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Gegen die unsichtbare Gefahr: So schützen Sie Ihre Arterien

Gesunde Arterien: So verhindern Sie eine Arterienverstopfung

9.000 Liter Blut fließen tagtäglich durch unsere Arterien – rund um die Uhr und ohne dass wir uns groß darum kümmern müssen. Doch wie bei anderen Rohrleitungen, kann es auch bei unseren Arterien zu Arterienverstopfung, Ablagerungen oder Lecks kommen. Dann wird es schnell gefährlich! Wir geben Ihnen 9 Tipps, wie Sie Ihre Arterien schützen können.

Wie wichtig die Gesundheit unserer Arterien ist, zeigen seit Jahren Statistiken wie der Deutsche Herzbericht: Obwohl die Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen seit über 25 Jahren leicht rückläufig sind, sind sie in Deutschland immer noch die Todesursache Nummer 1. Risikofaktoren wie Arteriosklerose, Bluthochdruck oder zu hohe Cholesterinwerte betreffen weite Teile der deutschen Bevölkerung. Diese sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ werden maßgeblich durch unseren modernen Lebensstil beeinflusst. Um zu verstehen, wie man seine Arterien schützen kann, werfen wir zuerst einen Blick auf unseren Blutkreislauf.

Unsere Blutgefäße: Autobahnen und Nebenstraßen

Das Blut, dass in unseren Adern fließt, fungiert im Grunde genommen wie eine Autobahn: Es bringt den Sauerstoff aus unseren Lungen in die Zellen und holt Kohlenstoffdioxid wieder ab. Außerdem werden Nährstoffe, die im Darm aus unserer Nahrung aufgenommen werden, über das Blut im Körper verteilt. Und natürlich werden auch die Abfallstoffe, die bei den verschiedensten Stoffwechselvorgängen in unserem Körper anfallen, über das Blut zu den Entsorgungsorganen gebracht.

Venen? Arterien? Wo ist der Unterschied?

Arterien transportieren Blut vom Herzen weg in den Körper. Sie sind so gestaltet, dass sie den Blutdruck, der vom Herzen aufgebaut wird, möglichst gleichmäßig halten. Blut, das durch unsere Arterien fließt, enthält viel Sauerstoff. Venen wiederum transportieren sauerstoffarmes Blut von den Organen zum Herz hin. Die Venen in den Beinen haben dabei eine besondere Herausforderung zu meistern: Sie müssen das Blut nach oben, also gegen die Schwerkraft, transportieren. Damit das Blut „bergauf“ und nicht wieder zurückfließt, enthalten unsere Venen sogenannte „Venenklappen“, die den Rückfluss verhindern.

Natürlich besteht unser Blutkreislauf nicht nur aus Venen und Arterien. Sie sind zwar die großen „Blut-Autobahnen“ unseres Körpers, aber es gibt daneben auch noch die kleinen „Nebenstraßen“. Von den Arterien gehen die Arteriolen ab, die sich wiederrum in kleine Kapillaren verzweigen.

Arterienverstopfung: Stau in den Blutgefäßen

Die Arterien sind also die Hauptleitungen, die unser Blut durch den Körper pumpen. Sie funktionieren wie Wasserrohre: Sind sie frei, dann läuft alles reibungslos. Doch leider können sich in den Arterien Ablagerungen bilden, die sogenannten Plaques. Diese mit Fett beladenen Partikel setzen sich an den Gefäßinnenwänden fest und führen dort zu Entzündungen.

Die Zellen der Arterienwand reagieren auf diese Entzündungen, indem sie an der Ablagerungsstelle zusätzliches Gewebe entstehen lassen, was zu einer Verdickung und Verhärtung führt. Gleichzeitig verengen diese Ablagerungen die Blutgefäße. Man spricht von „Arterienverkalkung“ oder Arteriosklerose.

Eine eindeutige Ursache für die Arterienverkalkung ist bis heute nicht gefunden. Es gibt jedoch einige Faktoren, die sie beeinflussen. So können sie durch Fettstoffwechselstörungen hervorgerufen werden, bei denen zu viel (schlechtes) LDL-Cholesterin oder zu wenig (gutes) HDL-Cholesterin produziert wird. Außerdem können Rauchen, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Übergewicht zur Bildung der Plaques beitragen.

