"Fleisch" aus Erbsen, Soja oder Jackfruit - ein Food-Trend 2019.

Ernährungstrends 2019 – aber wie gesund sind sie?

Schwarze Sapote, Selleriesaft, hormonfreundlich essen: Diese Ernährungs- und Lebensmitteltrends erobern 2019 unsere Teller! Doch können sie auch in punkto Gesundheit und Nachhaltigkeit überzeugen?
von Dunja Rieber

Für das frisch angebrochene Jahr gibt es einige Prognosen, welche Neuentdeckungen bald unseren Gaumen erfreuen könnten. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

1. Schwarze Sapote: Neues Superfood?

Schwarze Sapote: Frucht mit Schoko-Geschmack?

Die exotische, mandarinengroße Frucht sieht ungewohnt aus – und schmeckt auch ungewohnt, aber lecker. Die schwarze Sapote stammt aus Guatemala und Mexiko und ist mit der Kaki-Frucht verwandt. Das Innere der Frucht ist cremig-weich und soll an Schokalade und Haselnüsse erinnern. Entweder Sie löffeln das Fruchtfleisch direkt aus der Schale oder streichen es wie Marmelade aufs Brot.

Wie gesund? Die schwarze Sapote ist reich an Nährstoffen wie Vitamin C und Vitamin A. Allerdings enthält sie nicht unbedingt mehr Vitamine als Äpfel oder andere Früchte – von Superfood zu sprechen, ist daher übertrieben. Und: Wie alle exotischen Früchte muss sie von weit her zu uns transportiert werden.

2. Hormonfreundliche Ernährung

In Zukunft werden wir auch die Möglichkeit haben „hormonfreundlich“ zu essen. Das ist besonders interessant für Frauen in der Menopause oder Frauen, die sich je nach Phase ihres Zyklus entsprechend ernähren möchten. Gerade Frauen sind dem natürlichen Auf und Ab der Hormone ausgesetzt. Und immer mehr Experten setzen auf die Ernährung, um unsere Hormone auf natürliche Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie gesund? Bei der hormonfreundlichen Ernährung stehen vollwertige und frische, saisonale Lebensmittel im Vordergrund. Es kann sich lohnen, sich damit zu beschäftigen. Seien Sie gespannt – demnächst erwartet Sie hierzu ein spannender Artikel auf dem Blog!

3. Trend-Drink Selleriesaft

Grüner Selleriesaft: Basisch und vitaminreich.

Die grünen Stangen des Staudensellerie landen eher selten in unseren Einkaufswägen – bis jetzt. Denn so einige Instagram-Sternchen schwören auf den frisch gespressten grünen Saft und präsentieren den Saft gar als „Anti-Aging-Waffe“. Angeblich soll er bei Hautproblemen helfen und die Haut sozusagen von innen heraus reinigen und entgiften.

Wie gesund? Die Fakten: Die kalorienarmen Stangen versorgen uns mit reichlich B-Vitaminen, Vitamin E, Beta-Carotin, sekundären Pflanzenstoffen sowie viel Kalium. Insofern spricht nichts dagegen, Stangensellerie ab und zu mit in den Speiseplan einzubeziehen. Am besten in der Freilandsaison von Mai bis Oktober.

Natürlich entgiften – 7 Tipps mit Ölziehen, Brennessel & Co.

4. Japanische Nudelsuppen

Ramen: Gesunde japanische Suppe

Die würzige Brühe gibt es in Japan an jeder Ecke und heißt dort „Ramen“. Auch bei uns eröffnen die ersten Ramen-Bars, allerdings vorerst wohl nur in Großstädten wie Berlin und München. Die traditonelle Suppe besteht überlicherweise aus den drei Bestandteilen Brühe, Gemüse und Nudeln. Das Besondere: Die Nudeln sind aus Buchweizen, Reismehl oder dem Mehl der Konjakwurzel – ideal also für alle, die auf Weizen verzichten möchten. Als Grundlage für die Brühe verwenden die Japaper häufig Miso, eine fermentierte Würzpaste aus Reis oder Soja, die in Bio-Märkten erhältlich ist. Um die wertvollen Enzyme und probiotischen Mikroorganismen der Miso-Paste nicht zu zerstören, wird sie nicht lange mitgekocht, sondern erst am Schluss eingerührt.

Wie gesund? Je frischer und naturbelassener die Zutaten, desto gesünder – das gilt auch für die japanische Suppe. Bevorzugen Sie möglichst Nudeln aus vollwertigem Mehl und packen viel frisches Gemüse mit rein, dann steht dem gesunden Genuss nichts im Weg.

5. Fleischalternativen: selbst gemacht statt gekauft

Massentierhaltung, Umweltbelastung, Futtermittelproduktion – es gibt viele Gründe seinen Fleischkonsum zu reduzieren. Noch dazu tut es unserer Gesundheit gut, nicht zu viel davon zu essen und den Fokus unserer Ernährung auf pflanzliche Kost zu legen. Trotzdem möchte deswegen nicht jeder auf Burger & Co. verzichten. Eine sehr erfreuliche Entwicklung ist, dass immer mehr Restaurants leckere, fleischlose Gerichte und selbst Fast-Food-Ketten pflanzliche Burger anbieten. Und es gibt immer mehr Alternativen zu klassischem Fleischersatz aus Soja: Hülsenfrüchte wie Bohnen und Kichererbsen, Sonnenblumenkerne, Grünkern – all  diese gesunden Lebensmittel lassen sich zu veganem „Fleisch“ verarbeiten und sorgen für Abwechslung auf unseren Tellern.

Wie gesund? Hülsenfrüchte könnten ruhig öfter auf unserem Tisch stehen. Denn sie sind ein erstklassiger Protein- und Ballaststoff-Lieferant! Es muss auch nicht immer fertiger Fleischersatz aus dem Supermarkt sein. Darin stecken leider oft unnötige Zusätze und sie sind wenig natürlich. Aus gekochten Bohnen und Kichererbsen lassen sich leckere Frikadellen zubereiten und Grünkern ist perfekt für Bolognese oder Chili von Carne.

Fotos von oben nach unten: Shutterstock/334483079/Nataliya Arzamasova; Shutterstock/332835323/SewCream; Shutterstock/414999157/Roman Rvachov; Shutterstoc/1135797380/HikoPhotography


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

5 Kommentare

  • Grit Hennersdorf

    Ich finde die Infos sehr interessant.
    Machen Sie so weiter

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Vielen Dank für Ihr positives Feedback, Frau Hennersdorf!
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  • Bin voll überzeugt von den Inhalten des Blogs, hab auch grad zwei Flaschen bestell, da die Beschreibungen sehr positiv und plausibel sind

  • Ramen, die Nudelsuppen, esse ich schon seit 14 Jahren in Frankfurt am Main, wo es seit langem schon mehrere japanische Restaurants gibt. Kleiner Hineris

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber

      Halo Angela,
      Vielen Dank für den Hinweis. Daran sieht man, dass es manchmal Jahre dauern kann bis sich Trends durchsetzen.
      Herzliche Grüße
      Dunja Rieber

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