau schmeckt besonders lecker, ist garantiert biologisch und macht auch noch stolz – das alleine sind drei Gründe, warum es sich lohnt selbst im kleinsten Garten mit Nutzpflanzen zu experimentieren. Wie Sie auch als Hobbygärtner ohne grünen Daumen eine erfolgreiche Ernte feiern? Einfach unsere 7 Tipps beachten und loslegen!

Bevor es in den Garten geht, sollte man sich erstmal mit dem Vorhaben vertraut machen und alles in Ruhe durchplanen. Am besten schon im Winter, denn dann hat man genügend Vorlaufzeit. Wenn es aber im Mai noch Bodenfrost gibt, kann man ohne schlechtem Gewissen erst nach Ostern mit der Planung beginnen – so wie in meinem Fall.

1. Die Grundvoraussetzungen müssen stimmen!

Wer erfolgreich garteln möchte, sollte sein Beet in sonniger bis halbschattiger Lage anlegen. Mindestens 4 Stunden Sonne täglich sind Pflicht. Ein sehr windiger Platz macht den Boden trocken, steht jedoch die Luft buchstäblich an der Gartenstelle, begünstigt das den Befall mit Pilzen und Schädlingen. Der Boden sollte locker, leicht sandig und humusreich sein. Außerdem darf keine Staunässe entstehen.

Auch eine Beetumrandung ist wichtig. Sie kann je nach Geschmack gestaltet werden. Doch Vorsicht: Holz mit direktem Bodenkontakt verwittert mit der Zeit.

2. Welcher Beet-Typ bin ich?

Bevor man richtig loslegt, sollte man sich über einige Dinge klarwerden. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und überlegen Sie folgende Dinge:

  • Wieviel Zeit möchte ich investieren? Wer zum Beispiel Vollzeit arbeitet, sollte sich erstmal auf drei Gemüsesorten beschränken und dann langsam aufstocken.
  • Wieviel Platz habe ich zur Verfügung? Eine Zucchini beansprucht ausgewachsen ca. 1 qm, das macht in einem kleinen Beet nur bedingt Sinn. Radieschen dagegen können im 5 cm Abstand gesät werden und liefern damit eine reichliche Ernte.
  • Was möchte ich anbauen? Nur wenn man das Gemüse selbst gern isst, baut man auch gerne an und widmet ihm Zeit. In meinem Fall sind das Karotten, Radieschen, Zwiebeln, Kohlrabi, Rote Beete, Zucchini und verschiedene Salate.
  • Wieviel Wissen habe ich und mit welchen Pflanzen starte ich? Achten Sie schon beim Kauf der Samen oder Keimpflanzen auf den Schwierigkeitsgrad. Tomaten sind anspruchsvoller in Anbau und Pflege als man meint, bei Radieschen und Salat dagegen kann kaum etwas schiefgehen. Meine Favoriten gehören alle zur Kategorie „Einfach“.

Ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen: Blinder Aktionismus bringt weder Ihnen noch den jungen Pflänzchen etwas. Die Zeit vor dem ersten Samenkorn ist die entscheidende Phase: Machen Sie sich einen Plan, belesen Sie sich und profitieren Sie von Erfahrungsberichten anderer. Nicht umsonst sind die Gemüsebeete von Pensionisten die Ertragreichsten, denn nur mit viel Ruhe und Geduld kann sich ein Gemüsebeet prächtig entwickeln.

3. Auf den Boden kommt es an!

Der richtige Boden ist die Grundlage für ein ertragreiches Gemüsebeet. Und nicht jedes Gemüse wächst auf jedem Boden und in jeder Region gleich gut. Ist der Boden sehr lehmig und „bretterhart“, lohnt es sich zum Beispiel etwas groben Sand einzuarbeiten.

Auf künstlichen Düngemitteln sollten Sie verzichten, denn ein gesunder Gartenboden hat diesen nicht nötig. Außerdem zerstört künstlicher Dünger die natürlichen Mikroorganismen in der Erde. Natürliche Düngemittel dagegen können die Bodenqualität aufwerten. Dazu gehören Pferdedung, Kompost oder Hornmehl.

Als ich mein Beet angelegt habe, habe ich zuerst die Grasschicht abgetragen, dann ca. 30 cm tief die Erde mit einer Hacke gelockert (unter Profis auch „Umgraben“ genannt). Anschließend befreite ich die Erde von Wurzelwerk, siebte Steine aus und arbeitete dann eigenen Humus aus dem Kompost großzügig ein. Danach habe ich dem Beet zwei Wochen Ruhe gegönnt und dann erst mit der Beetgestaltung begonnen.

