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Gesunde Chips: Leckeres Dörrobst und -gemüse selber machen

Apfelringe: Dörrobst selber machen

Warum waren Übergewicht und heutige „Volkskrankheiten“ wie Diabetes vor kaum 100 Jahren kein größeres Thema? Weil der Anteil an Zucker und einfachen Kohlenhydraten in den Lebensmitteln wesentlich geringer war als heute und körperliche Tätigkeiten weiter verbreitet waren. Mahlzeiten aus Früchten, Gemüse und Knollen waren an der Tagesordnung. Heute ist der Zuckeranteil in unseren Nahrungsmitteln so hoch wie nie, dafür sind körperliche Anstrengungen gesunken.

Der Gesundheit dienlich ist das nicht, denn Zucker wird vom Körper schneller aufgenommen als reines Fett oder Öl und wandelt sich bei körperlich nicht aktiven Menschen schnell in Fettreserven um. Davon abgesehen besteht bei vielen industriell hergestellten Lebensmitteln doch immer eine gewisse Unsicherheit bezüglich der weiteren Inhaltsstoffe wie Farbstoffe oder Konservierungsmittel.

Industriesnacks vs. selbstgemachte Snacks

Bei all diesen negativen Aspekten stellt sich die Frage, wie gesunde Ernährung, Haltbarkeit sowie guter Geschmack unter einen Hut zu bringen sind. Ein Weg sind Dörrobst und Dörrgemüse.

Natürlich besitzen auch Trockenfrüchte aufgrund der Konzentration während des Trocknungsverfahrens einen erhöhten Fruchtzuckeranteil. Im Vergleich zu üblichen Naschereien ist dieser Anteil jedoch eher gering. So kommen Bonbons auf 96 Prozent Zuckeranteil, der Rest sind Aromen und Farbstoffe. Eine getrocknete Apfelscheibe schneidet da mit etwa 40 Prozent Zuckeranteil gut ab und ist Natur pur, ohne sogenannte E-Nummern.

Vitamine und Mineralstoffe bleiben bei schonender Trocknung – zum großen Teil erhalten. Trotzdem gilt auch hier die Weisheit des Paracelsus, dass es bei allem zu viel des Guten gibt, schließlich bleibt auch Fruchtzucker letztlich ein Zucker.

Saisonal & selbstgemacht: Dörren ist voll im Trend

Ein weiterer Vorteil des Dörrobstes ist, dass es ohne großen Aufwand selbst hergestellt werden kann. Das gilt nicht nur für Früchte, sondern auch für Gemüse oder Pilze.

Wer dabei neben der eigenen Gesundheit auch auf die Umwelt Rücksicht nehmen möchte, greift am besten auf heimische Obst- und Gemüsesorten zurück, möglichst in Bio-Qualität und zur jeweiligen Erntezeit. Dazu zählen unter anderem in der Region geerntete:

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Pflaumen
  • Birnen
  • Weintrauben
  • Brombeeren

sowie

  • Kartoffeln
  • Möhren
  • Paprika
  • Zucchini
  • Tomaten
  • Zwiebeln
  • Champignons
  • Steinpilze
  • Pfifferlinge
Pilze selber trocknen

Auch Pilze eigenen sich perfekt für’s Dörren.

Wie werden Früchte am einfachsten getrocknet?

Moderne Wohnungen verfügen üblicherweise kaum noch über einen luftigen Dachboden, in dem das Trocknungsgut ausgelegt werden kann. Zudem birgt diese zwar althergebrachte, aber zeit- und platzraubende Technik die Gefahr der Schimmelbildung.

Auch der Backofen ist nicht wirklich geeignet, denn zum einen wird er anderweitig benötigt und zum anderen lassen sich kaum exakt die Temperaturen einstellen, die für ein optimales Trocknungsverfahren notwendig sind. Denn alle Vitamine und Mineralstoffe bleiben in Dörrobst „mit Rohkostqualität“ nur erhalten, wenn die Temperatur 38° C nicht übersteigt.

Früher und auch heute noch werden dafür sogenannte Darren verwendet, spezielle Trocknungsöfen. Diese gibt es in Form von Dörrgeräten auch für den privaten Haushalt und dank moderner Technik nehmen diese Dörrgeräte oder Dörrofen dem Anwender viel Arbeit ab.

