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Die Jackfruit als Fleischersatz: So gesund ist das neue Tofu

Die Frucht aus den Tropen schemckt nicht nur pur, sondern auch als Fleischersatz..

Tofu, Seitan oder anderes „Pflanzenfleisch“ mögen Sie nicht? Jetzt kommt die Jackfruit, die geschmacklich und von Ihrer Konsistenz her deutlicher an Fleisch erinnert und auch viele Nährstoffe enthält.

Die Jackfruit ist in tropischen Ländern wie Sri-Lanka und Indien beliebt und dort seit jeher ein Grundnahrungsmittel. Hierzulande wird sie auch als Jackfrucht bezeichnet und erlebt derzeit geradezu einen Boom. Und zwar nicht unbedingt als süßer Snack, sondern als Fleischersatz. Wer weniger Fleisch essen möchte oder sich vegan ernährt und eine Variante für Pulled Pork oder Burger sucht, der kann statt zu Fleisch prima zur Jackfruit greifen.

Veganes „Fleisch“ aus der größten Frucht der Welt

Jackfruit-Früchte werden bis zu 1 m lang und 20 Kilo schwer. Selbst kleinere Früchte sind etwa melonengroß! An den bis zu 20 m hohen Jackfruit-Bäumen wachsen die Früchte direkt am Baumstamm, nicht an Ästen. Charakteristisch ist ihre noppige, harte Schale mit gelblich-grüner Farbe, die mit zunehmender Reife ins bräunlich-gelbe wechselt. Unter der Schale steckt ihr hellgelbes Fruchtfleisch, das dem der Ananas sehr ähnlich sieht. Sogar die Kerne sind essbar. In Sri Lanka werden sie zu Mehl gemahlen oder geröstet als Snack geknabbert.

Wie Hähnchenfleisch – daher in der Küche super vielseitig

Eine Frucht als veganer Fleischersatz? Was erst einmal komisch klingt, funktioniert tatsächlich. Denn ihr Fruchtfleisch ist besonders zart und leicht faserig und erzeugt beim Essen daher ein ganz ähnliches Mundgefühl. Im Gegensatz zur reifen Frucht, deren Geschmack an Ananas und Bananen erinnert, sind unreife Früchte nicht süß. Die Konsistenz der unreifen Jackfruit ähnelt saftigem Hähnchenfleisch und hat kaum Eigenaroma – und bietet damit die idealen Voraussetzungen, um beim Marinieren den Geschmack von fleischtypischen Gewürzen wie Salz, Knoblauch, Paprikapulver und Kräutern anzunehmen. Denn auch beim Fleisch sind es ja oft die Gewürze, die wir schmecken und den eigentlichen Geschmack ausmachen.

Veganer Burger: Pulled Pork aus der Jackfruit.

Aus „Pulled Pork“ wird „Pulled Jackfruit“

Die Jackfrucht gibt es zwar erst seit kurzer Zeit bei uns zu kaufen, aber zerrupft und mariniert mit  rauchiger BBQ-Sauce als „Pulled Pork“ im Burger serviert, hat sie bereits Karriere gemacht. Auch für vegane Buletten eignet sie sich prima. Und sie lässt sich sogar anbraten z. B. für asiatische Currys oder Geschnetzeltes.

Die reife Frucht ist ebenfalls unheimlich vielseitig – ob pur zum Naschen, im Obstsalat, püriert zu Obstmus oder gefrorenem Sorbet. Tipp: Sie haben frische Früchte bekommen? Dann am besten darauf achten, dass ihr Saft sehr klebrig ist und Handschuhe verwenden.

Viele Nährstoffe, wenig Kalorien

In Bezug auf ihren Nährstoffgehalt ist die unreife Jackfrucht eher mit Gemüse vergleichbar: Sie ist kalorienarm (22 Kalorien/100 g) und fruchtzuckerfrei sowie reich an Kalium, Kalzium, Vitamin C, Beta-Carotin und Ballaststoffen. Teilweise wird sie daher auch als „Gemüsefleisch“ bezeichnet. Wichtig für Veganer und auch Vegetarier: Im Vergleich zu Fleisch steckt in der Jackfrucht kaum Eisen und kein Vitamin B12.

Je reifer sie wird, desto mehr erinnert ihr Aroma an Obst, denn ein Teil der enthaltenen Stärke wandelt sich in Zucker um. Daher liefert die vollreife Frucht etwas mehr Kalorien (70 Kalorien/100 g).

Im Gegensatz zu Seitan, ein häufiger veganer Ersatz für Würstchen, Burger & Co., ist die Stärke der Jackfrucht glutenfrei.

Sie wollen die Jackfruit probieren?

Mittlerweile gibt es unreifes Jackfruit-Fleisch vakuumverpackt oder in Salzlake eingelegt und in Dosen verpackt bereits in Bioläden und Drogerien. Frische Exemplare gibt es mit etwas Glück in Asia- oder in Bio-Läden zu kaufen. Aus ökologischen Gründen bevorzugen Sie Bio-Jackfruit? Viele Produkte stammen bereits aus biologischem Anbau – die Pflanze ist robust und der Ertrag ohnehin hoch. Insgesamt ist ihre Öko-Bilanz daher besser als die von Fleisch, auch wenn die Früchte durch ihren weiten Transportweg aus dem Tropen einen recht hohen CO2-Adruck haben.


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

5 Kommentare
  1. Ingrid Schmidt sagt

    Super, ich habe mir vor wenigen Tagen von Keimling eine Packung vakuumverpackt schicken lassen. Ich werde sie demnächst einlegen und schnetzeln.
    Vielen Dank für den Tipp.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber sagt

      Hallo Frau Schmidt,
      Prima, viel Spaß beim Ausprobieren! Berichten Sie gerne wie es Ihnen geschmeckt hat.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  2. Katie sagt

    Liebes LaVita-Team,

    in der Zwischenüberschrift hat sich ein kleiner Rechtschreibfehler eingeschlichen:

    Aus „Pulles Pork“ wird „Pulled Jackfruit“ -> “Pulled Pork”

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber sagt

      Liebe Katie,
      Vielen Dank für den Hinweis, wir ändern es gleich ab.
      Herzliche Grüße, Dunja Rieber

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