4. Beetgestaltung

Bei der Beetgestaltung möchte ich den Begriff des Pflanzplans etablieren. Hinter jedem erfolgreichen Beet steht ein detaillierter Plan, der nicht nur die Pflanzfolge festlegt, sondern auch die Beeteinteilung. Je nach Größe sollte man das Beet in mehrere Einheiten einteilen. Ich habe vier Einheiten gewählt.

Die Einheiten können jeweils mit einer kleinen niedrigen Hecke oder Holzlatten abgesteckt werden. Jeder Pflanzbereich sollte mind. 60 cm breit angelegt werden, die Wege dazwischen mit ca. 30 cm einplanen. Und dann geht es ans Eingemachte:

  • Welche Pflanzen in welche Einheit? Welche Nachbarn passen zusammen?
  • Welche Pflanzen sind hoch und stellen andere in den Schatten?
  • Wieviel Platz braucht eine Pflanze für sich?

Ausführliche Informationen zu jeder Gemüsesorte finden Sie z. B. auf www.mein-schoener-garten.de.

5. Sinnvolle Mischkultur anlegen

Da möchte man einfach nur ein Gemüsebeet anlegen und steht plötzlich vor Begrifflichkeiten wie Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer und die alle am besten in einer Mischkultur. Wie bitte?

Ganz einfach erklärt bedeutet das: Pflanzt man immer dieselbe Pflanze an den selben Ort, wird der Boden irgendwann müde und ausgelaugt. Deshalb unterscheidet man die Gemüsesorten nach ihrem Stickstoffbedarf. Starkzehrer brauchen viel Stickstoff und laugen den Boden schnell aus, die anderen haben einen mittleren bis schwachen Bedarf.

Starkzehrer Mittelzehrer Schwachzehrer
Auberginen

Blumenkohl

Kartoffeln

Kohlarten

Kürbis

Lauch

Paprika

Sellerie

Zucchini

Zuckermais

Endivie

Fenchel

Karotten

Kopfsalat

Knoblauch

Pastinaken

Rote Beete

Spinat

Salate

Zwiebeln

Erbsen

Feldsalat

Buschbohne

Kräuter

Mangold

Radieschen

Rucola

Topinambur

 

Mit diesem Wissen habe ich mein Beet in vier Einheiten unterteilt: Eine Einheit mit Starkzehrer, eine mit Schwachzehrer und zwei Einheiten für Mittelzehrer.

Ein weiteres Kriterium für den Pflanzplan: Tiefwurzler und Flachwurzler (z. B. Karotten neben Salat) verstehen sich als Nachbarn besonders gut, weil sie unterschiedliche Schichten im Boden beanspruchen.

Gleichzeitig unterstützen sich einige Pflanzen sogar bei der Schädlingsbekämpfung. So schrecken Karotten die Zwiebelfliege ab und die Zwiebeln die Möhrenfliege – perfekte Nachbarn also!

6. Pflanzplan nach Saison

Wann die beste Pflanzzeit und wann Erntezeit für die einzelnen Gemüsesorten ist, erfahren Sie in Fachbüchern oder auch beim Kauf der Samen.

Sind Sie eher ungeduldig, fangen Sie am besten mit Pflanzen an, die sehr schnell Erträge bringen. Dazu zählen Radieschen und Salate.

Ich habe mit der Aussaat aller Pflanzen nach dem letzten Frost begonnen. In meinem ersten Jahr im neuen Beet werde ich es mir einfach machen: Ich pflanze zu Beginn alles ein und ernte was reif ist. Das werden als erstes die Salate und Radieschen sein. Zucchini und Karotten brauchen dafür länger – aber es lohnt sich!

Wenn im Winter mein Beet abgeerntet ist, beginne ich mit meinem neuen Pflanzplan. Dann wechseln die Abschnitte durch, um eine Bodenermüdung zu vermeiden. Gleichzeitig kann ich von meinen ersten Erfahrungen profitieren. Und wer weiß, vielleicht sieht mein Beet im nächsten Jahr ganz anders aus?

Vor dem Gemüsebeet anlegen ist ein Pflanzplan zu empfehlen.

Mein Pflanzplan: Die vier Abschnitte habe ich nach Stark-, Mittel- und Starkzehrer aufgeteilt und „gute Nachbarn“ zusammengesetzt. Schließlich habe ich noch darauf geachtet, dass hohe Pflanzen die kleineren nicht in den Schatten stellen.

