Mit dieser Anleitung lässt sich eine Darmsanierung leicht in den Alltag integrieren.

Darmsanierung: Die besten Methoden für zu Hause

Viele Patienten fühlen sich nach einer Darmsanierung besser. Kein Wunder: Der Darm ist das Zentrum unserer Gesundheit und eine Darmsanierung kann helfen, die natürliche Balance im Darm wiederherzustellen. Und mit unserer Anleitung lässt sie sich ganz angenehm und einfach zu Hause durchführen.

von Dunja Rieber

Verstopfung, chronisches Unwohlsein, ständige Erkältungen, Migräne, Erkrankungen der Haut, Depressionen oder Angstzustände – viele verspüren nach einer Darmsanierung Besserung. Gerade bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traks lässt sich ein Zusammenhang vermuten, aber auch bei vielen anderen Beschwerden spielt die Darmgesundheit eine Rolle. Sie möchten eine Darmsanierung durchführen? Keine Angst, der Begriff klingt recht medizinisch, aber sie gelingt schon mit einfachen Maßnahmen auf absolut angenehme Weise!

Was ist eine Darmsanierung?

Ohne gesunden Darm, kein gesunder Körper. Bei der Darmsanierung wird über mehrere Wochen versucht, das Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen. Auch entzündliche Prozesse der Darmschleimhaut können gemildert werden. Von der richtigen Ernährung, über Hausmittel bis zu äußerlichen Anwendungen – bei einer Darmsanierung kommen in der Regel mehrere Maßnahmen zum Einsatz.

Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?

Unser Darm besteht aus Billionen Bakterien, die nicht nur für die Verdauung wichtig sind. Die Darmkeime helfen uns dabei, Energie und Nährstoffe aus unserer Nahrung zu ziehen. Sie verhindern auch die Vermehrung krankmachender Bakterien. Ein ausgewogene Keimgemeinschaft – Mediziner nennen es Mikrobiom – spielt außerdem für unser Immunsystem eine Rolle, denn durch den Kontakt “zur Außenwelt” wird es ständig trainiert. Auch eine positive Wirkung auf unsere Psyche, die Gesundheit unserer Haut, Entzündungen und sogar das Abnehmen wird einer ausgewogenen Darmflora nachgesagt.

Mit einer Darmsanierung die Darmflora wieder aufbauen – die Anleitung

Mit einer Darmsanierung können Sie die Darmflora schnell wieder ins Gleichgewicht bringen. Und sie lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Schon nach einer Woche zeigen sich erste positive Veränderungen der Darmflora. Die Basis: Grundlage einer jeden Therapie ist immer eine abwechslungsreiche basische Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten und gesunden Fetten, natürlich immer in Abhängigkeit der individuellen Verträglichkeit.

So geht’s Schritt für Schritt:

1. Darmreinigung:

Oft werden diese beiden Begriffe verwechselt: Die Darmreinigung ist im Gegensatz zur Darmsanierung eine kurzzeitige Sache. Dabei wird mithilfe eines Abführmittels oder Einflaufs der Darm gereinigt, z. B. auch vor einer Fastenkur oder einer Darmspiegelung. Eine Darmreinigung ist ein guter Start zu Beginn der Darmsanierung – ein absolutes Muss ist sie aber nicht! Eine milde Alternative ist die Reinigung mit Flohsamenschalen (siehe unten). Wichtig: Trinken Sie viel Wasser, um den Körper bei der Ausscheidung von Rückständen zu unterstützen.

Eine gängige Methode zur Darmreinigung ist auch die Colon-Hydro-Therapie, eine spezielle Form der Darmspülung, die jedoch beim Heilpraktiker durchgeführt wird.

2. Die Dauer:

Ein Zeitraum von zwei bis sechs Wochen wäre ideal, um das Gleichgewicht im Darm wiederherzustellen.

Allgemein gilt: Die Darmflora ist immer im Wandel und zu jeder Zeit Ausdruck unserer Lebensweise. Schließlich bildet unsere Ernährung die Nahrungsgrundlage für die Bakterien-Gemeinschaft im Darm. Wer ein gesundes, vielfältiges Mikrobiom möchte, der sollte sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren.

Das heißt konkret: Solange Sie die Darmflora mit der richtigen Ernährung unterstützen, geht es ihr gut. Schleichen sich schlechte Gewohnheiten ein, spiegelt sich das schon nach kurzer Zeit in der Darmflora wieder. Eine gesunde, basische Ernährung sollte daher auch nach der Darmsanierung beibehalten werden.

