Hohe Mengen an Aluminium, z. B. aus Deo, sollten wir vermeiden.

Aluminium vermeiden: So benutzen wir Alufolie, Deo & Co. richtig

Schon lange sorgen wir uns, dass Aluminium unserer Gesundheit schadet. Doch leider begegnet uns Aluminium an vielen Stellen des Alltags: Es steckt in Alufolie und Kaffeekapseln, TK-Produkte und geliefertes Essen sind darin verpackt, Deos enthalten Aluminium - und sogar Brezeln vom Bäcker. Ganz vermeiden können und müssen wir es nicht, aber wenn wir ein paar Dinge beachten, können wir uns viel unnötiges Aluminium ersparen.

von Dunja Rieber

  • Unsere Nieren scheiden Aluminium weitestgehend über den Urin wieder aus. Doch zu viel davon kann sich in unserem Körper ansammeln.
  • Wir können unsere Aluminium-Aufnahme durch den richtigen Umgang mit Verpackungen und die Wahl unserer Kosmetika minimieren.
  • Quellen für viel unnötiges Aluminium können vor allem Deo, Menüschalen, Brezeln und Alufolie sein.

Lange galt Aluminium als unbedenklich. Doch mittlwerweile wissen wir, dass sich aus Alufolie, Deo und Menüschalen extrem viel Aluminium lösen und sich in unseren Lebensmitteln anreichern kann. Weil gesundheitliche Risiken dikutiert werden, sollten wir die Aufnahme so gering wie möglich halten. Wir haben für Sie viele gute Tipps, um unnötiges Aluminium zu vermeiden. Dabei bitte nicht vergessen: Eine übertriebene Angst ist nicht angebracht, denn mit kleinen Mengen kann unser Organismus umgehen. Es geht um vermeidbare Quellen, bei denen zum Teil erhebliche Konzentrationen an Aluminiumsalzen freigesetzt werden.

So können wir verhindern, dass wir zu viel Aluminium aufnehmen:

1. Alufolie – nicht für Saures und Salziges

Wie brisant das Thema Aluminium ist, sieht man daran, dass der Gesetzgeber Alufolien-Hersteller bereits zu einem Warn-Hinweis auf der Verpackung verpflichtet: “Aluminiumfolien dürfen nicht mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln in Berührung kommen. Die Folien können sich in diesen Fällen auflösen.”

Unser Tipp: Saures wie Äpfel, Ananas oder eingelegte Gurken sollten Sie nicht in Alufolie verpacken. Durch die Säure lösen sich Aluminium-Bestandteile aus der Folie, die sich dann im Lebensmittel anreichern. Das gleiche gilt für Salziges: Schinken und Käse lieber in Kunststoff- oder Glasbehältern aufbewahren.

2. Aluminium in Brezeln? Es kommt auf den Bäcker an

Unsere Gesundheitsämter messen in Laugengebäck immer wieder hohe Gehalte an Aluminium. Bei der Herstellung von Brezeln und Laugengebäck wird der Teig in Natronlauge getaucht, wodurch er sein typisches Aroma bekommt. Viele Bäcker backen gerne auf Aluminiumblechen. Durch die Natronlauge können sich erhebliche Mengen an Aluminium lösen und in das Gebäck übergehen. Dabei wurde teilweise so viel Alu gefunden, das bei täglichem Verzehr vor allem Kinder und empfindliche Personen den festgelegten Grenzwert überschreiten können.

Unser Tipp: Essen Sie häufiger Laugengebäck? Gerade weil sich diese Aufnahmequelle so leicht vermeiden ließe, erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrem Bäcker, welche Bleche er verwendet.

3. Antitranspirantien – gefährlich bei täglicher Nutzung

Auch über bestimmte Kosmetika können wir viel unnötiges Aluminium aufnehmen. Antitranspirantien sind spezielle Deos, die die Schweißbildung reduzieren. Doch die Aluminiumsalze können unsere Haut reizen – vom bei Hautärzten bekannten Deo-Ekzem bis hin zu einer dauerhaften Allergie.

Über den Verdacht, dass Aluminium Krebs oder Alzheimer-Demenz aulösen kann, sind sich Experten zwar noch uneinig. Aber Aluminiumsalze können sich in unserem Körper ansammeln. Und immer mehr neue Studien scheinen diesen Verdacht zu erhärten: Bei Brustkrebs konnten Ärzte im Brustgegwebe der Patientinnen im Vergleich zu gesunden Frauen deutliche Aluminium-Ablagerungen feststellen, vor allem bei Tumoren in Achselnähe. Gerade die Region um die Lymphknoten gilt als anfällig, da diese dem Körper als Filter gegen Schadstoffe dienen.

