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E-Nummern-Serie Teil 1: Diese Farbstoffe sollten Sie besser meiden

E-Nummern und was sie bedeuten: Farbstoffe sind in vielen Lebensmitteln

In unserem ersten Teil zum Thema E-Nummern und Zusatzstoffe in Lebensmitteln beschäftigen wir uns mit den Farbstoffen. Obwohl es mehr als genug natürliche, unbedenkliche und sogar gesunde Farbstoffe gibt, greifen Lebensmittelproduzenten immer wieder zu den zweifelhaften Alternativen.

Dies ist der Auftakt unserer neuen Serie „E-Nummern“. Wir werden Ihnen in den nächsten Wochen nach und nach einen umfassenden Überblick über diese Zusatzstoffe geben:

  1. Teil 1: Farbstoffe
  2. Teil 2: Konservierungsmittel
  3. Teil 3: Süßungsmittel

Im Grunde dienen Farbstoffe in Lebensmitteln nur der Optik. Bei vielen Produkten fragt man sich, was Farbstoffe darin überhaupt zu suchen haben – erst Recht natürlich, wenn ihre Sicherheit für den Verbraucher nicht garantiert werden kann. Das betrifft vor allem synthetische oder im Labor nachgebaute Farbstoffe (Azofarbstoffe). Diese synthetischen Zusatzstoffe werden mit sogenannten E-Nummern verschlüsselt. Wir zeigen Ihnen, was hinter den Nummern steckt:

E 102 – Tartrazin

Tartrazin ist ein synthetischer Azofarbstoff, der für eine gelbe bis orangene Färbung sorgt. Er wird zum Beispiel in Likören, Limonaden, Brausepulver, Knabberartikeln, Pudding, Schmelzkäse und Arzneimitteln verwendet. Besorgniserregend ist Tartrazin, weil es Allergien auslösen kann und damit grundsätzlich für Allergiker problematisch ist. Außerdem steht es unter Verdacht, Einfluss auf die Psyche zu haben: Tartrazin-haltige Lebensmittel müssen daher in der EU die Aufschrift „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ tragen. In Norwegen ist der Farbstoff verboten – das war er auch in Deutschland und Österreich, bis das Verbot im Zuge der Angleichung an die EU aufgehoben wurde.

E 104 – Chinolingelb

Das ebenfalls synthetisch hergestellte Chinolingelb ist nur in geringen Mengen und nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Das sind unter anderem Getränke, Süßwaren, Pudding, Lutsch- und Brausetabletten oder Kaugummi. Auch Produkte in denen Chinolingelb Verwendung findet müssen den Verbraucher warnen: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“. In den USA ist Chinolingelb verboten.

Auch in Medikamenten und Brausetabletten sind fragwürdige Farbstoffe erlaubt.

Auch in Brausetabletten sind Farbstoffe wie Sunsetgelb oder Chinolingelb zugelassen.

E 110 – Sunsetgelb bzw. Gelborange-S

Der künstliche Azofarbstoff E 110 wird gerne in Zitrusjoghurt oder Käse eingesetzt – aber auch in Fruchtgummi, Götterspeise und Medikamenten. Der Farbstoff gilt als Allergen und kann bei Menschen mit Asthma problematisch sein. Außerdem hat auch er die Warnaufschrift „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ zur Folge. Aufgrund von belastenden Daten wurde die erlaubte Tagesdosis von E 110 seit 2013 schrittweise immer weiter gesenkt. Im Tierversuch löste Sunsetgelb übrigens bei hoher Dosis Nierentumore aus.

E 120 – Cochenille bzw. Kamin (-säure)

Cochenille ist der einzige zugelassene Farbstoff, der aus Tieren hergestellt wird. Für ihn werden die getrockneten, befruchteten Weibchen der Scharlach-Schildläuse verarbeitet. Man findet den Stoff u. a. in Marmeladen, Wurst und Süßigkeiten. Cochenille kann bei empfindlichen Personen zu Hautauschlag und allergieähnlichen Symptomen führen.

E 122 – Azorubin

Wie alle Azofarbstoffe wird auch Azorubin künstlich hergestellt. Lebensmittel mit Azorubin müssen die Warnaufschrift „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“ tragen. Bei sensiblen Menschen kann der Stoff zu Pseudoallergien führen, welche sich mit Hautausschlägen, Atemwegsbeschwerden und Sehstörungen äußern.

