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Ayurveda im Alltag? So profitieren Sie von der indischen Heilkunst

Ayurveda gilt als asiatische Heilmethode, bietet aber auch im Alltag viele Vorteile

Ayurveda ist mehr als nur ein Wellness-Hype. Übersetzt bedeutet Ayurveda „die Wissenschaft über das Leben“. Dabei werden psychische, physische und spirituelle Aspekte berücksichtigt, um ganzheitlich die Selbstheilungskräfte anzuregen. Ölmassagen, Entschlackungs- und Reinigungsprogramme sind ein Bereich der ayurvedischen Medizin. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Ernährung, die sich individuell nach den so genannten „Doshas“ richtet.

Die drei Doshas

Dosha ist ein entscheidender Begriff und die Basis der ayurvedischen Medizin. Er bezeichnet die drei Lebensenergien Vata, Pitta und Kapha. Sie verleihen dem Menschen seine individuelle Konstitution und regulieren seine körperliche und geistige Funktion. Sie sind unter anderem verantwortlich für Verdauung, Stoffwechselprozesse, Atmung, das Immunsystem, das Geschmacksempfinden und das Aussehen des Körpers.

Ayurveda VataVata steht für Luft und bedeutet „das, was die Dinge bewegt“. Im Dickdarm sitzend hält es Atmung und Bewegung aufrecht. Zu viel Vata führt z. B. zu Schlaflosigkeit, Verstopfung und bis hin zu Depressionen.

 

Ayurveda PittaPitta steht für Feuer und „das, was der Körper verdaut“. Es sitzt vor allem im Dünndarm und ist für die Stoffwechsel-Prozesse verantwortlich. Zu viel Pitta führt zu Gelbfärbung von Stuhl und Urin, innerer Hitze und Infektionen.

 

Ayurveda KaphaKapha steht für Wasser und „das, was die Dinge zusammenhält“. Es sitzt vor allem im Magen und regelt positive Emotionen. Zu viel Kapha führt z. B. zu Lethargie, Übergewicht und Blässe.

 

Die drei Doshas kommen nach ayurvedischer Vorstellung in jedem Organismus vor. Gesund ist man, wenn sich alle Energien im Gleichgewicht befinden. Ist eine z. B. durch Stress, mangelnde Bewegung oder falsche Ernährung zu stark ausgeprägt, wird das ganzheitliche Konzept der Ayurveda-Medizin daraufhin abgestimmt.

Doch auch ohne großen Aufwand lassen sich im Alltag kleine Tipps anwenden, die unabhängig des Dosha-Typus zu mehr Gleichgewicht für Körper und Geist helfen.

1. Morgens den Stoffwechsel ankurbeln

Trinken Sie direkt nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser mit ein paar Spritzer frischem Zitronensaft. Durch das Wasser werden die Verdauung und die Ausscheidung von Toxinen und Säuren unterstützt und die Zitrone gibt einen ersten Vitamin-Schub für den Tag. Wem die Zitrone zu sauer ist, einfach mit etwas Honig süßen.

2. Vormittags nicht nur Gas geben, sondern auch inne halten

Für die meisten von uns geht es vormittags schon richtig rund. Man geht arbeiten oder kümmert sich um die Kinder, ist draußen unterwegs oder putzt das Haus. Nutzen sie den Energieschub der ersten Tageshälfte gerne aus – doch gönnen Sie sich auch mal eine Pause. Setzen Sie sich 2-3 Minuten hin und horchen Sie bewusst in sich hinein. Wie geht es mir, fühle ich mich gestresst? Wie kann ich das ändern? Atmen sie dabei tief in den Bauch und gehen Sie anschließend entspannt die nächsten Aufgaben an.

3. Mittags wie ein Kaiser

In der Ayurveda-Medizin gilt die Mittagsmahlzeit als die Hauptmahlzeit des Tages, weil hier unser Energielevel am höchsten ist und man eine energiereiche Mahlzeit am besten verträgt. Abends sollte man nur noch Leichtes zu sich nehmen.
Unabhängig vom vorherrschenden Dosha sollte jede ayurvedische Mahlzeit die sechs Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, herb (zusammenziehend), bitter und scharf enthalten. Vor allem gilt es, keine tierischen Eiweiße (Fleisch, Fisch, Eier oder Milch) miteinander zu kombinieren, da dieses unweigerlich zu Stoffwechselschlacken führt. Und auch, wenn mittags die Verdauung am besten läuft und man kräftig zugreifen darf: zwei Hände voll reichen als Menge völlig aus!