3. Die richtige Ernährung für unsere Darmflora

Grob gesagt, unterteilt man unsere Darmflora in zwei Arten von Bakterien:

  • die fäulnisbildenden Kolibakterien, die schädliche Substanzen bilden und auch für unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Sie bilden Abfallprodukte, die vermutlich auch Entzündungsprozesse in der Darmschleimhaut begünstigen können. Einen Darm ohne Fäulnisbakterien gibt es nicht, aber die guten Keime sollten deutlich überwiegen.
  • die “guten” Darmkeime: Das sind z. B. Bifidobakterien und Laktobazillen, aber noch viele andere mehr. Da die verschiedenen Darmkeime unterschiedliche Vorlieben haben, ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung die beste Basis für ein vielfältiges, gesundes Mikrobiom.
  • Diese Lebensmittel fördern einen gesunden Darm: Pflanzliche Kost wie Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchte enthält Ballaststoffe, die unverdaut in unseren Darm gelangen und unsere guten Darmkeime “füttern”, z. B. die Bifidobakterien. Mediziner sprechen von Präbiotika. Dazu zählt auch das Inulin, das in Chicorée, Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Topinambur steckt. Weitere förderliche Ballaststoffe sind Oligofruktose aus Roggen, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch sowie resistente Stärke aus Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Haferflocken und erkalteten Kartoffeln.
  • Eine andere Möglichkeit unsere Darmflora zu beeinflussen, sind Probiotika. Das heißt, man nimmt die günstigen Keime direkt zu sich. In einigen Lebensmitteln kommen die Keime natürlicherweise vor, in gesäuerten Milchprodukten wie Joghurt und Kefir sowie in eingelegtem Gemüse oder sauer fermentierten Gemüsesäften. Wie Sie Gemüse selber fermentieren können, erfahren Sie in diesem Artikel.

4. Sanfte Hausmittel

Die Darmsanierung können Sie mit natürlichen Hausmitteln unterstützen. Heilerde bietet sich aufgrund ihrer reinigenden Eigenschaften gut an. Trinken Sie täglich einen Esslöffel Heilerde in einem halbem Glas Wasser verrührt. Auch Flohsamen haben einen reinigenden Effekt und unterstützen die Darmsanierung enorm. Flohsamen quellen im Darm und wirken regulierend auf die Darmtätigkeit. Anwendung: Trinken Sie täglich einen Esslöffel Flohsamenschalenpulver in ein Glas Wasser verrührt.

5. Etwas Bewegung und Massagen

Ein kleiner Spaziergang bringt den Darm in Schwung und sollte während der Darmsanierung Ihr tägliches Ritual sein. Sanfte Bauchmassagen mit kreisenden Handbewegungen können ebenfalls die Darmtätigkeit anregen.

6. Viel Wasser

Wasser entlastet unseren Darm und erleichtert die Verdauung. Trinken Sie mindestens sechs große Gläser Wasser am Tag, auch um das Ausscheiden von Giftstoffen zu fördern.

Häufige Ursachen für eine gestörte Darmflora:

1. Magen-Darm-Erkrankungen: Häufig geraten unsere Darmbakterien nach Magen-Darm-Erkrankungen aus dem Gleichgewicht.

2. Antibiotika: Bei Medikamenten gilt oft “keine Wirkung ohne Nebenwirkung”. So auch bei den Antibiotika. Sie beseitigen schädliche Bakterien, machen jedoch auch vor unseren “guten” Darmkeimen keinen Halt.

3. Zu viel Zucker: Eine falsche Ernährung bildet die Nahrungsgrundlage für krankmachende Keime und Pilze. Wer viel Zucker isst, verändert damit die Besiedelung seines Darmes ähnlich wie es durch Antibiotika geschieht.

4. Zu viel Fleisch: Ein Freund unserer Darmgesundheit ist pflanzliche Kost. Forscher der University of New York haben herausgefunden, dass wer überwiegend pflanzlich isst, mehr schützende Darmbakterien besitzt als Fleischesser. Warum pflanzliche Kost den Darm schützt? Unser Darm liebt Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn – und die stehen bei Vegetariern bzw. Flexitariern deutlich häufiger auf dem Speiseplan.

Und wie geht es nach der Darmsanierung weiter?

Ihre Symtome haben sich gebessert und Sie möchten das gute Gefühl bewahren? Behalten Sie die gesunde, ausgewogene Ernährung so gut es geht bei. Gerne können Sie die Darmsanierung in regelmäßigen Abständen wiederholen.


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

1 Kommentar

  • Laszlo Millin

    Der Kommentar ist sehr gut und wir werden versuchen, danach zu leben. Eigentlich sind viele Lebensmittel schon in unsere Kost eingebaut. Leider kommt aber auch das Naschen hinzu.

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