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7 Superfoods, die meine Oma schon kannte

Auch heimische Superfoods sind gesund und nährstoffreich.

Superfoods sind derzeit in aller Munde – je exotischer und unbekannter, desto besser, möchte man meinen. Doch wir zeigen Ihnen, welche 7 Lebensmittel den Trendprodukten in nichts nachstehen.

Nie war die Auswahl an Nahrungsmitteln größer – ob im Supermarkt oder im Internethandel. Und es vergeht kein Jahr, in dem nicht irgendein Superkorn, Supergemüse oder Superobst als neuer Alleskönner bzw. Superfood beworben und verkauft wird. Natürlich finden sich darunter auch immer wieder besonders nährstoffreiche und gesunde Sorten. Die teuren Exoten wie Açai-Beeren, Chia-Samen oder Goji-Beeren dürfen Sie aber getrost liegen lassen, denn was unsere heimischen „Superfoods“ zu bieten haben, wird leider viel zu oft vergessen.
Leinsamen sind extrem reich an Omega-3-Fettsäuren.

Leinsamen

Lein, auch Flachs genannt, hat nicht nur wunderschöne blaue Blüten, sondern dient dem Menschen auch seit tausenden von Jahren als Nutzpflanze.
Die Fasern werden seit jeher für Kleidung und Stoffe aller Art verwendet. Die wahre Kraft der Pflanze steckt allerdings in ihren Samen. Sie haben einen extrem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren (60 Prozent!). Außerdem sind Leinsamen reich an Ballaststoffen, Antioxidantien wie Vitamin E und den Spurenelementen Zink, Eisen u.v.m. Als ergiebige Eiweißquelle dienen die kleinen Samen ebenfalls.

Verwenden kann man Leinsamen entweder im Ganzen (z. B. als Topping auf Müsli oder Salat), geschrotet oder auch als Öl. Dieses sollte allerdings lichtgeschützt und kühl gelagert werden und nicht zu lange offenstehen, da es sonst oxidiert und ranzig wird.
Hagebutten sind mit die Vitamin C reichsten Früchte der Welt.

Hagebutten

Wenn Sie Hagebutten bisher nur als natürliches Juckpulver kennengelernt haben, dann sollten Sie jetzt umdenken. Denn neben dem Sanddorn ist die Hagebutte die Vitamin-C-reichste Frucht hierzulande und damit auch ein wahres Superfood. Je nach Wetterbedingung und Bodenbeschaffenheit können die roten Früchte 400-1500 mg Vitamin C pro 100 g enthalten. Zum Vergleich: Eine Zitrone kommt bei gleichem Gewicht gerade einmal auf 53 mg. Daneben enthält sie viele wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe und auch Gerbstoffe, die der Verdauung guttun.

Hagebutten können Sie roh essen – allerdings sollten vorher die Juckreiz-auslösenden Kerne im Inneren entfernt werden. Im Handel findet man die frischen Früchte leider fast nie, dafür gerade jetzt im Herbst an allen Ecken und Enden.
Aber auch weiterverarbeitet sind Hagebutten ein Genuss, z. B. als Saucen- oder Suppengrundlage oder als Marmelade eingekocht. Nur leider geht beim Erhitzen ein relativ großer Teil des Vitamin C’s verloren …
Grünkohl wird gerade wiederentdeckt und steckt voller gesunder Inhaltsstoffe.

Grünkohl

Gerade in den USA erlebt der Grünkohl (engl. kale) derzeit einen richtigen Hype. Kein Szenerestaurant kommt mehr ohne dieses Super-(bodenständige)-Gemüse aus. Der Grund dafür sind seine extrem gesunden Inhaltsstoffe. Er gilt sogar als eines der gesündesten Lebensmittel weltweit.
Besonders reich ist Grünkohl an Vitamin C, B-Vitaminen, Beta-Carotin (der Vorstufe von Vitamin A), an Folsäure, Eisen und Calcium. Als Mitglied der Familie der Kreuzblütler enthält Grünkohl auch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Senfölglykoside.