Eine Arteriosklerose entsteht nicht von heute auf morgen. Vielmehr entwickelt sie sich über einen Zeitraum von etwa 20 bis 30 Jahren. Zunächst verursacht Arterienverkalkung keinerlei Beschwerden, doch wie ein ruhender Vulkan, schlummert die Gefahr nur und kann jederzeit ausbrechen.

Um Ihre Arterien zu schützen, ist darum eine nachhaltige, gesunde Lebensweise besonders wichtig. Diese 7 Tipps zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Arterien schützen können.

Tipp 1: Die richtige Ernährung

Wenn es um unsere Gesundheit geht, spielt die richtige Ernährung auch für unsere Arterien und Venen eine wichtige Rolle. Gerade fettes, cholesterinreiches Essen kann unsere Blutgefäße unnötig belasten. Achten Sie daher auf abwechslungsreiche, frische und vitaminhaltige Kost.

Tipp 2: Achten Sie auf „gute“ Fette

Verwenden Sie für Ihre Salate hochwertige Öle wie Rapsöl, Leinöl oder hochwertiges Olivenöl, denn sie enthalten u. a. wichtige Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und können einen wichtigen Beitrag gegen Arterienverstopfung leisten. Meiden sollten Sie die sogenannten Trans-Fettsäuren. Sie befinden sich bspw. in raffinierten Pflanzenölen, Knabbereien, Fastfood, frittierten Speisen etc. Durch die starke Hitzeeinwirkung oder Härtung bei der Produktion dieser Lebensmittel hat sich die chemische Struktur der Fettsäuren so verändert, dass sie für unseren Stoffwechsel ein Problem darstellen. Sie stehen im Verdacht, den Cholesterinspiegel und das Arterioskleroserisiko zu erhöhen.

Tipp 3: Zucker ist Gift für unsere Blutgefäße

Dass Zucker schädlich für unsere Gefäße ist, wissen Diabetologen schon seit langem. Klinische Studien an der Universität Dresden haben gezeigt, dass zu viel Glucose in unserem Blut dazu führen kann, dass die Regeneration der Gefäßwände verhindert wird. Zuviel Zucker im Blut erhöht den Insulinspiegel und den Blutdruck, was sich wiederum negativ auf unsere Arterien auswirken kann.

Tipp 4: Kräuter gegen Arterienverstopfung

Es gibt aus der Kräuterheilkunde einige Pflanzen, die sich positiv auf unsere Blutgefäße auswirken können: Weißdorn (als Presssaft) erweitert die Herzkranzgefäße und verbessert die Sauerstoffversorgung des Herzens. Ein Mistel-Kaltansatz (2-6 Stunden gezogen) verbessert die Elastizität der Gefäßwände, stabilisiert den Kreislauf und beugt Arteriosklerose vor.

Tipp 5: Mehr Bewegung

Wer sich gerne und viel bewegt, tut seinem Herzen und seinem Blutkreislauf etwas Gutes. Sie müssen dabei nicht unbedingt zum Extremsportler werden. Schon kleine Entscheidungen im Alltag – etwa „Treppe statt Aufzug“ oder „Fahrrad statt Auto“ – wirken sich positiv aus. Bewegung an der frischen Luft liefert dem Körper zusätzlich noch wichtigen Sauerstoff und regt den Kreislauf an.

Tipp 6: Kneippen

Was Sie unbedingt ausprobieren sollten, sind Kneipp-Anwendungen. Obwohl die Lehre des Sebastian Kneipp eigentlich aus der Wasser-, Ernährungs-, Bewegungs-, Pflanzen- und Ordnungstherapie besteht, verstehen wir heutzutage unter dem Begriff „Kneippen“ vor allem die Wasser- und Bädertherapie.

Deren Prinzip ist denkbar einfach: Kaltes Wasser auf unserer Haut führt dazu, dass sich die Blutgefäße verengen. Dies wiederum lässt den Blutdruck steigen, verbessert die Durchblutung und regt das Nervensystem an. Warmes Wasser weitet die Gefäße wieder.

Sie können eine einfache Kneipp-Anwendung ganz unkompliziert und schnell selbst ausprobieren: Stellen Sie in Ihrer Dusche einen weichen, kalten Strahl ein und bewegen Sie den Wasserstrahl langsam von ihrer rechten Zehe aus an der Fußinnenseite hoch zum Oberschenkel und auf der Außenseite des Beins wieder zurück. Das Ganze können Sie nun auch mit dem linken Fuß machen. Wiederholen Sie die Übung anschließend mit warmen Wasser. Der Abschluss einer jeden Kneipp-Anwendung sollte immer eine kühle Anwendung sein. Wichtig dabei: Wenn sich die Haut rötet ist dies ein Zeichen für eine gesteigerte Durchblutung, es darf aber nicht schmerzen.

