5 Tipps zum durchatmen

Freier atmen: So bleibt Ihre Lunge stark

Endlich wieder durchatmen! Erfahren Sie, wie Sie Ihre Lunge schützen können und wie sie stark bleibt.

von Dunja Rieber

Unsere Atmung versorgt uns bis in die kleinste Zelle mit Sauerstoff. Alles passiert, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Erst wenn uns die Atmung Probleme bereitet, nehmen wir wahr, was unsere Lunge eigentlich leistet. Das bekommen vor allem Patienten mit Asthma, Bronchitis oder COPD zu spüren. Von Feinstaub bis Yoga-Atmung – mit einigen Tipps können Sie Ihre Beschwerden lindern.

Gesunde Atemwege – 5 gute Tipps:

1. Mehr Feinstaub zu Hause als an Straßen

In unserem Zuhause entsteht Feinstaub durch Kerzen, Heizöfen, beim Staubsaugen und auch beim Braten in der Küche. Der Deutsche Asthmabund stellte fest, dass wir Zuhause teilweise sogar mehr Feinstaub einatmen als an Straßen. Millionen kleinster Teilchen reizen unsere Lungenbläschen, denn sie dringen aufgrund ihrer Größe tief hinein in unsere Bronchien. Dadurch erhöht Feinstaub nicht nur das Risiko für Allergien und Asthma, sondern auch für Lungenkrebs.

Unser Tipp: Lüften ist die beste Methode Ihr Raumklima schnell und einfach zu verbessern. Öffnen Sie mindestens zweimal täglich alle Fenster für einige Minuten. Fenster auf Kipp bringt nichts, da so viel weniger Luft ausgetauscht wird. Auch Staubsauger mit einem Hepa-Filter verbessern die Raumluft, da durch sie wesentlich weniger Staub an die Luft dringt.

2. Yoga-Atmung stärkt die Lunge

Patienten, die Beschwerden beim Atmen haben, profitieren von regelmäßigen Yoga-Übungen. Das bewusstes Atmen hilft, ist wissenschaflich gut untersucht (Ethiop J Health Sci. 2010 Jul). Yoga erleichtert das Atmen spürbar, sogar die Lungenfunktion wird gestärkt und die Häufigkeit der Asthma-Anfälle reduziert. Die Yoga-Atmung können Sie auch zu Hause immer wieder üben: Vor allem das zügige Einatmen, das kurze Halten des Atems und das bewusste langsame Ausatmen scheint für die Wirkung verantwortlich zu sein. Positiver Nebeneffekt: Durch die bewusstere Atmung wird der gesamte Körper besser mit Sauerstoff versorgt, wir sorgen für Entspannung und beugen Stress vor.

Leichter atmen – diese Übung sollten Sie kennen: Eine ruhige, rhythmische und vor allem sanfte Atmung können Sie mit dieser Übung trainieren:

  • Sitzen oder stehen Sie entspannt und legen Sie die Handfläche auf den Bauch.
  • Atmen Sie dann durch die Nase tief in den Bauch ein, so dass Sie es deutlich spüren. Halten Sie den Atem kurz an.
  • Atmen Sie so langsam wie möglich durch den Mund aus und ziehen Sie den Bauch dabei leicht nach innen, das erleichtert die vollständige Ausatmung.
  • Sie können diese Atemübung immer wieder in Ihrem Alltag zwischendurch durchführen – beim Warten an der Kassenschlange oder der Ampel und sogar beim Sitzen auf dem Sofa.

3. Asthma-Forschung: Vitamin D könnte Asthma mildern

Schon länger wird unter Medizinern diskutiert, ob sich Vitamin D bei Asthmatikern positiv auswirken könnte. Nehmen Patienten zusätzlich zu ihrer gewohnten Therapie Vitamin D zu sich, so senkt sich ihr Risiko für schwere Attacken. Das ist das Ergebnis von Forschern der angesehenen Cochrane Collaboration, die rund 1000 Patienten (658 Erwachsene und 435 Kinder) über ein Jahr lang beobachtet haben. Ob die zusätzliche Gabe allen Asthmatikern hilft, oder nur jenen, die einen Mangel haben, ist noch nicht geklärt. Vitamin D kann der Körper nur in den sonnenreichen Monaten von etwa April bis Oktober über die Haut selber herstellen.

4. E-Zigarette: Wirklich die harmlose Alternative?

Sie gelten als unbedenkliche Art zu Rauchen – doch wie sich E-Zigaretten langfristig auf unsere Gesundheit auswirken, ist noch nicht untersucht. E-Zigaretten enthalten eine oftmals ebenfalls nikotinhaltige Flüssigkeit. Für den Dampf sorgt Propylenglykol, das unsere Atemwege reizen kann. E-Zigaretten wirken sich daher ebenfalls negativ auf unsere Lunge aus, aber immerhin weniger als herkömmliche Zigaretten.

5. Nicht nur im Darm: „Gute“ Keime in der Lunge?

Das unser Darm von Millionen Bakterien bevölkert wird und das diese Keim-Gemeinschaft (Mikrobiom) einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit hat, wissen wir. Aber: Auch in unserer Lunge leben Bakterien, in völlig gesunden Organen genauso wie in angegriffenen. Das Lungen-Mikrobiom ist bisher noch weniger erforscht als das Darm-Mikrobiom. Trotzdem haben Forscher des Münchener Helmholtz-Zentrums große Hoffnung, das eines Tages durch „gute“ Lungenkeime Kranke wieder gesund werden. Spannend ist, dass unser Lungen-Mikrobiom vermutlich durch unsere Keime im Darm beeinflusst wird – unsere Darmkeime freuen sich wiederum über reichlich Ballaststoffe aus Gemüse und Vollkorn sowie Fermentiertes.

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

5 Kommentare

  • Karin Czymmek

    Sehr informativer Artikel.

    • U. Stenger

      Ich kann das nur bestätigen, ich habe COPD und merke gleich wenn sich der Feinstaub auf meine Atemwege legt, super Artikel

  • Dieter Spingler

    Grandios!Dieter Spingler

  • Richard Friedel

    Handkraftübung gegen Asthma. Mudras
    1) Man ballt bewusst die Fäuste und merkt die Entspannung der Bronchien mit Befreiung der Atmung.
    2) Man macht das zur Gewohnheit und wird von Asthma befreit.
    3) Bauchatmung und Nachtruhe mit geschlossenem Mund sind wichtig.
    Eine Suche im Netz (Asthma + Mudra) zeigt die große Bedeutung der Handbewegung in der Religion und Heilkunst. Das Falten der Hände beim Gebet hat auch die Wirkung bei Asthma

  • Richard Friedel

    Gegen Asthma mit Yoga ist die Bauchatmung mit Daumendrücken sehr zu empfehlen. Die Fäuste werden geballt im Schritt mit der Atmung. Das entspricht einem Mudra als Fingerbewegung. Mudras werden allgemein als Mittel gegen Asthma gepriesen. Siehe Asthma + Mudra im Internet. Die Asthmasprays sind nur zum Schein wissenschaftlich untersucht, weil der Vergleich mit Gegenspielern wie Akupressur gescheut wird.

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