E 123 – Amaranth

Lassen Sie sich von dem Namen nicht täuschen: Der Azofarbstoff Amaranth hat mit dem gleichnamigen Pseudogetreide Amarant nichts zu tun. Stattdessen kann er die gleichen Auswirkungen wie Azorubin (E 122) haben. Und als ob das noch nicht genug wäre: Im Tierversuch führte Amaranth zu Ablagerungen in den Nieren und ist in den USA verboten – weil es unter Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Natürlich gibt es noch viele weitere Farbstoffe, die in der EU zugelassen sind. Um Ihnen einen schnellen Überblick zu gewähren, haben wir Ihnen alle Farbstoffe – sortiert nach ihrer Nummerierung – in dieser Tabelle zusammengestellt:

Farbstoffe

(Tabelle als PDF öffnen zum Speichern und Ausdrucken)

Im nächsten Teil unserer Serie „E-Nummern“ gehen wir auf die Gruppe der Konservierungsstoffe ein.

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

8 Kommentare
  1. Angst verbreiten macht mehr krank, als schlechtes Essen

    Lg Hedy

    PS: diese Energie sende ich im Hier & Jetzt zurück

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Hedy,

      Danke für Ihren Kommentar. Es ist nicht unsere Absicht, Angst zu verbreiten, sondern aufzuklären. Für viele – auch für mich – sind die E-Nummern (und die Klarnamen) in vielen Zutatenlisten ohne genaue Informationen einfach nicht einzuschätzen. Nichtsdestotrotz sind in der unten aufgeführten Liste ja auch genügend Farbstoffe aufgelistet, die unbedenklich zu sein scheinen. 
      Ich hoffe daher, dass Sie diesen Artikel jetzt nicht mehr nur negativ aufnehmen, sondern eher als das was er sein soll: eine ehrliche, neutrale Orientierungshilfe.

      Viele Grüße,
      Cora Högl

      • Attila G. Sós sagt

        Angst macht krank – das ist korrekt. Aber krankmachende künstliche Farb-und Geschmackszusätze zu kennen erweitert die Sicht auf übergeordnete Zusammenhänge. Es geht dabei um unsere Wahrnehmung auf das, was wir zu uns nehmen oder gar unseren Kindern als unbedenklich signalisieren. Da kann man natürlich sorglos alles essen, was da so in Regalen bunt und auf Augenhöhe aufgebaut ist – und die Nebenwirkungen auf den Zufall schieben. Oder man bemüht sich, mal weiter als den Tellerrand zu schauen. Die Nahrungsmittel-Industrie arbeitet primär auf den Profit hin – nicht auf unsere Gesundheit. Das beweist Foodwatch nahezu jeden Tag. Hinschauen und mitdenken. Dann kann man es beeinflussen. Denn Wissen ist Macht. Und sei es nur der eigenen Gesundheit zuliebe.

  2. Wolfgang Altmann sagt

    Hallo Frau Högl,
    vielen Dank für den schönen Artikel mit den E Nummern.
    Diesen kann man gut gebrauchen.

    Wenn Sie wieder was neues haben, können Sie dies gern auch an mich weiterleiten

    LG Wolfgang Altmann

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Herr Altmann,

      vielen lieben Dank für Ihren Kommentar.

      Wenn Sie an weiteren Beiträgen interessiert sind, haben Sie die Möglichkeit, den Blog (kostenfrei) zu abonnieren. Dazu können Sie in der rechten Seitenleiste Ihre E-Mail-Adresse eingeben. Sie bekommen im Anschluss eine E-Mail, in der Sie den Eintrag bestätigen.

      So bekommen Sie jedes Mal eine Nachricht, wenn ein neuer Artikel auf dem Blog erschienen ist. Ich würde mich freuen, wenn Sie einer unserer Abonnenten werden.

      Viele Grüße,
      Cora Högl

  3. Helmut Schwertberger sagt

    Ich bin an Ihrem Blog interessiert. MfG Helmut Schwertberger

  4. Waltraut Bieniek sagt

    Ich finde Ihre Aufklärung super, wer an gesunder Ernährung interessiert ist, setzt sicher einiges davon um, wenn auch nicht alles immer möglich ist.

    Wie gut, dass es Menschen gibt die sich so viel Mühe machen und recherchieren um anderen Menschen zu helfen und gesunde Ernährung näher zu bringen.
    Vielen lieben Dank dafür und weiter so!

    Waltraut Bieniek

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Herzlichen Dank, Frau Bieniek! Schön das zu hören, da macht unsere Arbeit noch gleich viel mehr Spaß 🙂
      Wir bleiben dran und freuen uns über jede Rückmeldung!

      Beste Grüße, Cora Högl

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