4. Die „goldene Milch“ am Nachmittag

Nichts gegen eine Tasse Kaffee, aber versuchen Sie ab und zu eine ayurvedische Alternative: die goldene Milch. Seit Jahrhunderten wird sie als anregendes Getränk geschätzt. Goldene Milch wirkt stark entzündungshemmend, besonders in den Gelenken. Darüber hinaus stärkt das Getränk unser Immunsystem und regt die Leberfunktion an. Die Wunderwaffe in der goldenen Milch ist das Gewürz Kurkuma. Das Curcumin im Kurkuma wirkt u. a. schmerzlindernd, antioxidativ, antiseptisch und stärkt das Immunsystem.
Am besten stellt man eine Kurkumapaste her, die im Kühlschrank rund eine Woche hält und für 4-5 Tassen reicht.

Ayurveda Goldene Milch

Das Grundrezept:

• 2 EL Kurkuma (in Pulverform)
• 220 ml reines Wasser
• Frisch geriebenen Ingwer (2 Daumen großes Stück oder 30 Gramm)
• ½ Teelöffel Muskatnuss

Wasser in einen Topf geben. Kurkuma-Pulver hinzugeben. Frischen Ingwer schälen und auf einer Reibe kleinreiben. Ebenfalls in den Topf geben. Muskatnuss hinzufügen und alles langsam unter Rühren aufkochen. Nach etwa zehn Minuten entsteht eine noch leicht flüssige Paste.
Am besten anschließend in einem Einmachglas aufbewahren, da Kurkuma andere Materialien wie Plastik oder Holz verfärben kann.

Rezept goldene Milch:

• 300 ml Pflanzenmilch (Kokos-Reis-Milch schmeckt am besten, aber Hafer-, Mandel oder Sojamilch ist auch möglich)
• 1 Esslöffel (oder nach Geschmack auch mehr) Kurkumapaste
• 1 Esslöffel Kokosöl
• 1 Prise Zimt
• 1 Prise Pfeffer

300 ml Pflanzenmilch erwärmen. Kurkumapaste einrühren und dann Kokosöl sowie Zimt und Pfeffer hinzufügen. Alles in eine Tasse gießen und regelmäßig umrühren, sonst setzen sich die festen Bestanteile der Paste unten ab. Wer mag, kann die Goldene Milch noch mit Agavendicksaft süßen.

5. Abends mal anders

Deutschland ist das Brotzeitland und gerne kommt abends die kalte Platte auf den Tisch. Doch eine wichtige Regel in der ayurvedischen Ernährungslehre ist die warme Mahlzeit am Abend.
Cremige Linsen- oder Gemüsesuppen mit milden, aber verdauungsfördernden Gewürzen schenken dem Organismus alles, was er nach einem anstrengenden Tag für seine Regeneration braucht. Das ganze 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen zu sich genommen, wäre der optimale Abschluss eines gesunden Tages nach der entgiftenden Ayurveda-Lehre.

Unser Rezept-Tipp: Mungbohnensuppe

Mungbohnen sind in der Lage, Toxine aus dem Körper zu schwemmen und regen das Verdauungsfeuer (Agni) an. Sie ist reich an pflanzlichem Protein und Mineralien. Hier geht’s zum Rezept!

Die Suppe kann auch als Entschlackungskur angewendet werden. Einfach einmal die Woche einen Tag lang ausschließlich die Suppe essen und so den Körper reinigen. Gönnen Sie an diesen Tagen auch dem Geist etwas Ruhe oder gehen Sie zu einer Massage. So können Sie ihren eigenen kleinen Ayurveda-Tag einlegen.

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Sara Zeitlmann

Sara Zeitlmann

arbeitet seit 2002 als Redakteurin und liebt es die Geschichte hinter einer Geschichte zu sehen. Zu ihren Lieblingsthemen gehört dabei schon immer alles, was sich mit Gesundheit und Natur beschäftigt. Bis zur Babypause 2014 war sie weltweit fürs Fernsehen unterwegs, jetzt bleibt sie lieber in der Nähe der Familie, ihrem Kräutergarten und schreibt u. a. als Gast-Autorin für den LaVita Blog.

