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Fructoseintoleranz: Wenn Obst Bauchschmerzen bereitet

Fructoseintoleranz: Tipps auf dem LaVita Blog

Wer nach dem Genuss von Obst oder Softdrinks mit Bauchschmerzen oder Blähungen zu kämpfen hat, könnte an einer Fructoseintoleranz leiden. Wir erklären Ihnen, was es damit auf sich hat und geben Ihnen 10 Tipps, was Sie bei einer Fructoseintoleranz tun können.

Dies ist der zweite Artikel unserer Serie „Nahrungsmittelunverträglichkeiten“. Wir werden Ihnen in den nächsten Wochen nach und nach einen umfassenden Überblick über diese Nahrungsmittelunverträglichkeiten geben:

  1. Teil: Fructose
  2. Teil: Histamin
  3. Teil: Laktose

Fructoseintoleranz ist die häufigste Nahrungsmittelunverträglichkeit der Deutschen. Bei einer Fructoseintoleranz (auch Fructosemalabsorption oder intestinale Fructoseintoleranz genannt), ist die Aufnahme von Fructose aus dem Darm ins Blut gestört. Die Fructose (Fruchtzucker) wird nicht ausreichend oder überhaupt nicht vom Darm in den Körper aufgenommen und gelangt somit in den Dickdarm. Dort wird sie von Bakterien zu Wasserstoff, Methan, Kohlendioxid und kurzkettigen Fettsäuren abgebaut.

Die Fructoseintoleranz ist nicht zu verwechseln mit der erblichen (hereditären) Fructoseintoleranz, die durch eine erbliche Störung des Fructosestoffwechsels entsteht. Sie zeigt sich immer bereits im Kindesalter und geht mit einer starken Unterzuckerung und sogar Leber- und Nierenschädigungen einher. Die hereditäre Fructoseintoleranz ist sehr selten.

Von einer intestinalen Fructoseintoleranz sind dagegen schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung betroffen. Rund die Hälfte davon zeigt Symptome.

Fructose: Normalerweise gut verträglich

Fructose ist ein natürlicher Nahrungsbestandteil und normalerweise gut verträglich. Essen wir etwas Fructosehaltiges wie zum Beispiel einen Apfel, dann beginnt unsere Verdauung ihre Arbeit. Sobald die Fructose in den Dünndarm gelangt, sorgen sogenannte Fructosetransporter (GLUT5) dafür, dass die Fructose in die Darmzellen aufgenommen wird.

Von dort aus gelangt der Fruchtzucker weiter in den Blutkreislauf und zur Leber. Letztendlich wird die Fructose zur Energiegewinnung genutzt.

Aber: Auch die Fructose-Aufnahme von „gesunden“ Menschen hat ihre Grenzen. Mengen von rund 35 g Fructose pro Tag gelten als gut verträglich. Zum Vergleich: 100 g Datteln enthalten zwischen 25 und 30 g Fructose.

Der Grund dafür liegt in der Art und Weise, wie unser Darm die Fructose aufnimmt. So kann nur so viel Fructose in die Darmzellen geschleust werden, wie Fructosetransporter (GLUT5) vorhanden sind. Übersteigt es die Kapazitäten, stellen sich Symptome einer Fructoseintolleranz ein.

Das passiert bei einer Fructoseintoleranz

Bei Menschen mit Frucoseintoleranz nehmen Mediziner an, dass sie nicht ausreichend Fructosetransporter (GLUT5) bereitstellen können. Somit sinkt die Schwelle für die Fructoseaufnahme. Anstatt der normalerweise verträglichen 35 g können Betroffene oft nur 15 g Fructose oder weniger pro Tag vertragen. Wieviel genau, das muss jeder für sich selbst herausfinden, z. B. mit Hilfe eines sogenannten Ernährungstagebuchs – dazu später mehr.

Fructoseintoleranz: Symptome und Folgen

Die überschüssige Fructose gelangt anschließend in die unteren Darmpartien. Dort zersetzen Darmbakterien die Fructose und das führt zu verschiedenartigen Symptomen wie

  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • Aufgeblähter Bauch
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen und Krämpfe

Eine fortgeschrittene Fructoseintoleranz kann auch zu Veränderungen der Darmflora im Dünndarm führen. Denn durch die ständige Reizung leiden auch unsere nützlichen Darmbakterien (Mikrobiom). Chronische Darmentzündungen können eine Folge sein. Diese wiederum können neue Probleme mit sich bringen, da die Nährstoffaufnahme nicht mehr richtig funktioniert. Folgen dieses schleichenden Prozesses können sein:

  • Kopfschmerzen
  • Depressive Verstimmungen
  • Schwaches Immunsystem
  • Antriebslosigkeit
  • Heißhungerattacken
  • v.m.