Grünkohl schmeckt übrigens am besten als Salat oder kurz gedünstet mit Cashewkernen oder Sesam, nicht totgekocht mit Kasseler. Schonend im Ofen getrocknet, dienen Grünkohlchips als gesunde Snacks für zwischendurch oder als knuspriger Chip auf dem Abendessen.
Heidelbeeren, oder auch Blaubeeren genannt, enthalten besonders viele Anthocyane.

Heidelbeeren

Heidelbeeren oder auch Blaubeeren sind richtige Stars unter den heimischen Superfoods. Neben den B-Vitaminen, Vitamin C, K und E, enthalten sie auch die wertvollen Anthocyane in großer Menge. Anthocyane sind sekundäre Pflanzenstoffe, die die Heidelbeere dunkel färben und gleichzeitig als starke Antioxidantien wirken.

Tipp: Die wilden Sorten der Heidelbeeren enthalten ein Vielfaches mehr an Anthocyanen als die Zuchtbeeren. Die gezüchteten Beeren sind viel größer und haben meist ein helles Fleisch, während die wilden Sorten kleiner und durch und durch fast schwarz sind. In Bio-Qualität gibt es diese Beeren aus Wildsammlung tiefgefroren zu kaufen. So sind sie perfekt dosierbar und werten jeden Joghurt, jedes Müsli und jeden Salat auf.
Honig wirkt antibakteriell und ist gut bei Erkältungen.

Honig

Schon die Griechen wussten um die gesunde Kraft des Honigs. Der Überlieferung nach, verdanken die Götter eben diesem süßen Nektar ihre Unsterblichkeit. Dabei besteht Honig zu rund 80 Prozent aus Zucker. Was also macht ihn trotzdem zu einem gesunden Lebensmittel?
Natürlich sollte Honig nur in Maßen verzehrt werden, denn ein Zuviel davon hat (ähnlich wie zu viel Zucker) auch negative Auswirkungen. Doch richtig verwendet wirkt Honig stark antibakteriell. So wird er sogar in Krankenhäusern bei wundgelegenen Patienten als Wundauflage verwendet. Rund 180 Begleitstoffe enthält der Bienennektar zusätzlich. Zu den wichtigsten gehören so genannte Inhibine, das sind Hemmstoffe wie Flavonoide.

Ernährungswissenschaftler empfehlen aber, unbedingt auf billigen Honig aus dem Supermarkt zu verzichten. Denn dieser wurde oft stark erhitzt, um das Kristallisieren des Zuckers zu verhindern. Außerdem ist der verarbeitete Honig oft mit Wasser gestreckt. Am besten erstehen Sie Honig also direkt vom Imker in Ihrer Umgebung. Aber auch in Reformhäusern und Bioläden werden Sie gute Qualität finden.

Tipp: Wenn Sie auf Süßigkeiten einfach nicht verzichten können, dann ersetzen Sie einfach den normalen Haushaltszucker so oft wie möglich mit Honig. Ob beim Backen, Kochen oder Verfeinern – Honig ist hier immer die gesündere Alternative.
Rote Bete ist reich an Vitmainen, Spurenelementen und dem Pflanzenfarbstoff Betain.

Rote Bete

Eine richtige Powerknolle ist die Rote Beete. Sie ist kalorienarm und enthält viel Vitamin C, B-Vitamine sowie Kalium, Magnesium, Eisen und Folsäure. Für die knallrote Farbe sorgt übrigens der sekundäre Pflanzenstoff Betanin.
Um die gesunden Nährstoffe der Roten Bete beim Zubereiten zu bewahren, sollte sie nicht zu hoch und zu lange erhitzt werden. Roh schmeckt sie zum Beispiel gerieben, im Salat oder auch als Saft.

An den Blättern der Roten Bete lässt sich die Verwandtschaft zum Mangold erahnen. Und genau wie beim Mangold lassen sich auch die Blätter der Roten Beete in der Küche verwenden. Sie sind ebenfalls sehr vitalstoffreich! (Hier finden Sie ein einfaches Rezept für eine leckere Rote Bete-Suppe)
Brunnenkresse gilt als das gesündeste Lebensmittel der Welt.

Brunnenkresse

Erst vor kurzem untersuchte eine Studie der Universität von New Jersey alle gängigen Obst- und Gemüsesorten hinsichtlich ihres Nährstoffgehalts. Völlig überraschend landete die unauffällige Brunnenkresse auf Platz 1! Ihre Nährstoffdichte und ihr ausgeglichenes Nährstoffprofil machen die Brunnenkresse nämlich zu einem richtigen Superfood.

