Enzyme und Stoffwechsel

Enzyme – unverzichtbar für unseren Stoffwechsel

Winzigklein und doch so wirkungsvoll: Enzyme sind die Zündkerzen unseres Stoffwechsels. Manchmal könnten wir gut etwas mehr davon gebrauchen, z. B. bei Verdauungsbeschwerden oder Entzündungen. Sogar wie viele Nährstoffe wir aufnehmen, wird von Enzymen beeinflusst. Erfahren Sie hier alles Wichtige über die kleinen „Helfer“.

von Dunja Rieber

Ohne Enzyme keine Leben: Die Aufnahme von Nährstoffen, die Regeneration unserer Zellen und auch unsere Entgiftungssysteme – kein Ablauf in unserem Körper, der ohne Enzyme auskommt. Gerade bei Verdauungsproblemen sind nicht selten fehlende, körpereigene Enzyme die Ursache. Sogar in unserem Immunsystem spielen sie eine wichtige Rolle. Und auch bei Entzündungen, Infektionen und Erkältungen „verbrauchen“ wir oft extreme Mengen an Enzymen.

Was sind Enzyme?

Enzyme bestehen fast ausschließlich aus Proteinen, also Eiweißen. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass uns bis zu 10.000 verschiedene Enzyme zu dem machen, was wir sind.

Die kleinen, spezialisierten Proteine stoßen Tausende von Stoffwechselprozessen in unserem Körper an. Sie beschleunigen sie nicht nur, sie vereinfachen sie auch. Mit Enzymen läuft in uns quasi alles „rund“. Doch je älter wir werden, umso mehr verändert sich unsere körpereigene Enzym-Produktion, viele Stoffwechselprozesse laufen langsamer ab.

Enzyme – Schlüssel für eine gute Verdauung

Früher dachte man, die Verdauung ist eine rein mechanische Zerkleinerung der Mahlzeit. Erst Ende des 17. Jahrhunderts mit der Entdeckung der Enzyme änderte sich das. Bestimmte Enyzme zerlegen unser Essen mithilfe von enzymatischen Reaktionen. Dabei gibt es Enzyme, die Eiweiße in ihre Bestandteile zerlegen. Andere Enzyme sind für die Fettverdauung zuständig und wieder andere sorgen für eine geregelte Verwertung der Kohlenhydrate. Ein Beispiel dafür, wie einzelne Enzyme ihre Enzymaktivität im Laufe unseres Lebens verändern können, ist die Laktoseintoleranz. Denn auch die Laktose (Milchzucker) der Milch muss mit bestimmten Enzymen gespalten werden, damit wir sie verdauen können. Viele verlieren diese Fähigkeit jedoch mit steigendem Alter – Bauchweh, Durchfall & Co. können die Folge sein.

Wie die Verdauung unsere Nährstoffaufnahme beeinflusst

Verdauungsprobleme sind nicht nur unangenehm, sie können auch für unsere Gesundheit Folgen haben. Vor allem bei chronischen Beschwerden werden lebenswichtige Vitamine und Spurenelemente nicht mehr ausreichend verstoffwechselt. Die Folge: Sie gelangen nicht wie sonst über den Darm in unserem Blutkreislauf, um von dort alle Teile des menschlichen Körpers zu versorgen. Arbeitet unser Darm nicht optimal, werden viele Nährstoffe u. U. nicht von unserem Körper aufgenommen und wir scheiden sie ungenutzt wieder aus.

Helfen Enzyme bei Entzündungen?

Auch in der medizinischen Therapie kommen Enzyme zum Einsatz. Ärzte und Naturheilkundler wenden bei akuten oder immer wieder kehrenden Entzündungen gerne Enzyme als unterstützende Therapie an. Forscher fanden sogar heraus, dass entzündungsbedingte Arthrose im Knie mithilfe von Enzymen ebenso gut gelindert wird wie durch künstliche Medikamente (Diclofenac), nachzulesen hier. Enthalten war unter anderem das Ananas-Enzym Bromelain.

Auch Lebensmittel enthalten Enzyme

Da jeder lebende Organismus Enzyme benötigt, enthalten auch unsere Lebensmittel Enzyme – vorausgesetzt sie sind frisch und wurden nicht erhitzt. Das ist mit ein Grund, warum wir rund die Hälfte unserer täglichen Obst- und Gemüseportionen roh verzehren sollten. Denn ab einer Temperatur von über 42° C verlieren Enzyme ihre Struktur und damit auch ihre Wirkung. Übrigens: Auch Einfrieren kann zur Deaktivierung der Enzyme führen.

Besonders reich an Enzymen sind exotische Obstsorten wie Papaya (darin steckt das Enzym Papain), Ananas (enthält Bromelain), Mango und Kiwi. Aber auch heimische Früchte wie Äpfel und Birnen liefern viele Enzyme. Zu den enzymreichen Gemüsesorten zählen Brokkoli, Gurken und Tomaten.

Eine besonders große Menge an Enzymen enthalten auch Lebensmittel, die fermentiert wurden, also von Hefezellen oder Bakterien mit Enzymen angereichert wurden.

Fermentieren: Enzyme bei der Arbeit

Joghurt, Sauerteig, Käse, Wein und Sauerkraut: Viele unserer Lebensmittel können wir nur dank der Hilfe von Enzymen genießen. Während der Herstellung sorgen die Enzyme (früher Fermente genannt) dafür, dass Kohlenhydrate zu Milchsäure umgebaut werden. Diese konservieren, verbessern den Geschmack und machen die Lebensmittel verträglicher. Da Lebensmittel beim Fermentieren nicht erhitzt werden, bleiben Vitamine und die Enzyme selbst erhalten. Sie haben Appetit bekommen? Mehr über das Fermentieren erfahren Sie in diesem Artikel.

 


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

1 Kommentar

  • Laszlo Millin

    Vielen Dank für den persönlichen guten Rat mit dem Artikel über die Enzyme. Ich werde Ihren guten Rat beherzigen und Ihnen nach einigen Monaten berichten, wie es mir geht. Viele der erwähnten Lebensmittel stehen auf unserem Speise-plan, aber vielleicht sind sie nicht genügend, weil wir keine starken Esser sind.
    Nochmals vielen Dank und alles Gute

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