12 Kommentare
  1. Gisela Preising sagt

    Interessanter Artikel- aber Frage an die Autorin: Was hat Ayurveda mit LaVita zu tun???

    • Christian John
      Christian John sagt

      Hallo Frau Preising, eine berechtigte Frage.
      Die Artikel auf unserem Blog drehen sich rund um die Themen Ernährung, Gesundheit, Wohlbefinden, Umwelt, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit uvm.
      Daher passt auch der Artikel über Ayurveda im Alltag von meiner Kollegin hervorragend hier rein.
      Viele der Artikel haben nicht direkt etwas mit LaVita zu tun, sondern mit unserem Wohlbefinden. Und damit hat dann auch LaVita etwas zu tun 😉
      In diesem Sinne, liebe Grüße!

  2. Hallo Sara,
    bei dem Grundrezept für die golden milk ist der Pfeffer sehr wichtig, weil er den Wirkstoff des Kurkumas potenziert – und das nicht zu knapp – am besten nimmt man Langpfeffer – schwarzer pfeffer geht aber auch gut.

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Ja, das ist richtig. Nur in Verbindung mit Pfeffer kann Kurkuma seine heilende Wirkung voll entfalten. Ich gebe den Pfeffer bewusst nicht ins Grundrezept, sondern erst bei der Milch dazu, weil man die Pfeffermenge so besser variieren kann. Viele mögen einfach keinen starken Pfeffergeschmack. Aber fehlen darf der Pfeffer bei der goldenen Milch tatsächlich nicht. Danke für den Hinweis.

  3. Katharina Niederländer sagt

    Immer recht interessant. – Vielleicht haben Sie noch mehr Rezepte für ein gesundes Mittagessen!

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Vielen Dank, es freut mich, dass Ihnen die Rezepte gefallen. Da ich „nur“ als Gastautorin für diesen Blog schreibe, verweise ich ganz freundlich auf den Koch Patrick Trappentreu. Er hat hier viele tolle Rezepte, welche ich auch schon selbst ausprobiert habe. Ich selbst schreibe demnächst wieder einen Gastartikel und habe am Wochenende das passende Rezept dazu ausprobiert – also seien Sie gespannt 🙂

    • LaVita
      LaVita sagt

      Sehr geehrte Frau Schmidt,

      vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Nachfrage.

      Unser LaVita besteht aus über 70 hochwertigen Lebensmitteln, dazu zählen hochwertige Kräuter, Obst, Gemüse und Öle. LaVita ist frei von Pestiziden und Schwermetallen und auch für Diabetiker ideal geeignet. Wir empfehlen bei Diabetes LaVita zu einer Mahlzeit zu trinken.

      Herzliche Grüße,
      Ihr LaVita-Team

  4. Ute Filz sagt

    Gibt es das nicht zu kaufen? Wenn ja wo? Hab jetzt die 2.Flasche La Vita im Gebrauch! Damit bin ich schon sehr zufrieden.Aber das Ayurveda ist bestimmt der Hammer! Es geht mir so oft beschissen vielleicht wäre das mal ein Versuch wert!!Lg Ute Filz

    • Sara Zeitlmann
      Sara Zeitlmann sagt

      Darf ich fragen, was Sie kaufen möchten? LaVita oder die Ayurveda-Rezepte? Letztere gibt es nicht als Fertiggericht. Jede Zutat muss sich entfalten können und wird deshalb in einer bestimmten Reihenfolge frisch zugesetzt, diesen Effekt haben Sie nicht bei einer „Trockenmischung“. Einen Tipp zur goldene Milch hab ich aber: Im Bioladen gibt es von der Firma Sonnentor eine Gewürzmischung für die Goldene Milch mit dem Namen „Kurkuma Latte“. Ein Versuch ist es sicherlich wert, Ayurveda im Alltag anzuwenden und sich damit etwas Gutes zu tun. Viel Erfolg dabei und ich wünsche Ihnen alles Gute.

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