Brunnenkresse wächst überall in Europa, meist an den Rändern von Seen, Flüssen und Teichen. Schon die Römer sammelten sie von dort. Durch die zunehmende Verschmutzung von Gewässern geriet das Wildsammeln von Brunnenkresse allerdings nach und nach in Vergessenheit – die Schadstoffbelastung der Pflanzen war einfach zu groß. Heute jedoch erlebt die wintergrüne Brunnenkresse eine Renaissance. Noch ist sie allerdings fast nur in gutsortierten Biomärkten erhältlich.
Brunnenkresse sollte möglichst schnell und frisch verzehrt werden. Zur Lagerung oder Trocknung eignet sie sich nicht. Am besten schmeckt sie auf Salaten, als frische Einlage in Suppen oder einfach als hübsches Grün auf dem Butterbrot.

Superfoods und gut?

Wie bei allen Lebensmitteln gilt natürlich auch bei den heimischen Superfoods: Sie sind keine Wundermittel. Denn ein Lebensmittel, das ganz allein den Körper ausreichend mit allen Nährstoffen versorgen kann, gibt es nicht. Geben Sie aber diesen besonders gesunden, heimischen Leckereien einen regelmäßigen Platz auf Ihrem Speiseplan, profitieren alle: Ihre Gesundheit, Ihre Geschmacksknospen und nicht zuletzt auch die Umwelt – die Sie nicht mit unnötigen Transporten von exotischen Superfoods belasten.

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Cora Högl

Cora Högl

ist seit 2013 Redakteurin bei LaVita. 2016 machte sie die Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheitsberaterin (IHK). Privat liebt sie es gesund zu kochen - lässt sich aber auch sehr gerne bekochen. Die so gewonnene freie Zeit verbringt sie dann am liebsten mit ihren Hunden in der Natur oder im eigenen Garten.

17 Kommentare
  1. Wolfgang Junge sagt

    Hallo,
    das war doch mal eine Info,mit der man was anfangen kann.
    Sehr interessant.
    Machen Sie weiter so.

  2. Monika Jung sagt

    Guten Tag
    Ein lehrreicher Inhalt so etwas möchte ich öfters lesen, denn wir vergessen langsam die alt deutsche Küche und unsere Gemüse und Obstsorten . Danke ein schönes Wochenende

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Vielen Dank für die Rückmeldung, das freut uns sehr. Auch Ihnen ein schönes Wochenende!

  3. Heike Niemtschke sagt

    Guter Beitrag. Bis auf rote Bete, die mir einfach gar nicht schmeckt, wird von mir alles akzeptiert. Grünkohl lässt sich gut mit Obst und Gewürzen zu einem wohlschmeckenden Trunk verarbeiten. Zu empfehlen für Osteoporosepatienten.

  4. Edda Voigt sagt

    Gute Informationen, gefällt mir.
    Das man Hagebutten auch roh essen kann, war mir bisher unbekannt. Werde es demnächst ausprobieren, sie sind noch überall zu finden.
    Wie kann man denn Schlehen gesundheitlich einordnen?

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Frau Voigt,
      vielen Dank für Ihren Kommentar! Schlehen finden Sie derzeit noch an vielen Standorten. Sie schmecken nach den ersten frostigen Nächten besser, als wenn sie zu früh geerntet werden. Trotzdem bleiben sie relativ herb. Dank ihren Gerbstoffen und Vitaminen sind Schlehen natürlich als gesund zu bezeichnen – schmecken aber nicht jedem roh.

