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Bio-Fleisch: Darauf sollten Sie achten

Glückliche Tiere: Neben Bio-Fleisch ist auch Weidefleisch und Wild eine gute Wahl.

Wir alle wollen möglichst Fleisch von glücklichen Tieren. Doch woran erkennen wir eigentlich gutes Fleisch? Und ist Bio-Fleisch gleichbedeutend mit Qualität und Nachhaltigkeit? Wir haben 5 Tipps für Sie, die Ihnen den Einkauf leichter machen.

Ob man auf Fleisch gänzlich verzichten sollte – darüber lässt sich streiten. Aber eines steht fest: Wenn wir schon Fleisch essen, dann sollte es von glücklichen Tieren stammen, die ein schönes Leben hatten. Das versprechen uns ökologisch und artgerecht erzeugtes Fleisch und Wurstwaren. Aber worauf sollten wir beim Einkauf von Bio-Fleisch achten? Wir verraten Ihnen, was Sie über Bio-Fleisch wissen sollten und ob es Alternativen zu Bio gibt:

1. Bio-Fleisch mit Siegel verspricht Mindeststandard

Fleisch und Wurst, die das europäische Bio-Siegel tragen, stammt von Tieren aus ökologischer Landwirtschaft. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass Rind und Schwein glücklich auf der grünen Wiese grasen dürfen und Bio-Hühner frei auf dem Hof laufen und Körner picken dürfen. Produkte mit dem EU-Biosiegel erfüllen Mindeststandards.

Die Tiere haben mehr Platz im Stall als in konventionellen Betrieben und ihnen stehen auch Tageslicht und frische Luft zu. Tiere aus artgerechter Haltung werden bei Krankheiten zunächst mit Naturmitteln behandelt, dadurch landen wesentlich weniger Antibiotika-Rückstände auf unseren Tellern. Das alles ist natürlich schon deutlich besser als bei konventioneller Haltung. Trotzdem leben die Tiere nicht automatisch in der Idylle eines Bio-Bauernhofs. Vor allem das Biofleisch von Discountern stammt nicht selten von zweifelhaften Großbetrieben.

2. Bio-Verbände stehen für noch mehr Tierwohl

Noch bessere Haltungsbedingungen finden Sie bei Fleisch, das das Siegel von den Bio-Verbänden demeter, Bioland, Naturland, Biopark und biokreis trägt.

Die Tiere dürfen in hellen, mit Stroh ausgelegten Ställen leben und bekommen größtenteils selbst angebautes oder aus der Region stammendes Futter. Auch Transport und Schlachtung erfolgen so stresslos wie möglich.

3. Weidefleisch – eine Alternative zu Bio?

Schwein & Co. können es auch guthaben, wenn keine Bio-Richtlinien vorgegeben sind. So hat „Neuland“, ein Verband konventionell arbeitender Betriebe, ebenfalls strenge Vorschriften, was die artgerechte Tierhaltung angeht. Ihre Regeln liegen deutlich über konventionellen Standards, auch wenn die Produkte kein Bio-Siegel tragen. Die Tiere bekommen Auslauf ins Freie, dürfen auf Stroh liegen und fressen heimisches Futter (leider nicht aus biologischem Landbau). Mehr über regionale Lebensmittel erfahren Sie hier.

Weidefleisch beschreibt das Fleisch von Tieren, die überwiegend auf Wiesen grasen dürfen – schließlich ist die natürliche Nahrung für Rinder und Schafe Gras. Der Haken: Leider handelt es sich um keinen geschützter Begriff. Aber wenn Sie Weidefleisch vom Metzger ihres Vertrauens beziehen können, kann es ebenfalls eine gute Wahl sein. Übrigens ist Weidefleisch auch gesünder, weil es mehr Omega-3-fettsäuren enthält.

4. Von der Nase bis zum Schwanz

Wir können schon viel erreichen, wenn das Tierwohl stimmt und wir insgesamt weniger, aber dafür gutes Fleisch essen. Doch zu einer nachhaltigen Ernährung gehört mehr: Wir Verbraucher sollten uns nicht nur auf die Filets beschränken, sondern möglichst viele Teile von Kuh & Co. nutzen. Es gibt bereits Online-Händler, bei denen man zusammen mit anderen ein Rind kauft und alles verwertet wird.

5. Ist Wildfleisch das bessere Bio?

Reh, Hase und Wildschwein aus freier Wildbahn sind nicht offiziell Bio, schließlich kann keiner ihre Aufzucht kontrollieren. Aber gerade weil die Tiere frei leben, kann Wildfleisch aus nachhaltiger Jagd eine gute Wahl sein.


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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

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