Diagnose einer Fructoseintoleranz

Darum ist es wichtig, die Symptome ernst zu nehmen. Vermuten Sie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder sogar eine Fructoseintoleranz, können Sie das bei Ihrem Arzt relativ leicht abklären lassen. Mithilfe eines Atemtests kann dieser feststellen, ob Sie an einer Fructoseintoleranz leiden.

Wie geht’s nach der Diagnose Fructoseintoleranz weiter?

In der Zeit direkt nach der Diagnose sollten Sie eine möglichst fructosefreie Diät einhalten. Diese sollten Sie so lange weiterführen, bis die Beschwerden verschwunden sind. So gestatten Sie Ihrem Darm, sich zu erholen und zu regenerieren.

Danach können Sie wieder langsam beginnen, fructosehaltige Nahrungsmittel in kleinen Mengen zu sich zu nehmen. Dauerhaft sollten Sie nicht gänzlich auf Fructose verzichten, da sich der Körper daran gewöhnt und mit der Zeit immer sensibler darauf reagiert. Im Gegenteil können Sie versuchen, nach und nach die Fructosemenge zu steigern und damit Ihre Toleranzschwelle anzuheben.

In diesen Lebensmitteln ist Fructose enthalten

Um sich bewusst fructosefrei oder fructosearm zu ernähren, sind Tabellen und Listen mit den entsprechenden Lebensmitteln unumgänglich. Hier finden Sie eine Fructose-Tabelle: http://www.fructose.at/pdf/booklets/fructose_tabelle.pdf

Fruchtzucker ist in Obst, Säften, Honig und auch einigen Gemüsesorten enthalten. Die Mengen können je nach Sorte stark schwanken. Äpfel, Pflaumen und Birnen enthalten z. B. besonders viel Fructose.

Auch in unserem altbekannten Haushaltszucker (Saccharose) ist neben dem Einfachzucker Glucose (Traubenzucker), Fructose enthalten.

Leider ist Fructose auch sehr beliebt bei der Lebensmittelindustrie. Fructose wird dafür aus (genverändertem) Mais isoliert. Dieser Zucker ist günstig und auch süßer als gewöhnlicher Haushaltszucker. Fructose kommt besonders oft in Fertigprodukten, Süßigkeiten, Soft Drinks und gesüßten Joghurts zum Einsatz. So summiert sich der aufgenommene Fruchtzucker schnell zusammen.

Tipps: Gesund leben mit Fructoseintoleranz

1. Pflegen Sie Ihren Darm

Der Darm ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Fructoseintoleranz. Je gesünder das Mikrobiom ist, desto besser für Sie. Ein gesunder Darm kann Nährstoffe und Vitamine sehr viel besser verwerten und aufnehmen als ein entzündeter. Gleichzeitig drohen bei einem geschädigten Darm Allergien und andere Unverträglichkeiten. Was Sie für Ihren Darm Gutes tun können, finden Sie hier: Der Darm – so wichtig ist die Schaltzentrale in unserem Bauch

2. Sichern Sie Ihre Vitaminversorgung

Die Nährstoffaufnahme im Darm ist bei Fructoseintoleranz oft gehemmt. Gleichzeitig enthalten viele vitaminreiche Obstsorten zu viel Fructose. Umso wichtiger ist es, dem Organismus genügend Vitamine bereitzustellen. Damit lassen sich einige Folgebeschwerden verhindern.

LaVita bei Fructoseintoleranz

Immer wieder taucht die Frage auf, ob LaVita bei Fructoseintoleranz geeignet ist. Die Antwort ist ein klares Ja! Jedoch sollten Sie sich bei einer Fructoseintoleranz langsam an die Einnahme herantasten. Aufgrund der in LaVita enthaltenen Obstsorten, ist auch Fructose in geringen Mengen enthalten. Wir empfehlen, mit wenigen Tropfen gut verdünnt zum Essen zu starten. Vertragen Sie das gut, können Sie die Menge nach und nach auf 1-2 x 10 ml LaVita steigern.

3. Verzichten Sie nicht auf Obst und Gemüse

Auch wenn manche Obst- und sogar Gemüsesorten Fructose enthalten, sollten Sie diese gesunden Lebensmittel auf keinen Fall komplett von Ihrem Speiseplan streichen. Achten Sie lediglich darauf, fructosereiche Lebensmittel nur in kleinen Mengen und mit anderen Lebensmitteln zusammen zu essen. Obst und Gemüse liefern dem Körper neben Vitaminen auch gesunde sekundäre Pflanzenstoffe und viele Ballaststoffe, die für einen gesunden Darm wichtig sind.