7. Haben Sie Spaß an der Sache!

Der wahrscheinlich wichtigste Tipp zum Schluss: Man muss keine große Wissenschaft aus dem Ganzen machen, auch wenn sich das hier so liest. Der Sommer wird zeigen, ob sich mein Pflanzplan bewährt, was sich gut nebeneinander verträgt und was es noch zu optimieren gibt.

Spaß macht doch schon die Arbeit an der frischen Luft, der Stolz über die Erträge und die Tatsache, Zeit in der Natur zu verbringen.

Welche Erfahrungen haben Sie im Gemüsegarten gemacht? Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, ich freue mich auf Tipps und gegenseitiges Unterstützen!

 

Sara Zeitlmann

Sara Zeitlmann

arbeitet seit 2002 als Redakteurin und liebt es die Geschichte hinter einer Geschichte zu sehen. Zu ihren Lieblingsthemen gehört dabei schon immer alles, was sich mit Gesundheit und Natur beschäftigt. Bis zur Babypause 2014 war sie weltweit fürs Fernsehen unterwegs, jetzt bleibt sie lieber in der Nähe der Familie, ihrem Kräutergarten und schreibt u. a. als Gast-Autorin für den LaVita Blog.

4 Kommentare
  1. Elisabeth Schnizer sagt

    Hallo Frau Zeitlmann,

    Also viel Ahnung von Gartenarbeit scheinen Sie nicht zu haben! Wie wollen Sie mit einer Hacke den Boden 30 cm tief „umgraben“? Dazu braucht man einen Spaten, und so tief darf es gar nicht sein! Und das macht man am besten im Herbst, damit die groben Schollen ordentlich durchfrieren können. Im Frühjahr ist das Meiste dann zerbröselt und man bringt Kompost und/oder Naturdünger aus. Dann hackt man nur noch oberflächlich durch. Mit einem Rechen werden die Reste des alten Rasens entfernt. Und Ihre abgetragene Grasnarbe? Haben Sie die etwa entsorgt? Das wäre kontraproduktiv! Schon mal was von Gründünger gehört?

    Jetzt Anfang Mai habe ich eine wunderbar krümelige Erde und kann es kaum erwarten, bis ich meine vorgezogenen Tomaten pflanzen kann.

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Liebe Frau Schnizer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. In der Tat bin ich „nur“ Hobbygärtner, habe deshalb alle Schritte auf Anraten eines professionellen Gärtners vorgenommen.

      Wir haben unser Haus im Winter frisch bezogen, deshalb haben wir im Frühling begonnen uns mit dem Garten zu beschäftigen. Wir haben viele Steine im Boden gehabt und deshalb die Erde mit der Hacke zuerst gelockert, um dann die Steine mithilfe eines Durchwurfsiebs zu sieben.

      Das habe ich bewusst im Artikel ausgelassen, weil das unser Spezialfall ist. Von Gründünger haben wir an dieser Stelle abgesehen, da wir den Rasen erfolgreich umgesetzt haben. Er ist auch gut angewachsen 🙂

      Ich freue mich, dass Sie uns Ihre Erfahrungen mitgeteilt haben! Von einem regen Austausch können alle profitieren.

      Herzliche Grüße, Sara Zeitlmann

  2. Ingrid Troidl sagt

    Hallo Frau Zeitlmann,
    Sie haben nichts falsch gemacht. Bei mir im Garten pflanzt meine 85-jährige Mutter, die bestimmt viel Erfahrung hat. Ich bin nur für das Umstechen und Beet vorbereiten zuständig, da das für sie zu schwer ist. Ich steche grundsätzlich erst im Frühjahr um, weil mir im Herbst die Zeit fehlt. Da muss man dann auch tiefer umstechen, um das ganze Wurzelwerk zu entfernen. Danach wird Hornspäne und Blaukorn eingearbeitet und los geht’s! Wir haben jedes Jahr soviel Salat, Gemüse, Tomaten, Gurken und Zuchini dass wir die Verwandtschaft und die Nachbarschaft mit versorgen.
    Also weitermachen und sich nichts einreden lassen. Man kann nicht viel falsch machen.
    Viel Spaß beim Garteln

  3. karin sagt

    Frau Schnizer, na Sie sind ja eine ganz Gescheite…. das weiß man dass man einen Spaten
    braucht… und man muss sich da nicht unbedingt mit „etwas mehr Wissen “ derart profilieren!!!

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