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Das Geheimnis der Jugend liegt in unseren Zellen

Gesund altern

Warum Zellen wie kleine Kinder sind und Naturvölker kein Übergewicht kennen.

Ein Interview mit dem Buchautor Klaus Oberbeil

Frage: Herr Oberbeil, in Ihrem jüngsten Buch „Fit mit 100“ sprechen Sie davon, ein Leben lang jung zu bleiben. Wie meinen Sie das?

Klaus Oberbeil: Es geht natürlich nicht darum, für immer 20 Jahre alt zu bleiben. Vielmehr geht es um das Bremsen der biologischen Alterung, die in unseren Zellen stattfindet. In unseren Genen steckt die Voraussetzung, dass wir 100 Jahre und älter werden können. Und das bei bester geistiger und körperlicher Gesundheit.

Klingt das nicht eher wie ein schöner Traum? Die Realität sieht doch ganz anders aus.

Viele Faktoren unseres modernen Lebens sind in der Tat Gift für unseren Verjüngungsprozess. Vor allem häufiger mentaler Stress, Bewegungsmangel, zu wenig Schlaf genauso wie industriell verarbeitete Lebensmittel und unsere kalorienreiche Ernährung. Deutlicher gesagt – den meisten von uns fehlen ausreichend innere Ruhe, Bewegung, Schlaf und nicht zuletzt Vitalstoffe. An diesen Rädchen müssen wir drehen. Moderne Biophysiologen verweisen hier auf noch lebende Naturvölker wie z. B. die Hunzas im Karakorum-Gebirge [Himalaya-Region Anm. d. Red.]. Übergewicht ist dort ebenso unbekannt wie Diabetes, Krebs oder Herzinfarkte. Dabei werden sie 100 Jahre und älter.

„Viele Faktoren unseres modernen Lebens sind Gift für unseren Verjüngungsprozess.“

Wozu raten Sie dann konkret?

Hier möchte ich den Blick auf unsere Zellen lenken. Diese verlangen vor allem zwei Dinge. Erstens eine Ernährung, die reich an Vitalstoffen ist. Zweitens Bewegung, damit der Nährstofftransport in die Zellen ins Laufen kommt. Wer sich bewegt, bewegt auch seinen Stoffwechsel. Das ist perfekt für die Zellen, denn sie wollen ständig beschäftigt werden. Man kann sie hier wunderbar mit kleinen Kindern vergleichen.

Sie kritisieren die Qualität unserer Lebensmittel. Was genau sind Ihre Kritikpunkte?

Werfen Sie einen Blick in den Supermarkt. Die angebotene Ware ist fast ausschließlich industriell verarbeitet. Und nicht einmal am Gemüseregal sind wir sicher. Tomaten beispielsweise, die auf Nährsubstraten unter künstlichem Licht in verkürzter Zeit produziert werden, enthalten nur ein 70stel des Nährstoffreichtums einer reif geernteten Tomate aus Omas Garten. Unsere Gene sind aber noch immer auf naturbelassene Ernährung eingestellt – so, wie sie unsere Vorfahren vor rund zwei Millionen Jahre vorfanden.

Essen wie in der Steinzeit? Geht das?

Unsere Lebenssituation lässt es natürlich nicht zu, dass wir den Großteil unseres Tages auf Nahrungssuche gehen. Aber wir können uns zumindest für möglichst regionale, saisonale und biologischen Lebensmittel entscheiden. Damit ist schon viel gewonnen. Um eine optimale Vitalstoffversorgung zu erreichen, macht es heute für die meisten Menschen Sinn, zusätzliche Vitalstoffe aufzunehmen.

Anmerkung der Redaktion: Das Interview stammt vom Herbst 2013 und wurde damals im LaVita-Kundenmagazin veröffentlicht. Leider verstarb Klaus Oberbeil im Februar 2015 im Alter von 80 Jahren.

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Christian Rieder

Christian Rieder

ist seit 2006 für LaVita aktiv. Für den Ernährungswissenschaftler und 2-fachen Familienvater ist eine gesunde und nachhaltige Lebensweise keine Doktrin, sondern eine Sache, die Freude macht und auch schmeckt. Und das fängt bei ihm schon im Kühlschrank an. Darin ist fast alles in Bioqualität, vom eigenen Hochbeet oder von persönlich bekannten Erzeugern.

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