4. Meiden Sie Softdrinks

Mit Fructose gesüßte Säfte und Softdrinks sollten Sie dagegen tatsächlich stehen lassen. Denn hier ist oft eine große Menge an isoliertem Fructose-Sirup enthalten. Durch die flüssige Form und die Abwesenheit von Ballaststoffen usw. gelangt die Fructose sehr schnell auf einmal in den Darm und führt oft zu heftigeren Symptomen. Besser Sie trinken zwischen den Mahlzeiten klares Wasser oder ungesüßten Tee.

5. Checken Sie immer die Zutatenliste

Oft versteckt sich Fructose in verarbeiteten Lebensmitteln, in denen man sie nicht vermutet. So kann sie in Wurst, Backwaren und Kinderjoghurts versteckt sein. Je weniger verarbeitet das Lebensmittel ist, desto unwahrscheinlicher ist es übrigens, dass isolierter Fructose-Sirup enthalten ist.

6. Glucose verbessert die Verträglichkeit von Fructose

Glucose (Traubenzucker) kann die Aufnahme von Fructose in die Darmzellen unterstützen. Darum sind Lebensmittel, die beide Zuckerarten enthalten oft besser verträglich. Wenn Sie diesen Trick kennen, können Sie es zu Ihrem Vorteil machen: Viele Betroffene vertragen zum Beispiel fructosehaltiges Gemüse besser, wenn es mit ein wenig Glucose bestreut wird. Obst können Sie ebenfalls mit etwas Traubenzucker bestreuen und vor fructosehaltigen Mahlzeiten 1 TL Glucosesirup einnehmen.

7. Sorbit verschlechtert die Fructoseintoleranz

Auf Nahrungsmittel, die Sorbit enthalten, sollten Sie dagegen soweit wie möglich verzichten. Sorbit kommt natürlicherweise in mehreren Lebensmitteln vor. So enthalten z.B. Aprikosen, Datteln und Sauerkirschen Sorbit. Doch Sorbit ist auch ein Zuckeraustauschstoff, der vielen „Light-Produkten“ sowie zuckerfreien Süßigkeiten zugesetzt wird. Das kann vor allem für Menschen mit Fructoseintoleranz Probleme bringen, denn Sorbit blockiert die Aufnahme von Fructose im Darm. So verstärken sich die ohnehin schon unangenehmen Beschwerden.

8. Finden Sie Ihre Toleranzgrenze – und überschreiten Sie sie!

Wie bereits erwähnt, sollten Sie selbst bei einer diagnostizierte Fructoseintoleranz nicht dauerhaft auf Fructose verzichten. Je länger Sie den Stoff komplett meiden, desto weniger werden Sie ihn vertragen. Besser Sie trainieren Ihren Darm sanft, sodass er mit Fructose immer besser umzugehen lernt. Bei diesem „Training“ hilft Ihnen am besten ein Ernährungstagebuch.

9. Führen Sie ein Ernährungstagebuch

Um den Überblick über die aufgenommene Fructose-Menge zu behalten, hat sich ein Ernährungstagebuch sehr bewährt. So erkennen Sie meist sehr gut, was Sie in welcher Menge vertragen, ohne Beschwerden zu bekommen. Zusammen mit einer Tabelle in der die Fructose-Gehalte der verschiedenen Lebensmittel aufgelistet sind, werden Sie mit etwas Übung schnell zum Fructose-Profi. Ein Ernährungstagebuch können Sie sich als echtes „Buch“ anlegen, z. B. in Form eines kleinen Notizheftes. Oder aber Sie führen ein digitales Ernährungstagebuch.

10. Stellen Sie Ihre Vitalstoffversorgung sicher

Um Folgebeschwerden der Fructoseintoleranz möglichst zu vermeiden, sollten Sie Ihrem Körper jederzeit alle Nährstoffe reichlich zur Verfügung stellen. Es wird immer wieder Zeiten geben, in denen Ihr Darm gereizt ist und seine Arbeit – die Aufnahme von Nährstoffen – nicht optimal erfüllen kann. Diese kritischen Momente gilt es abzusichern. Das schaffen Sie, indem Sie sich jeden Tag gesund und vor allem abwechslungsreich ernähren. Auch LaVita unterstützt Sie dabei. Somit können Sie entstehenden Lücken rechtzeitig vorbeugen.

Wie bei jeder Unverträglichkeit steht man nach der Diagnose erst einmal hilflos und ratlos da. Doch eine Fructoseintoleranz können Sie – auch wenn sie nicht heilbar ist – sehr gut in den Griff bekommen. So können Sie meist trotz Frucoseintoleranz ein beschwerdefreies Leben führen!

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

1 Kommentare
  1. H.G.Knoesel sagt

    Danke für diesen Artikel werde beim nächsten Arztbesuch den Atemtest durchführen lassen u.s.w., habe sehr oft Sodbrennen und habe mich erst jetzt mal ausführlich mit dem Thema Laktoseintoleranz beschäftigt

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