Tipp 7: Blutdruck im Auge behalten

Permanenter Bluthochdruck kann die Innenwände unserer Blutgefäße beschädigen. Versuchen Sie, Ihren Blutdruck in einem gesunden Bereich zu halten (Informationen und Tipps dazu, finden Sie hier). Zusätzlich kann Ihnen Ihr Arzt helfen, zu hohen Blutdruck wieder in den Griff zu bekommen.

Tipp 8: Rauchen aufhören

Rauchen führt nachweislich zu Ablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße, was Arterienverstopfung auslöst und zu erhöhtem Blutdruck führt. Schuld ist das Nikotin in den Zigaretten, dass den Blutdruck erhöht. Außerdem führt Rauchen zu Fettstoffwechselstörungen, ebenfalls Risikofaktoren für Arteriosklerose und Arterienverstopfung.

Tipp 9: Stress abbauen

Permanenter Stress wirkt sich negativ auf unsere Gesundheit aus. Stress erhöht den Herzschlag und den Blutdruck – das setzt dem Herzen zu und kann auch unsere Arterien und Venen betreffen. Versuchen Sie, Ihre Stressoren im Alltag zu erkennen und diese so gut es geht zu beseitigen. Ob durch Sport, Spaziergänge, künstlerische Tätigkeiten oder Entspannungsübungen und Meditation: Viele Wege führen zur Entspannung. Hier finden Sie 10 Tipps, wie Sie besser mit Stress umgehen.


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Christian John

Christian John

schreibt seit 2015 als Redakteur für LaVita. Als Kulturwissenschaftler, Anthropologe und ganzheitlicher Gesundheitsberater (IHK) interessiert den zweifachen Vater nahezu alles, was den Menschen zum Menschen macht. Er liebt frische Luft, einsame Skitouren und gesundes Essen.

4 Kommentare
  1. Ani sagt

    Hallo,
    sind Mitte 60 und haben uns jetzt Tretroller für Erwachsene gekauft,
    zuerst gab es erstaunte Blicke (wir wohnen in einen kleinen Dorf)
    aber unsre Altersgenossen scheinen interessiert, es macht uns Spaß mit den Roller (vorne 26 hinten 20 Zoll Räder) unterwegs zu sein, bei Steigungen wird er geschoben und bei ebenen Flächen getreten und bergab wird die Belohnung des schnellen Rollens genossen und das Gleichgewicht trainiert,
    es sollten sich mehr reifere Personen die sich im Verkehr nicht mehr mit den Rad auf der Straße sicher fühlen einen Tretroller zulegen, mein Gatte und ich haben beide massive Rückenprobleme und sehen das Tretrollerfahren als Therapie.

    • Christian John
      Christian John sagt

      Liebe Ani,
      vielen Dank, dass Sie uns von Ihrer Tretroller-Leidenschaft und -Therapie berichtet haben.
      Ein nicht alltäglicher, aber interessanter Ansatz! Vielleicht läßt sich der/die eine oder andere BlogleserIn ja von Ihnen inspirieren und bekommt auch Lust auf´s Tretrollerfahren. Liebe Grüße, Christian John

  2. Isabel Benker sagt

    Sehr geehrter Herr John,
    vielen Dank für Ihren sehr guten Artikel. Ein weiterer wichtiger Grund ist das vom bereits verstorbenen Dr. Bruker beschriebene erhitzte Eiweiß, besonders das tierische. Das Eiweiß verändert durch das Erhitzen seine Struktur größtenteils so stark, dass es nicht abgebaut wird sondern als als Film an den Gefäßwänden haften bleibt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Isabel Benker

  3. Rainer Seum sagt

    ich nehme nach einer Magenbypass-OP vor 2 Jahren zwecks Vitamin-Ausgleich LAVITA,
    fühle mich dadurch sehr wohl, habe ganz selten mal eine Erkältung gegenüber früher.
    Ich möchte nicht mehr auf LAVITA verzichten. Bereits in der Vorbereitungszeit zur OP 2015
    habe ich mit LAVITA angefangen — und so nehme ich auch heute noch täglich LAVITA.

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