Je nach Größe besitzt so ein Dörrgerät mehrere Einschübe, auf die das Dörrgut verteilt wird, und einen automatischen Temperaturregler, der die Überwachung des Trocknungsvorgangs übernimmt.

Ganz ohne etwas Eigenarbeit geht es dann aber doch nicht. Für ein optimales Ergebnis sollte das Trocknungsgut eine gleichmäßige Größe und am besten eine ähnliche Konsistenz beziehungsweise einen etwa gleich hohen Wassergehalt besitzen, damit sich die Trocknungszeit ähnelt. Die Kombination von Äpfeln und Weintrauben im Dörrgerät ist beispielsweise weniger geeignet, die Mischung Birnen, Äpfel und auch Möhren hingegen ist problemlos.

Richtig vorarbeiten, lange genießen

Der Trocknungsvorgang lässt sich beschleunigen, wenn Obst und Gemüse in Scheiben geschnitten werden. Gerade bei Äpfeln und Birnen bietet es sich an, die Schale dranzulassen, denn diese birgt wertvolle Nährstoffe.

Zur Vorbereitung des Trocknungsgutes geben die Hersteller der Dörrgeräte oft noch ausführliche Anleitungen mit. Kleiner Tipp: Um Obst davor zu bewahren, während des Trocknens dunkel zu werden, hilft ein Bad in Zitronenwasser, kurz bevor es auf die Einschübe des Dörrgerätes verteilt wird.

Nach der Trocknung in Rohkostqualität bei max. 38° C können die fertigen Trockenfrüchte, Gemüse oder Pilze in einem luftdicht verschließbaren Behälter durchaus mehrere Wochen oder bei besten Bedingungen sogar bis zu drei Monate aufbewahrt werden. Schraubgläser oder luftdichte Plastikdosen eignen sich hierfür sehr gut.

Doch meist schmeckt das Dörrgut eh zu gut, um so lange liegen zu bleiben. Macht aber nichts, der Dörrofen steht schließlich für die nächste Trocknung bereit.

Nicole Gajetzki

Nicole Gajetzki

Nicole Gajetzki ist für Green Power Chiemgau in der Redaktion tätig. Gesunde Ernährung, veganer Lebensstil und Raw Food zählen zu den bevorzugten Themengebieten. Slowjuice.de als Online Versand für Slowjuicer und weitere Gesundheitsgeräte legt dabei den Schwerpunkt auf Qualität und Nachhaltigkeit.

2 Kommentare
  1. Friedrich Müller sagt

    Hallo Nicole, Obst trocknen gehört zu meinen Lieblingshobbys: Ich fange mit Kerngehäusesteche an, dann Scheibenschneiden mit einem verstellbaren Gemüsehobel Birnen 4,5mm und Äpfel 5-6mm. Die scheiben fallen gleich in eine Schüssel mit verdünntem Zitronensaft (auch effektive Mikroorganismen als Oxydadationshemmer). Das Trocknen erfolgt im Umluftbackofen bei 55°C. Die Obstscheiben werden auf Holzstäbe ~9mm Durchm. aufgereiht und in die Backblechschienen eingeschoben. Äpfel sind nach 4,5h und Birnen nach 5-6 h fertig. Haltbarkeit etwa 1 Jahr. Dieses Jahr sind die Birnen etwas kleiner geworden; da habe ich auf das Kerngehäuseausstechen verzichtet und die Scheiben auf dünnen Holzspießen getrocknet.
    Aus den Artikel nehme ich die Anregung, einen Teil für Weihnachten bei 38°C zu trocknen. Für Skiauflüge und Wanderungen nächstes Jahr muss die Haltbarkeit länger sein.
    Mit freundlichen Grüßen von Friedrich Müller aus Leipzig

    • Nicole Gajetzki sagt

      Hallo Friedrich. Schön, dass wir dir das Trocknen in Rohkostqualität als Anregung mitgeben können. Die Haltbarkeit liegt übrigens nicht an der getrockneten Temperatur. Bei 38 Grad muss das Obst lediglich länger im Ofen oder im Dörrgerät bleiben, damit es vollständig durchgetrocknet ist. Die Haltbarkeit ist am Ende die gleiche.

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