Ältere Beiträge, Gesundheit
Kommentare 6

Natürliches Hausmittel für Stoffwechsel und Haut, oder überschätzte Salatwürze? So gesund ist Apfelessig wirklich

Apfelessig ist ein beliebtes Hausmittel gegen viele Beschwerden.

Apfelessig soll schlank machen, den Körper gesund halten und sogar Hautprobleme bekämpfen. Doch stimmt das wirklich?

Der sauer vergorene Apfelmost verleiht nicht nur Salatdressings eine feine Würze, er hat auch eine lange Tradition als Hausmittel gegen viele Beschwerden – ob zum Abnehmen, als Beauty-Helfer für strahlende Haut oder als Heißhunger-Bremse. Schon Hippokrates soll den gesunden Obstessig zur Therapie angewendet haben und auch Hildegard von Bingen behandelte damit verschiedenste Erkrankungen.

Allerdings gibt es für viele der überlieferten Wirkungen noch keine wissenschaftlichen Belege. In den letzten Jahren haben sich immer mehr Forscher damit beschäftigt, bei welchen gesundheitlichen Problemen der Essig tatsächlich helfen kann.

Woraus besteht Apfelessig?

Die Grundlage ist Apfelsaft. Während der Fermentation bauen Hefen den enthaltenen Fruchtzucker zu Alkohol ab. Dieser wird von Bakterien zu Essigsäure umgewandelt, die den sauren Geschmack des Essigs und dessen Geruch erzeugt. Im Handel gibt es klare, gefilterte Produkte und trübe, ungefilterte Bio-Sorten, die nicht pasteurisiert (erhitzt) werden.

Hilft Apfelessig beim Abnehmen?

Die Theorie, dass der aus Äpfeln gewonnene Essig die Fettverbrennung fördert und dem Stoffwechsel „einheizt“ basiert vor allem auf einer Studie mit 155 Japanern. Ein Teil der Japaner trank täglich einen Mix aus ein bis zwei Esslöffeln des Essigs, aufgelöst in einem großen Glas lauwarmen Wasser. Nach drei Monaten waren sowohl ihr Gewicht als auch ihre Blutfettwerte signifikant geringer, als bei denjenigen, die keinen Essig tranken. Bis zu zwei Kilogramm zeigte die Waage der „Essig-Gruppe“ weniger an.

Doch bei aller Euphorie: Apfelessig allein ist kein Wundermittel um Fettpölsterchen zu schmelzen. Wichtig hierfür ist in erster Linie eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Hilfreiche Tipps zum gesunden Abnehmen finden Sie hier: www.lavita.de/blog/gesund-abnehmen

Verschönert Apfelessig die Haut?

Die im Essig enthaltenen Essigsäuren wirken antibakteriell und können helfen, kleine Entzündungen oder Unreinheiten zu beseitigen. In der Haut aufgestauter Talg bildet den Nährboden für Bakterien. Die Haut entzündet sich, kleine Pickelchen entstehen. Daher setzen viele auf das alte Hausmittel, um Hautproblemen den Kampf anzusagen. Sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet, kann der gesunde Essig dazu beitragen, das Hautbild zu verschönern. Hierfür geben Sie etwas Apfelessig auf einen Wattepad und reinigen damit das Gesicht wie mit einem Gesichtswasser. Bei empfindlicher Haut eventuell den Essig nur punktuell auf die betroffenen Stellen auftragen. Oder den Apfelessig zur Hälfte mit Wasser verdünnen. Wer die Entzündungen von innen bekämpfen möchte, trinkt täglich den Mix aus einem Löffel Apfelessig und einem Glas Wasser.

Hilft Apfelessig gegen Heißhunger?

Ein ausgewogener Blutzuckerspiegel ist nicht nur für Diabetiker von Vorteil. Denn zu niedrige Blutzuckerwerte können Heißhunger auslösen und zu hohe Blutzuckerwerte Fetteinlagerungen begünstigen. Der Grund: Je steiler der Blutzucker z. B. nach Weißbrot oder Süßem ansteigt, desto rascher sinkt er auch wieder in den Keller – Heißhunger ist die Folge. Auch das Fettspeicher-Hormon Insulin schnellt mit in die Höhe und verhindert die Fettverbrennung. Eine große Studie belegt nun: Wer zum Essen etwas Apfelessig trinkt, bei dem steigt der Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit weniger stark an.

Blutzuckerspitzen nach dem Essen sind besonders für Diabetiker gefährlich, weil sie eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Folgeerkrankungen spielen.

Ist naturtrüber Apfelessig gesünder?

