Ältere Beiträge, Ernährung, Gesundheit
Kommentare 5

E-Nummern Teil 2: Konservierungsmittel in unserem Essen

E-Nummern Konservierungsmittel im Essen

Im zweiten Teil unserer E-Nummern-Serie dreht sich alles um die Stoffe, die unsere Lebensmittel länger haltbar machen sollen: Konservierungsmittel. Was steckt da also in unserem Essen?

Dies ist der zweite Teil unserer Serie „E-Nummern“:

  1. Teil 1: Farbstoffe
  2. Teil 2: Konservierungsstoffe
  3. Teil 3: Süßungsmittel

Konservierungsmittel bzw. Konservierungsstoffe werden Lebensmittel zugegeben, um das Wachstum von Bakterien und Schimmelpilzen hinauszuzögern. Doch schon lange bevor diese Aufgabe von den Konservierungsstoffen übernommen wurden, kannte man Wege und Möglichkeiten, Essen haltbar zu machen. Egal ob durch den Entzug von Wasser (Trocknung oder Konzentration), Zugabe von Salz oder Zucker oder durch Räuchern: Seit jeher nutzen Menschen diese „physikalischen“ Möglichkeiten um länger gesund essen und trinken zu können.

Heute vereinfacht vielfach die Chemie diesen Prozess. Typische Lebensmittelgruppen, in denen Konservierungsmittel verwendet werden, sind Backwaren, Trockenfrüchte, Fisch- und Wurstprodukte, Säfte und Limonaden. Sie dürfen nur in bestimmten Mengen und auch nur in dafür zugelassenen Lebensmitteln verwendet werden. Geregelt wird das in der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung.

Doch was steckt hinter den E-Nummern und unaussprechlichen Verbindungen auf so vielen Zutatenlisten? Wir zeigen Ihnen, welche „natürlichen“ Zusatzstoffe es gibt und was Sie besser wieder ins Regal legen:

E200-203 – Sorbinsäure, Kalium- und Calciumsorbat

Sorbinsäure und deren Salze Kalium- und Calciumsorbat kommen natürlicherweise in Vogelbeeren vor. Sie werden oft bei der Weinherstellung, in Kosmetika und auch zur Behandlung von Lebensmittelverpackungen eingesetzt. Alle drei Vertreter sind geruchs- und geschmacksneutral und gelten als gesundheitlich unbedenklich.

E210-E213 – Benzoesäure, Natriumbenzoat, Kaliumbenzoat, Calciumbenzoat

Die Benzoesäure kommt natürlicherweise in Weihrauch oder auch in geringen Mengen in Preiselbeeren vor. Die Salze der Benzoesäure werden Benzoate genannt. Das klingt zunächst einmal harmlos, doch unbedenklich sind diese Konservierungsmittel leider nicht. Benzoesäure und ihre Salze können pseudoallergische Reaktionen auslösen. Vor allem Menschen mit Asthma oder Heuschnupfen reagieren dann mit asthmatischen Anfällen und Nesselsucht. Auch ein Zusammenhang mit Konzentrationsproblemen bei Kindern (ADHS) wird diskutiert. Die negative Wirkung nimmt in Kombination mit anderen Konservierungsmitteln und Farbstoffen zu.

In Hunde- und Katzenfutter ist diese Gruppe von Konservierungsstoffen übrigens ganz verboten.

E214-219 – Ester der Para-Hydroxybenzoesäure

Die E-Nummern 214-219 umfassen fünf Konservierungsstoffe, von denen zwei aufgrund von gesundheitlichen Gefährdungen bereits wieder aus dem Verkehr gezogen wurden. Doch auch die übrigen drei Kandidaten stehen unter Verdacht gesundheitsschädlich zu sein. Wie alle Parabene können auch sie pseudoallergische Reaktionen verursachen.

E220-228 – Schwefeldioxid und Schwefelsalze (Sulfite)

Ob geschwefeltes Trockenobst oder Sulfite im Rotwein: Ein Zuviel an Schweldioxid oder verwandten Schwefelsalzen kann zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit und Reizungen des Magen-Darm-Traktes führen. Trotzdem ist Schwefeldioxid sogar in Bio-Produkten zugelassen.

E251-252 – Natriumnitrat & Kaliumnitrat (Nitrate)

Obwohl Nitrate an sich ungiftig sind, ist deren Verzehr alles andere als unbedenklich. Denn im Körper können sich die Nitrate in Nitrite umwandeln. In Verbindung mit Eiweiß aus der Nahrung können hoch-krebserregende Stoffe entstehen – die sogenannten Nitrosamine. Verwendung finden Nitrate vor allem in Wurstwaren (beim Pökeln), in Hartkäse oder Fischkonserven.

Checkliste zum Speichern und Ausdrucken

Diese Liste ließe sich noch weiterführen. Als praktische Einkaufshilfe hat sich aber eine kurze Tabellenansicht bewährt. Sie können die Liste als Bild speichern und/oder unter dem untenstehenden Link downloaden und ausdrucken.

(Tabelle als PDF öffnen zum Speichern und Ausdrucken)
Liste der Konservierungsstoffe

 

 

Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

5 Kommentare
  1. Ingrid Kämmer sagt

    Vielen Dank für diesen Beitrag ich habe ja bisher alle Beiträge mit Interesse gelesen und es waren auch immer wieder hoch interessante Artikel dabei mit neuen Erkenntnissen. Die E-Nummernliste für die Konservierungsmittel war für mich sehr interessant. Die Kennzeichnung auf den Waren ist bedauerlicher weise so winzig gedruckt, so das man es im Laden kaum lesen kann.Werde jetzt immer darauf achten.
    Danke für die Beiträge
    Ingrid Kämmer

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Vielen Dank, Frau Kämmer! Freut mich sehr!

      Ja, ein Blick auf die Zutatenlisten lohnt sich immer. Nur so lassen sich die unzähligen verschiedenen Marken und Produkte wirklich miteinander vergleichen. Da relativiert sich auch so mancher Preisunterschied wieder ganz schnell 🙂

      Herzliche Grüße,
      Cora Högl

  2. Marko und Micaela sagt

    Super Beitrag. Wir sind alle (Papa, Mama, Tochter) krankheits- bzw. allergiebedingt auf eine bewusste Ernährung angewiesen und die angefügten tabellarischen Checklisten sind für unsere Einkäufe sehr hilfreich. Viele Konservierungsstoffe sind deshalb für uns ein tabu.
    Leider habe ich beim download der zweiten Liste festgestellt, dass sie nicht wie versprochen im pdf-Format ist, sondern eine jpg Bilddatei.
    Könnten sie dies ändern, damit die Listen in gleichen Dateiformaten vorliegen. Wir wären Ihnen sehr dankbar.

    Herzliche Grüße
    Marko, Mica und Pauli

    • Christian John
      Christian John sagt

      Vielen Dank für das Lob und die Anmerkung zur Checkliste. Da ist uns wohl die Datei-Endung verrutscht, aber wir haben es mittlerweile behoben. Jetzt können Sie die Checkliste als PDF-Datei herunterladen. Herzliche Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.