Sind Deodorants, Roll-on und Deo-Spray also krebserregend? Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dazu, Antitranspirants nicht täglich zu benutzen, die Verwendung also auf das Nötigste einzuschränken. Von herkömmlichen Deos ohne Aluminium geht dagegen keine Gefahr aus. Es gibt auch eine ganze Reihe natürlicher Deos, die oft sogar ohne Alkohol auskommen.

Unser Tipp zum gesunden Deo-Gebrauch: Mittlerweile gibt es einige aluminiumfreie Deos, die gut gegen unangenehmen Geruch helfen. Auf die Schweißbildung haben sie allerdings leider keinen Einfluss. Geben Sie Ihrem Körper ein paar Wochen um sich darauf einzustellen. Wenn es gar nicht anders geht und Sie an manchen Tagen starkes Schwitzen vermeiden wollen, empfiehlt es sich, das Deo nicht direkt nach der Rasur aufzutragen. Die Haut ist dann angegriffen und mehr Aluminium kann dadurch in den Körper gelangen.

4. Speisen aus Alu-Schalen – eine Beschichtung schützt

Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) schätzt eine tolerierbare Aufnahmemenge von 1 Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht und Woche als sicher und folgenlos für unsere Gesundheit ein. Mitnehm-Gerichte oder Fertiggerichte, die in Alu-Schalen verpackt werden, können dazu erheblich beitragen. Untersuchungen zeigen, dass wer täglich solche Speisen isst, pro Woche bis zu 0,5 mg zusätzliches Aluminium aufnehmen kann. Vor allem bei Kindern oder Senioren, die manchmal täglich ein solches Essen in Schule oder Pflegeeinrichtungen geliefert bekommen, können so erhebliche Mengen zusammenkommen. Menüschalen aus beschichtetem Aluminium wären eine gute Möglichkeit, diese zusätzliche Aufnahmequelle zu vermeiden.

Unser Tipp: Wenn Familienmitglieder häufig geliefertes Essen bekommen, fragen Sie ruhig mal beim Hersteller nach, ob dieser beschichtete Alu-Menüschalen verwendet. Auch bei TK-Gerichten sollten Sie darauf achten.

5. Espressokocher aus Aluminium – nicht zu gut waschen

Benutzen Sie gerne den klassischen italiensichen Espressokocher für die Herdplatte? Bei der ersten Benutzung der kleinen Alu-Kannen bildet sich im Inneren eine Schutzschicht, die das Übertreten der Aluminiumverbindungen in den Kaffee weitestgehend verhindert.

Unser Tipp: Reinigen Sie Ihre Espressokanne lieber nicht im Geschirrspüler, denn dadurch wird diese Schutzschicht entfernt. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, gibt es auch Espressokannen aus Edelstahl.

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Dunja Rieber

ist Ernährungswissenschaftlerin und schreibt seit 2018 für den LaVita-Blog. Ihr Grundsatz für eine gesunde Ernährung: Von allem ein bisschen, von nichts zu viel. Beim Kochen soll es frisch und möglichst ausgewogen sein - aber nicht zu aufwändig, denn im Alltag mit zwei kleinen Töchtern bleibt nicht viel Zeit, um lange in der Küche zu stehen.

4 Kommentare

  • Uta Eggert

    Toll! Danke für diese prima Zusammenfassung.
    Ich lese Ihre Artikel immer mit großem Interesse.

  • Danke, daß Sie auf die Gefahr von Aluminium aufmerksam machen. Sie haben aber vergessen zu erwähnen, daß im “normalen” Salz Aluminium als Rieselhilfe verwendet wird.

  • Helmut Ehses

    Hallo liebe Freunde,
    legt auf die Alufolie Backpapier. Es gibt mittlerweile das ganz zweischichtig zu kaufen.
    Dann ist das Problem schon mal gelöst.
    Im Sprudel von der Nürburg Quelle, Dreiser Sprudel und ein zwei anderen Sorte aus der Vulkaneifel ist Kieselsäure (Silicium) enthalten, etwa 120 mg/l. Dadurch wird Aluminium aus dem Körper verstärkt aus geleitet und man verhindert dadurch Alzheimer. Zumindest entstehen keine Ablagerungen mehr im Gehirn. Testet das mal. Der Urin riecht dann auch anders. Viel Erfolg.

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