Apfelessig enthält Polyphenole – genau wie sein Ursprungsprodukt der Apfel. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die im Körper freie Radikale bekämpfen und so vor oxidativem Stress schützen können. Neue Untersuchungen zeigen aber, dass der Polyphenolgehalt, den man über ein bis zwei Löffel des Essigs aufnimmt, zu vernachlässigen ist. Ohnehin ist der Polyphenolgehalt in frischem Apfelsaft wesentlich höher und man trinkt davon auch deutlich größere Mengen. Da hilft es auch nichts, eine naturtrübe Sorte zu wählen, wenngleich hier etwas mehr sekundäre Pflanzenstoffe enthalten sind. Auch mit seinem Vitamin- und Mineralstoffgehalt kann weder klarer noch trüber Essig punkten. Die Mengen an Vitamin C, Vitamin A und B sowie Kalzium und Magnesium sind leider verschwindend gering.

Lindert Apfelessig Darm-Beschwerden?

Naturheilkundler setzen auf Apfelessig als Unterstützer für einen gesunden Darm. Erst seit kurzem weiß man, wie wichtig eine gesunde Darmflora auch für das Immunsystem ist. Die enthaltenen Essigsäuren sollen antimikrobiell gegen schädliche Bakterien wirken und außerdem Pilze bekämpfen z. B. den weit verbreiteten Darmpilz Candida. Daneben soll er auch regulierend bei Blähungen, Verstopfung und Völlegefühl wirken.

Hilft Apfelessig bei Sodbrennen?

Bisher gibt es hierzu zwar keine medizinischen Untersuchungen, dennoch schwören viele bei Sodbrennen auf den Apfelessig-Drink – trotz der enthaltenen Säure. Wer es ausprobieren möchte, gibt einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser und trinkt im Akutfall den Mix in kleinen Schlucken. Vorsicht, Karies: Durch seinen hohen Säuregehalt, kann der saure Most ebenso wie säurehaltige Limonaden auf Dauer den Zahnschmelz angreifen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Apfelessig-Wasser-Mix über den Tag verteilt getrunken und immer wieder daran genippt wird.

 


Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 4,44 von 5 Punkten, basierend auf 70 abgegebenen Stimmen.
Loading...

 


Print Friendly, PDF & Email

Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

6 Kommentare
  1. Ilona sagt

    Danke für die vielen und hilfreichen Informationen. Ich hätte gern einmal gewusst, wie ich eine Fruktoseintoleranz in den Griff bekommen kann.Es wird viel darüber geschrieben. Was kann man da glauben, Fehlen da evtl. Vitamine oder Mineralien? Danke und liebe Grüsse .PS. nehme schon Jahre,.regelmäßig Lavita.

  2. Steffi sagt

    Hallo Lavita-Team,
    ich bin etwas irritiert über diesen Artikel und die Art etwas so schlecht zu machen, zumal ich in einem früheren Artikel von Ihnen gelesen habe, dass Apfelessig als gutes Naturheilmittel gilt.
    Ihr Beitrag ist komplett konträr zu sehr vielen positiven Internet-Berichten und Erfahrungen mit Apfelessig sowie den Forschungen zu Essigkuren von Hildegard von Bingen und Dr. Jarvis.
    Zudem führen Sie gute Wirkungen als Mythen auf und im Text wird die positive Wirkung bestätigt. Ich verstehe Ihre Absicht hinter diesem Artikel nicht.

    Dass Apfelessig kein alleiniges Wundermittel ist und eine ausgewogene Ernährung notwendig ist, sollte jedem klar sein. Dies gilt aber ebenso auch für den Lavita-Saft!

    Ich selbst trinke seit langem täglich Lavita und mache regelmässig eine Apfelessigkur.
    Und beides tut mir gut.

    Ich würde mich freuen zukünftig wieder mehr inhaltlich wertvolle, statt kontroverse Artikel zu lesen. Es gibt ja ausreichend Vorteile von Lavita, zu welchen Sie berichten können, statt andere ebenso gute Naturprodukte schlechter darzustellen.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber sagt

      Hallo Steffi,
      Es freut mich, dass Sie sowohl mit LaVita als auch mit Apfelessig so gute Erfahrungen gemacht haben. Wie so oft bei Hausmitteln hinkt die Wissenschaft auch beim altbewährten Apfelessig hinterher – trotz der vielen, vielen positiven Erfahrungen. Es ist unbestritten, dass Hausmittel und Naturheilmittel oft helfen, auch wenn die Schulmedizin noch nicht verstanden hat warum. Dennoch möchten wir gerne den aktuellen Stand der Forschung aufzeigen.
      Herzliche Grüße,
      Dunja Rieber

  3. MILLIN Laszlo sagt

    Danke. Ich habe mich gefreut, mal wieder was über Apfelessig zu lesen. Meine Frau trinkt ihn gern im Sommer an heißen Tagen und ist außerdem überzeugt, dass es den “schlechten” Cholesterin senkt. Dann macht sie auch mal eine Kurz über zwei Monate.

    • Dunja Rieber
      Dunja Rieber sagt

      Hallo Herr Millin,
      Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Es freut mich, dass Ihrer Frau Apfelessig so gut bekommt!
      Alles Gute,
      Dunja Rieber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.