      • Monika sagt

        Schlehen schmecken ganz besonders gut, wenn man sie in Honig einlegt und dort einige Woche durchziehen lässt. Man braucht nicht auf den Frost zu warten, sie verlieren im Honig ihren „wilden“ Geschmack und werden ganz weich und süß. Die Vitamine bleiben auf diese Weise erhalten, sodass man den ganzen Winter rohe Schlehen essen kann (vorausgesetzt, man hat genügend Schlehen gesammelt). Der Honig wird etwas flüssiger und kann gut in Joghurt oder Müsli zum Süßen verwendet werden. Diese Konservierungsart eignet sich im Übrigen für viele Beeren und Wildfrüchte, wie z.B. Sanddorn, Weißdorn, Himbeeren, Brombeeren, Aroniabeeren …..
        Anleitung: Man füllt ein Glas ca. halbvoll mit Wildfrüchten und gießt guten Biohonig darüber. Dann lagert man das Glas kühl. Hin und wieder sollte man das Glas auf den Kopf stellen, damit die Beeren sich gut mit dem Honig vollsaugen können. Wenn sie genug Honig „getrunken“ haben, sinken sie zu Boden.

        Das Wildobst hält sich recht lang im Honig, Schlehdorn mindestens ein Jahr, weiche Beeren (Himbeeren, Brombeeren ….) sollte man allerdings schneller aufbrauchen.

  5. Wolfgang Zimmer sagt

    Danke! Ein sehr schöner Komentar! Sehr aufschlußreich und informativ!!

    Weiter so!

    MfG Wolfgang

  6. susannearan@gmx.de sagt

    Guten morgen Frau Högl,
    ich lese immer gerne Beiträge zur gesunden Ernährung. Da wir uns seit fast zwei Jahren kohlenhydratarm (unter 10g Kohlenhydrate auf 100g Lebensmittel) ernähren, würde ich es als sehr hilfreich einen kleinen Hinweis, ob die von Ihnen vorgestellten Lebensmittel in eine kohlenhydratarme Diät passen. Herzlichen Dank und viel Erfolg und Harmonie für Sie
    Susanne

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Susanne,

      schön, dass Ihnen der Artikel gefällt!
      Aus unserer Liste eigenen sich fast alle Lebensmittel für eine kohlenhydratarme Ernährung: Leinsamen (0 g pro 100 g), Brunnenkresse (1,3 g pro 100 g), Heidelbeeren (6-7 g pro 100 g), Grünkohl (9 g pro 100 g), Rote Beete (10 g pro 100 g);

      Hagebutten enthalten zwar rund 38 g Kohlenhydrate, davon sind aber 24 g Ballaststoffe.

      Das einzige Lebensmittel das hier heraus sticht ist – aufgrund des hohen Zuckergehalts – der Honig mit 82 g Kohlenhydrate auf 100 g. Da er aber eh nicht in großen Mengen verzehrt werden sollte und eher als (gesünderer) Zuckerersatz dient, dürfte das für Sie nicht von großer Relevanz sein.

      Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit!
      Cora Högl

  7. Renate von Knobesdorff sagt

    Gut zu wissen !
    Meine Frage : Wie steht es mit der Pestizidbelastung ? Habe neulich gelesen, dass besonders Grünes Blattgemüse stark belastet sein soll. (Spinat, Grünkohl, Salat….)

    MfG
    Renate

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Renate,

      ich empfehle auf jeden Fall bei Obst und Gemüse so oft wie möglich zu Bio-Ware zu greifen. Damit sind Sie vor etwaigen Pestizidrückständen (größtenteils) geschützt. Das zeigen auch alle Untersuchungen dazu.

      Herzliche Grüße,
      Cora Högl

  8. Klaus Dalke sagt

    Schönen guten Tag,
    vielen Dank für Ihren informativen Blog und die wichtigen Tipps und Hinweise!
    Bei den Bildern zu den heimischen „Superfoods“ fällt mir auf, dass dort die Früchte der Hundsrose( rosa rugosa ) abgebildet sind und als Hagebutte bezeichnet werden. Nach meiner bisherigen Kenntnis ist die Hagebutte nur die Frucht der Wildrose!?
    Vielleicht nicht so wichtig- wohl wichtig aber die Frage: Gilt das, was über die Hagebutte geschrieben haben, genauso für die von Ihnen abgebildete Hundsrosenfrüchte, die viel größer und weichschaliger sind als unsere Hagebutten.
    Freue mich auf neue Erkenntnisse!

    Schöne Grüße von der Ostsee
    Klaus Dalke

    • Cora Högl
      Cora Högl sagt

      Hallo Nicole, danke Dir! Habe Deinen Artikel gelesen und finde ihn sehr gut gelungen, informativ und umfangreich – weiter so 🙂

      Viele Grüße, Cora

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